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MLB zieht Konsequenzen aus Eklat bei Yankees vs. White Sox

MLB-Eklat: Opfer mit überraschenden Worten

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Im MLB-Match der Chicago White Sox bei den New York Yankees kommt es wegen einer fragwürdigen Bemerkung zu einem Eklat. Die Liga sperrt Provokateur Josh Donaldson. Der Betroffene ist das jedoch egal

Ein dummer Insider-Witz - oder Rassismus?

Der Eklat bei der 5:7-Niederlage der Chicago White Sox bei den New York Yankees hat in jedem Fall nun Folgen: Die MLB hat New Yorks Josh Donaldson wegen seines anstößigen Kommentars gegen Chicagos Shortstop Tim Anderson für ein Spiel gesperrt. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der MLB)

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Donaldson hatte den Afroamerikaner Anderson „Jackie“ genannt, eine Anspielung auf den afroamerikanischen Baseball-Pionier Jackie Robinson, der einst die rassistische „Color Line“ im US-Sport durchbrochen hatte.

Die Bemerkung war nicht als Kompliment, sondern als Provokation gedacht, wie auch Donaldson de facto einräumte. Er stellte den Kommentar als spielerisch dar, bei Anderson und seinen Teamkollegen wurde es jedoch schlicht als Beleidigung aufgefasst - eine Linie, der sich die MLB anschloss: „Was immer Mr. Donaldson im Sinn hatte, der an Mr. Anderson gerichtete Kommentar war respektlos und zeugte von schlechtem Urteilsvermögen, speziell im Kontext der vorherigen Interaktionen zwischen den Spielern“, erklärte der zuständige Liga-Vize Michael Hill. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur MLB)

Donaldson gibt Spruch zu, aber...

Sox-Manager Tony La Russa war noch weiter gegangen: „Er hat eine rassistische Bemerkung gemacht, Donaldson, und das ist alles, was ich dazu sagen werde. Deutlicher geht es nicht mehr“, sagte er nach dem Spiel.

Donaldson gab wiederum an, er hätte die Sache schlicht als einen Insider-Witz zwischen den beiden angesehen. Er habe dies als Anspielung auf ein Anderson-Interview in der Sports Illustrated aus dem Jahr 2019 gemeint, erklärte er. Der Chicago-Shortstop hatte sich in diesem selbst als „der Jackie Robinson von heute“ bezeichnet.

Anderson selbst sagte nach dem Match jedoch, dass er über diese Bemerkung äußerst verärgert gewesen sei - zumal die Stimmung zwischen den beiden schon aufgrund eines vorherigen Vorfalls gereizt war. Beim Yankees-White-Sox-Spiel am 13. Mai war es zu einem Handgemenge gekommen, als Donaldson Anderson einen „hard tag“ verpasst hatte, eine aus Andersons Sicht überharte Berührung. Anderson hatte Donaldson als Reaktion geschubst, es kam zu Rudelbildung. (LIVE im TV und Stream - so sehen Sie die MLB bei SPORT1)

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Anderson ist die Sperre gegen Donaldson „egal“

Schließlich war das nicht der erste Vorfall dieser Art. „Er hat das (die Bezeichnung als ‚Jackie‘, Anm. d. Red.) damals schon gesagt und ich habe mit gesagt, dass wir nie wieder miteinander reden“, erklärte er und schob an, „ich spreche nicht mit dir, du sprichst nicht mit mir, falls du so auf mich Bezug nehmen willst. Ich weiß, dass er genau wusste, was er tut, denn er hat es schonmal getan.“

Darüber hinaus ist ihm die Sperre gegen Donaldson „egal“. Rick Hahn, General Manager der White Sox, lobte derweil die Reaktion seiner Mannschaft, die nach dem Vorfall in den beiden folgenden Duellen keine Punkte zu ließ. „Es war ziemlich cool, dass wir in den Mund gestopft haben“, sagte er.

Donaldson hat Berufung gegen die Sperre eingelegt, sie wird erst wirksam, wenn der Prozess abgeschlossen ist.

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