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WWE: Vince McMahon inszeniert sich trotz Skandal weiter - aber neues Beben hinter den Kulissen

WWE-Skandal löst nächstes Beben aus

So lief der TV-Auftritt des WWE-Bosses nach dem Sex-Skandal

Während Vince McMahon sich trotz seines Halb-Rücktritts bei WWE weiter selbst inszeniert, wird der mit ihm im Kreuzfeuer stehende John Laurinaitis beurlaubt.

Trotz seines offiziellen Rücktritts als Unternehmensboss inszeniert Vince McMahon sich im WWE-TV weiter selbst - während hinter den Kulissen weitere Konsequenzen aus dem Sex- und Schweigegeld-Skandal gezogen worden sind.

Im Fahrwasser der aktuellen Ausgabe der Show Monday Night RAW - bei der sich der bedrängte McMahon einmal mehr an die Fans gewandt hat - ist bekannt geworden, dass die zweite Hauptfigur des Skandals ihren Job ebenfalls vorerst los ist. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu WWE)

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Laut übereinstimmenden Medienberichten ist Talentdirektor John Laurinaitis bis zum Abschluss der internen Ermittlungen „beurlaubt“ worden, sein Posten wird von Kreativchef Bruce Prichard mitübernommen, dieser soll einen „nahtlosen Übergang“ herstellen, zitiert der Pro Wrestling Insider aus einem von WWE versandten Memo.

Laurinaitis soll wie McMahon eine anrüchige und potenziell gegen die Unternehmensregeln verstoßende Affäre mit der Ex-Mitarbeiterin gehabt haben, wegen der auch sein Chef unter Druck ist. Laut Wall Street Journal soll er auch in weiteren Schweigegeld-Vereinbarungen aufgetaucht sein, die das „Board of Directors“ von WWE gegenwärtig untersucht.

John Laurinaitis prägte WWE viele Jahre lang

Der 59 Jahre alte Laurinaitis ist (wie Prichard) ein langjähriger Vertrauter McMahons. Der Bruder der verstorbenen Legende Road Warrior Animal und Onkel des früheren NFL-Spielers Joe Laurinaitis ist selbst ehemaliger Wrestler, als Johnny Ace war er vor allem in Japan erfolgreich und ist vor allem auch bekannt als Erfinder der Aktion Ace Crusher (Diamond Cutter, RKO).

Für WWE arbeitet er seit 2001, als sein vorheriger Arbeitgeber WCW aufgekauft worden war, bis 2012 spielte er eine tragende Rolle als Verantwortlicher für „Talent Relations“, also als Lenker der Personalpolitik mit Blick auf die vor der Kamera auftretenden Stars, als Vollstrecker von Einstellungen und Entlassungen. Er heuerte seinerzeit unter anderem auch die über WWE hinaus berühmt gewordenen Zwillinge Brie und Nikki Bella an, mit deren Mutter er mittlerweile verheiratet ist.

Laurinaitis war schon damals eine Reizfigur, größere Bekanntheit erlangte er damals dadurch, dass der damalige Topstar CM Punk seine realen Vorbehalte gegen ihn in seinen „Pipe-Bomb“-Ansprachen thematisierte - und daraus dann auch eine Story wurde, in der Laurinaitis als fiktive Autoritätsperson im WWE-TV auftauchte.

Als Vinces Schwiegersohn Paul Levesque alias Triple H 2011 in den Vorstand aufrückte und schließlich die Zuständigkeit für „Talent Relations“ bekam, verlor Laurinaitis zwischenzeitlich an Einfluss. Laurinaitis‘ Rückkehr in den alten Verantwortungsbereich im März 2021 stellte sich schließlich als Vorbote der Entmachtung Levesques heraus.

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Auch Bruce Prichard ist langjähriger McMahon-Vertrauter

Der nun an Laurinaitis‘ Stelle rückende Prichard blickt ebenfalls auf eine lange, persönliche Geschichte mit Vince McMahon zurück.

Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger stellte Prichard bei WWE einst den Charakter des heuchlerischen Fernsehpredigers Brother Love dar und war in dieser Rolle auch kurzzeitig Manager des Undertaker, bevor Paul Bearer übernahm.

Abseits der Kamera spielte Prichard bis 2008 viele Jahre lang eine tragende Rolle im Kreativbereich von WWE, 2019 holte McMahon ihn unter dem Eindruck der Gründung des Konkurrenten AEW zurück und installierte ihn schließlich als Kreativdirektor, der die Hauptshows RAW und SmackDown federführend gestaltet.

Vince McMahon inszeniert sich bei RAW weiter

McMahon hat im Zuge der internen Untersuchungen seine offiziellen Ämter als CEO und Chairman von WWE an Tochter Stephanie abgegeben (deren eigene Zukunft bei WWE eigentlich zuletzt als ungewiss galt), den Kreativbereich lenkt er aber weiter - und die Personalie Prichard ist ein weiteres Zeichen, dass die dort entscheidenden Schalthebel weiter in seinem Sinne bedient werden.

Signalwirkung hat auch, dass McMahon bei RAW - trotz der eher irritierten Reaktionen, die sein Auftritt bei SmackDown auslöste - weiter Präsenz zeigte.

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Über den Skandal sagte er erwartungsgemäß wieder nichts, Inhalt seiner Ansprache war diesmal das Comeback seines langjährigen Aushängeschilds John Cena in der kommenden Woche, den McMahon als „größten Star der Geschichte von WWE“ pries. McMahon verknüpfte seine Rede einmal mehr mit einer nicht hintergedankenlosen Danksagung an die Fans dafür, dass sie RAW zur langlebigsten Serie im US-Fernsehen gemacht hätten.

John Cena kehrt kommende Woche zurück

Auch von Cenas Rückkehr - Anlass ist das Jubiläum seines WWE-TV-Debüts vor 20 Jahren - geht eine gewisse Signalwirkung aus, wenn man bedenkt, dass der mittlerweile hauptsächlich als Hollywood-Schauspieler aktive 45-Jährige in einer anderen heiklen Situation zu WWE auf Distanz gegangen war.

Seit WWE trotz des zur Staatsaffäre erwachsenen Mordes an dem in den USA lebenden Dissidenten Jamal Khashoggi an ihrem umstrittenen Deal mit dem autoritären Regime in Saudi-Arabien festhielt, tritt Cena bei den dort veranstalteten Shows nicht mehr an.

Hätte Cena vor diesem Hintergrund nun auch sein schon vor der Skandal-Enthüllung angekündigtes Comeback im Unternehmen seines Ziehvaters McMahon nicht durchgezogen, wäre großes Getuschel die Folge gewesen.

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