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NBA: So wird Russell Westbrook die Lakers mit LeBron und Davis verändern

Lakers und Westbrook: Showtime oder Schwachsinn?

Dennis Schröder ist bei den Lakers aufs Abstellgleis geraten

Dennis Schröder ist bei den Lakers aufs Abstellgleis geraten © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago

Mit Russell Westbrook werden die L.A. Lakers in der nächsten Saison über ein Superstar-Trio verfügen. Das ist keine gute Nachricht für Dennis Schröder. Ob es eine gute für die Lakers ist, darf man bezweifeln.

LeBron James, Anthony Davis und Russell Westbrook!

Nach allem, was sich derzeit abzeichnet, wird dieses Trio die Los Angeles Lakers in die kommende NBA-Saison führen.

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Das sind insgesamt fünf MVP-Auszeichnungen und stolze 34 All-Star-Nominierungen. Darüber hinaus stünden dann mit LeBron (99) und Russ (184) zwei Profis bei den Lakers im Kader, die zu den fünf Spielern mit den meisten Triple-Doubles in der NBA-Historie gehören. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Die anderen drei sind Oscar Robertson, Jason Kidd und Magic Johnson.

Apropos Magic: In Los Angeles weckt das neue Star-Trio schon Erinnerungen an das wohl legendärste Dreigestirn der Lakers.

In den 1980ern prägte Johnson zusammen mit Kareem Abdul-Jabbar und James Worthy die “Showtime”-Ära. Es war die Zeit, in der das Basketball-Spektakel Einzug hielt in Los Angeles. Garniert mit zahleichen Meisterschaften.

Tritt das neue Lakers-Trio in die Fußstapfen von Magic und Co.?

Nicht weniger als das wird in der Hollywood-Stadt jetzt wieder erwartet, wenn die Lila-Goldenen in Person von Westbrook einen weiteren Superstar dazubekommen werden.

Auch wenn der Deal mit den Washington Wizards, an dem auch die Indiana Pacers beteiligt sein sollen, erst am 6. August offiziell verkündet werden kann, wenn der Salary Cap feststeht: Niemand zweifelt mehr ernsthaft daran, dass er zustande kommt. Zumal sich Westbrook bereits von den Wizards verabschiedet hat und von Superstar LeBron James schonals Neu-Laker gefeiert wurde.

Doch kann der 32-Jährige, der in Kalifornien aufwuchs, die Hoffnungen der Laker-Nation überhaupt erfüllen?

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Schröder der größte Verlierer des Westbrook-Trades

Zunächst einmal ist er als Point Guard nominell ein Upgrade zu Dennis Schröder in der abgelaufenen Saison. Der Braunschweiger dürfte der größte Verlierer dieses Mega-Deals werden, mit dem die Lakers Kyle Kuzma, Montrezl Harrell und Kentavious Caldwell-Pope in die Hauptstadt verschiffen.

Schröder wird mittlerweile wohl zumindest ins Grübeln gekommen sein, ob es vor ein paar Wochen wirklich eine so gute Idee gewesen ist, das Angebot zur Vertragsverlängerung bei den Lakers für 84 Millionen Dollar in den nächsten vier Jahren abgelehnt zu haben.

Er ist zwar Free Agent und könnte sich theoretisch den neuen Klub aussuchen. Doch in der Praxis dürfte sich das als ziemlich schwierig erweisen. Schließlich ist der 27-Jährige nicht der einzige Point Guard auf dem Markt.

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Auch Paul und Lowry sind Free Agents

Mit Chris Paul, Kyle Lowry und Mike Conley hat der deutsche Nationalspieler große Konkurrenz. Auch Spencer Dinwiddie und Lonzo Ball brauchen sich nicht hinter Schröder zu verstecken. In einem Ranking der begehrtesten Free Agents von CBS steht Schröder derzeit sogar nur auf Platz sieben unter den Point Guards.

Doch zurück zu Westbrook. Er hat auch bei den Wizards in der abgelaufenen Saison fantastische Werte aufgelegt. Im Schnitt kam er auf 22,2 Punkte, 11,5 Rebounds und 11,7 Assists.

Vor allem seine Pass-Qualitäten könnten die Lakers noch einmal auf eine neue Stufe heben. In der letzten Spielzeit lag L.A. nur auf den 18. Platz bei den pro Spiel erzielten Punkten nach Assists.

Diese Zahlen sprechen gegen Westbrook

Andere Zahlen dagegen lassen daran zweifeln, ob Westbrook tatsächlich ein Gewinn für die Lakers wäre.

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Er könnte zwar als primärer Ballhandler sicherlich für produktive Entlastung sorgen, wenn LeBron mal eine Auszeit braucht. Aber mit einer Dreierquote von 31,5 Prozent aus der vergangenen Saison ist er sicherlich keine Verstärkung in dem Bereich, in dem der 17-malige NBA-Champion bestenfalls Mittelmaß darstellt.

Und die Quote dürfte sich weiter verschlechtern. Denn mit Kuzma und Caldwell-Pope geben sie die beiden Spieler ab, die in der vergangenen Saison noch die meisten Dreier verwandelt haben. Leader LeBron ist trotz 36,5 Prozent aus der Distanz ebenfalls nicht der tödlichste Dreierschütze, Davis traf in der abgelaufenen Saison gar nur schlechte 26 Prozent.

So gesehen, wäre Buddy Hield die bessere Alternative gewesen. Der Guard der Sacramento Kings, den die Lakers ebenfalls auf dem Zettel hatten, kam in der vergangenen Saison auf knapp 40 Prozent verwandelter Dreier.

Viele Experten gehen daher bereits jetzt davon aus, dass sich die Lakers in der Free Agency noch nach dem einen oder anderen günstigen Scharfschützen umschauen werden.

Ein weiteres Fragezeichen steht hinter dem Spielstil, der in seiner jetzigen Form noch so überhaupt nicht zu den Stärken von Westbrook passt. Denn der spielte umso besser, je kleiner die Aufstellung war. Bestes Beispiel: die kurze Zeit bei den Houston Rockets. Dort konnte er immer dann am besten schalten und walten, wenn kein Big Man der Rockets auf dem Feld stand.

Wie harmoniert Westbrook mit Davis?

Bei den Lakers aber standen zuletzt meist zwei Spieler gleichzeitig auf dem Court, die Center spielen könnten. Ein nomineller Center, Marc Gasol oder Andre Drummond, und eben Superstar Davis.

Der hätte zwar auch die Statur und die Fähigkeiten, auf der 5 zu spielen, zieht die Position des Power Forwards aber vor.

Wie Westbrook mit den zwei Big Men im Team sein raumgreifendes Spiel aufziehen will, zumal auch LeBron nicht wenig Platz für seinen Stil braucht, ist nur eine von vielen spannenden Fragen, die der Trade aufwirft.

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Wie die Lakers diese Fragen beantworten werden, dürfte maßgeblichen Einfluss darauf haben, ob das neue Supertrio tatsächlich an die glorreichen Zeiten des alten anknüpfen kann.