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"Völkermord-Spiele": Uiguren-Aktivisten fordern Olympia-Verlegung

Uiguren-Aktivisten fordern Olympia-Verlegung

Winterspiele 2022: Uiguren-Aktivisten fordern Verlegung

Winterspiele 2022: Uiguren-Aktivisten fordern Verlegung © AFP/SID/PHILIP FONG

Vor der Übergabe des Olympischen Feuers haben Aktivisten der in China verfolgten Uiguren erneut vom IOC eine Verlegung der Wettbewerbe gefordert.

Wenige Stunden vor der Übergabe des Olympischen Feuers an die Organisatoren der Winterspiele 2022 in Peking (4. bis 20. Februar) in Athen haben Aktivisten der in China verfolgten Uiguren in Griechenlands Metropole vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) erneut eine Verlegung der Wettbewerbe gefordert.

"Diese Spiele dürfen nicht wie geplant stattfinden und müssen verschoben werden. Das IOC legitimiert eine der größten Menschenrechtsverletzungen des ganzen 21. Jahrhunderts", sagte die juristische Geschäftsführerin Zumretay Arkin vom Weltkongress der Uiguren am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Athen.

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"Das ist Sportswashing. Es gibt keine legitimen Gründe für die Spiele während eines laufenden Völkermords", rechtfertigte Arkin ihre Forderung weiter.

Protest an „Völkermord-Spielen“

Vertreter von Uiguren sowie der ebenfalls von Chinas Regime unterdrückten Tibeter und der zuletzt schwer unter Druck geratenen Opposition in Chinas Sonderverwaltungszone Hongkong haben sich im Vorfeld der Winterspiele zu Protesten gegen die Machthaber in Peking zusammengeschlossen.

Bereits zu Wochenbeginn hatten tibetische Demonstranten bei der Entzündung des Olympischen Feuers im antiken Olympia in Anwesenheit von IOC-Präsident Thomas Bach mit ihrer Flagge und einem Banner gegen „Völkermord-Spiele“ protestiert. Tags zuvor schon hatten Aktivisten auf der Akropolis in Athen die tibetische Fahne und Hongkongs Revolutionsfahne gehisst.

„Unsere Kampagne wird stärker sein als 2008″

Arkin kündigte in Athen auch Demonstrationen in China während der Olympia-Wettbewerbe an: "Natürlich wird es Proteste von Uiguren und Tibetanern geben." Ihre Volksgruppe sei ebenso wie Tibeter und kritische Hongkong-Chinesen einer "Überwachung orwellschen Ausmaßes" ausgesetzt, zu der Chinas Regierung durch die Sommerspiele 2008 nur noch weiter "ermutigt" worden wäre.

An den geplanten Protesten wollen sich laut Arkin auch Vertreter südmongolischer und taiwanesischer Minderheiten in China anschließen. „Unsere Kampagne wird stärker sein als 2008 und alle Unterdrückungen ans Licht bringen“, erklärte Arkin entschlossen: „Niemand wird uns aufhalten - kein IOC, keine Regierung, keine Sponsoren, keine Athleten. Wir werden nicht aufhören.“