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Handball-EM 2022: Alfred Gislason lässt Andreas Wolff gegen Belarus zunächst auf der Bank

Warum Wolff wirklich auf der Bank saß

Till Klimpke (l.) musste Andreas Wolff schon nach elf Minuten Platz machen

Till Klimpke (l.) musste Andreas Wolff schon nach elf Minuten Platz machen © Imago

Der Bundestrainer entscheidet sich vor dem Auftakt der EM gegen Belarus überraschend gegen Andreas Wolff und für Till Klimpke. Später erklärt er seine Entscheidung.

Als Andreas Wolff in der Schlussphase des deutschen Auftaktspiels gegen Belarus den ersten und einzigen Siebenmeter hielt, ballte er kämpferisch die Faust. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Handball-EM)

Was er in diesem Moment dachte, wird er wohl für sich behalten. In der Öffentlichkeit spricht der Nationaltorwart schon länger nicht mehr. DATEN Tabellen der Handball-EM)

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Man kann sich aber vorstellen, dass er große Genugtuung verspürt haben muss. Denn dass er, der Europameister von 2016, zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, war die große Überraschung - zumindest für die Beobachter. (Die Handball-EM im LIVETICKER)

„Tatsächlich bin ich überrascht. Ich hätte ihn ganz klar als Nummer 1 gesehen“, sagte TV-Experte Dominik Klein vor dem Spiel in der ARD.

Gislason: „Andi wusste das seit Wochen“

Nach dem 33:29-Sieg sorgte Bundestrainer Alfred Gislason für die nächste Überraschung. Denn dass Wolff zum Auftakt zunächst hinter dem 23-jährigen Till Klimpke auf der Bank sitzt, sei intern schon lange bekannt. (NEWS: Alles Wichtige zum Handball)

„Andi wusste das seit Wochen, dass er nicht anfangen würde. Meine Erfahrung mit Andi sagt mir, dass er viel stärker von der Bank kam, damals in Kiel“, begründete Gislason seine Entscheidung.

Doch so richtig auszeichnen konnte sich Start-Keeper Klimpke nicht, im Gegenteil. In den ersten elf Minuten musste er gleich siebenmal die Kugel aus dem eigenen Netz holen - es stand 7:2 für Belarus.

Dass dieser verkorkste Start dem jungen Keeper einen Knacks geben und er ihm deshalb jetzt wieder Mut zureden müsse, glaubt der Isländer nicht.

Gislason: Klimpke wird sein Können noch zeigen

„Nein, überhaupt nicht. Ich denke, das war kein großer Tag für irgendeinen Torhüter in beiden Teams. Das passiert. Der Torhüter ist fast immer davon abhängig, wie gut die Abwehr ist“, sagte Gislason nach dem Spiel auf Nachfrage von SPORT1.

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Und die Abwehr sei nun einmal in der Anfangsphase überhaupt nicht ins Spiel gekommen und habe ihre Torhüter häufig im Stich gelassen. Aber Klimpke wird „sein Können noch weiter zeigen“, davon ist Gislason überzeugt.

Dennoch musste er zugeben, dass er mit seiner Torhüter-Entscheidung zu Beginn des Spiels womöglich nicht ganz richtig gelegen hatte.

„Man ist im Nachhinein immer schlauer“, sagte Gislason der ARD. Er habe Wolff gesagt, er werde nicht so schnell auf das Feld kommen, wenn Klimpke gut pariere. Wenn nicht, würde er womöglich auch recht früh eingewechselt: „So ist es dann auch gekommen.“

Vielleicht war er ja auch ganz froh, dass er schon so schnell wechseln musste. Denn auch Wolff brauchte seine Zeit, um auf Temperatur zu kommen.

Erst in der Schlussphase fand der 30 Jahre alte Torhüter vom polnischen Topklub KS Kielce dann zu seiner Form und parierte gleich mehrere Würfe der Belarussen - nicht nur den Siebenmeter zwei Minuten vor dem Ende.

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