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Darts: Der Wade-Effekt! Wie James Wade den Drei-Dart-Average aushebelt

Der Wade-Effekt

James Wade gewinnt häufig trotz eines niedrigeren Averages

James Wade gewinnt häufig trotz eines niedrigeren Averages © Imago

James Wade gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze im Darts. Auch in der laufenden Premier League (Alle Spiele LIVE auf SPORT1) sorgt er wieder für Furore. Sein Average ist ein Mysterium.

Wie hat er das denn gemacht?

Diese Frage dürfte man im Zusammenhang mit James Wade öfters hören auf der PDC Tour - vermehrt in letzter Zeit in der Cazoo Darts Premier League. (Darts Premier League: 13. Spieltag in Glasgow heute ab 20 LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream)

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Der Engländer ist unter Umständen der beste Darts-Spieler, der noch nie eine Weltmeisterschaft gewonnen hat. Bereits viermal stand er im Halbfinale, das Ticket für die finale Bühne im altehrwürdigen Ally Pally in London konnte er jedoch nie ergattern. (PDC Order of Merit: Aktuelle Weltrangliste im Darts)

Dass es „The Machine“ kann, hat er bei anderen Gelegenheiten jedoch schon zur Genüge bewiesen. Gleich dreimal hat er die UK Open für sich entschieden (2008, 2011, 2021). Dazu kommen Erfolge beim World Matchplay (2007), World Grand Prix (2007, 2010), The Masters (2014) und der European Darts Championship (2018).

Wade immer wieder unterschätzt

Dazu trug er sich 2009 auch schon in der Premier League in die Siegerliste ein. In diesem Jahr ist er dort mit zwei Tagessiegen und drei weiteren Finalteilnahmen erneut auf Playoff-Kurs. Auch am 13. Spieltag in Glasgow gehört er wieder zu den Anwärtern auf den Tagessieg. (alle Spiele LIVE auf SPORT1)

Dabei ist die laufende Saison wieder das perfekte Beispiel für Wades ungewöhnlichen Weg zum Erfolg - eben den Wade-Effekt. 2018 war die PDC selbst dem Mysterium auf dem Grund gegangen.

„Nur wenige Spieler beherrschen die Kunst, aus niedrigen Averages gute Ergebnisse zu erzielen, wie James Wade“, hieß es damals, nachdem der Engländer in zehn seiner 30 Players-Championship-Siegen im Average seinem Gegner unterlegen war.

Der 39-Jährige ist bereits seit Jahren dafür bekannt, keine Highscoring-Maschine zu sein. Er kann in einzelnen Matches Weltklasse-Leistung abliefern. Am 12. Spieltag der Premier League hämmerte er einen Drei-Dart-Average von unfassbaren 114,73 Punkten ins Board. Das ist der höchste Average, den der Engländer in seiner Karriere auf einer TV-Bühne jemals geworfen hat. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)

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Unfassbarer Average! Rekord-Wade stellt eigene Bestmarke auf

Wade schwächelt im Drei-Dart-Average

Aber es gibt eben auch den anderen Wade: Bei der letzten Weltmeisterschaft warf er seine erste 180 des Turniers im Viertelfinale! Er war der einzige Spieler überhaupt, der so weit ohne eine 180 gekommen war.

Auch beim Premier-League-Tageserfolg am 12. Spieltag in Dublin warf er in zwei von drei Spielen einen schlechteren Drei-Dart-Average als der Gegner - wobei diese mit 99,67 und 95,38 natürlich immer noch auf hohem Niveau waren.

Allerdings hatte er vor seinem Erfolg in Dublin mit 93,97 Punkten im Schnitt den zweitschlechtesten Average aller acht PL-Spieler.

Dazu brachte er in 22 Spielen erst 35 180er aufs Scoreboard. Nur Gary Anderson (30) und Gerwyn Price (29) waren zu diesem Zeitpunkt schlechter. Zum Vergleich: Michael van Gerwen gelang bereits 61 Mal die perfekte Ausbeute mit drei Darts - ebenso Jonny Clayton.

Schaut man auf die Anzahl der 180er pro Leg, wird es noch schlechter: Hier kommt er gerade einmal auf einen Wert von 0,17. Damit liegt er auf dem achten und letzten Rang. Michael van Gerwen (0,30) schafft fast doppelt so viele.

„The Machine“ ist da, wenn er gebraucht wird

Trotzdem hat sich Wade in der Tabelle auf Rang drei festgesetzt und liegt auf Kurs Playoffs. Der Grund dafür: Wade ist da, wenn es drauf ankommt. Vor Spieltag 12 hatte er eine bärenstarke Checkout-Quote von 42,16 Prozent. Dazu hatte er - zusammen mit MvG - zu diesem Zeitpunkt die meisten Highfinishes aller acht Premier-League-Teilnehmer. 16 Legs konnte er bis dahin mit einem Checkout jenseits der 100 für sich entschieden. (Premier League of Darts, 20.45 Uhr: Jonny Clayton - James Wade im LIVETICKER)

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Häufig, so analysierte auch die PDC, konzentriere sich Wade auf entscheidende Legs - und gibt anderen Durchgänge mit schlechten Durchschnitten ab.

Damit zeigt Wade: Der Drei-Dart-Average ist eine wichtige Kennzahl im Darts, hat aber keine allgemeine Gültigkeit, wenn es um Erklärung von Sieg oder Niederlage geht.

Am Ende kommt es immer auf das richtige Momentum an - oder auch den Wade-Effekt.