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"Motorsport hat in Deutschland definitiv ein größeres Problem" - Ex-Formel-1-Pilot macht auf Missstände aufmerksam

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Ein deutscher Motorsport-Star macht auf Missstände hierzulande aufmerksam. Er appelliert an die Szene einzugreifen, bevor es zu spät ist.

Nach seinem Abschied von BMW will Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock seinen Helm längst noch nicht an den Nagel hängen. „Mit meinen 40 Jahren gehöre ich nicht zum alten Eisen und brauche auch kein Gnadenbrot“, sagt der ehemalige DTM-Fanliebling in einem Interview mit Auto Bild.

„Ich möchte weiterhin Rennen fahren, habe das Kapitel nicht abgeschlossen und bin für alles offen. In Monaco hat mich zum Beispiel Patrick Dempsey (Hollywood-Star und Porsche-Botschafter; Anm. d. Red.) gefragt, ob wir nicht mal ein Rennen fahren wollen. Vielleicht rufe ich ihn mal an“, ergänzt der 40-Jährige. Glock hat die 24 Stunden von Le Mans im Visier, kann sich aber auch eine Rückkehr in die DTM vorstellen.

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Doch sein BMW-Aus legt den Fokus auf ein viel größeres Thema. Grund: Mit Glock ist ein Star der Rennszene auf dem Markt. Was sagt das über den Zustand des deutschen Motorsports?

Glock: Motorsport in Deutschland hat ein Problem

Glock: „Viel. Denn die viel wichtigere Frage ist doch: Wo soll der Nachwuchs herkommen? Die Nachwuchsklassen fahren in Deutschland unter dem Radar. Gleichzeitig fragt man sich, warum die Formel 1 nicht mehr hierzulande fährt. Aber wenn die Rennstrecken allein gelassen werden, können sie das Budget nicht stemmen. Der Motorsport hat in Deutschland definitiv ein größeres Problem.“ (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Ein wichtiger Grund: Die großen deutschen Hersteller Audi, BMW und Mercedes haben sich aus der hiesigen Rennszene zurückgezogen. „In der DTM haben sich bis 2020 nicht nur Privatteams, sondern die deutschen Hersteller präsentiert“, erklärt Glock. „Das wiederum hat die Plattform interessant für Sponsoren gemacht, Geld gebracht und die Integration von Nachwuchskategorien ermöglicht. Weil sich die Hersteller zurückgezogen haben, fällt das nun weg.“

Er fügt an: „Das Problem ist, dass sich momentan kaum jemand mit Motorsport schmücken will, weil er als klimaschädlich und rückwärtsgewandt gilt. Das hat die komplette Basis zerstört.“

„Und dann wurde natürlich Michael Schumacher mein Held“

Dabei bietet die Zeitenwende in der Mobilität gerade jetzt auch Chancen für Autobauer, wenn sie sich im Motorsport engagieren. „Ich finde, man sollte den Motorsport wieder als Forschungslabor und Beschleuniger für eine neue, nachhaltige Mobilität nutzen“, schlägt der TV-Formel-1-Experte vor. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Der Umstieg auf E-Fuels ab 2026 zeige, wie die Formel 1 in Zukunft eine Vorreiterrolle einnehmen könne und auch wolle. Glock: „Der Motorsport sollte genutzt werden, um solche Themen – sei es E-Mobilität, nachhaltige Kraftstoffe, hocheffiziente Verbrennungsmotoren oder moderne Materialien – nach außen zu tragen. Damit hätte er gerade jetzt einen großen Wert für die deutschen Autobauer.“

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Gleichzeitig brauche der Sport die Helden am Steuer, um das Nachwuchsproblem zu lösen. „Auch ich habe damals vorm Fernseher gesessen, die DTM verfolgt und Legenden wie Roberto Ravaglia oder Jockel Winkelhock in den BMW-Farben fahren sehen. Und dann wurde natürlich Michael Schumacher mein Held. Ich glaube, dass es auch heute noch so ist, dass die Jungs und Mädchen Idole brauchen. Aber wenn die Helden nicht mehr gefeiert werden, fehlen die Vorbilder für künftige Generationen. Deshalb müssen wir da gemeinsam angreifen, bevor es zu spät ist.“