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Nach Kritik von Nikola Karabatic: HBL-Boss kontert Superstar

Liga-Boss kontert Karabatics Kritik

Das gab es noch nie! Deutschland schafft Gold-Triple

Weltklasse-Handballer Nikola Karabatic kritisiert die deutsche Handball-Bundesliga für den anstrengenden Zeitplan. HBL-Boss Frank Bohmann weist die Kritik des Franzosen zurück.

Diese harte Kritik kann der HBL-Boss nicht auf sich sitzen lassen.

Weltklasse-Handballer Nikola Karabatic hatte gegen die deutsche Handball-Bundesliga geschossen.

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Der Franzose, der zwischen 2005 und 2009 für den THW Kiel gespielt hatte, hatte Topspielern unter anderem von einem Wechsel in die HBL abgeraten: „Momentan kann ich keinem Spieler empfehlen, zu einem Topklub in der Bundesliga zu gehen.“

Eine Aussage, die Frank Bohmann nicht nachvollziehen kann. Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga spricht im Gespräch mit handball world von einer „sehr einseitigen Empfehlung“.

„Für ihn war es damals sicherlich die beste Entscheidung, zum THW Kiel zu gehen“, betonte Bohmann.

Bohmann findet Karabatic-Kritik überzogen

Karabatic hatte zudem auch davon gesprochen, dass die Vereine und Verantwortlichen mit dem eng getakteten Spielplan bewusst die Gesundheit der Spieler gefährden würden.

Auch diese Kritik findet Bohmann überzogen. „Ich widerspreche ihm ausdrücklich in dem Punkt, dass Klubs, Trainer oder Manager die Gesundheit der Spieler dem sportlichen Erfolg unterordnen. Das wäre menschlich wie auch wirtschaftlich die verkehrte Entscheidung.“

Bohmann zweifelte darüber hinaus auch an, dass die von Karabatic als so harte Liga beschriebene HBL den Spielern wirklich nachhaltig schadet. „So sehr scheint auch Nikola nicht in jungen Jahren `verheizt` worden zu sein, sonst wäre seine jetzt schon 20 Jahre dauernde Karriere wohl kaum möglich gewesen.“

Abstieg der HBL? "Nicht mehr die stärkste Liga"

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Die schweren Verletzungen habe sich Karabatic erst nach seiner Zeit in Deutschland zugezogen. Trotz der beklagten hohen Intensität habe sich der Franzose in der HBL nie ernsthafter verletzt.

„Es ist nun mal die stärkste Liga der Welt“

Im Punkt der insgesamt hohen Belastung stimmte Bohmann Karabatic aber dennoch zu: „Dass die Belastung in der Handball-Bundesliga hoch ist, ist aber unbestritten.“

Er fügte mit einem Augenzwinkern zu Karabatics letzten Stationen in Spanien und Frankreich bei handball world hinzu: „Es ist nun mal die stärkste Liga der Welt“.

In keiner anderen Liga werde man jedes Wochenende maximal gefordert, da es in keinem anderen Land eine solche Dichte von Spitzenmannschaften gebe.

Europäische Vereine nur durch Dritte konkurrenzfähig

Diese Dichte an Spitzenvereinen würde die Liga auch brauchen, um auch International weiter konkurrenzfähig zu sein.

„Nikolas Gehalt in Barcelona oder Paris wurde ja nicht durch die Spiele seiner Mannschaften finanziert, sondern durch den katarischen Staatsfond bzw. durch die Fußball-Abteilung des FC Barcelona.“

Ähnlich sei es bei den anderen Spitzenmannschaften der Champions League aus Polen, Ungarn, Nordmazedonien oder zukünftig aus Norwegen. Diese seien nur „durch Alimentierungen von dritter Seite“ konkurrenzfähig.

Die hohe Belastung der Handball-Profis wird wohl auch in Zukunft weiter ein Thema bleiben. Auch deshalb wandern viele Topstars aus der HBL ab. Die Worte von Karabatic sollten sich also auch die Handball-Verantwortlichen trotz der Zurückweisung durchaus nicht ganz unbeachtet lassen.

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