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Nico Rosberg: Warum er den frühen Formel-1-Rücktritt nicht bereut

Wieso Rosberg den frühen Rücktritt nicht bereut

Rosberg verrät Hamiltons größte Stärke

Nico Rosberg besiegte heute vor fünf Jahren im WM-Kampf Nemesis Lewis Hamilton - und trat dann zurück. Bis heute bereut er den Schritt nicht.

Nicht schon wieder, bloß nicht schon wieder, raste es Nico Rosberg durch den Kopf, als die Rennwagen in seinem Rückspiegel immer größer wurden.

Teamkollege und Dauerrivale Lewis Hamilton scheute im „Krieg der Sterne“ auch die nicht ganz ehrenhaften Tricks nicht: Er bremste das Feld in Führung liegend gezielt ein, um die Verfolger von WM-Leader Rosberg hinter ihm zu stärken - in der Hoffnung, Rosberg damit in Bedrängnis zu bringen und im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft zum dritten Mal die Oberhand zu behalten.

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Doch diesmal kam es anders. Als Rosberg am 27. November 2016 die Ziellinie auf dem Yas Marina Circuit von Abu Dhabi überfuhr, war er zwar nur Zweiter hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Hamilton - für den Titel aber reichte es. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

In seinem elften Formel-1-Jahr war der Sohn des 1982er-Weltmeisters Keke Rosberg erstmals selbst auf dem Gipfel. Er genoss es fünf Tage - und schockte dann mit seinem frühen Rücktritt im Alter von 31 die Welt.

Nico Rosberg: „Habe den Berg erklommen“

„Ich habe den Berg erklommen, ich bin an der Spitze angekommen, und es fühlt sich richtig an“, sagte Rosberg damals.

Das Jahr 2016 hatte Rosberg mit vier Siegen begonnen, nach Silberpfeil-Kollisionen in Barcelona und Spielberg schien das Pendel wieder zugunsten Hamiltons auszuschlagen - doch Rosberg kam auch mental stark aus der Sommerpause und konnte sich in den letzten Rennen vier zweite Plätze hinter dem wütenden Hamilton leisten.

Hamilton - mittlerweile der erfolgreichste Formel-1-Fahrer der Geschichte - ließ den als weich geltenden Rosberg über sich hinauswachsen.

Wie groß der Aufwand dahinter war und wie sehr er an die Substanz ging, hat Rosberg erst vor kurzem im SPORT1-Interview wieder verdeutlicht.

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Rosberg vs. Hamilton: Auch Max Verstappen spielte eine Rolle

„Zehn Jahre Arbeit mit einem Mentalcoach“ seien nötig gewesen, um sich die eigentlich nur bedingt in seinem Naturell liegende „Kriegermentalität“ anzutrainieren, die gegen Überfigur Hamilton unabdingbar war.

Auch Hamiltons heutiger WM-Rivale Max Verstappen spielte damals im WM-Finale eine Rolle: Um Platz 2 zu sichern, musste Rosberg auch an ihm vorbei - was schon damals eine Herausforderung war. „Als mir mein Renningenieur ins Ohr sagte ‚Du musst ihn jetzt überholen, sonst kannst du die Meisterschaft verlieren!‘, da dachte ich: Oje, ausgerechnet Max, auf einer Strecke, auf der Überholen extrem schwierig ist. Aber ich habe es getan.“

Bis heute denkt Rosberg oft an das damalige Duell mit Hamilton zurück: „Jedes Mal wenn ich Lewis gewinnen sehe, wird es klarer, warum es für mich nicht ganz so einfach war ihn zu schlagen“, merkte er bei SPORT1 an - und bekräftigte auch seine Ansicht, dass er nicht „zu früh aufgehört“ hätte.

Nico Rosberg nach Rücktritt vielbeschäftigt

Der dritte deutsche F1-Champion nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel verfolgt längst zahlreiche andere Projekte.

Rosberg ist heute ein gut vernetzter Geschäftsmann mit dem Schwerpunkt grüne Mobilität, die er auch im Motorsport vorantreibt, unter anderem auch als Teamchef in der Extreme E. Im deutschen TV war er nicht nur als Formel-1-Experte für RTL, sondern auch als Startup-Helfer in der „Höhle der Löwen“ präsent geblieben.

Der umtriebige Rosberg, der mit Ehefrau Vivian inzwischen zwei Töchter hat, ist mit seinen zahlreichen Business-Missionen vielbeschäftigt - und hat in der Formel 1 bewiesen, was er beweisen wollte. In der Idee, dem noch etwas hinzuzufügen und den Versuch zu unternehmen, den einmaligen Kraftakt gegen Hamilton zu wiederholen, sah und sieht er keinen Wert.

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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