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BVB: Was Bellingham mit der Causa Haaland zu tun hat

Muss BVB um Bellingham bangen?

Bellinghams Liebeserklärung an den BVB

Erling Haaland sorgt für eine Menge Wirbel bei Borussia Dortmund. Auch Jude Bellingham wird längst umworben, die Ausgangssituation ist für den BVB bei ihm allerdings eine andere.

Wenn Erling Haaland und Jude Bellingham gemeinsam für Borussia Dortmund auf dem Platz stehen, dann kann man als Fußball-Fan den Eindruck haben, zwei gestandenen Profis zuzusehen. Erst wenn sich beide zusammen über Tore des BVB freuen, kommt wieder ein jugendlich wilder Aspekt hinzu. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Dass man es mit einem 21 Jahre alten Stürmer und einem 18 Jahre alten Mittelfeldspieler zu tun hat, ist in jedem Fall außergewöhnlich. Auch anderen Top-Klubs ist längst klar, dass sowohl Haaland als auch Bellingham für ihr Alter enorm weit sind und eines Tages zu den besten Spielern auf ihrer Position gehören dürften.

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Bei Haaland ist die Jagd längst eröffnet und der Transfer-Poker spätestens nach dem Aufreger-Interview in vollem Gange. Im kommenden Sommer könnte sich der Norweger aufmachen, die Fußball-Welt bei einem ganz großen Klub zu erobern. Doch wie steht es um Bellingham?

Interesse an Bellingham auf der Insel groß

Das Interesse am Teenager ist ähnlich groß, wie es bei Haaland der Fall ist. Vor allem die Top-Klubs auf der Insel wollen den Engländer zurück in die Heimat holen. Ralf Rangnick, Interimstrainer von Manchester United, soll den Red Devils jüngst eine Verpflichtung Bellinghams empfohlen haben. Liverpool-Legende Jamie Carragher wünscht sich den jungen Mann bei den Reds und auch der FC Chelsea soll von einem derartigen Transfer träumen.

Die gute Nachricht für den BVB: Die Situation um Bellingham unterscheidet sich grundsätzlich von der um Haaland, welche den Klub gerade in Atem hält. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Der Vertrag des zentralen Mittelfeldspielers läuft noch bis 2025. Außerdem gibt es keine Ausstiegsklausel in dem Arbeitspapier, was den Verantwortlichen der Dortmunder alle Möglichkeiten gibt. Und der vielleicht wichtigste Unterschied zur Haaland-Situation: Bellingham macht keine Anstalten, die Schwarz-Gelben bald verlassen zu wollen.

Diese Schwächen offenbarte Dortmunds Pokal-Blamage

„Der BVB ist der beste Klub für mich und meine Entwicklung. Ich würde sogar sagen: Für mich gibt es auf der ganzen Welt keinen besseren“, sagte Bellingham jüngst in einem Interview auf der Klub-Website des BVB. Wer sich mit dem großen Talent beschäftigt, der nimmt ihm diese Worte ab.

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Bellingham kann sich voll mit dem BVB identifizieren

Bellingham kommt aus der Arbeiterstadt Birmingham, aus einem ähnlichen Umfeld wie dem Ruhrpott. Birmingham City ist ein wichtiger Klub in einer strukturschwachen Region, was ebenfalls der Region um Dortmund nahekommt. Er weiß, worum es den Fans geht - sie wollen die Spieler ihres Vereins jede Woche kämpfen sehen und erwarten Identifikation mit den eigenen Farben.

Bellingham lebt diese Einstellungen auf dem Platz. Er fightet, lässt seinen Emotionen freien Lauf und wirkt gleichzeitig unheimlich reif und souverän. Er ist eine echte Persönlichkeit, der sich mit dem Klub identifiziert - und die Fans des BVB identifizieren sich mit ihm. Bellingham lebt den BVB, Haaland hingegen wirkt praktisch seit seiner Ankunft, als wäre er auf Durchreise. Daher hat Bellingham auch einen erstaunlichen Stellenwert für einen 18-Jährigen. Hintergrund ist auch sein Elternhaus.

Haaland-Theater: "Es ist noch viel schlimmer"

Er kommt aus einer bürgerlichen Familie. Vater Mark spielte im Amateurbereich erfolgreich Fußball, schlug beruflich aber den Weg als Polizist ein. Seine Mutter Denise begleitete ihren Sohn mit nach Dortmund, um die intakte Familie zusammenzuhalten.

„Sie machen das als ganze Familie sehr gut. Sie verzichten auf vieles. Das merkt man aber nicht auf dem Platz. Auf und neben dem Platz ist er immer da, wenn er gebraucht wird“, beschreibt Edin Terzic, der als Technischer Direktor bei den Dortmundern auch für das Wohlbefinden von Bellingham zuständig ist.

Einen Schlüssel für den BVB könnte außerdem Bellinghams Bruder Jobe darstellen.

Reunion der Brüder Bellingham in Dortmund?

Jobe Bellingham ist 16 Jahre alt und spielt wie sein älterer Bruder früher bei Birmingham City. Der Offensivspieler wäre gerne bald wieder mit seinem Bruder vereint - und dieser Wunsch beruht auf Gegenseitigkeit.

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Bellingham-Bruder feiert Profi-Debüt

„Das wäre ein Traum für mich, aber es liegt an ihm. Ich hoffe, dass er sich als Junge und als Spieler weiterentwickelt“, sagte der ältere der beiden, der bereits englischer Nationalspieler ist - und versicherte: „Ich möchte keinen Druck auf ihn ausüben, aber er wird definitiv nicht für Schalke spielen.“

Dem BVB sollte einiges an einer Reunion der beiden Brüder bei der Borussia gelegen sein. Wenn die Familie in Dortmund wieder komplett zusammenfindet, dann würde das Bellinghams Bindung an den Klub noch enger ziehen.

BVB ist nicht auf hohe Ablösesumme angewiesen

Anders als bei Haaland sitzt bei der Personalie Bellingham ohnehin der BVB am längeren Hebel.

Selbst wenn im Sommer ein großes Angebot aus England eintrudeln sollte, dürften die Dortmunder keinen großen Druck verspüren, dieses auch anzunehmen. Bei der Causa Haaland hatte Sebastian Kehl im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 verdeutlicht, dass die Dortmunder derzeit nicht auf hohe Transfererlöse angewiesen sind.

Vielmehr will der BVB eine Mannschaft um Bellingham aufbauen, die den Bayern endlich wieder gefährlich werden könnte und auch international eine gute Rolle in der Champions League spielt - was in dieser Saison nicht der Fall war. Bellingham wird BVB-intern als Schlüsselspieler angesehen, der neben Gregor Kobel (ebenfalls ein Mentalitätsspieler) und Manuel Akanji (BVB kämpft um Verlängerung) die Achse der Zukunft bilden kann.

Gut möglich, dass die BVB-Fans sich noch lange an Bellingham erfreuen können. Ein Publikumsliebling ist er schon jetzt.

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