Anzeige

Shaquille O'Neal: So wurde die NBA-Legende zur Ikone der 90er

Wie ein NBA-Star zur 90er-Ikone wurde

Shaq will 15 Meisterringe holen

Shaquille O‘Neal zählt zu den denkwürdigsten Akteuren, die jemals in der NBA aktiv waren. Auch neben und nach seiner Karriere machte der ehemalige Center auf oft skurrile Weise auf sich aufmerksam.

30 Jahre ist es mittlerweile schon her: Am 7. August 1992 verkündeten die Orlando Magic, für wen sie ihren Nummer-1-Pick im NBA Draft vor der Saison 1992/93 einsetzen würden - und entschieden sich für einen Typen, wie die Sportwelt ihn noch nie gesehen hatte.

2,16 Meter groß. 147 Kilo schwer. Und ein Selbstbewusstsein, das mindestens doppelt so umfangreich war. Shaquille Rashaun O‘Neal schlug in der NBA ein und legte einer der denkwürdigsten Karrieren ihrer Geschichte hin.

Anzeige

Vier Meisterschaften. 15 All-Star-Nominierungen. Vier Rap-Alben. Film-Auftritte als Zauberwesen, DC-Superheld, Legofigur und Schlumpf. Wrestling-Ausflüge bei WWE und AEW. „Shaq Attack“, der Mann mit den gefühlt 1000 Spitznamen, wurde zu einem clever vermarkteten Popkultur-Phänomen, das weit über den Sport hinauswuchs - aber in 19 NBA-Jahren auch sein Kerngeschäft geprägt hat wie nur wenige vor oder nach ihm.

Shaquille O'Neal spielte 1997 in Hollywood Superheld Steel

Shaquille O'Neal spielte 1997 in Hollywood Superheld Steel

Shaquille O‘Neal und Kobe Bryant: Ein legendäres Duo

Vor allem in seiner Zeit bei den Los Angeles Lakers bildete er von 1996 bis 2004 mit dem im Januar 2020 tödlich verunglückten Kobe Bryant ein kongeniales Duo, das trotz diverser persönlicher Reibungen seinesgleichen suchte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Allein in dieser Phase holte er drei Titel und wurde bei jedem Sieg auch zum Finals-MVP gewählt. Vor der Crypto.com Arena - der Heimstätte der Lakers - haben sie zu seinen Ehren eine Bronzestatue aufgestellt. Diese zeigt O‘Neal in Überlebensgröße im Anflug zu einem krachenden Dunk.

Mit seiner Körperlichkeit unter dem Korb begeisterte „Shaq Attack“ die eigenen Fans jahrelang und brachte den Gegner regelmäßig zur Verzweiflung. Nach den Finals 2001, wo die Lakers Allen Iverson und seine Philadelphia 76ers mit 4:1 überrollten, gab er sich sogar selbst den Spitznamen „M.D.E.“: „Most Dominant Ever“.

Und dieser Name ist mehr als berechtigt. Von seinem Rookiejahr 1992 bei den Orlando Magic bis 2006 erzielte er durchschnittlich in jeder Saison mindestens 20 Punkte pro Spiel. Gleich neunmal wies er in dieser Zeit ligaweit die beste Trefferquote aus dem Feld auf. Zahlen für die er auch noch mit dem Ehrennamen „The Big Galactus“ geehrt wurde.

Katastrophale Freiwurf-Statistik als Schatten auf der Karriere

Geht es jedoch nach dem Center, der wegen seiner nie schwindenden Energie auch „Diesel“ genannt wurde, hätte er noch bedeutend besser sein können. „Ich habe nur 30 Prozent meines ganzen Spiels gezeigt. Ich hatte eine großartige Karriere, aber keine Chance, meine wirklichen Fähigkeiten zu zeigen“, erklärte er nach seinem Rücktritt.

Anzeige

Wobei Freiwürfe jedoch nicht zu seinen Fähigkeiten gehörten. Ganze 5.317 Freiwürfe vergab „L.C.L.“ (“Last Center Left“) in seiner Karriere.

Immerhin hat er gleich zwei Argumente, die ihm diesbezüglich Trost spenden dürften. Zum einen liegt er in dieser Statistik hinter NBA-Legende Wilt Chamberlain (5.805 vergebene Freiwürfe) nur auf Rang zwei und zum anderen war er oft an der Linie, da Fouls zumeist die einzige Möglichkeit waren, ihn zu stoppen.

Legendäre Film-Auftritte als „Kazaam“ und „Steel“

Von dieser Angriffslust hat er auch nach seiner Karriere nichts verloren. Als Experte bei Inside The NBA ist er bei Spielern und Trainern gefürchtet für seine knallharten Analysen., die auch wegen der unterhaltsamen Art, mit denen er sie vorträgt, selten ihre Wirkung verfehlen.

Auch über den Experten-Job hinaus ist der in diesem Jahr 50 Jahre alt gewordene O‘Neal - der mit Ex-Frau Shaunie vier Kinder hat - vielbeschäftigt: Er ist Musikproduzent, DJ, Podcaster, war bis vor kurzem Gesellschafter bei den Sacramanto Kings.

Schon früh in seiner Karriere expandierte O‘Neal das Geschäftsmodell Shaq auch nach Hollywood und wurde nicht zuletzt deshalb zu einer Popkultur-Ikone der Neunziger: Er spielte 1994 an der Seite von Nick Nolte und NBA-Kollege Penny Hardaway in dem Sportfilm „Blue Chips“, in den Jahren darauf übernahm er Hauptrollen in dem Fantasy-Film „Kazaam“ (als Flaschengeist) und „Steel“ (als Superheld).

Shaquille O'Neal in seiner wohl berühmtesten Rolle als Kazaam

Shaq veralberte im TV auch Dennis Rodman

Einen skurrilen Auftritt hatte er einst auch in der Comedy-Show „Mad TV“, für die er die Schwester seines ähnlich knallbunten NBA-Kollegen Dennis Rodman mimte, die bei der Dating-Agentur „Lowered Expectations“ (“Heruntergeschraubte Ansprüche“) auf Partnersuche ging. (Dennis Rodman: Ein schrilles Leben mit Schatten)

Anzeige

Regelmäßige Nominierungen für den hämischen Anti-Oscar „Goldene Himbeere“ änderten nichts daran, dass Shaq in der Film- und Fernsehwelt begehrt blieb. In zahllosen Gastauftritten war er in den vergangenen beiden Jahrzehnten unter anderem auch in „Scary Movie 4″, „Die Schlümpfe 2″ und im „Lego Movie“ zu sehen und/oder zu hören.

Shaquille O'Neal spielte 1998 bei Mad TV Dennis Rodmans Schwester auf Partnersuche

Dass es in den nächsten 30 Jahren ruhig um Shaq wird, ist nicht zu erwarten.

Alles zur NBA auf SPORT1.de