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Handball: Nikola Karabatic "kann keinem Spieler empfehlen, in die Bundesliga zu gehen"

Superstar rät von Bundesliga-Wechsel ab

Nikola Karabatic spielt seit 2015 für Paris St. Germain

Nikola Karabatic spielt seit 2015 für Paris St. Germain © Imago

Niemand hat im Handball so viele Titel wie Nikola Karabatic gewonnen. In körperlicher Hinsicht agierte der Franzose für den großen Erfolg aber oftmals jenseits des Limits.

Nikola Karabatic ging während seiner überaus erfolgreichen Karriere häufig an den Rand des körperlich Machbaren!

Vor allem die Zeit beim THW Kiel war für den französischen Rückraum-Shooter rückblickend eine Grenzerfahrung: „Ich bin den ganzen Tag weit über dem Limit, seit ich in Deutschland gespielt habe“, sagte er in einem Gespräch mit dem Magazin Bock auf Handball und handball-world.

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„Heute frage ich mich ernsthaft, wie ich das geschafft habe. Ich habe 60 Minuten lang in Angriff und Abwehr gespielt - einen viel schnelleren Handball, als wir ihn heute spielen“, ergänzte Karabatic, der von 2005 bis 2009 für die Norddeutschen wirbelte und neben vier deutschen Meisterschaften auch einmal die Königsklasse mit den Zebras gewann.

Und weiter: „Wir gewannen die Champions League mit nur acht Spielern - Jesus, das war verrückt! Das war eine riesige Leistung.“ Für den Erfolg habe Karabatic in der Bundesliga aber „sehr oft“ über die Belastungsgrenze hinaus gehen müssen.

„Momentan kann ich keinem Spieler empfehlen, zu einem Topklub in die Bundesliga zu gehen. Schau Dir Flensburg an, wie unglaublich dezimiert ihr Kader in der abgelaufenen Saison gewesen ist“, merkte der dreimalige Welthandballer deswegen an.

Hohe Anzahl der Spiele in der Kritik

Die SG Flensburg-Handewitt plagten während der gesamten letzten Spielzeit große Verletzungssorgen, die unter anderem Schlüsselspieler wie Benjamin Buric, Jim Gottfridsson oder Magnus Rød betroffen haben. Folglich verpasste das Team von Maik Machulla die erneute Qualifikation für die Champions-League deutlich.

Seit Jahren steht die hohe Belastung für die deutschen Top-Klubs wie den THW Kiel oder die Flensburger in der Kritik. Neben den nationalen Partien haben diese schon früh in der Saison unzählige Spiele in der Königsklasse zu absolvieren.

Für Vereine wie Champions-League-Sieger Barcelona, Finalgegner Kielce oder Veszprem sei die aktuelle Struktur in der Königsklasse mit hohen Belastungen „ziemlich cool, da ihre nationalen Ligen sehr schwach sind.“ Dagegen hätten die „deutsche und auch die französische Liga damit aber doch arg zu kämpfen“, erklärte Karabatic.

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Der 38 Jahre alte Rückraum-Spieler ist selbst nach wie vor in Frankreich aktiv. Seit 2015 wirft er für den Spitzenverein Paris St. Germain seine Tore.

Laut Karabatic liege das Problem auf der Hand: „Aus meiner Sicht ergibt es keinen Sinn, in der Champions League so viele unbedeutende Vorrunden-Spiele gegen so starke Gegner wie Flensburg, Barcelona, Kielce oder Veszprem zu haben.“