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Ski alpin: Impf-Zoff bei Österreich um Franziska Gritsch

Impf-Zoff bei Österreichs Ski-Frauen eskaliert

Österreichs Skistar Franziska Gritsch (re.) lehnt eine Corona-Impfung nach wie vor ab

Österreichs Skistar Franziska Gritsch (re.) lehnt eine Corona-Impfung nach wie vor ab © Imago

ÖSV-Star Franziska Gritsch lehnt eine Corona-Impfung ab - und verzichtet so auf Weltcup-Einsätze. Teamkollegin Julia Scheib kontert mit deutlicher Kritik.

Die Pandemie und die höchst kontroversen Debatten um eine Corona-Impfung erschüttern nun auch das Frauen-Team des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) - und schlägt immer höhere Wellen.

Weil sie sich einer Impfung verweigert, dadurch Weltcup-Einsätze verpasst und wohl auch auf ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen verzichten mag, hat sich Franziska Gritsch den Unmut der Kolleginnen zugezogen. (NEWS: Alles zum Ski alpin)

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„Wenn man unsicher ist, sollte man sich eine zweite Meinung einholen. Man sollte sich aufklären lassen. Aber nicht von einem Nachbarn, sondern von einem Experten“, sagte Julia Scheib im Standard.

Und kritisierte Gritsch deutlich: „Es gibt viele Lebenslagen, in denen man auf sein Herz hören sollte. Eine weltweite Pandemie gehört für mich nicht dazu. Wir leben in schwierigen Zeiten. Die Krankenhäuser gehen über, das Pflegepersonal rackert sich seit zwei Jahren ohne Pause ab. Es ist der reine Wahnsinn. Man muss an die Allgemeinheit denken.“

Gritsch hatte zu ihrer Impfverweigerung kürzlich erklärt: „Es ist und war für mich nicht die leichteste Entscheidung, aber wenn ich etwas aus meiner Vergangenheit gelernt habe, steh‘ hinter dem, wovon du überzeugt bist.“

Impf-Zoff in Österreichs Ski-Team

In dem emotionalen Statement in den sozialen Medien fügte die 24 Jahre alte Allrounderin an: „Meine Entscheidung ist, dass ich aktuell nicht geimpft bin. Das ist auch der Grund, warum ich nicht bei den Rennen in Amerika dabei sein kann. Danke für eure Akzeptanz und Respekt“ (NEWS: Alles zu den Olympischen Spielen)

Gritsch hatte so bereits in Killington (USA) gefehlt - weitere Absagen dürften folgen, der Verband ist machtlos.

„In dem Moment hat sie für sich entschieden, wie ihr Weg weitergehen wird“, wird ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober bei oe24.at zu Gritschs Entscheidung zitiert. „Wir haben mit vielen und langen Gesprächen jene überzeugt, die skeptisch waren.“

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Gritsch augenscheinlich indes nicht - was ihre bisherige Teamkollegin Scheib, bereits einmal an Corona erkrankt, als es noch keinen Impfstoff gab, fassungslos zurücklässt.

Julia Scheib fassungslos über Franziska Gritsch

„Ich war zwei Wochen kränklich und habe einige Rennen verpasst. Ich hatte Rückenschmerzen und Probleme mit der Luft“, so die Österreicherin, die später dann nicht zögerte, sich das Vakzin verabreichen zu lassen.

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„Wie im Sport vertraue ich auch hier auf jene Personen, deren jahrzehntelange Arbeit in diesem Gebiet für sich spricht und die mir nachvollziehbar auf Basis der aktuellen, gesicherten Erkenntnisse sagen: Die Impfung ist sicher. Sie wirkt. Und sie schützt – mich und andere“, sagte Scheib.