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NBA: Kyrie Irving von Brookyln Nets vorerst aussortiert - ein Superstar, der immer aneckt

Der größte Egomane der NBA

Ohne Impfung: So viel Geld geht Irving verloren

Kyrie Irving polarisiert die NBA seit jeher - und scheint manchmal selbst nicht zu wissen, was ihn dabei umtreibt. Doch nun könnte der Starspieler der Brookyln Nets den Bogen überspannt haben.

Es ist erst ein paar Tage her, da lästerte die Washington Post über Kyrie Irving, der Mann sei „so klug, dass du kein Wort von dem verstehst, was er sagt“.

Irving stehe für ein „Genie, das keiner – weder du noch ich – dechiffrieren kann“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

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Da war noch nicht in vollem Umfang absehbar, in welches Chaos das Gebaren des NBA-Superstars in Diensten der Brooklyn Nets diesmal münden wird. Die Optimisten hatten sogar noch die Hoffnung auf ein Happy End.

Dass es Irving im Zweifel jedoch auf Total-Eskalation und Ausnahmesituationen für seine Franchise ankommen lässt, darf niemanden verwundern.

Kyrie Irving: Nets-Superstar verweigert Corona-Impfung

Weil er auf seinen Impfstatus pfeift und damit gegen die Corona-Protokolle in New York City verstößt, war er zunächst in Heimspielen nicht zugelassen.

Doch die Nets wollen keinen Teilzeitspieler in ihren Reihen haben, weshalb der 29-Jährige beim Topfavoriten auf den Titel nun zumindest vorerst außen vor bleiben muss.

„Angesichts der sich entwickelnden Situation und nach gründlicher Überlegung haben wir entschieden, dass Kyrie Irving nicht mit dem Team spielen oder trainieren wird“, erklärte General Manager Sean Marks in einem Statement.

Keine Extrawurst für den seit jeher zwischen spielerischem Genie, Exzentrik, Weltverschwörung und Wahnsinn oszillierendem Point Guard. Auch nicht als Teilzeitkraft nur in den Auswärtsspielen.

Brooklyn-GM: Alle Mitglieder müssen an einem Strang ziehen

Was nun aber tun im Umgang mit Irving?

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„Kyrie hat eine persönliche Einstellung, und wir respektieren sein individuelles Recht auf diese Entscheidung. Derzeit schränkt diese Entscheidung jedoch seine Fähigkeit ein, ein vollwertiges Teammitglied Mitglied zu sein“, so Marks weiter.

Denn: „Um unsere Ziele in dieser Saison zu erreichen, müssen alle Mitglieder unserer Organisation an einem Strang ziehen.“

Das klingt auch nach Druck, den die Nets aufbauen, um den einmal mehr auf Irrwegen befindlichen Irving wieder auf den rechten Pfad zu bringen.

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Wirbel auch bei den Cavs und Celtics

Doch (natur-)wissenschaftliche Erkenntnissen haben den 29-Jährigen eh noch nie interessiert, exemplarisch dafür, als Irving vor einigen Jahren behauptete, die Erde sei eine Scheibe.

Nicht zuletzt aber geht es bei Irving letztlich immer auch nur um eines: Provokation durch Egozentrik und mangelndes Bewusstsein für Teamgeist.

So hielt es der hochveranlagte Spielmacher bei all seinen Stationen vor den Nets, die ihn 2019 holten, um mit Irving als ein Baustein des Trios um die weiteren Superstars Kevin Durant und James Harden den langersehnten Titel wieder nach New York zu holen.

Rückblende: 2011 als damals 19-Jährigen hatten die Cleveland Cavaliers den in Australien geborene US-Amerikaner als Erster seines Draft-Jahrgangs verpflichtet. Noch im selben Jahr avancierte Irving zum Rookie of the Year, hatte bei den Cavs auch entscheidenden Anteil am Titelgewinn.

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Selbstsucht und Neid mit LeBron James

Dann aber missfiel ihm LeBron James‘ Status als noch bedeutsamerer Ausnahme-Akteur, während er teils nur die zweite Geige spielte - Irving forcierte seinen Trade und ging im Groll zu den Boston Celtics.

Auch an der Ostküste wurde Irving danach sein übersteigertes Ego zum Verhängnis. Er verscherzte es sich mit den Teamkollegen vollends nach dem Playoffs-Aus 2019 gegen die Milwaukee Bucks, das er trotz schwacher Performance lapidar damit abtat, er hätte „eben einfach häufiger werfen“ sollen.

Selbstsucht statt Solidarität als Prinzip. Ungeachtet aller Privilegien als Aushängeschild der Franchise suchte der auf dem Parkett zuweilen geniale Irving („Du musst du selbst sein und das tun, was für dich selbst am besten ist“) schließlich erneut das Weite und ließ sein Team im Stich.

Schwierig zu beantworten bleibt dabei indes jedes Mal die Frage, inwieweit Irving sein Scheitern durch Selbstverschulden indes tatsächlich tangiert.

Auch seinen Werbepartner Nike, der ihm stattliche 11 Millionen Dollar im Jahr bezahlt, stieß der Korbjäger einst vor den Kopf, als er einen Schuh des Sportausrüsters, der seinen Namen trug, als „Müll“ abqualifizierte. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Provokation und Boykott als Prinzip

Ohnehin spielt bei Irving der Akt des Anecken und Provozierens offensichtlich eine viel größere Rolle als ein drohender finanzieller Verlust, mag dieser noch so gewichtig ausfallen wie nun auch bei seinem Gehalt.

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Allein 400.000 Dollar sollen ihm aktuell pro Begegnung durch die Lappen gehen, die Nets zahlen ihm bis auf Weiteres nur die Hälfte seines Gehalts.

Irvings eigentliche Währung und Bezahlung mag sich eher aus der öffentlichen Resonanz auf seine streitbare Persönlichkeit speisen.

Nur so ist es zu erklären, dass seine Popularitätswerte US-Medien zufolge weiterhin hoch sind, sein Trikot mit der Nummer 11 auf Platz acht der Verkaufsrangliste der NBA-Fanartikel rangiert.

Sein Team zeigt sich ebenso (noch) loyal: „Ich will mich da nicht zu sehr einmischen. Ich gehe nicht raus und gebe Leuten Ratschläge“, sagte unlängst etwa Durant auf die Frage, ob er denn Irving beim Thema Impfen nicht zum Einlenken bringen könne.

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Aber: Irving mit Zuspruch der NBA-Kollegen

Sogar innerhalb der Liga bekommt der Provokateur trotz aller Fehltritte und Aufreger immer wieder Zuspruch, wovon auch seine Wahl zum Vizepräsidenten der Spielergewerkschaft zeugte. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)

Das war allerdings vor der Pandemie, in der Irving dann vergebens versuchte, die Saison in der Quarantäne-Bubble von Disney World in Florida zu boykottieren - und seine Teilnahme am Ende verweigerte.

Nun lässt es Irving erneut auf einen gewaltigen Machtkampf ankommen, in dem ihm seine Rolle als Widerständler offenbar gefällt.

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Ob das „Genie, das keiner dechiffrieren kann“, den Bogen damit überspannt hat, bleibt abzuwarten. Zerstört Irvings Selbstsucht am Ende gar den Titel-Traum in Brooklyn?

Die Nets, die angesichts von Durant und Harden auch ohne ihren dritten All-Star den Osten neben den Milwaukee Bucks dominieren sollten, würden „Kyrie mit offenen Armen wieder willkommen heißen“, fügte General Manager Marks noch an - aber eben „unter anderen Umständen.“

Welche Umstände Irving für sich selbst in Anspruch nimmt, vermag niemand vorherzusagen - genauso wenig, wie ihn eine plötzliche Rolle rückwärts beim Thema Impfen auszuschließen ist.

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