Anzeige

GFL: Monarchs, Unicorns, Hurricanes und Royals wollen in den German Bowl

Halbfinal-Fieber in der GFL

GFL-Playoffs: Aus für Meister Braunschweig

Es ist nur noch ein Schritt bis zum großen Ziel. Die Dresden Monarchs und die Schwäbisch Hall Unicorns gelten als Favoriten auf den Einzug in den German Bowl.

Die Euphorie in Football-Sachsen ist vor dem Halbfinale der SharkWater GFL der Dresden Monarchs gegen die Saarland Hurricanes (Sa. ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) nicht zu verleugnen.

Erstmals seit 2013 dürfen die Monarchs wieder daheim in einem Halbfinale antreten, damals zogen sie auch ins Finale ein.

Anzeige

Monarchs befeuern Begeisterung der Fans

Dieses Jahr hat man nicht nur ziemlich souverän Rekordmeister Braunschweig in der Punktrunde hinter sich gelassen. Im letzten Punktspiel gegen Potsdam und auch im Viertelfinale gegen die Allgäu Comets befeuerte die Mannschaft die Begeisterung ihrer Fans mit überlegenen Vorstellungen des Angriffs gegen eigentlich hoch eingeschätzte Verteidigungen.

Und nun das: Nicht nur muss man diesmal in den Playoffs nicht nach Schwäbisch Hall wie fast immer nach 2013, was stets das Ausscheiden bedeutete. Sondern erwartet mit den Saarland Hurricanes einen Gegner, der vor der Saison wohl selbst in den kühnsten Träumen nicht damit gerechnet hatte, so weit kommen zu können.

Doch in der Vorrunde der SharkWater GFL Süd gewannen die Saarländer alle Spiele bis auf die gegen die Unicorns, setzten sich auch im Viertelfinale mit 35:16 gegen Köln durch.

Dass fünf Touchdown-Pässe von Josh Goldin auf vier verschiedene Receiver für die Punkte sorgten, bestätigte das offensichtliche Markenzeichen der Hurricanes, die Teamleistung im Angriff. Elf verschiedene Spieler fingen mindestens einen der bisher 39 Touchdown-Pässe der Saarländer 2021.

Die Basis für den Erfolg war aber eine immer noch etwas unterschätzte Tugend des Aufsteigers: Die Verteidigung begrenzte - unter anderem mit drei Interceptions, die allesamt von Chaz Elder gefangen wurden - den mindestens ebenso stark eingeschätzten Passangriff der Kölner entscheidend in seiner Wirkung.

undefined

Und da beginnen vielleicht die Probleme auch für die Dresdner Gastgeber, bei denen die meisten wohl eher erwartet hatten, es noch einmal mit den aus der eigenen Gruppe bekannten Kölnern zu tun zu bekommen. Die Erwartungen an die Monarchs sind hoch, der 50:13-Viertelfinalsieg gegen die Allgäuer schraubt die Messlatte vielleicht ins Unermessliche.

Anzeige

Nach zweieinhalb Vierteln stand es da 45:0, das sah leicht und locker aus. Die Frage bleibt aber, wie die Monarchs mit einer Situation umgehen können, wenn die Hoffnung auf frühe Touchdowns sich nicht erfüllt.

Weniger Druck haben jedenfalls die Gäste. Der australische Cheftrainer Christos Lambropoulus und seine Spieler haben eigentlich sämtliche Saisonziele bereits erreicht und übertroffen. Sie fühlen sich auch pudelwohl in der Rolle des Außenseiters. Dabei müssen sie sich im Einzelvergleich der jeweiligen Offenses ja keineswegs verstecken.

Hurricanes nicht chancenlos in Dresden

Was den Dresdnern ihr Quarterback Kyle J. Carta-Samuels ist, ist ihnen Josh Goldin (mit leicht höherem Wert beim Passer Rating). Die Rolle von Darrell Stewart Jr. spielt in Saarbrücken Victor Wharton III (mit etwas mehr Passfängen pro Spiel): gegnerische Verteidiger auf sich ziehen, um die europäischen Receiver (in Dresden der Tscheche Radim Kalous oder Robin Wilzeck; im Saarland Marvin Fuchs, Marcel Baumbach und eine ganze Heerschar) anspielbar werden zu lassen.

Geht es nach den Statistiken über die gesamte Saison, wäre die Defense der Saarländer zahlenmäßig stärker einzuschätzen als die der Monarchs. Doch waren die Gegner in den Punktspielen ja auch andere, außerdem war die Monarchs-Defense zuletzt in den entscheidenden Spielen doch zum Bollwerk geworden. Dies und die größere Erfahrung in umkämpften K.O.-Spielen zählt am Ende wohl viel für Dresdner.

Potsdam fordert Schwäbisch Hall

Geballte Playoff-Routine auf der einen und einen frischen Höhenflug auf der anderen Seite gibt es auch im zweiten Halbfinale: Die Schwäbisch Hall Unicorns wollen zum neunten Mal in einen German Bowl einziehen, die 2005 gegründeten Potsdam Royals stehen erstmals in einem Halbfinale.

Völlig überraschend kommt dies nicht. „Vor der Saison war bereits erkennbar, was für ein Team dort in Potsdam zusammengestellt wird“, sagt Schwäbisch Halls Head Coach Jordan Neuman. „Es war schnell klar, dass sie 2021 ein klarer Playoff-Kandidat sein werden.“ Die Potsdamer hatten diesmal bei der Auswahl ihrer amerikanischen und europäischen Leistungsträger ein sehr gutes Händchen. Vor allem gelang es ihnen aber, ihre bis 2019 kaum sattelfeste Verteidigung zu stabilisieren.

undefined

Anzeige

Die stärksten Akzente setzte dennoch ein Angreifer. US-Running Back Jake Mayon kam mit seinen Läufen pro Spiel im Schnitt auf 163 Yards Raumgewinn und insgesamt auf 22 Touchdowns in elf Spielen. Abgesehen von der individuellen Klasse des Amerikaners, der letztes Jahr seine NFL-Ambitionen wegen der Corona-Auswirkungen auf Eis hatte legen müssen, trumpfen die Potsdamer aber im Angriff auch mit Variablität auf.

Mit dem Amerikaner P.J. Settles und dem Italiener Giovanni Rescigno verfügen sie über zwei Quarterbacks mit unterschiedlicher Spielanlage und wechseln so teilweise von Angriffsserie zu Angriffsserie ihre taktische Ausrichtung.

In Schwäbisch Hall werden die Potsdamer vor allem aber über ihre Verteidigung ins Spiel finden müssen. Bei den Unicorns vertraut Quarterback Alexander Haupert auf eine ganze Riege an erstklassigen Anspielstationen, unter denen Ex-NFL-Profi Moritz Böhringer inzwischen auch als „Mentor“ des einheimischen Nachwuchses heraussticht.

Hier setzen die Potsdamer unter anderem aber auch auf Akteure, die früher selbst für die Unicorns gespielt haben und auf die es so im Halbfinale besonders ankommen könnte: Defensive Lineman Michael Kimpiabi und Defensive Back Adehkeem Brown.

Verzichten müssen die Unicorns, die ansonsten in Bestbesetzung antreten können, auf Lucas Schäfer. Der Tight End hatte sich beim Haller 38:13-Erfolg gegen Braunschweig im Viertelfinale am vergangenen Samstag eine Ellenbogenverletzung zugezogen, die zwar weniger schlimm als zunächst befürchtet ausfiel, aber seinen Einsatz verhindert.

Die GFL auf SPORT1 - powered by Football Aktuell