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Roger Federer, letztes Match: Irrer Schlag und Tränen - Niederlage mit Rafael Nadal im Laver Cup

Federer & Nadal: Tränen zum Abschied

Beim letzten Match von Roger Federer (l.) sind er und Rafael Nadal in Tränen aufgelöst

Beim letzten Match von Roger Federer (l.) sind er und Rafael Nadal in Tränen aufgelöst © Imago

Die Profi-Karriere von Roger Federer ist vorbei! Beim Laver Cup in London hat der Schweizer an der Seite von Rafael Nadal sein letztes Match verloren - aber für Begeisterung und Emotionen gesorgt.

Eine Tennis-Ära ist vorbei: Roger Federer hat das letzte Match seiner großen Profi-Karriere gespielt - und verloren, aber die Zuschauer begeistert!

Der 20-fache Grand-Slam-Sieger kämpfte beim Laver Cup an der Seite von Doppel-Partner Rafael Nadal um jeden Ball, 20.000 Zuschauer in London feierten jeden Punkt des Schweizers, doch um 0.25 Uhr Ortszeit war der Moment des Abschieds gekommen: Vor den Augen von Ehefrau Mirka, den Eltern Robert und Lynette und zahlreichen Tennis-Ikonen aus aller Welt verabschiedete sich der 41-Jährige trotz eines Matchballs mit einer Drei-Satz-Niederlage von der großen Bühne. Das Ergebnis geriet allerdings zur Nebensache. (NEWS: Drama vor Federer-Abschied)

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Irrer Schlag: Roger Federer sorgt für Staunen

Die Tennis-Fans bekamen ihr letztes Spektakel mit Maestro Federer: zwei der größten Tennis-Spieler der Geschichte gemeinsam auf dem Court, eine glamouröse Show-Inszenierung, große Emotionen - und auch verrückte Momente, wie einen kuriosen Schlag Federers direkt im dritten Spiel.

Einen am Netz entlang gespielten Ball retournierte er zum nur scheinbaren Punktgewinn für Team Europa - denn der Ball flog knapp neben dem Pfosten durch ein Loch im Netz. Zum großen Staunen bei den Spielern, dem Schiedsrichter und den Zuschauern.

Schon beim Betreten der Arena in London wurde Federer frenetisch gefeiert, auf dem Platz ließ er mit Schmetterbällen, Assen und Volleys noch einmal sein ganzes Können aufblitzen, auch das lädierte Knie hielt. Gemeinsam mit Nadal unterlag er aber dem US-Doppel Jack Sock/Frances Tiafoe mit 6:4, 6:7 (2:7), 9:11. Im Duell zwischen dem Team Europa und dem Rest der Welt steht es beim Laver Cup somit 2:2.

Zverev, Laver, Djokovic und Co. verabschieden Federer

Die Bühne hätte größer kaum sein können: Alexander Zverev war gekommen, Namensgeber Rod Laver sowieso, auf der Bank feuerten die Teamkollegen Novak Djokovic, Andy Murray und Kapitän Björn Borg den Maestro an. (NEWS: Nadal würdigt Federer: „Ein Privileg“)

Sock und Tiafoe erwiesen sich jedoch als Spielverderber, indem sie „Fedal“ in den dritten Durchgang zwangen und die Halle zum Schweigen brachten. „Ich bin zu müde, um mir eine Flasche zu holen“, sagte Federer kurz vor Ende des zweiten Satzes bei einem Seitenwechsel im Scherz zu seinen Teamkollegen. Im Match-Tiebreak reichte dann auch ein Matchball beim Stand von 9:8 nicht.

Von den Emotionen überwältigt kamen Federer nach dem Doppel auf der Bank sitzend die Tränen, Nadal, ebenfalls weinend, nahm seine Hand - ein rührendes Bild.

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Beim letzten Match von Roger Federer (l.) sind er und Rafael Nadal in Tränen aufgelöst

„Big 4″ Federer, Nadal, Djokovic und Murray sorgen für Wehmut

Dabei hatten Federer und Nadal den letzten großen Auftritt am Vortag geübt. Sie waren dabei in illustrer Gesellschaft. Alle vier Superstars der goldenen Ära, die nun endet, standen gemeinsam auf dem Platz: Auf der einen Seite Federer und Nadal, deren Rivalität und gegenseitiger Respekt Maßstäbe gesetzt hat. Auf der anderen Seite des Netzes Djokovic und Murray. (NEWS: Federer: „Stolz auf meine Rekorde“)

Genannt wurden sie die „Big 4″, waren aber spätestens seit Murrays Hüft-Operationen nur noch die „Großen 3″ - und nun sind einzig Nadal und Djokovic als ernsthafte Titelanwärter bei den Grand Slams übriggeblieben.

Die Fans fragen sich: wie lange noch? Wehmut war beim öffentlichen Training im Millennium Dome zu spüren, aber auch Begeisterung - die Welle schwappte bereits durch die Arena.

Überhaupt ist der Laver Cup, der es sich zum Ziel gesetzt hat, ikonische Bilder zu produzieren, ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. Federer plant seine Zukunft mit Schaukämpfen. Vor 20.000 oder 50.000 Zuschauern? Kein Stadion scheint für den Tennisrentner aus der Schweiz zu klein zu sein. Auch eine Rolle beim Laver Cup, den Federer mit seiner Agentur Team8 erfunden hatte, ist möglich.

Federers Zukunft offen - Vermächtnis riesig

20 Grand-Slam-Titel hat er gewonnen, 103 Titel insgesamt gesammelt, mehr als 300 Wochen an der Spitze der Weltrangliste gestanden und Hunderte Millionen Euro mit seinem Sport und seinen Sponsoren verdient. Doch sein Vermächtnis ist nicht in Zahlen zu bemessen. Federer sei „die größte Ikone in der Tennisgeschichte“, befand Toni Nadal im Gespräch mit El Pais.

Dessen Neffe Rafa sieht im Anbruch der neuen Ära „den normalen Zyklus im Leben. Einige Leute gehen und andere müssen kommen“, sagte er: „Nur dieses Mal ist es eben einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Spieler in der Geschichte dieses Sports, der nach einer super tollen und langen Karriere geht.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)