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Leadertalk von Mounir Zitouni: Highlights 2021 mit Christoph Daum, Bo Svensson, Felix Magath und Co.

„Vor der Leistung kommt die Lust“

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„Leadertalk“ brachte im abgelaufenen Jahr zahlreiche Gesprächs-Highlights heraus. SPORT1 präsentiert das Beste aus dem Podcast von Mounir Zitouni.

Das Jahr 2021 geht zu Ende. 23 Leadertalk-Interviews hat es in dieser Zeit gegeben. Zum Jahreswechsel wirft Autor und Business-Coach Mounir Zitouni einen Blick zurück und präsentiert zwölf Gesprächs-Highlights, die alle unterschiedliche Aspekte des Leaderships beleuchten.

Zitouni präsentiert Fürths Aufstiegstrainer Stefan Leitl, der erzählte, warum er „ehrliche Kommunikation“ für so wichtig hält, Bo Svensson, der deutlich machte, welche Leitlinien für den Umschwung in Mainz verantwortlich waren, Christoph Daum, der auf eine sehr überzeugende Weise den Begriff „mentales Training“ definierte oder Bochums Thomas Reis, der offenbarte, wie schwer es ihm fällt, Gefühle zu zeigen.

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Weitere Auszüge sind von Norbert Elgert, Mirko Slomka, Dieter Hecking, Felix Magath, Peter Hyballa, Horst Hrubesch, Gernot Rohr und Ewald Lienen zu hören.

„Man muss auch mal nachgeben können“

Norbert Elgert: „Ich glaube, dass egal, wer führt, in einem Unternehmen, Lehrer in der Schule, Trainer, Coaches, alle Führungskräfte mehr denn je auch Vermittler von gesunden, traditionellen Werten sein müssen und nicht nur Vermittler von Technik und Taktik, Kondition, mentale Stärke und Teamgeist.“

Mirko Slomka: „Eine große Stärke eines Leaders kann auch mal sein nachzugeben. Ich gebe nach, um vielleicht an einer anderen Ecke etwas anderes durchsetzen zu können.“

Thomas Reis: „Ich bin auch keiner, der weinen kann. Meine Frau sagt auch, ich habe dich noch nie weinen sehen. Ich kann das einfach nicht. Ich versuche das anders zu verarbeiten, ist vielleicht auch nicht gut. Oder ich gehe eine Runde joggen und versuche da dann ein wenig Dampf abzulassen.“

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„Emotionen sind hilfreich“

Dieter Hecking: „Man kann auch mal Schwäche zeigen, weil das macht einen nur nahbarer und glaubwürdiger. Ich bin nie der stereotype kalte Mensch gewesen, weil ich auch mal emotional sein durfte, und das ist etwas, was immer hilfreich ist, wenn du mit Menschen zusammenarbeitest.“

Felix Magath: „Fragen Sie doch mal einen Tischtennisspieler, ob der Trainer ihm, bevor er an den Tisch geht, noch was taktisch mitgibt. Wenn Sie so ein Spiel vor sich haben wie ein EM-Finale, dann können Sie mir doch nicht erzählen, dass Sie dem Spieler noch 5 Minuten vor dem Spiel taktische Anweisungen geben können. Wenn jetzt keine Kamera da wäre, glauben Sie nicht, dass so etwas gemacht wird, mit den Tafeln.“

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Christoph Daum: „Die Sprache der Spieler, die wirst du nur dann sprechen, wenn du auch gelernt hast aufzunehmen, was eigentlich die Spieler bewegt. Ich kann nicht einfach irgendeinen Spieler zu etwas motivieren, von dem er nicht überzeugt ist, was er nicht mitträgt. Das ist nicht einmal auf den Tisch springen und sagen: Wir sind die besten, geht raus und gewinnt. So trivial ist das nicht.“

„Spieler sollen gerne auf die Arbeit kommen“

Bo Svensson: „Ich wollte, dass die Spieler auch mit nur sechs Punkten auf dem Konto gerne hier auf die Arbeit kommen. Ich sage vor Leistung kommt auch, dass du wirklich Lust auf die Sachen hast. Lust auf Leistung, Lust hast, mit den Mannschaftskollegen Leistung zu bringen.“

Stefan Leitl: „Ich habe mir selbst als Spieler oftmals gewünscht, dass ein Trainer mir sagt, wie plant er mit mir, wie sieht er mich? Sieht er mich unter den ersten 18, sieht er mich vielleicht nur als Ergänzungsspieler? Ich glaube, dass das mittlerweile ein wichtiger Aspekt ist und dass die Jungs mittlerweile sehr gut mit solchen Aussagen umgehen können und auch besser umgehen, wenn sie wissen, woran sie sind innerhalb der Mannschaft, wie sie ein Trainer sieht.“

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Peter Hyballa: „Jeder will in diese Talentsuppe sein Gewürz reingeben. Ich spüre bei Cheftrainern oft, dass sie mit allen irgendwie kooperieren müssen. Das ist modern, das ist professionell. Das ist akademisch. Und dann kommt die nächste Studie und die nächste. Ich merke dann, dass sechs, sieben Verantwortliche auf einmal mit Spielern sprechen.“

„Darfst nicht vor der Gruppe kritisieren“

Gernot Rohr: „Es darf ein Spieler in Afrika nie persönlich, individuell vor der Gruppe kritisiert werden. Das geht nicht. Du musst den Spieler auf die Seite nehmen, musst ihm erklären, was nicht so gut war und ihm sagen, was er besser machen könnte. Das ist wirksam. Man muss nicht immer den Finger so drauf halten, besonders vor der Mannschaft, um einen zu kritisieren.“

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Ewald Lienen: „Man muss sich darüber klar werden, wer man selber ist und was für mich selber für Dinge eine Rolle spielen. Das kann ich nicht hochrechnen für andere. Wenn ich das mache, dann behandele ich andere nicht so, wie sie das gerne hätten.“

Mounir Zitouni (51) war von 2005 bis 2018 Redakteur beim kicker und arbeitet seitdem als Businesscoach, betreut Sportler, Trainer und Führungskräfte in punkto Auftreten, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. Der ehemalige Profifußballer (OFC, SV Wehen, FSV Frankfurt, Esperance Tunis) hat zuletzt die Autobiographie von Dieter Müller verfasst und veröffentlicht regelmäßig eine Kolumne auf www.sport1.de.