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Bruno Spengler über SIM-Racing & die virtuellen 24 Stunden von Le Mans

DTM-Champion Bruno Spengler im SIM-Racing-Interview

SPORT1 hat mit Bruno Spengler über die virtuelle Ausgabe des 24 Stundenrennens von Le Mans gesprochen

SPORT1 hat mit Bruno Spengler über die virtuelle Ausgabe des 24 Stundenrennens von Le Mans gesprochen © Getty Images

Vom 15. bis 16. Januar findet die virtuelle Ausgabe des 24-Stunden-Rennens von Le Mans statt. Bruno Spengler wird hier für das Rennteam BS+COMPETITION antreten. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Bruno Spengler war eines der bekanntesten Gesichter in der DTM-Klasse. Von 2005 bis 2019 fuhr der gebürtige Kanadier für einige der bekanntesten Rennställe und feierte 2012 mit dem Gewinn der Championship seinen bis dato größten Erfolg. Mittlerweile ist er aber auch digital unterwegs und wird an diesem Wochenende im Zuge der virtuellen Ausgabe des berühmten 24-Stundenrennens von Le Mans hinterm Lenkrad Platz nehmen. Wir haben mit ihm über das bevorstehende Rennevent gesprochen.

Das Interview wurde von Florian Merz geführt.

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SPORT1: Hallo Bruno. Du bist dieses Jahr Teil des virtuellen Langstreckenrennens von Le Mans. Als Champion im DTM-Bereich bringst Du schon immens viel Erfahrung im Rennsport mit. Wie bist Du zum SIM-Racing gekommen?

Bruno Spengler: So richtig angefangen hat das Ganze um 2020 herum, auch aufgrund von Covid-19 logischerweise. Damals kamen die Jungs von B+ Competiton auf mich zu, die sind sogar zu mir nach Hause gekommen und haben hier ein komplettes Simulatorenset aufgebaut und das hat mir unfassbar viel Spaß gemacht. Seither bin ich entsprechend im SIM-Racing aktiv, hauptsächlich auf iRacing. Hier bin ich schon die verschiedensten Rennen gefahren und habe immens großen Spaß daran. Aber für das richtige Fahren auf der Rennstrecke eignet sich SIM-Racing hervorragend, weil Du nicht immer die Kosten und Zeit für Testfahrten hast. Mit SIM-Racing kannst Du das Ganze von Zuhause aus trainieren.

SPORT1: In der virtuellen Ausgabe von Le Mans fährst Du ja nicht alleine, sondern im Team. Kannst Du uns etwas über den generellen Ablauf des Rennens erzählen?

Bruno Spengler: Ja, gerne. Ein Team besteht aus vier Fahrern, die sich nach einer bestimmten Zeit auf der Strecke abwechseln. Dabei sind wir grundsätzlich stets über Funk in Kontakt - bei uns ist das Discord. Über Discord sprechen wir dann über die verschiedenen Statistiken, wie zum Beispiel die Bereifung der Fahrer hinter oder vor uns aussieht, wie es um den Abrieb steht und vieles mehr. Gegenwärtig sieht es auch danach aus, als würden wir im Doppelstint fahren, ehe der Fahrer gewechselt wird. Sobald das der Fall ist, melde ich dies an, sprich, drücke einen Knopf für einen Pitstop, fahre in die Box und vermerke alle Details für den Nachfolger. Dieser schaut meistens die letzten Runden zu, um zu sehen, wie die aktuelle Situation auf der Strecke ist. Danach übernimmt dann der nächste Fahrer.

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SPORT1: Wie läuft ein Wechsel ab? Sitzt ihr alle zusammen in einer Teameinrichtung und steigt dann aus dem Sitz aus beziehungsweise ein?

Bruno Spengler: Bei Teams, die zusammen in einem Raum unterwegs sind, ist das definitiv möglich, bei uns aber fährt jeder von Zuhause aus. Das Ganze geschieht dann via Knopfdruck, sodass auch der Plattform, beziehungsweise dem Spiel, signalisiert wird, jetzt wird ein Fahrerwechsel vollzogen.

SPORT1: In diesem Jahr sind auch große Namen wie Max Verstappen als Fahrer und Fernando Alonso als Coach mit von der Partie. Was meinst du, erhöht das den Druck auf einen selbst, wenn solche Stars mitfahren?

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Bruno Spengler: Da bin ich mir nicht wirklich sicher, viel eher wird es so sein, dass die klassischen Rennfahrer unter Druck geraten können, da die SIM-Racer sich absolut großartig mit der Plattform auskennen und unfassbar schnell unterwegs sind. Ich fahre normalerweise auf iRacing, nicht auf rFactor2, und brauche daher mehr als nur eine Woche Vorbereitungszeit, um auf ein ähnliches Niveau wie die SIM-Racing-Kollegen zu kommen. Entsprechend wird es gegen Ende des Rennens auch vermehrt so sein, dass hauptsächlich die SIM-Racer im Einsatz sind, anstatt die klassischen Rennfahrer.

SPORT1: Bruno, vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast und wir wünschen Dir und Deinem Team viel Erfolg am Wochenende für das virtuelle Rennen von Le Mans.

Bruno Spengler: Sehr gerne und jederzeit wieder!