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Transfer-Saga um Frenkie de Jong und Barca nimmt irrwitzige Züge an

De-Jong-Saga nimmt irrwitzige Züge an

De Jong: “Bin beim größten Verein der Welt”

Der FC Barcelona und Frenkie de Jong - diese Transfer-Saga nimmt ungekannte Dimensionen an. Nun erwägt der FC Barcelona offenbar rechtliche Schritte.

Die vielleicht zäheste Transfergeschichte des Sommers nimmt offenbar geradezu irrwitzige Züge an!

Es geht selbstredend um Frenkie de Jong, den FC Barcelona und Interessenten aus England. Wie die für gewöhnlich bestens unterrichtete Sportplattform The Athletic am Montag berichtet, droht Barca seinem Superstar mit der Annullierung seines aktuellen Vertrages. (DATEN: Die Tabelle von La Liga)

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Wie das sein kann? Barcelona vermutet dem Bericht zufolge „kriminelle Handlungen“ bei der letzten Vertragsverlängerung - und will daher zum ursprünglich ausgehandelten Arbeitspapier zurückkehren.

Was dahinter stecken könnte? Womöglich will der Klub de Jong so zu einem Abgang bewegen. Barcelona muss dringend Geld einnehmen - oder aber seine Ausgaben reduzieren - um bei La Liga eine Spielberechtigung für Neuzugänge wie Robert Lewandowski zu erwirken.

Juristische Schritte gegen alte Barca-Führung und de Jong?

Doch der Reihe nach: De Jongs Arbeitspapier war nach dessen Ankunft von Ajax 2019 nur eine Saison später vorzeitig um zwei Jahre bis 2026 verlängert worden. Dem Athletic-Bericht zufolge will die Barca-Führung durch die angestrebte Annullierung zum ursprünglichen Vertrag zurückkehren, der vor dem Wechsel des Spielers ausgehandelt worden war.

Grund sollen die angesprochenen „kriminellen Handlungen“ sein, die angeblich eine Klage gegen die involvierten Parteien ermöglichen. Also gegen die mittlerweile abgetretene Vereinsführung um Ex-Präsident Josep Bartomeu, aber auch gegen die de-Jong-Seite!

Barca informierte de Jong offenbar letzten Monat in einem Schreiben über die vermeintliche Entdeckung. Barcelona soll dem Profi darin mitgeteilt haben, dass der Verein sich in einer Position sehe, mit Blick auf den Vertrag ein Kriminalverfahren einleiten zu können - um herauszufinden, wer für die vermeintlichen Verstöße verantwortlich sei. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)

In weiteren Gesprächen seien de Jong und seine Berater gewarnt worden, dass auch sie impliziert sein könnten. Was hinter dem angeblichen Vorgehen Barcelonas stecken könnte? Vor gut einem Monat hatte Evgeniy Levchenko, Vorsitzender der niederländischen Spielervereinigung VVCS, gewarnt, dass Barca de Jong erpressen könnte, um einen Wechsel zu realisieren. Oder einen Verzicht auf die ausstehenden Gehälter zu erzwingen.

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Der neue Präsident Joan Laporta hatte dies zurückgewiesen. Die internationale Spielergewerkschaft FIFPRO soll die Situation mittlerweile genaustens unter die Lupe genommen haben.

Am Montag betonte er über de Jong in der spanischen Sportzeitung Mundo Deportivo: „Er hat Angebote, aber wir wollen, dass er bleibt, und er will auch bleiben.“

Chelsea könnte Barca-Schulden offenbar übernehmen

Verlängert wurde de Jongs Vertrag 2020 übrigens als Reaktion auf die Folgen der Pandemie. Wegen großer Einnahmeeinbußen handelte Barca damals mit diversen Spielern (auch Gerard Pique, Marc-Andre ter Stegen und Clement Lenglet) neue Vereinbarungen aus, die einen Aufschub von Gehaltszahlungen vorsahen.

Im Falle von de Jong, so schreibt The Athletic, ging es um 18 Millionen Euro, auf die der ehemalige Ajax-Star in den Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 vorerst verzichtete. Das Geld sollte aber demnach über die weiteren vier Jahre des Vertrages verteilt ausgezahlt werden - mittlerweile stellt die Summe ein Problem bei einem möglichen Transfer dar.

Kurzer Rückblick: Schon Ende Juni berichtete SPORT1, dass sich Barca und der englischen Rekordmeister Manchester United auf einen Wechsel von de Jong geeinigt hatten. (NEWS: Alle aktuellen Infos zu La Liga)

Zu einem Transfer kam es aber bis heute nicht - weil de Jong einem Transfer auf die Insel bisher noch nicht zugestimmt hat. Und eben weil Barca dem Spieler offenbar noch viel Gehalt schuldet. Neben United soll auch der FC Chelsea nach wie vor im Rennen um das Mittelfeld-Ass sein. Die Blues sind dem Bericht zufolge bereit, die Barca-Schulden zu tilgen. Anders als United könnte Chelsea de Jong auch Champions-League-Fußball bieten.

Ob es zu einem Wechsel kommt, ist, wie so viele andere Fragen, offen. Fest steht nur: Die Transfers-Saga um Frenkie de Jong hat längst irrwitzige Züge angenommen.