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WWE suspendiert Sasha Banks und Naomi - Strafe mit verdeckten Folgen

WWE-Eklat: Weitere Konsequenzen

Naomi (l.) und Sasha Banks waren seit WrestleMania Tag Team Champions bei WWE

Naomi (l.) und Sasha Banks waren seit WrestleMania Tag Team Champions bei WWE © WWE

Nach der realen Meuterei von Sasha Banks und Naomi bei RAW verkündet die Wrestling-Liga die Konsequenzen - eine brisante Klausel rückt in den Blickpunkt.

Im Schatten des großen Titelvereinigungskampfes der Usos gegen RK-Bro hat WWE auch im Boykott-Eklat um Sasha Banks und Naomi Fakten geschaffen.

Bei der aktuellen Ausgabe der TV-Show Friday Night SmackDown verkündete die Promotion vor laufender Kamera die Konsequenzen für das Duo, das am Montag während der Sendung Monday Night RAW die Halle wegen kreativer Differenzen verlassen und den angekündigten Hauptkampf mit ihrer Beteiligung hatte platzen lassen. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu WWE)

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WWE suspendiert Sasha Banks und Naomi für „unbestimmte Zeit“

Banks und Naomi würden „für unbestimmte Zeit suspendiert“, auch die Tag-Team-Titel der Damen werden ihnen aberkannt und in einem Turnier neu ausgefochten. Wie sich später zeigte, gehen die Maßnahmen von WWE noch weiter: Die Liga hat auch die Merchandise-Artikel von Naomi und Banks aus ihrem Fanshop entfernt, sie aus den Show-Intros entfernt und ihre offiziellen Facebook-Profile vom Netz genommen - und damit die Machtprobe mit dem rebellierenden Duo weiter verschärft.

Die Suspendierung und Titel-Aberkennung wurde verlesen von Michael Cole, der mit Ex-NFL-Star Pat McAfee das US-Kommentatorenteam von SmackDown bildet. Es ist allgemein bekannt, dass es bei jeder Show mit den Verantwortlichen um Boss Vince McMahon vernetzt ist und gesteuert wird.

In McMahons Namen verkündete Cole die Firmenlinie, dass Naomi und Banks „Millionen Fans und ihre Superstar-Kollegen mit ihrem Verhalten enttäuscht haben“, die beiden hätten „uns alle im Stich gelassen“.

Weitere brisante Implikation

Eine weitere verdeckte Implikation: In WWE-Verträgen gibt es eine Klausel, mit der die Liga sich das Recht ausbedingt, Verträge „einzufrieren“, wenn ihre Stars über einen längeren Zeitraum nicht auftreten können oder wollen.

WWE kann sich im Fall Banks und Naomi darauf berufen und ihre Verträge einseitig um den Zeitraum verlängern, den ihre Vertragsnehmer ausgefallen waren - wobei das Zusammenspiel aus Boykott und Suspendierung Interpretationsspielraum lässt. Die Klausel ist zwar höchst umstritten und hält einer juristischen Prüfung womöglich nicht stand, bislang hat es aber kein WWE-Angestellter auf eine solche angelegt - die „freeze clause“ war in den vergangenen Jahren immer wieder ein Druckmittel in Konflikten, auch in dem letzten größeren Zoff mit Banks 2019.

Nun ist die Handhabe speziell im Fall von Naomi interessant, deren Deal bald auslaufen soll. Inzwischen berichtet Kazeem Famuyide - ehemaliger WWE-Autor und jetzt Podcaster (The Ringer), dass auch Banks‘ Vertrag womöglich innerhalb der kommenden zwei Monate enden wird.

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Hartes Durchgreifen, aber keine Entlassung - wegen AEW?

In jedem Fall ist eindeutig zu erkennen, dass WWE ein klares Signal nach innen und außen senden will, wer Herr im Hause ist und dass auch größere und einflussreiche Stars sich Meutereien nicht erlauben dürfen: Banks und Naomi zählen seit Jahren zu den populärsten weiblichen Wrestlerinnen, beide haben eine Multi-Millionen-Fangemeinde auf Instagram, Twitter und Co. - Naomi ist zudem auch noch verwandt mit Topstar Roman Reigns, mit deren Neffen Jimmy Uso sie verheiratet ist.

Vor der letzten Konsequenz, einer Entlassung von Banks und Naomi, dürfte WWE aus naheliegenden Gründen zurückschrecken: Die beiden würden dann quasi sicher bei Konkurrent AEW landen und wären dort eine wertvolle Verstärkung. Es war auch der offensichtliche Grund, warum WWE im vergangenen Jahr keine härteren Konsequenzen aus einem ähnlich gelagerten Eklat um Ex-Damenchampion Charlotte Flair zog.

Der Fall Naomi/Banks erinnert auch an einen ähnlichen Stunk mit Legende Stone Cold Steve Austin 2002: Austin weigerte sich damals, zu einem RAW-Match gegen den jungen Brock Lesnar anzutreten, das er hätte verlieren sollen - was Austin zu diesem Zeitpunkt als schädlichen Unsinn nicht nur für sich, sondern auch für die Liga empfunden hatte. Auch Austin wurde damals öffentlich von WWE angeprangert und für den Rest des Jahres nicht mehr eingesetzt - ehe es eine Versöhnung und ein Comeback gab.

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