Anzeige

Olympia: Tibet-Aktivisten rufen zum Boykott der Peking-Spiele auf

Aktivisten rufen zum Olympia-Boykott auf

Tibet-Aktivisten für Boykott der Winterspiele

Tibet-Aktivisten für Boykott der Winterspiele © AFP/SID/FABRICE COFFRINI

Zwei der drei Protestierenden, die bei der Entzündung der Olympischen Flamme für Aufsehen sorgten, haben zum Boykott der Winterspiele aufgerufen.

Zwei der drei Protestierenden, die am Montag bei der Entzündung der Olympischen Flamme für Aufsehen gesorgt haben und von Polizisten verhaftet wurden, haben zum Boykott der kommenden Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar 2022) aufgerufen.

Jason Leith, der laut eines Sprechers der in London ansässigen Organisation Free Tibet an dem Protest in Olympia beteiligt war, gab eine entsprechende Erklärung vor der IOC-Zeremonie ab.

Anzeige

"Das Internationale Olympische Komitee hat wiederholt die Gier über die olympischen Ideale gestellt, sodass es an den Regierungen in aller Welt liegt, Maßnahmen zu ergreifen und ihre Teams von Olympia 2022 in Peking zurückzuziehen", schrieb Leith. Die Proteste der Tibeter rund um die Olympischen Spiele 2008 in Peking hätten zu einem "harten Durchgreifen geführt, das Tibet zum unfreisten Ort der Welt machte".

Vollständiger Boykott würde „klare Botschaft aussenden

Die Reaktion der chinesischen Regierung auf die jüngsten Sanktionen der britischen Regierung zeige jedoch, so Leith, "dass sie sensibel auf symbolische Aktionen reagiert, die ihre Versuche stören, ein rosiges Bild vom Leben unter ihrer Herrschaft zu zeichnen".

Ein vollständiger Boykott der anstehenden Spiele würde deswegen eine "klare Botschaft aussenden, dass die Welt nicht länger tatenlos zusehen wird, wie die chinesische Regierung ihren Missbrauch kontinuierlich ausweitet".

Chemi Lhamo, die laut Free Tibet ebenfalls zu den Protestierenden gehörte, fügte hinzu: "Wir fordern die Sponsoren, die Fernsehsender und die internationalen Regierungen auf, sich nicht an einem Völkermord zu beteiligen und Peking 2022 zu boykottieren."

Zwei Männer und eine Frau hatten am Montag eine tibetische Flagge und ein Transparent mit der Aufschrift „Keine Völkermord-Spiele“ entrollt, ehe sie von Sicherheits- und Polizeikräften gestoppt wurden. Fotografen erfassten den Protest, in den vom IOC produzierten Videos war die Aktion nicht zu sehen.