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Zinédine Zidane wird 50: Als die Legende bittere Tränen vergoss

“Im Bus herrschte Totenstille“

Die weiße Katze: Wie gut war eigentlich Zinedine Zidane?

Zinédine Zidane wird 50 Jahre alt. Alte Weggefährten erinnern sich an die Genialität eines der besten Fußballer aller Zeiten - und sprechen auch über seinen traurigsten Moment.

Heute ist der große Tag von Zinédine Zidane!

„Zizou“ wird 50 und ganz Frankreich feiert den einstigen Held. Auch 16 Jahre nachdem er seine Fußballschuhe an den Nagel hing: Überall wo er ankommt, gibt es grenzenlose Euphorie.

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Seine Kopfnuss gegen Marco Materazzi in der Verlängerung des WM-Finals 2006 in Berlin hatte zwar erst mal für viel Kopfschütteln gesorgt, doch diese unnötige Geste beim letzten Pflichtspiel seiner ruhmreichen Laufbahn wurde ihm längst verziehen.

WM 2006: Zidane nach Kopfnuss „fix und fertig“

„Alles was Zizou angefasst hat, wurde zu Gold. Aber nach seinem Ausraster in Berlin hat er sich in der Kabine mit Tränen in den Augen bei uns entschuldigt, doch keiner konnte es wirklich hören, weil er es mit leiser Stimme verkündete“, erzählt sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Frank Leboeuf im Gespräch mit SPORT1.

Er fügt hinzu: „Danach waren wir alle im Bus, es herrschte Totenstille. Zizou saß ganz allein in der letzten Reihe und er war mit sich beschäftigt. Er war fix und fertig.“

Vor kurzem verriet Zidane, dass ein Mitspieler die Aktion hätte verhindern können. „Wäre damals Bixente Lizarazu noch Nationalspieler gewesen, dann hätte ich mich besser beherrscht. Ich bin bis heute in keiner Weise stolz auf diese Geste, aber sie gehört zu meinem Werdegang.“ (NEWS: Zidane: So besonders war Lizarazu)

Zidane denkt, dass Bayern-Legende Bixente Lizarazu seine Kopfnuss im WM-Finale hätte verhindern können

Zidane denkt, dass Bayern-Legende Bixente Lizarazu seine Kopfnuss im WM-Finale hätte verhindern können

Bixente Lizarazu: „Er bleibt eine Legende“

Was sagt „Liza“ selbst zu dieser Anekdote? “Das kann gut sein, dass Zizou mit mir - dazu Lilian Thuram und Didier Deschamps in seiner Nähe - anders agiert hätte. Trotz dieses Ausrasters ist und bleibt er aber eine Legende“, betonte der Ex-Bayern-Profi bei SPORT1.

Zu seinem runden Geburtstag sind viele Sondersendungen und zahlreiche Hommagen in den französischen Medien geplant - zwischen ein paar Interviews, die er sehr selten gibt.

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„Ich kann mich an das erste Mal ganz genau erinnern, als ich Zinedine Fußball spielen gesehen habe: Er stand bei Juventus unter Vertrag, er war bereits ein fantastischer Spieler und durch seine herausragenden Qualitäten hat er dafür gesorgt, dass ich als Trainer meine Idee vom Fußball geändert habe“, verriet Lilian Thuram, sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege bei Les Bleus.

„Die Leute glauben immer, dass Zizou vor allem technisch Weltklasse war, aber er war auch enorm fleißig gegen den Ball. Er war stets unterwegs, und dadurch konnte er der beste Spieler der Welt werden.“

Wie in alten Zeiten: Zidane zaubert mit seinen Söhnen

Zidane gehört zu den wenigen Akteuren, die sowohl als Spieler als auch als Trainer all seine Ziele erreichen konnte. „Er hat die Gabe, den Spielern zuzuhören, sich in den Gedanken seiner Spieler hineinzuversetzen. Dass er als Spieler unglaublich war, führt dazu, dass ihn seine Spieler ernst nehmen“, erklärt Raphael Varane, der bei Real Madrid unter Zidane spielte.

Wird Zidane französischer Nationaltrainer?

Die Anhänger von Paris Saint-Germain hatten lange die Hoffnung, dass die Legende ausgerechnet an seinem 50. Geburtstag seinen Wechsel zum Hauptstadt-Klub bekannt gibt. Doch daraus wurde bekanntermaßen nichts.

Er wird noch mindestens ein halbes Jahr pausieren, nachdem er am vergangenen Wochenende betonte: „Nach einem Jahr Ruhe ist bei mir die Lust wieder da. Ich bin bereit für eine neue Herausforderung.“ Die Frage ist nur noch: Wann wird er Didier Deschamps als französischen Nationaltrainer beerben?

Die Équipe Tricolore zu übernehmen, war schon immer sein großes Ziel. Die Gefahr für ihn besteht aber darin, dass die Franzosen in Katar weit kommen und der französische Verband den Vertrag von Deschamps bis zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland verlängert.

Zidane liebäugelt mit dem FC Bayern

Dann würde Zidane sicherlich wieder einen Verein übernehmen. Der Kreis der potenziellen Abnehmer gestaltet sich aber als klein, da er ganz klare Vorstellungen hat und eigentlich nur drei Klubs infrage kämen.

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Laut seinem Biograph Frédéric Hermel gibt es tatsächlich maximal drei Teams, bei denen „Zizou“ landen könnte. „Paris Saint Germain, weil er in seiner Heimat mit großen finanziellen Möglichkeiten die Qual der Wahl und viel Macht hätte, um die Mannschaft zu formen, genau wie er sie vorsieht. Dazu Juventus Turin, weil er dort nach wie vor sehr beliebt ist und er als Spieler wahnsinnig erfolgreich war.“

Darüber hinaus verrät Hermel: „Schließlich hat er auch den FC Bayern München als potenziellen künftigen Arbeitgeber im Blick. Dagegen käme die Premier League für ihn nicht infrage. Auf England hat er keine Lust.“