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NBA: James Harden enttäuscht bei 76ers - Mega-Trade ein folgenschwerer Reinfall?

Der bittere Abstieg eines Superstars

James Harden (l.) könnte die Philadelphia bereits im Sommer verlassen

James Harden (l.) könnte die Philadelphia bereits im Sommer verlassen © Imago

James Harden enttäuscht beim Playoff-Aus der Philadelphia 76ers besonders, auch Joel Embiid übt teils explizite Kritik. Entpuppt sich der Mega-Trade mit ihm als teures Missverständnis?

Die Philadelphia 76ers sind mal wieder in den Conference Semifinals ausgeschieden. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Nach der 2:4-Niederlage gegen die Miami Heat müssen die Verantwortlichen nun einige wichtige Fragen beantworten, wenn sie endlich den ersten Titel seit 1983 gewinnen wollen.

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Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei James Harden, der Mitte Februar per Trade von den Brooklyn Nets gekommen war. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Eigentlich war er gekommen, um als entscheidendes Puzzleteil den Traum vom Titel endlich zu erfüllen. Er entpuppte sich aber als großes Problem, das die Sixers nun teuer zu stehen kommen könnte.

Harden enttäuscht in den Playoffs

Seine Zahlen sind nach seinem Wechsel nämlich nicht besser, sondern schlechter geworden. So sank seine Wurfquote von der Dreierlinie von 35,9 Prozent in der ersten Saisonhälfte auf 30,2 Prozent. Die Gesamtquote von 32,3 Prozent ist dabei der niedrigste Wert seine Karriere. Auch seine Quote aus dem Feld mit 40,2 Prozent ist so gering wie selten zuvor in der NBA-Laufbahn des 32-Jährigen.

Besonders eklatant ist sein Auftreten in den Playoffs. Er traf nie mehr als zehn Würfe von dem Feld und blieb so in sieben Postseason-Partien unter 20 Punkten. Zum Vergleich: Davor hatte er lediglich sechs solcher Begegnungen.

Wie weit entfernt er von den alten Tagen ist, bewies das letzte Spiel gegen die 76ers. In der zweiten Hälfte nahm er lediglich zwei Würfe. Am Ende hatte er genauso viele Turnover wie Treffer aus dem Feld (vier).

Embiid mit Kritik an Harden

„Wenn wir in der Offense sind, kam der Ball nicht mehr zu mir zurück“, sagte Harden nach dem Spiel. Doch das war nur die halbe Wahrheit.

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So gab es bereits Kritik von seinem Teamkollegen. „Jeder hat den James Harden aus Houston erwartet. Das ist er nicht mehr“, sagte Joel Embiid und schob an, „er ist mehr ein Spielmacher geworden.“

Doch für eine solche Rolle haben die 76ers ihn eigentlich nicht geholt. Er soll viel mehr die zweite Geige neben Embiid spielen - eine Aufgabe, die er nur noch bedingt ausfüllen kann.

Er wirkt körperlich nicht mehr auf der Höhe seines Schaffens. Dadurch fehlt ihm das nötige Tempo, um zu Korb zu kommen. Auch sein gefürchteter Step-back-Jumper ist nicht mehr so gefährlich wie zu seinen Hochzeiten. Kritiker glauben: Es hat mit seinem Hang zum Partyleben zu tun. Vielsagend wirkte in diesem Zusammenhang auch die explizit an Harden gerichtete Kritik, er hätte „zeitweise aggressiver spielen können“ - erst im zweiten Schritt ergänzte Embiid mit dem relativierenden Nachsatz: „Wir alle hätten aggressiver spielen können.“

Verlängern die 76ers mit Harden?

Wenn es um die Zukunft der 76ers geht, ist die Harden-Frage allerdings drängender als alle anderen: Schließlich läuft sein Vertrag aus, auch wenn er eine Spieler-Option besitzt, die ihm 47 Millionen Dollar in der kommenden Saison einbringen soll.

Harden selbst kann sich eine Zukunft in Philly sehr gut vorstellen. „Ich werde hier sein“, sagte er. Die Frage ist nur zu welchem Preis. Schließlich kann er einen Maximalvertrag von 250 Millionen Dollar für fünf Jahre verlangen.

Doch ein solcher Deal scheint nach den Leistungen zuletzt eher unwahrscheinlich, auch wenn der General Manager Daryl Morey ein großer Fan und Förderer des Guards ist.

Spektakuläre Trades in der NBA

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Was das Dilemma vergrößert: Die 76ers haben zwei Erstrundenpicks, den hochgeschätzten Seth Curry und Ben Simmons, der sich mit den 76ers überworfen hatte, nach New York geschickt. Harden dann nach fünf Monaten wieder gehen zu lassen, wäre die offizielle Bestätigung einer blamablen Fehlplanung.

Harden mit einem Deal wie Paul

Deswegen wird spekuliert, dass er ein Angebot bekommt, das dem Vertrag von Chris Paul bei den Phoenix Suns ähnelt. Der Point Guard hat im vergangenen Sommer für vier Jahre unterschrieben und kann bis zu 120 Millionen Dollar verdienen.

Harden wird bestimmt etwas mehr verlangen, schließlich ist er sieben Jahre jünger. Er deutete bereits einen Gehaltsverzicht an. „Ich werde das machen, was auch immer es braucht, dem Team beim Wachsen zu helfen und uns mit den Besten zu messen“, erklärte er auf die Frage, ob er weniger als das Maximalgehalt nehmen würde.

Viel Zeit bleibt den Beteiligten nicht. Bis zum 29. Juni kann er seine Spieler-Option ziehen. Die Spekulationen um seine Zukunft dürfte bis dahin die Schlagzeilen aller US-Medien füllen.

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