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NBA-Playoffs: Trae Young glänzt mit Atlanta Hawks - und provoziert die Fans

Der neue Bösewicht der NBA

Trae Young von den Atlanta Hawks legt sich gerne mit den gegnerischen Fans an

Trae Young von den Atlanta Hawks legt sich gerne mit den gegnerischen Fans an © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago/Getty Images

Trae Young von den Atlanta Hawks ist der NBA-Bösewicht. Nach Provokationen wird er Ziel von Fan-Attacken, was ihn beflügelt. Einst wurde er für Luka Doncic getauscht.

Trae Young hat seine Atlanta Hawks ins Finale der Eastern Conference geführt und sich mit seinen Auftritten in den NBA-Playoffs in die Köpfe der Basketball-Fans gespielt. (Alles zur NBA)

Dabei schlüpft er nicht in die typische Rolle eines Helden, der sein Team zum Erfolg führt. Ganz im Gegenteil: Der 22-Jährige ist zum Bösewicht der Liga geworden - zumindest, wenn es nach den Fans geht.

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Gründe dafür gibt es einige. Der Point Guard schindet gerne Fouls, ähnlich wie es James Harden von den Brooklyn Nets macht. Vor allem wegen den beiden werden für die kommende Saison sogar die Regeln angepasst.

Dazu feiert er auswärts gerne provozierend. In der ersten Playoff-Runde machte Young zum Beispiel den Sieg seiner Hawks in der Serie gegen die New York Knicks mit einem späten Dreier perfekt – und verbeugte sich anschließend vor dem gegnerischen Publikum im Madison Square Garden.

In Spiel zwei war es bereits zu einem Eklat gekommen, als ein Zuschauer in Richtung des Starspielers der Gäste spuckte.

Trae Young als Bösewicht der NBA

Aber Young lässt sich von derartigen Anfeindungen nicht aus der Ruhe bringen – viel mehr scheint er regelrecht davon beflügelt zu werden.

Nach drei Siegen im Wells Fargo Center bei den Philadelphia 76ers sagte er: "Ich habe es geliebt. Ich habe das Gerede geliebt, ich habe alles daran geliebt. Es war großartig."

Auch seine Statistiken können sich sehen lassen. Allein in den letzten fünf Spielen legte Young durchschnittlich 29,4 Punkte auf. In Spiel vier gegen die Sixers sorgte der Guard mit 25 Zählern und 18 Assists für Aufsehen. Dieses Kunststück gelang in der Postseason zuletzt Tim Hardaway im Jahr 1991.

Insgesamt hat Young nun zwölf Playoff-Spiele auf dem Konto, bei der Hälfte der Partien davon erzielte der nur 1,85 Meter große Guard mehr als 30 Punkte.

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Young punktet mit Selbstvertrauen

Seine größte Stärke ist dabei wohl sein Selbstvertrauen.

Beim entscheidenden Sieg gegen Philly verfehlte Young 17 seiner ersten 19 Wurfversuche. Im Gegensatz zu Sixers-Star Simmons, der sich bereits nach einem Fehlwurf nicht mehr zu werfen traut, ließ er sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

Young nutzte einfach den Druck, den Simmons und Co. auf ihn ausübten - und setzte stattdessen seine Mitspieler gekonnt in Szene. Zum Ende des Spiels drehte er sogar noch einmal selbst auf und traf wichtige Würfe zum 103:96-Sieg der Hawks.

"Er ist furchtlos", sagte Hawks-Coach Nate McMillan. "Darauf müssen sich die Gegner einstellen. Er wird einen Wurf nehmen, wenn er frei ist - unabhängig davon, wie viele Würfe er zuvor vergeigt hat."

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Atlanta aus dem Nichts in die Conference Finals

Young selbst sagte: "Sie (seine Teamkollegen, Anm. d. Red.) haben das ganze Spiel Plays für mich gemacht. Ich wollte am Ende nur durchkommen und ihnen ein bisschen helfen. Ich weiß, dass ich den Ball heute nicht so toll geworfen habe, aber es war heute Abend eine totale Teamleistung."

Die Belohnung für Atlanta war der erste Einzug in die Conference Finals seit 2015. Damit hätte vor einem Jahr wohl noch niemand gerechnet. Die Hawks haben in den beiden vergangenen Saisons nicht einmal die Marke von 30 Siegen übertroffen.

Auch als die NBA-Saison im letzten Jahr nach der Corona-Pause mit den 22 besten Teams im Walt Disney World in Orlando fortgesetzt wurde, war Atlanta nicht dabei.

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Hawks tauschen Doncic für Young

Danach erfolgte eine Umrüstung bei der Franchise. Mit den Verpflichtungen von Bogdan Bogdanović, Danilo Gallinari, Clint Capela und Lou Williams verstärkten die Hawks ihren Kern um Young, John Collins und Kevin Huerter.

Den entscheidenden Trade vollzog Atlanta aber bereits am Draft-Tag 2018. Die Hawks hatten Luka Doncic mit dem dritten Pick gezogen, aber gleichzeitig einen Trade mit den Dallas Mavericks eingefädelt, der ihnen für Doncic den fünften Pick – nämlich Young – brachte.

Nicht nur Fans wunderten sich über den Tausch und angesichts der rasanten Entwicklung von Doncic wurden die Hawks teils zum Gespött der Liga. Während der Mavs-Superstar mit seinem Team in dieser Saison allerdings schon Runde 1 die Segel streichen musste, ist für Young und die Hawks sogar der Titel drin.

Das heißt nicht, dass Young deshalb ein besserer Spieler als der Slowene ist. Doncic wird sehr wahrscheinlich eher oder häufiger MVP werden. Doch auch die Hawks haben mit Young einen idealen Spieler für ihr System gefunden, weshalb die Entscheidung nicht als großer Fehler angesehen werden muss.

Alljährlich kürt das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" die wertvollsten Sportvereine der Welt. Mit dem FC Bayern München ist nur ein deutsches Team weiter vorne im Ranking zu finden © Getty Images
Neben den Münchnern sind noch weitere europäische Fußballklubs vertreten. Den Schwerpunkt bilden aber die US-Teams aus American Football, Basketball und Baseball. SPORT1 zeigt die 25 wertvollsten Sportvereine der Welt © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
PLATZ 25: Denver Broncos (NFL) – Wert: 3,00 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 13 Prozent) © Getty Images
PLATZ 24: Bayern München (Bundesliga) – Wert: 3,02 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 23: Philadelphia Eagles (NFL) – Wert: 3,05 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 11 Prozent) © Getty Images
PLATZ 20: San Francisco Giants (MLB) – Wert: 3,10 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
PLATZ 20: Houston Texans (NFL) – Wert: 3,10 Milliarden US-Dollar (Rückgang um 11 Prozent) © Getty Images
PLATZ 20: Boston Celtics (NBA) – Wert: 3,10 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 11 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 17: Chicago Cubs (MLB) – Wert: 3,20 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
PLATZ 17: Chicago Bulls (NBA) – Wert: 3,20 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 10 Prozent) © Getty Images
PLATZ 17: New York Jets (NFL) – Wert: 3,20 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 12 Prozent) © Getty Images
PLATZ 16: Boston Red Sox (MLB) – Wert: 3,30 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 14: Los Angeles Dodgers (MLB) – Wert: 3,40 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
PLATZ 14: Washington Football Team (NFL) – Wert: 3,40 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 10 Prozent) © Getty Images
PLATZ 13: Chicago Bears (NFL) – Wert: 3,45 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 19 Prozent) © Getty Images
PLATZ 12: San Francisco 49ers (NFL) – Wert: 3,50 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 15 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 11: Los Angeles Rams (NFL) – Wert: 3,80 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 19 Prozent) © Getty Images
PLATZ 10: Manchester United (Premier League) – Wert: 3,81 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
PLATZ 9: New York Giants (NFL) – Wert: 3,90 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 18 Prozent) © Getty Images
PLATZ 8: FC Barcelona (La Liga) – Wert: 4,02 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 7: New England Patriots (NFL) – Wert: 4,10 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 8 Prozent) © Getty Images
PLATZ 6: Real Madrid (La Liga) – Wert: 4,24 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
PLATZ 5: Golden State Warriors (NBA) – Wert: 4,30 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 23 Prozent) © Getty Images
PLATZ 4: Los Angeles Lakers (NBA) – Wert: 4,40 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 19 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 3: New York Knicks (NBA) – Wert: 4,60 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 15 Prozent) © Getty Images
PLATZ 2: New York Yankees (MLB) – Wert: 5,00 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 9 Prozent) © Getty Images
PLATZ 1: Dallas Cowboys (NFL) – Wert: 5,50 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 10 Prozent) © Getty Images

Hawks und Young gegen Bucks gefordert

In der Nacht zu Donnerstag bekommt Young nun in Spiel 1 gegen die Nummer drei gesetzten Milwaukee Bucks die nächste Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen - das wird allerdings eine enorm schwere Aufgabe.

Zwar hat das Team um Superstar Giannis Antetokounmpo über weite Strecken mit offensiven Problemen zu kämpfen, umso stärker ist aber die Defensive der Bucks. In den Playoffs kassierte Milwaukee nur 102,8 Punkte pro 100 Ballbesitze und war damit sogar 3,3 Punkte besser als die zweitplatzierten Phoenix Suns.

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Außerdem hat die Franchise in dieser Saison die wenigsten Fouls pro Ballbesitz begangen, was gerade für Young, der seine Gegner gerne in billige Fouls treibt, zur großen Herausforderung werden könnte..

Sein Ziel hat Young dennoch klar vor Augen: "Wir sind froh, dass wir es ins Finale der Eastern Conference geschafft haben, aber wir sind nicht zufrieden. Es ist toll, dass wir hier sind, aber wir haben noch einige Spiele zu gewinnen."

Es wird spannend zu sehen, wie ihn die Bucks-Fans empfangen. Provozieren sollte man Young jedoch besser nicht, das mussten bereits die Knicks und Sixers erfahren.