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WM 2022: Völler hat die "letzte Gier" im DFB-Team gefehlt

Völler: „Letzte Gier“ fehlte im DFB-Team

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Rudi Völler sieht fehlende deutsche Tugenden als Ursache für das Scheitern der DFB-Auswahl in der Gruppenphase der WM in Katar an.

Der ehemalige Nationalmannschafts-Teamchef Rudi Völler sieht fehlende deutsche Tugenden als Ursache für das Scheitern der DFB-Auswahl in der Gruppenphase der WM in Katar an.

„Man hatte das Gefühl, dass die letzte Gier fehlt. Der letzte Wille, vorne das Tor erzielen und hinten das Tor verteidigen zu wollen“, sagte der Weltmeister von 1990 dem Kölner Stadt-Anzeiger (Samstag-Ausgabe). (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

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Vor 20 Jahren hatte der heute 62-Jährige das Team des Deutschen Fußball-Bundes ins WM-Endspiel in Yokohama gegen Brasilien (0:2) geführt.

„Wir hatten abgesehen von 1990 nicht immer die beste Mannschaft“, betonte Völler, „aber wir haben dann doch immer wieder einen Weg gefunden, weit zu kommen, weil wir diese Gier hatten. Das habe ich bei dieser WM vermisst.“ (NEWS: „Vollidiot! Bei Rüdiger liegen die Nerven blank)

Generell sieht er die Perspektive für die Nationalmannschaft als nicht so schlecht an. „Man kann unsere Situation nicht mit der der Belgier vergleichen“, sagte der langjährige Sport-Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, der mittlerweile im Gesellschafterausschuss des Werksklubs sitzt.

Ex-Nationaltrainer sieht rosige DFB-Zukunft mit Musiala, Wirtz und Co.

Gleichzeitig sagte er: „Bei den Belgiern hat man wirklich das Gefühl, dass eine goldene Generation zu Ende geht. Wir aber haben Spieler wie Jamal Musiala, Florian Wirtz, Kai Havertz und Leroy Sane, nach denen sich andere Nationen die Finger lecken würden. Dazu Joshua Kimmich, der auch erst 27 ist. Das sind wunderbare Spieler, hier ist Qualität genug vorhanden“, so Völler.

Immer besonders im Fokus hat Völler den einstigen Bayer-Profi Havertz vom FC Chelsea, dem gegen Costa Rica (4:2) zwei Tore gelangen. Er sieht dessen Vielseitigkeit fast als Nachteil an. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

„Kai ist ein offensiver Mittelfeldspieler für die Zehnerposition. Aber weil er ein so begnadeter Fußballer ist, kann er auch andere Positionen wie Mittelstürmer spielen, was er in den vergangenen Jahren permanent musste. Hier ist seine Vielseitigkeit für ihn sogar zum Nachteil geworden. Ich sehe ihn als ganz klaren Zehner, da ist er herausragend“, erklärte der Weltmeister von 1990.

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