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FC Bayern München: Süle, Rüdiger, Ginter - wer passt am besten nach München?

Wer passt am besten zu Nagelsmann?

Süle und Rüdiger: "Wahrscheinlich beste Verteidigung Europas!"

Niklas Süles Zukunft beim FC Bayern ist ungewiss, Antonio Rüdiger oder Matthias Ginter könnten ihn beerben. Wer passt am besten? SPORT1 macht den Datencheck.

Muss sich der FC Bayern München zur neuen Saison einen neuen Innenverteidiger suchen?

Der Vertrag mit Niklas Süle läuft im kommenden Sommer aus, eine Einigung über eine Verlängerung ist aktuell nicht in Sicht.

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Der 26-Jährige, der nach einer durchwachsenen Phase unter Julian Nagelsmann wieder einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht hat, soll derzeit nicht das Gefühl haben, dass alle relevanten Vereinsvertreter an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind.

Nach SPORT1-Informationen ist ein ablösefreier Wechsel von Süle zum jetzigen Zeitpunkt daher wahrscheinlich. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Zögert Rüdiger wegen Bayern mit Chelsea-Verlängerung?

Bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger stechen sofort zwei Namen ins Auge: Antonio Rüdiger und Matthias Ginter. Die beiden Nationalmannschaftskollegen Süles wären aktuell im Sommer vereinslos, also zum Nulltarif zu haben. Das ist auch insofern ein wichtiger Aspekt, da der Rekordmeister bei einem Süle-Abgang im Sommer ebenfalls keine Ablöse kassiert.

Rüdiger soll aktuell noch mit einer Unterschrift bei seinem Arbeitgeber FC Chelsea zögern – wegen der Bayern?

„Das ist Zukunftsmusik. Wo ich bin, fühle ich mich wohl. Ich habe Verpflichtungen gegenüber meinem Klub“, sagte Rüdiger bei einer Pressekonferenz der DFB-Elf vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien. Er betonte aber auch, das kolportierte Interesse der Münchner „ehrt einen und zeigt, dass man in den letzten Monaten und Jahren viel richtig gemacht hat.“

  • Der SPORT1 Podcast „Meine Bayern-Woche“ auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App und den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und Podigee

Gladbach will im Ginter kämpfen

Auch Ginter steht beim Rekordmeister auf dem Zettel. Gladbach-Manager Max Eberl erklärte zuletzt im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1, dass es ihm im Sommer nicht möglich gewesen sei, seinem Innenverteidiger ein adäquates Angebot zu machen.

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Sendung verpasst? Der STAHLWERK Doppelpass mit Max Eberl vom 03.10.

„Wir hatten zu dem Zeitpunkt einfach nicht die finanziellen Mittel“, räumte Eberl ein. Mit der Zuschauerrückkehr sehe die Sache nun aber etwas anders aus und er wolle nun versuchen, „das Geld wieder sinnvoll und passend für die Spieler einzusetzen.“

Doch wer aus dem Trio ist aktuell der beste Innenverteidiger? Wo liegen Stärken und Schwächen? Und wer passt am besten zum Nagelsmann-Fußball? SPORT1 macht den Datencheck.

Ginter am zweikampfstärksten, Rüdiger glänzt in der Luft

Alle drei Spieler haben Gardemaß für einen Innenverteidiger: Rüdiger misst 1,90 Meter, Ginter einen Zentimeter mehr. Süle ist mit 1,96 der größte der drei DFB-Innenverteidiger.

Und sie alle haben in der Luft ihre Stärken: Süle gewann laut deltatre in seinen bisherigen Saisonspielen als Innenverteidiger 65,6 % Prozent seiner Luftduelle, Ginter im vergleichbaren Zeitraum sogar 66,7. Rüdiger setzt sich jedoch mit bisher 78% gewonnener Kopfballduelle klar durch.

In der Luft ist Rüdiger unschlagbar, bei Bodenzweikämpfen hat der ehemalige Stuttgarter aber bisweilen seine Probleme. So kommt er insgesamt nur auf 59% gewonnener Duelle (Luft und Boden), Süle in seinen Spielen als Innenverteidiger auf 65,6%.

Darum deutet bei Süle alles auf Abschied hin

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Hier tut sich Ginter hervor, der bis zum vergangenen Wochenende 72,7 % seiner Gesamtduelle gewann. Zudem sah Rüdiger bereits zweimal Gelb, Süle einmal. Ginter kam bislang ohne Verwarnung durch die Saison, ist ohnehin einer der fairsten Spieler der Liga.

Spieleröffnung: Rüdiger seltener gefragt, Süle besonders sicher

Im modernen Fußball sind die Innenverteidiger auch als Spieleröffner gefragt. Ginter und Süle, die bisweilen auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden, sind es gewohnt, das Spiel ihrer Mannschaft von hintenheraus anzukurbeln.

Als zentraler Verteidiger kommt Süle im Schnitt auf 89 Ballkontakte pro Spiel, Ginter (90) lag bis zum vergangenen Wochenende knapp darüber.

Rüdiger hat nur 70-mal pro Partie den Ball, ist im System von Thomas Tuchel, der oft tief verteidigen lässt und auf schnelles Umschaltspiel setzt, aber auch weniger als Gestalter gefragt.

Ein sicheres Aufbauspiel pflegen alle drei, Rüdiger (86% angekommener Pässe) und Ginter (lag bis zum vergangenen Wochenende bei 87,7%) weisen sehr gute Passwerte auf. Süle toppt diese Werte mit 92,3% allerdings noch.

Geschwindigkeit: Süle und Rüdiger hängen Ginter ab

Für das hoch verteidigende Nagelsmann-System ist die Geschwindigkeit in der Abwehr ein wichtiger Baustein. Niklas Süle kommt trotz seiner Statur von fast 100 Kilogramm auf einen beachtlichen Topspeed. In der aktuellen Saison wurde er mit 32,5 km/h gemessen, er erreichte allerdings in der Vergangenheit schon Spitzengeschwindigkeiten von 35 km/h!

So bewertet Nagelsmann die Gerüchte um Ginter & Co.

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Zum Vergleich: Mit 36,6 km/h knackte der Mainzer Verteidiger Jeremiah St. Juste am vergangenen Wochenende einen Bundesliga-Rekord. Er war der schnellste Spieler seit Beginn der Datenerfassung 2011. (BERICHT: Davies verliert Bundesliga-Rekord)

Ginter kann da nicht ganz mithalten, sein schnellster Sprint lag bei 33,4 km/h, in der aktuellen Spielzeit kommt er auf 31,1 km/h Höchstgeschwindigkeit. Für Rüdiger liegen in der aktuellen Saison noch keine Daten vor, er wurde in seiner Zeit bei den Blues aber ebenfalls schon mit 35,19 km/h gemessen.

Dazu passt auch ein Tweet von ihm, als er sich vor einigen Wochen über seinen (zu niedrigen) Geschwindigkeitswert bei FIFA 22 beschwerte: „35,8 km/h Höchstgeschwindigkeit auf dem Feld und nur 75 Geschwindigkeit in FIFA 22?“, fragte er erstaunt nach.

Fazit

Egal, welcher der drei Nationalspieler in der kommenden Saison das Trikot des Rekordmeisters tragen wird, alle agieren auf sehr hohem Niveau.

Rüdiger hat seine Vorteile in der Luft, Ginter ist insgesamt am zweikampfstärksten. Im Spielaufbau sind alle drei sicher, Süle weist hier die besten Werte auf.

Und in puncto Speed gehören Rüdiger und Süle sicherlich mit zu den schnellsten Innenverteidigern im europäischen Vergleich.