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Olympia 2021: Ryan Crouser holt Kugel-Gold mit irrer Seire

US-Koloss dominiert und rührt

Ryan Crouser siegte im Kugelstoßen auf unfassbare Weise

Ryan Crouser siegte im Kugelstoßen auf unfassbare Weise © Imago

Nach dem Mega-Rekord in der Vorbereitung kürt sich Ryan Crouser zum Olympiasieger im Kugelstoßen - mit einer irrwitzigen Machtdemonstration.

Weltrekordler Ryan Crouser aus den USA hat in Tokio wie schon 2016 in Rio Olympia-Gold im Kugelstoßen geholt und dabei eine denkwürdige Machtdemonstration dargeboten.

Der 28-Jährige setzte sich am Donnerstag mit gewaltigen 23,30 m und einer geradezu unglaublichen Serie durch.

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Mit jedem seiner sechs Stöße übertraf der 145-Kilo-Mann den Olympischen Rekord, den er selbst vor fünf Jahren mit 22,52 m aufgestellt hatte. Seinen eigenen Weltrekord verpasste Crouser im letzten Durchgang nur um sieben Zentimeter. Seine Stöße bis dahin: 22,83 - 22,93 - 22,86 - 22,74 - 22,54.

Ryan Crouser mit Zettel an verstorbenen Opa

Seinen Sieg widmete Crouser seinem Großvater Larry, der kurz vor den Spielen verstorben war. “Opa, wir haben es geschafft. Olympiasieger 2020″, stand auf einem Zettel, den er bei seiner Siegesfeier präsentierte.

Im Hof seines Opas hatte Crouser seine ersten Stöße mit der Kugel vollführt. Dass er seinen zweiten Olympia-Triumph nicht mehr miterleben konnte, stimmte den Enkel “traurig, aber ich habe das Gefühl, dass er es geschafft hat, im Geiste bei uns zu sein”.

Crousers Zettel ist nicht die erste Botschaft, die er in dieser Form an den Opa gesandt hat: Schon zu Lebzeiten war es zuletzt sein Weg, mit ihm zu kommunizieren, nachdem der Großvater sein Gehör verloren hatte.

Ryan Crouser hatte vor Olympia Weltrekord pulverisiert

Silber holte Weltmeister Joe Kovacs, der damit wie in Rio den US-Doppelsieg perfekt machte. Mit seinen 22,65 m hätte er bei sämtlichen vergangenen Sommerspielen Gold geholt. Bronze in einem absolut hochklassigen Wettkampf ging an den Neuseeländer Tomas Walsh (22,47). Die Besetzung des Podiums war exakt dieselbe wie in Rio 2016 - ein Novum in der olympischen Geschichte.

Crouser hatte Ende Juni bei den US-Ausscheidungen mit 23,37 m die Sportwelt geschockt, als er den fast drei Jahrzehnte alten Rekord seines Landsmanns Randy Barnes um gleich 25 Zentimeter verbesserte (Diskussion um Bestmarke: War Crousers Rekord ungültig?).

Ein deutscher Kugelstoßer war in Tokio nicht am Start. Der zweimalige Weltmeister David Storl fehlte im deutschen Olympia-Aufgebot, er hatte in dieser Saison wegen Verletzungsproblemen keinen Wettkampf bestritten.

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