Anzeige

Formel 1: Kimi Räikkönen über Michael und Mick Schumacher und seine Zukunft

Räikkönen: „Nicht mehr mein Problem“

Hamilton-Manöver: "Eher clever als unfair"

Kimi Räikkönen gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Formel 1 und hat die meisten Rennen auf dem Buckel. Bei SPORT1 spricht er über seine Zukunft und Mick Schumacher.

Er ist der Pilot mit den meisten Formel-1-Rennen. Ob er weitermacht, weiß Kimi Räikkönen aber noch nicht. Ein Gespräch über Autos, Kimis Kinder und Mick Schumacher als potentiellen Nachfolger. (Das F1-Wochenende in Großbritannien hier im LIVETICKER)

SPORT1: Herr Räikkönen, wir wissen, dass Sie auch an Straßenautos interessiert sind. Sie haben erst kürzlich einen Alfa Giulia GTAm getestet. Das Auto erscheint als sportliche Sonderedition zum 110-jährigen Jubiläum von Alfa Romeo und hat 540 PS. (NEWS: Alles zur Formel 1)

Anzeige

Kimi Räikkönen (41/lacht): Eine echte Testfahrt war es eher nicht. Ich bin zehn Runden gefahren. Aber klar, das Auto ist leichter, hat mehr PS. Es ist aber kein Rennauto, sondern ein Auto für den täglichen Gebrauch. Man kann damit zum Einkaufen fahren, aber auch mal auf eine Rennstrecke, wenn man Lust drauf hat. Es ist ein sehr nettes Auto, das steht fest.

SPORT1: Sie tauchen derzeit zusammen mit Ihrer Frau auch in TV-Spots für Alfa-Romeo auf, die schon Kultstatus haben. Sie wirkten sehr relaxt dabei und scheinen auch viel Spaß zu haben.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motor & Sport Magazin – Sonntag ab 21.45 Uhr im TV und STREAM auf SPORT1

Räikkönen: Der Dreh dauerte etwa drei Tage, man braucht also viel Zeit dafür. Ja, ich hatte Spaß dabei, auch wenn es bestimmt nicht meine Hauptbeschäftigung werden wird, in Filmen mitzuwirken.

SPORT1: Eine pikante Frage: Stehen Sie mehr auf italienische Autos oder auf deutsche?

Räikkönen: Ehrlich gesagt, interessieren mich Autos nicht mehr so wie zu der Zeit, als ich gerade den Führerschein gemacht habe. Als ich in Finnland jeden Tag Auto gefahren bin, meinen Spaß dabei hatte, besonders im Winter, auf verschneiten Straßen. Heute benutze ich das Auto nur noch als Gebrauchsgegenstand. Um von A nach B zu kommen. Aber natürlich habe ich eine besondere Beziehung zu italienischen Autos – ich bin den größten Teil meiner Karriere ja auch für italienische Hersteller gefahren.

Räikkönen sieht Vettels Meinung zur Umwelt positiv

SPORT1: Machen Sie sich auch Gedanken über E-Mobilität?

Räikkönen: Nicht so viel. Es geht ja nicht nur um Autos. Wir werden in Zukunft viele Dinge mit reinem Elektroantrieb sehen, auch Fahrräder oder Motorräder. Das Endprodukt ist sicher für die Umwelt das Beste, aber ob der Weg zu eben diesem Endprodukt das auch ist, da bin ich mir noch nicht so sicher. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Anzeige

SPORT1: Ihr Freund Sebastian Vettel bekennt sich zu einer grünen Zukunft. Er fordert auch, dass die Formel 1 da schneller Maßstäbe setzen muss. Er machte sogar öffentlich, dass er bei den Bundestageswahlen in Deutschland im Herbst die Grünen wählen wird. Finden Sie es gut, dass ein Rennfahrer so offen damit umgeht?

Räikkönen: Warum nicht? Er hat eine klare Meinung und Umweltbewusstsein sollte alle Menschen auch wegen ihrer Kinder etwas angehen. Im Rennsport kann man dabei Dinge schneller entwickeln, damit sie später für jedermann zugänglich werden.

Kimi Räikkönen ist zwar nicht mehr der schnellste Pilot. Dennoch gehört der Finne, der seit 16. Oktober 2019 40 Jahre alt ist und seit diesem Jahr für Alfa Romeo fährt, immer noch zu den interessantesten Figuren der Formel 1
Kimi Räikkönen ist zwar nicht mehr der schnellste Pilot. Dennoch gehört der Finne, der seit 16. Oktober 2019 40 Jahre alt ist und seit diesem Jahr für Alfa Romeo fährt, immer noch zu den interessantesten Figuren der Formel 1 © Getty Images
Der "Iceman" - hier mit seiner Frau Minttu beim Monaco-GP - gilt als großer Schweiger. Wenn er aber mal spricht, dann haben die Zuhörer meistens was zu lachen. Manche Sprüche sind so legendär, dass es sie inzwischen sogar auf T-Shirts gibt. SPORT1 hat Räikkönens beste Sprüche gesammelt © Getty Images
Kimis neuester Brüller kommt aus Österreich: Auf die Frage, warum er den Mittelfinger in Richtung von Lewis Hamilton gereckt habe, nachdem dieser ihn blockiert hatte, antwortete er: "Ich habe mir die Flugzeuge da oben angesehen und auf die Flugzeuge gezeigt." © Getty Images
Warum er sich für den Beruf des Motorsportlers entschieden habe, will jemand wissen. Die ehrliche Antwort des Finnen: "Weil ich da nicht so früh aufstehen muss" © Getty Images
Anzeige
Vor dem Großen Preis von Kanada fragt ein Reporter nach der Freizeitgestaltung des "Iceman". "Kimi, wie hast du die Tage vor dem Kanada GP in Montreal verbracht?" Die Antwort: "Ich kam am Dienstag hier an. Also war ich gestern hier" © Getty Images
Der "Iceman" soll erklären, wie die Zusammenarbeit im McLaren-Team so funktioniere. "Die haben es schwerer mit mir als andersherum. Ich bin manchmal ein bisschen faul", lautete seine entspannte Antwort © imago
Ein Reporter will wissen, ob Räikkönen eine besondere Beziehung zu seinem Helm hat, so wie zahlreiche andere Piloten. Was sagt der Finne? "Ich putze ihn, damit ich besser sehe" © Getty Images
Als ein finnisches TV-Team am Donnerstag vor Saisonbeginn dem "Iceman" Fragen stellen will, antwortet der: "Kommt morgen wieder, heute bin ich noch im Urlaub" © Getty Images
Anzeige
Über seinen Ruf als störrischer Schweiger sagt Räikkönen einmal: "Es interessiert mich nicht, was andere Leute über mich denken. Ich bin nicht Michael Schumacher" © Getty Images
Zu den Sponsoren hat Räikkönen seit jeher ein besonderes Verhältnis. Auf die Frage, was Uhrenhersteller "TAG Heuer" so besonders machen würde, entgegnet dieser: "Es ist ok" © Getty Images
Als ein Journalist ihn bittet "Kimi, kannst du uns ein bisschen was sagen", ist die Reaktion von Räikkönen: "Yeah, eins, zwei...drei." © Getty Images
2010 und 2011 nimmt Räikkönen an der Rallye-WM teil und sucht sich Kaj Lindström als Co-Piloten aus. Seine Begründung? "Ich wollte einen erfahrenen Beifahrer, damit wenigstens einer im Auto weiß, was er tut" © Getty Images
Anzeige
Auf die Frage, warum er in die Formel 1 zurückgekehrt ist, antwortet Räikkönen simpel: "Ich hatte gerade nichts anderes vor" © imago
Was denn das Beste daran sei, ein Formel-1-Fahrer zu sein, will ein Reporter von Räikkönen wissen: "Bestimmt nicht mit den Medien zu sprechen. Ich bin kein großer Fan beschissener Fragen" © imago
Nachdem ihn die aggressive Fahrweise von Sergio Perez einen Spitzenplatz gekostet hat, giftet er in Richtung des Mexikaners: "Der wollte mein Rennen ruinieren. Vielleicht muss man ihm mal aufs Maul hauen, damit er kapiert, wie er fahren muss" © imago
Sein wohl berühmtester Spruch: Als ihm Ingenieure in Abu Dhabi 2012 kurz vor dem Ziel immer wieder den Rennstand durchgeben, funkt Räikkönen: "Lasst mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue" - dieser Spruch wird später sogar auf T-Shirts mit seiner Unterschrift gedruckt © Getty Images
Anzeige
Ein Reporter will von Räikkönen wissen, wie er die neue Strecke in Singapur beschreiben würde. Die legendäre Antwort des "Iceman": "Es ist an manchen Stellen eng, an anderen breit - das hängt davon ab, wo man ist" © Getty Images
Auch für seine Fahrer-Kollegen hat er gerne einen Spruch parat. Als Lewis Hamilton (l.) seinen ersten GP-Sieg gewohnt überschwänglich damit beschreibt, dass sich dieser besser als Sex anfühlt, meinte Räikkönen: "Vielleicht hatte er noch nie Sex" © Getty Images
Fernando Alonso (l.) ist bekannt für Psychospielchen - nur bei Teamkollege Räikkönen biss er damit auf Granit: "Es könnte mich nicht weniger interessieren, was dieser Mann denkt" © Getty Images
Vermutlich keiner empfing Formel-1-Neulinge so herzlich wie Räikkönen. So antwortete er auf die Frage, welchen Rat er den Neulingen Nico Rosberg und Scott Speed geben würde: "Ich hoffe, dass sie leicht zu überrunden sind" © Getty Images
Anzeige
Tanzen ist offenbar nicht so Räikkönens Sache. Über die Feier zum finnischen Unabhängigkeitstag im Schloss des Präsidenten sagt er: "Ich denke, ich werde den Teil mit dem Tanzen überspringen. Jemand anderes soll mit Jenni (seine damalige Ehefrau, Anm. d. Red.) tanzen, wenn sie will" © Getty Images
Dafür hat er offenbar andere Hobbys - oder will das zumindest dem Reporter weismachen, als dieser danach fragt. "Ich sammle Walnüsse", sagt Räikkönen kühl © Getty Images
Angesprochen auf seine Biographie spricht Räikkönen im Podcast "Beyond the Grid" über die Zeit, in der er 16 Tage am Stück betrunken war: "Solange du an mehr Tagen trinkst als du verkatert bist, ist alles fein. Und damals haben die Zahlen sicher gestimmt!" © Getty Images
Auf die Frage, ob es ihm manchmal im Auto langweilig ist: "Nur wenn ich meilenweit vorne bin, wie in Melbourne letztes Jahr. Dann denkt man über andere Dinge nach oder spielt mit den Knöpfen am Lenkrad. Dann habe ich den Bremspunkt verpasst" © Getty Images
Anzeige
Eine interessante Diskussion entsteht eines Tages rund um ein neues Tattoo, das er sich stechen hatte lassen. "Kimi, du hast ein heißes Tattoo auf dem Arm - was ist das?". Antwort: "Es ist ein Tattoo." Frage: "Und was bedeutet es?" Antwort: "Nichts, gar nichts." Frage: "Ist es permanent?" Antwort: "Das weiß ich nicht" © Getty Images
Als Räikkönen darauf angesprochen wird, dass er die Präsentation von Pelé gerade verpasst hat und ob er darüber hinwegkommen würde, konterte dieser: "Ja. Ich war kacken" © Getty Images
Ein Reporter will wissen, wie Räikkönen den fünften Platz in der Startaufstellung findet. Dessen Antwort: "Es ist der fünfte Platz in der Startaufstellung" © Getty Images
Räikkönens schonungslos ehrliche Antwort auf die Frage eines Scheichs, was für Voraussetzungen sein Sohn braucht, damit er Formel-1-Fahrer wird: "Ich hoffe, dass du viel Geld hast" © Getty Images
Anzeige
Am Rande des Bahrain-GP 2017 wird Räikkönen gefragt, warum der Kurs ihm denn so gut liegt. Seine trockene Antwort lautete: "Weiß ich doch nicht. Geh' und frag' den Kurs" © Getty Images
Große Feier zum 300. Rennen in seiner F1-Karriere? Räikkönen hat darauf wenig Lust: "Ich habe dem Team schon vor einer ganzen Weile gesagt, dass ich hier wirklich nichts anderes will als bei jedem anderen Rennen. Ich versuche, sie zu zwingen, alles abzusagen. Aber da hatte ich bisher keinen großen Erfolg" © Getty Images
Als die Presse erneut nach dem Jubiläum fragt, antwortet der Finne: "Zahlen interessieren mich nicht. Ob es 300 Grands Prix sind oder 20.000 Rennen, das ist mir doch egal. Ich war nie ein Bestmarkenjäger, das hat mich nie gekratzt. Ich mach, was mir gefällt" © Imago
Kein Spruch, aber der Ausdruck von Räikkönen über den neuen Alfa-Romeo-Partner "Little Mole" sagt wohl sowieso mehr als 1000 Worte © Imago

Räikkönen-Kinder schon motorenbegeistert

SPORT1: Wir haben Max Verstappen, wir haben Mick Schumacher. Wann werden wir Ihren Sohn Robin Räikkönen in der Formel 1 sehen?

Räikkönen: So weit will ich noch nicht gehen. Im Moment fährt er zwar inbrünstig Gokart und liebt alles, was einen Motor hat. Er fährt manchmal einen ganzen Nachmittag seine Runden, manchmal auch weniger weil er Lust auf was anderes hat. Das Gleiche gilt übrigens auch für meine jüngere Tochter, die auch langsam anfängt, sich für alles zu interessieren, was sich bewegt. Ich werde auf jeden Fall alles fördern, worauf sie Spaß haben. Egal, was es ist. Aber erzwingen werde ich gar nichts.

Entdecke die Welt der SPORT1-Podcasts auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App sowie auf den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Google Podcast, Amazon Music, Deezer und Podigee abrufbar

SPORT1: Kann man denn schon erkennen, ob Robin Talent hat?

Räikkönen: Danach habe ich noch gar nicht geschaut. Er ist sechs Jahre alt. Er muss es erst einmal genießen, was er macht. Das kann auch Fußball oder ein anderer Sport sein. Aber ich denke, bevor er zwölf Jahre alt ist, sollte man nicht über Talent nachdenken. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Anzeige

Räikkönen über Mick und Michael Schumacher

SPORT1: Wie bewerten Sie Mick Schumachers F1-Debüt?

Räikkönen: Es ist schwierig für ihn zu glänzen, weil das Auto nicht wirklich schnell ist. Auf der anderen Seite ist das auch gut für ihn. Denn die Leute wissen, dass das Auto nicht gut ist. Wenn er trotzdem starke Rennen fährt und seinen Speed zeigt, ist das positiv. Mit dem Namen hat er natürlich viel Druck. Das schlechtere Auto verschafft ihm einen einfacheren Start, weil die Erwartungen gering sind. Er hat so mehr Zeit, die Dinge zu lernen. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

SPORT1: Fühlen Sie sich alt, weil Sie schon gegen die Väter von Max und Mick gefahren sind?

Formel 1: Väter und Söhne in der Königsklasse

Räikkönen: Nein, überhaupt nicht. Ich fühle mich manchmal alt, wenn ich morgens aufwache, aber nicht im Rennauto auf der Rennstrecke.

SPORT1: War Michael Schumacher so speziell, wie viele sagen?

Räikkönen: Ja, natürlich, weil er mit jedem Auto schnell war und erfolgreich. Ich hatte immer gute Rennen gegen ihn, es war nett. Auch später, als ich mein Comeback hatte und er ebenfalls. Wir haben immer eine gute Balance gefunden.

Räikkönen: Zukunft? Noch offen

SPORT1: Wie sehr haben Sie sich für Ihren Freund Sebastian Vettel gefreut, als er in Baku wieder aufs Podium fuhr? Nachdem viele schon gemeint haben, er hätte das Fahren verlernt.

Anzeige

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Räikkönen: Ja, ich habe mich für ihn gefreut. Was die Kritik betrifft: So funktioniert die Formel 1. Da bist du der Held, die Niete, dann wieder der Held. Da gebe ich aber mal gar nichts drauf. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Es ist vollbracht! Mick Schumacher hat seinen ersten Sieg in der Formel 2 gefeiert. Der 20-Jährige gewann am 4. August 2020 den 16. Saisonlauf im Unterbau der Königsklasse nach einer souveränen Vorstellung von der Pole Position © Getty Images
Schumacher blieb fehlerlos und sicherte den Sieg letztlich mit 1,4 Sekunden Vorsprung auf den Japaner Nobuharu Matsushita. Das zuvor beste Ergebnis war dem Sohn von Michael Schumacher Ende Juni in Österreich mit Platz vier nach einer Aufholjagd gelungen © Imago
Zuletzt hatte Schumacher für ein weiteres Highlight gesorgt. Im Weltmeister-Ferrari F2004 seines Vaters drehte Deutschlands Rennsport-Nachwuchshoffnung drei Runden am Hockenheimring. Dabei sorgte er für große Emotionen © Getty Images
"Es war unglaublich, cool. Ich war richtig nostalgisch, in diesem Auto zu sitzen", sagte der 20-Jährige nach der Showeinlage. "Ich hoffe, dass ich in der Formel 1 hier oder irgendwo anders in Deutschland noch fahren kann" © Getty Images
Anzeige
In der vorangegangenen Saison fuhr der 20-Jährige in der Formel 3 diverse Siege ein und schnappte sich am Ende die Meisterschaft. Im Anschluss verkündete sein Prema-Racing-Team, dass Schumacher 2019/20 in der Formel 2 startet © SPORT1-Grafik: Heinemann/ Knigge/ Getty Images/ Picture Alliance
Nach dem Triumph in der Formel 2 in der Saison 2020 lautet der nächste logische Schritt: Königsklasse. Ab 2021 ist es so weit. Die Formel 1 hat wieder einen Schumacher. SPORT1 zeigt die Karriere des Senkrechtstarters in Bildern © SPORT1-Montage: Veith Nurtsch/Getty Images/iStock
Bevor der Schumi-Spross im professionellen Motorsport seinen Platz findet, sorgt er auf der Kartbahn für Furore. Um Medien-Trubel zu vermeiden, tritt er aber nicht unter seinem echten Namen an, sondern fährt unter dem Pseudonym "Mick Betsch" - dem Mädchennamen seiner Mutter Corinna © imago
2013 belegt er bei der deutschen Junioren-Kartmeisterschaft den dritten Platz. Im Jahr darauf fährt er unter dem Namen "Mick Junior" bei internationalen Meisterschaften. Bei EM und WM wird er jeweils Zweiter © imago
Anzeige
2015 erscheint der damals 16-Jährige erstmals auf der ganz großen Bildfläche. Mit dem Namenszug "M. Schumacher" auf dem Overall startet er für Van Amersfoort Racing in der ADAC Formel 4 © Getty Images
Bei seinem ersten Rennen in Oschersleben kommt er als Neunter ins Ziel und sammelt direkt die ersten Punkte. Nach dem Rennen wird er als Bester Rookie ausgezeichnet. Im dritten Rennen des Wochenendes gelingt Schumacher vom zweiten Platz startend direkt der erste Sieg © Getty Images
Anfang 2016 wechselt Mick Schumacher zum Prema Powerteam. In Misano gewinnt er die ersten beiden Saisonrennen in der italienischen Formel 4. Es folgen weitere Siege. Mit 16 Punkten Rückstand wird er in der Meisterschaft Zweiter hinter Marcos Siebert © Getty Images
In der deutschen Formel-4-Serie darf sich Schumacher über Siege freuen. Ganze fünf Mal steht er am Ende ganz oben. Auch in dieser Meisterschaft steht Rang zwei in der Gesamtwertung © Getty Images
Anzeige
2016/17 sieht man Schumacher in einer weiteren Serie siegen. In der MRF Challenge Formel 2000 bestreitet er erstmalig die gesamte Saison. In Bahrain gewinnt er zwei von vier Rennen. Nach Rang drei in der Endabrechnung wechselt er innerhalb des Teams in die Formel 3 - im legendären Benetton seines Vaters macht er auch eine gute Figur © Getty Images
In seiner ersten Saison läuft es jedoch noch nicht wie gewünscht. Ein dritter Platz in Monza ist sein einziger Podestplatz der Saison. Anders als seine Teamkollegen, die dank Siegen am Ende auf den Plätzen drei und vier landen, muss sich Schumacher mit Platz zwölf begnügen. Helfen die Tipps von Kimi Räikkönen? © Getty Images
2018 läutet Schumacher seine zweite Saison in der Formel 3 ein. Mit Prema Theodore Racing gewinnt er in Spa sein erstes Rennen in dieser Serie. Nach weiteren Erfolgen gelingt es ihm, auf dem Nürburgring alle drei Umläufe für sich zu entscheiden. Sein Bekanntheitsgrad steigt - Dirk Nowitzki lädt ihn zu seinem Charity-Fußballspiel ein © Getty Images
Während er zwei Rennwochenenden vor Saisonende noch auf Rang zwei liegt, dreht er in Spielberg auf und übernimmt die Führung von Daniel Ticktum. Weil er diese bis zum Schluss nicht mehr hergibt, gewinnt er den ersten Meistertitel im professionellen Rennsport. Mama Corinna ist mächtig stolz © imago
Anzeige
Nach dem letzten Rennen verkündet das Prema Powerteam, dass Schumacher in der kommenden Saison in der nächsthöheren Formel 2 an den Start gehen wird. Damit bleibt er seinem Team auch weiterhin erhalten © Getty Images
Neben seinem Engagement in der Formel 2 wird Schumacher in der "Ferrari Academy" als Simulatorpilot anheuern und zudem ausgewählte Testfahrten absolvieren. Der erste Schritt in die Königsklasse © Getty Images
Bei seinem Debüt in der Formel 2 sammelte er erste gute Erfahrungen. Schumacher fährt auf die Plätze acht und sechs, am Sonntag steht er in seinem zweiten Rennen sogar auf der Pole Position. Große Fehler leistet er sich nicht, die fehlende Erfahrung im 620-PS-starken Boliden macht sich aber bemerkbar © Getty Images
Am 02. April 2019 steigt Mick Schumacher erstmals in einen Ferrari. Um 9.10 Uhr Ortszeit dreht Schumacher in Bahrain seine erste offizielle Runde in einem Formel-1-Boliden © Getty Images
Anzeige
Fokussierter Blick: Schumacher legt los - zwölf Jahre und vier Monate nach dem letzten Rennen seines Vaters Michael. Das Medieninteresse ist sehr groß. Schumacher gehört seit Mitte Januar zur Ferrari Driver Academy © Getty Images
Schumacher fährt im Cockpit des Ferrari SF90, dem Dienstwagen von Sebastian Vettel und Charles Leclerc. Eine Gratulation zum Debüt in der Königsklasse schickt Ferraris Rivale Mercedes. "Das ist ziemlich cool", schreibt das Weltmeisterteam bei Twitter: "Es ist etwas Besonderes, den Namen Schumacher wieder auf einem Formel-1-Auto zu sehen" © Getty Images
Schumacher absolviert bei seiner Premiere 56 Runden. In der Tageswertung landet er sogar auf den zweiten Platz. Der Auftritt bei den Testfahrten in Bahrain sei "ein Werbespot für die Zukunft" gewesen, schreibt die "Gazzetta dello Sport", der Deutsche sei als "Symbol und Hoffnungsträger" auf die Strecke gegangen © Getty Images
Einen Tag später sitzt er für Alfa Romeo am Steuer. Alfa Romeo, das frühere Sauber-Team, arbeitet eng mit Motorenlieferant Ferrari zusammen. Schumacher verkauft sich erneut teuer und fährt die sechstschnellste Zeit © Getty Images
Anzeige
Gemeinsam mit Dirk Nowitzki organisiert er erneut das Benefizspiel "Champions for Charity". Die Nowitzki All Stars unterliegen Schumacher & Friends in Leverkusen mit 5:7 (3:4), Schumacher trifft einmal © Getty Images
Am 27. Juli darf Schumacher dann erneut im Formel-1-Boliden sitzen. In Hockenheim fährt er im Ferrari seines Vaters Michael. Er genießt das kurze Erlebnis in vollen Zügen: "Den Motor zu spüren, die Vibration – da war so viel Energie" © Getty Images
Am 4. August folgt der Premierensieg in der Formel 2 am Hungaroring. In der Gesamtwertung klettert Schumacher mit nun 45 Zählern auf den elften Platz und bestätigt seine derzeit gute Form © Imago
Nach einer zuvor sieben Rennen währenden Durststrecke fährt der Prema-Rookie in vier der vergangenen fünf Rennen Punkte ein. Das Ziel ist klar: Die Formel 1. "Ob es schon nächstes Jahr klappt oder in zwei oder drei Jahren - wenn es soweit ist, will ich auf jeden Fall bereit sein" © Getty Images
Anzeige
Im Dezember 2020 wird Schumacher Formel-2-Champion. Der zweimalige Saisonsieger war mit 14 Punkten Vorsprung auf den Briten Callum Ilott in das letzte Rennen in Bahrain gegangen. Dort reichte ihm Rang 18, weil Ilott nicht über Rang elf hinauskam © Imago
Nach dem Gewinn der Formel-3-Europameisterschaft 2018 ist es der nächste Titel auf seinem Weg nach oben. "Es war kein ideales Rennen, aber wir haben genug geleistet in diesem Jahr, um Meister zu werden", sagt Schumacher anschließend © Imago
Schumacher ist der vierte deutsche Champion in der Formel 2 nach Nico Rosberg (2005), Timo Glock (2007) und Nico Hülkenberg (2009). Vier Tage vor seinem letzten Rennen wird bekannt, dass er im darauf folgenden Jahr in der Formel 1 für das Haas-Team fahren wird © Imago
Dort muss und kann er vorerst keine Rennen gewinnen, die Ziele sind andere. "Ich will mich als Fahrer weiter verbessern und mich so gut wie möglich integrieren", sagt der 21-Jährige © Imago
Anzeige
Nach den Testfahrten in Bahrain sieht sich Schumacher zwei Wochen vor dem Saisonauftakt gerüstet. "Es hat einfach Spaß gemacht. Ich fühle mich gut, ich fühle mich bereit", sagt er © Imago
Schumachers oberstes Ziel dürfte es in der Saison 2021 sein, seinen russischen Teamkollegen Nikita Mazepin in der Fahrerwertung hinter sich zu lassen © Imago

SPORT1: Sie sind der Fahrer mit den meisten Rennen aller Zeiten. Wollen Sie diesen Rekord nächstes Jahr weiter ausbauen – oder ist Ende 2021 Schluss?

Räikkönen: Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Das war letztes Jahr um diese Zeit aber genauso. Wir werden sehen. Am Ausbau meines Rekords habe ich jedenfalls kein Interesse. Alle Rekorde werden irgendwann gebrochen. Deshalb gibt mir das nichts.

SPORT1: Falls Sie aufhören, würden Sie dann gerne Mick Schumacher in Ihrem Auto sehen? Die entsprechenden Spekulationen gibt es.

Räikkönen: Sollte ich mich entscheiden aufzuhören, interessiert es mich wirklich nicht, wer das Auto fährt (lacht). Das ist dann nicht mehr mein Problem.