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FC Bayern im Krisengipfel gegen Leverkusen: Hier muss Nagelsmann ansetzen

Nagelsmanns Knackpunkte

"Alle Spiele nochmal geguckt!" Nagelsmanns Analyse der Bayern-Krise

Julian Nagelsmann steht mit dem FC Bayern gegen Leverkusen enorm unter Druck. Der Coach will beim Krisengipfel „nicht alles umkrempeln“, muss aber einige Probleme mit Prio lösen.

Die Bosse des FC Bayern wurden während der Länderspielpause nicht müde, Trainer Julian Nagelsmann das Vertrauen auszusprechen. „Total überzeugt“ sei man von dem 35-Jährigen, sagte etwa Vorstandschef Oliver Kahn. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Auch Hasan Salihamidzic und Herbert Hainer nahmen vor allem die Mannschaft in die Pflicht. „Ich glaube, dass sie jetzt alle wissen, dass wir jetzt richtig Gas geben müssen“, betonte Präsident Hainer.

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Nagelsmann selbst hat sich ebenfalls keine Gedanken über seine sportliche Zukunft gemacht. „Ich hinterfrage mich immer, jeden Tag. Aber ich hatte jetzt keine Rücktrittsgedanken“, erklärte der Coach auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Krisengipfel gegen Bayer Leverkusen. (Bundesliga: FC Bayern - Bayer Leverkusen am Freitag ab 20.30 Uhr im LIVETICKER)

Zwar spüre er die Verantwortung für die Situation, „aber ich weiß auch, dass ich nicht für alles verantwortlich bin.“

Nagelsmann will „nicht alles umkrempeln“

Zwölf Tage hatte Nagelsmann nun Zeit seit der 0:1-Niederlage beim FC Augsburg. Diese nutzte er laut eigener Aussage intensiv, um die Probleme seiner Mannschaft, die in der Bundesliga seit vier Spielen sieglos ist, zu analysieren. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Wir müssen nicht alles umkrempeln“, lautete sein Fazit, aber ein paar Dinge stehen dennoch auf seiner Prioritätenliste, um den Rekordmeister wieder in die Erfolgsspur zu führen: „Ich habe den Jungs vier Botschaften mitgegeben. Was ich verlange und was ich sehen möchte. Und wo es keine Ausreden gibt.“

Nagelsmann angezählt? "Ist nach hinten losgegangen"

Allen voran bereitete Nagelsmann die miserable Chancenverwertung der Bayern Kopfzerbrechen. „Wir haben 92 Torschüsse in den letzten vier Spielen gehabt. Wir hatten am Anfang der Saison eine Großchancenverwertung von 76 Prozent, jetzt sind wir bei knapp über 20″, hatte er die passende Statistik auf der PK parat.

Traf sein Team in den ersten drei Saisonspielen noch 15 Mal ins gegnerische Netz, waren es in den darauffolgenden vier Partien nur noch mickrige vier Treffer.

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Mané-Zauber schon verflogen

Nagelsmann deutete an, dass sehr wenig Zeit war, um an einer Verbesserung zu arbeiten, „wir müssen aber auch den Anspruch haben, uns alleine vom Videobild und Einzelgesprächen zu entwickeln“, forderte er.

Exemplarisch für die Abschlusskrise steht Sadio Mané. Der Neuzugang, der furios in die Saison gestartet war und bereits als neuer „König“ gefeiert wurde, agierte in den vergangenen Bayern-Spielen äußerst glücklos.

„Am Ende ist es die Aufgabe des Spielers, das umzusetzen, was der Trainer ihm mitgibt. Dann wird er auch schnell wieder zur Topform zurückfinden, da bin ich guter Dinge“, erklärte Nagelsmann auf SPORT1-Nachfrage über den Senegalesen, der zuletzt weder im Sturmzentrum noch auf seiner bevorzugten Flügelposition glänzte.

Nagelsmann: Mané "muss umsetzen, was wir wollen"

Wer spielt neben Kimmich?

Ein weiterer Knackpunkt für ein erfolgreicheres Bayern-Spiel ist das zentrale Mittelfeld. Dort agierten zumeist Joshua Kimmich und der erstarkte Marcel Sabitzer.

Doch nun steht auch der von Corona genesene Leon Goretzka wieder zur Verfügung, der zuvor schon Startelf-Ansprüche angemeldet hatte.

Er könnte dem Team ein Plus an Körperlichkeit verleihen, die im FCB-Spiel bisweilen bemängelt wurde. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Wir haben vier Spieler zur Auswahl und alle können das sehr gut ausfüllen“, schloss Nagelsmann Ryan Gravenberch mit ein, wollte sich aber nicht auf ein Duo in der Zentrale festlegen. Er betonte jedoch, „gute Absprache ist wichtig“ für eine perfekte Doppel-Sechs.

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Nagelsmann äußert sich zu Babbel-Kritik

Gesetzt dürfte in jedem Fall Kimmich sein, auch wenn sich der Nationalspieler nach der Pleite in Augsburg Kritik gefallen lassen musste. Markus Babbel meinte bei Sky, Kimmich turne „überall herum, nur nicht da, wo er spielen sollte.“

Nagelsmann wollte darauf jedoch nicht groß eingehen. „Jeder darf seine Meinung sagen. Das müssen wir aushalten“, konstatierte er und betonte, dass Kimmich für ihn ein „extrem wichtiger Spieler“ sei, aber: „So hat er wie jeder Mensch Dinge, die er sehr gut macht und Dinge, die er verbessern kann. Am Ende ist wichtig, dass der Spieler weiß, was er zu tun hat und das weiß er.“

Insbesondere im Krisengipfel gegen Leverkusen dürften Kimmich und Co. wissen, was zu tun ist: endlich wieder drei Punkte holen. Ansonsten könnte das Vertrauen der Bayern-Bosse in Nagelsmann doch noch bröckeln.

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