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Nach Drama um verschollene Biathlon-Weltmeisterin: Soukalova über "schönsten Moment meines Lebens"

Soukalova spricht nach Berg-Drama

Biathlon-Beben! 31 Sportler hören auf

Weil sie bei einer Radtour vom Weg abkommt und nicht zurückfindet, muss Gabriela Soukalova eine Nacht bei Eiseskälte im Freien verbringen. Nun schildert die Ex-Biathletin ihr Drama.

Vergangene Woche sorgte Gabriela Soukalova bei ihren Angehörigen und Rettungsteams in den italienischen Alpen für bange Stunden.

Die ehemalige Weltklasse-Biathletin war bei einer Radtour in der Gemeinde Livigno am vergangenen Mittwoch vom Weg abgekommen und über Nacht verschollen.

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Nun hat die 32-Jährige die dramatischen Geschehnisse geschildert und verraten, was dabei in ihr vorgegangen ist. (Alle wichtigen Hintergründe und News zum Biathlon)

„An einer Stelle gab es leider einen zerstörten Weg, weil der ganze Hang weggebrochen war. Es hat mich viel Mühe gekostet, die Stelle mit dem Rad zu überwinden“, erzählte Soukalova dem tschechischen Sender CNN Prima News.

Gabriela Soukalova feierte als Biathletin zahlreiche Erfolge

Gabriela Soukalova feierte als Biathletin zahlreiche Erfolge

Angst vor Bären und Kälte setzen Soukalouva zu

Als die Erschöpfung zunahm, entschied sie sich jedoch, umzukehren und mittels GPS den Rückweg zum Hotel zu finden. Doch dabei kam sie nicht zurecht - auch weil der Akku ihres Handys leer wurde.

Sie kam zu einer unbefahrbaren Stelle, also ließ sie das Fahrrad stehen und kämpfte sich zu Fuß weiter. Als sie nach zwei Stunden Fußmarsch und Klettern immer noch verloren war, sank ihre Hoffnung, den richtigen Weg zu finden. Also stellte sie sich laut eigener Aussage auf eine Nacht im Freien ein - bei Temperaturen von minus acht Grad auf über 2200 Metern Höhe.

„Ich habe durch Bewegung versucht, meine Körpertemperatur nicht zu verlieren, damit ich in der Kälte überleben kann“, sagte sie. Zudem habe ihr die Angst vor Bären zu schaffen gemacht, weshalb sie versuchte, weiter bergauf ins freie Gelände zu gelangen - auch um möglicherweise von einem suchenden Helikopter entdeckt zu werden.

„Ich dachte, dass meine einzige Rettung darin besteht, einen Felsen, der ein paar hundert Meter über dem Tal stand, zu erklimmen“, schilderte Soukalova. Als ihr klar wurde, dass die Rettungskräfte nicht an diesem Ort suchten, ging ihr durch den Kopf: „Vielleicht ist es Schicksal, dass die Berge mich hierbehalten wollen.“

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„Wohl der schönste Moment meines Lebens“

Am Donnerstagnachmittag wurde die Gesamtweltcup-Siegerin von 2016 schließlich doch entdeckt, nachdem Wanderer die Hilferufe der Ex-Biathletin gehört hatten.

„Als ich ihnen (den Rettern, Anm. d. Red.) den Weg gezeigt habe, den ich hochgeklettert bin, sagten sie, ich bin eine Wunderfrau. Sie haben nicht geglaubt, dass jemand diesen Weg hochklettern könnte“, erklärte Soukalova.

Das Wiedersehen mit ihrer Familie im Krankenhaus, das sie lediglich ermüdet und von ein paar Prellungen gezeichnet aufsuchen musste, bezeichnete sie als „wohl der schönste Moment meines Lebens“.

Trotzdem wird sie künftig auf Wiedersehen dieser Art vermutlich verzichten können.