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BVB: Felix Zwayer spricht über Disput mit Watzke - und erneuert Gesprächswunsch mit Bellingham

Zwayer: „Ich möchte gerne reden“

Jude Bellingham (re.) attackierte Felix Zwayer (li.) nach der Partie BVB gegen Bayern öffentlich

Jude Bellingham (re.) attackierte Felix Zwayer (li.) nach der Partie BVB gegen Bayern öffentlich © Imago

Felix Zwayer bekräftigt seine Wunsch auf ein klärendes Gespräch mit Jude Bellingham vom BVB. Die Reaktion von Watzke kann er nicht nachvollziehen.

Kommen Felix Zwayer und Jude Bellingham doch noch einmal zusammen?

Die Aussagen des 18 Jahre alten BVB-Profis nach der Bundesliga-Partie gegen den FC Bayern Anfang Dezember hatten für viel Wirbel gesorgt. Der englische Nationalspieler motzte nach der 2:3-Niederlage: „Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“

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Mit diesen Aussagen spielte Bellingham auf den Fall Robert Hoyzer an, in den der junge Zwayer mit verwickelt gewesen war. Der Unparteiische wollte daraufhin ein klärendes Gespräch mit dem Spieler erwirken, der BVB lehnte jedoch ab. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Zwayer: „Eine ganz neue Eskalation“

„Wenn der Herr Zwayer mir oder Michael Zorc ein Schreiben schickt und darin ein Gespräch anregt, kann man darüber diskutieren. Aber wenn ich das gleiche dann schon eine Stunde später in den Medien lese, dann muss ich ehrlich sagen, brauche ich keine Gespräche mit irgendwem führen“, stellte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke einige Tage später bei Amazon Prime klar. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Nun schilderte Zwayer, der im Anschluss an das Bayern-Spiel sogar Morddrohungen erhielt, wie er den Wirbel rund um die Bellingham-Aussagen erlebt hat. „Neben einer sachlichen Kritik, einem Shitstorm in den sozialen Medien, von dem mir berichtet wurde, und dem medialen Interesse war diese Aussage eine ganz neue Eskalation, die ich so auch zum ersten Mal selbst erfahren habe, weil sie einschneidend für mein Privatleben und meine Familie war“, erzählte der 40-Jährige bei Sky.

Er habe deshalb zur Schiedsrichterführung gesagt, dass er dieses Thema im eigenen Interesse und auf seine Art angehen werde. Auch zu seiner Bitte um ein persönliches Gespräch mit Bellingham äußerte sich Zwayer. „Man sollte unterscheiden, ob man ein vertrauliches Gespräch erbittet oder öffentlich ein Gespräch erbittet, dass vertraulichen Inhalt haben soll“, stellte er klar.

Zwayer fühlt sich falsch verstanden

Auch wenn es wie Wortklauberei klinge: „Meine Intention war, Borussia Dortmund anzuschreiben, weil es mein großes Anliegen war und nach wie vor ist, mit Jude Bellingham persönlich über diese Thematik zu sprechen.“ Im Anschluss habe er sich erstmalig in der Bild geäußert und erklärt, dass er dem BVB diese Aussagen mitgeteilt habe. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Vorerst keine BVB-Spiele für Zwayer

Dass Watzke derart ungehalten reagiert habe, kann Zwayer nicht nachvollziehen. „Ich finde es schade und fühle mich falsch verstanden, wenn man es dahingehend interpretiert, dass ich ein vertrauliches Gespräch führen möchte und es selbst öffentlich zur Schau stelle.“

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Wer ihn kenne, könne das Passierte auch ganz anders interpretieren und wisse auch, dass er in der Lage sei, Dinge vertraulich zu behandeln. „Ich habe nach wie vor ein Bedürfnis, mit einem jungen Menschen, der gesellschaftlich viel Verantwortung tragen könnte, darüber zu sprechen, was derartige Aussagen auslösen und bedeuten können.“

Zwayers Bitte sei so allerdings in einer Form angekommen, in der er es nicht gemeint habe. „Das mag meiner Unerfahrenheit mit Medien geschuldet sein“, räumte der aktuell pausierende Schiedsrichter ein.

Erneute Bitte an den BVB

Er bat erneut: „Ich möchte mich insbesondere mit Jude Bellingham zu diesem Thema austauschen. Ich habe keine Angst vor Menschen und auch keine Angst davor, mich zu unterhalten und meinen Standpunkt klarzumachen. Ich möchte gerne reden.“

Für seine Aussagen wurde Bellingham vom DFB zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt. Für Zwayer sei eine Bestrafung vom DFB zwingend gewesen. „Wenn sich ein Spieler derart über einen Schiedsrichter äußert und diesem bewusst öffentlich die Integrität und Unparteilichkeit abspricht, ist das nicht hinnehmbar.“

Er bemühte einen Vergleich: „Wenn man einem talentierten Spieler die Füße abnehmen würde, wie fühlt er sich dann? Er kann nicht mehr.“ Gleiches gelte bei einem Schiedsrichter, wenn er dessen beraubt werde, was ihn ausmache.

Ob die Höhe der Strafe angemessen sei, darüber wollte Zwayer nicht urteilen. „Aus Sicht des DFB scheint es so. Die 40.000 Euro helfen keinem Menschen und schaden keinem“, sagte er und ergänzte: „Ich fände es besser, wenn man initiiert, dass die Beteiligten über diese Thematik sprechen. Das würde mir jedenfalls mehr helfen.“

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