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Eintracht Frankfurt: Deshalb zündet Kostic-Nachfolger Luca Pellegrini noch nicht

Die Probleme des Kostic-Erben

Er soll Kostic bei der SGE ersetzen

Luca Pellegrini kam für Filip Kostic von Juventus Turin zu Eintracht Frankfurt. Doch die Leihgabe hat einen schwierigen Start bei den Hessen gehabt.

Es waren verheißungsvolle Aktionen, die Luca Pellegrini bei seinem Eintracht-Debüt gegen den 1. FC Köln hatte.

Der Italiener zeigte seine Stärken, die vor allem im taktischen und technischen Bereich liegen, und holte sich dafür viel Applaus von den Rängen ab. Doch in den Wochen danach folgte körperlich bedingt Magerkost. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

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Bereits einen Spieltag später traten die körperlichen Mängel in Bremen deutlich sichtbar in Erscheinung. Pellegrini wurde nach einer Stunde völlig entkräftet ausgewechselt, er war wortwörtlich platt und fiel gegen Leipzig aus.

Pellegrini kommt bislang noch nicht in Fahrt

Er wirkte seitdem in fünf möglichen Pflichtspielen nur noch eine Halbzeit in der Champions League gegen Sporting Lissabon und 90 Minuten gegen den VfL Wolfsburg mit.

Pellegrinis Leistungen waren dabei äußerst schwankend, die erforderliche Intensität konnte er bislang nicht mitgehen. Die vergangenen beiden Auswärtspartien in Marseille und Stuttgart verpasste er.

Sein Trainer Oliver Glasner erklärte auf SPORT1-Nachfrage: „Luca hatte gegen Wolfsburg einen Schlag abbekommen. Er konnte die ganze Woche nur mit geringer Belastung trainieren. Die Länderspielpause lässt uns die letzte Chance, ihm körperlichen Input dafür zu geben, dass er die Belastung verträgt.“

Es sind Worte, die das große Problem der Eintracht bei dieser Personalie zeigt. Glasner braucht jede Kraft, doch die Frage bleibt: Wann kann Pellegrini voll durchstarten?

Nach dem Kostic-Abgang stand Krösche unter Druck

Sportvorstand Markus Krösche stand bei diesem Transfer gewaltig unter Druck. Juventus hatte Superstar Filip Kostic geködert, die Frankfurter benötigten Ersatz - nur wenige Tage nach Saisonbeginn.

In den Verhandlungen mit den Italienern kam zu der Ablösesumme von zwölf Millionen Euro, die durch Boni auf 15 Millionen Euro anwachsen kann, noch Pellegrini hinzu.

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Doch der Sprung aus den südländischen Ligen wie der Serie A oder Primera Division in die Bundesliga ist vor allem physisch enorm. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

In Italien steht Taktiktraining im Vordergrund, in Frankfurt hingegen sind die Einheiten von der ersten bis zur letzten Minute äußerst intensiv.

Viele Sprints und Spielformen, es gibt kaum Verschnaufpausen. Die Profis müssen nicht nur an Spieltagen an ihre Grenzen gehen, auch in Übungseinheiten wird alles abverlangt. (BERICHT: Kann ER tatsächlich Kostic ersetzen?)

Glasner warf ihn möglicherweise zu früh ins kalte Wasser

Bei Pellegrini kommen somit diverse Faktoren hinzu. Bei Juventus gab es einen anderen Trainingsumfang. Und: Die Verletzungshistorie des Linksfußes ist lang und heftig (Kreuzbandriss, Kniescheibenbruch, Adduktoren- und Oberschenkelbeschwerden).

Da Glasner nach dem Abgang von Kostic eine Soforthilfe gebraucht hat, konnte er möglicherweise nicht genug Rücksicht auf die körperlichen Befindlichkeiten des Spielers nehmen und verlangte (zu) viel. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Pellegrini wurde ins kalte Wasser geworfen, musste von Tag eins an voll mittrainieren, die Abläufe für den geplanten Systemwechsel zur Viererkette einstudieren und die Mitspieler kennenlernen. Dabei wäre eine Art Aufbautraining, eine langsamere Heranführung, wohl der effektivere Weg gewesen.

Aber spätestens zu dem Zeitpunkt, als auch noch mit Christopher Lenz der zweite Linksverteidiger ausfiel, musste Pellegrini funktionieren. Eine verzwickte Situation für alle Beteiligten, die eine andere Lösung erforderlich machte.

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Pellegrini muss die Länderspielpause für sich nutzen

Oldie Makoto Hasebe sprang in die Bresche. Der Japaner führte die Dreierkette zuletzt zweimal erfolgreich an. Pellegrini konnte nicht mitwirken. Er muss die letzte Länderspielpause vor dem Husarenritt mit sechs (!) englischen Wochen für sich nutzen und konditionelle Rückstände bestmöglich aufholen.

Bei der italienischen Nationalmannschaft stand Pellegrini zwar auf der Abrufliste. Diese Reise wird er nach seiner Verletzungspause nun nicht antreten und in Frankfurt trainieren.

Die Spuren von Kostic sind natürlich gewaltig groß, ein Vergleich unfair. Pellegrini ist ein anderer Spielertyp, seine Art und Weise eine komplett unterschiedliche.

Dennoch muss bei dem vorhandenen Potenzial mehr von Pellegrini kommen. Um der Eintracht helfen zu können, benötigt er jedoch eine gewisse Grundfitness. Daran gilt es intensiv zu feilen - damit der Kostic-Nachfolger in Fahrt kommt.

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