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NBA-Playoffs: Chris Paul begeistert mit Suns - ist Phoenix nun titeltreif?

Wie ein NBA-Altstar es allen zeigt

Chris Paul hat die Phoenix Suns in die Conference Finals geführt

Chris Paul hat die Phoenix Suns in die Conference Finals geführt © Getty Images

Chris Paul hat in seiner NBA-Karriere zahlreiche Rückschläge erlebt. Nun startet er richtig durch und greift mit den Phoenix Suns in den Playoffs nach dem Titel.

Es gib Konstellationen im Sport, mit denen rechnet niemand.

Als Spielmacher Chris Paul im Jahr 2008 bei der Wahl zum MVP hinter NBA-Legende Kobe Bryant Zweiter wurde, da war sein heutiger kongenialer Partner Devin Booker gerade einmal zarte elf Jahre alt. Deandre Ayton sogar erst neun.

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13 Jahre später kämpft das Trio Seite an Seite – und um nichts geringeres als den Meistertitel in der besten Basketball-Liga der Welt.

Die Phoenix Suns sind trotz ihrer starken Hauptrunde das Überraschungsteam der NBA. Erst kegelte die Mannschaft den Champion der vergangenen Saison, die Los Angeles Lakers um Superstar LeBron James aus dem Rennen. Nun mussten auch die Denver Nuggets daran glauben.

Gegen das Team um den diesjährigen MVP Nikola Jokic gelang den Suns sogar der von den Teams so gefürchtete Sweep – für den so erfahrenen Paul war es das erste Mal in der Karriere.

Karriere von Paul schien Ende zuzugehen

Der Erfolg des Point Guards gleicht derzeit einer Märchenstory.

Im November 2020 wurde er in einem mehrere Spieler umfassenden Trade von den Oklahoma City Thunder nach Phoenix abgegeben. Dort spielt der nur 1,83 Meter große Profi nun die Saison seines Lebens.

"Vor ein paar Jahren haben sie mich abgeschrieben. Gesagt, dass ich das nicht mehr kann", sagte Paul nach dem Sweep gegen die Nuggets im TNT-Interview. Häufig mag dies als Floskel aufgefasst werden, bei "CP3" entspricht es aber zu 100 Prozent der Wahrheit. (Alles zur NBA)

Gemeinhin gilt Paul als einer der besten Spieler, der noch nie in den NBA-Finals stand – und das trotz einer seit 2005 andauernden Karriere.

Den Tiefpunkt seiner Laufbahn erlebte Paul im Jahr 2019. Damals stand er als Spielmacher der Houston Rockets mit seinem Team im Conference Finale gegen die Golden State Warriors, die in den letzten beiden Spielen ohne den verletzten Kevin Durant auskommen mussten.

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Point Guard mit fantastischen Zahlen

Dass die Rockets dennoch scheiterten, war schwer zu verdauen. Die Beziehung zu Star-Teamkollege James Harden war im Eimer, vermutlich auf Anraten von "The Beard" wurde Paul von General Manager Daryl Morey abgestoßen. Die Karriere des Point Guards schien in ihren letzten Zügen.

Zwei Jahre später, inzwischen im für einen Point Guard beachtlichen Alter von 36 Jahren, steht Paul zum zweiten Mal im Finale einer Conference – und sein Anteil daran ist groß. (Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Beim ersten Sweep seiner Karriere gegen die Nuggets legte er im Schnitt 25,5 Punkte und 10,3 Assists auf. Dabei traf er fast 63 Prozent seiner Würfe aus dem Feld, beeindruckende 75 Prozent von Downtown - und auch die 1,3 Turnover sind bei mehr als zehn Assists im Schnitt unglaublich wenig.

Im vierten und entscheidenden Spiel legte Paul sogar sage und schreibe 37 Zähler auf das Parkett. So viele waren ihm in den vergangenen drei Jahren nicht mehr in einem Spiel gelungen.

Suns-Coach Malone lobt überschwänglich

"Ich bin so dankbar für meine Familie, mein Team. Es geht hier nicht um mich, es geht um uns. Es zeigt, was möglich ist, wenn man als Team zusammenkommt. Wir haben hier ein großartiges Team", freute sich der 36-Jährige, der seit zwei Jahren vegan lebt und seine komplette Trainingsarbeit umgestellt hat.

Auch Nuggets-Coach Michael Malone zeigte sich tief beeindruckt und erklärte, dass es sich bei Paul "vermutlich um den besten Point Guard aller Zeiten" handle.

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Vor wenigen Wochen war Pauls Scoring-Gala in den Playoffs nicht abzusehen. In der ersten Runde gegen die Lakers erzielte er in sechs Spielen lediglich 55 Punkte. Weil ihn eine Schulterverletzung quälte, warf er nur, wenn es unbedingt nötig war. Nun setzt er wieder zu einem Sprungwurf nach dem anderen an.

Booker als passender Partner

Mit seinem kongenialen Partner Devin Booker hat Paul dabei genau den richtigen Spieler an seiner Seite.

Booker ist zwar zwölf Jahre jünger als der Point Guard, beide haben aber durchaus Gemeinsamkeiten. Denn auch er konnte den hohen Erwartungen nicht immer gerecht werden. Booker galt als reiner Scorer, der sein Team nicht viel besser machen konnte.

Alljährlich kürt das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" die wertvollsten Sportvereine der Welt. Mit dem FC Bayern München ist nur ein deutsches Team weiter vorne im Ranking zu finden © Getty Images
Neben den Münchnern sind noch weitere europäische Fußballklubs vertreten. Den Schwerpunkt bilden aber die US-Teams aus American Football, Basketball und Baseball. SPORT1 zeigt die 25 wertvollsten Sportvereine der Welt © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
PLATZ 25: Denver Broncos (NFL) – Wert: 3,00 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 13 Prozent) © Getty Images
PLATZ 24: Bayern München (Bundesliga) – Wert: 3,02 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 23: Philadelphia Eagles (NFL) – Wert: 3,05 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 11 Prozent) © Getty Images
PLATZ 20: San Francisco Giants (MLB) – Wert: 3,10 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
PLATZ 20: Houston Texans (NFL) – Wert: 3,10 Milliarden US-Dollar (Rückgang um 11 Prozent) © Getty Images
PLATZ 20: Boston Celtics (NBA) – Wert: 3,10 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 11 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 17: Chicago Cubs (MLB) – Wert: 3,20 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
PLATZ 17: Chicago Bulls (NBA) – Wert: 3,20 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 10 Prozent) © Getty Images
PLATZ 17: New York Jets (NFL) – Wert: 3,20 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 12 Prozent) © Getty Images
PLATZ 16: Boston Red Sox (MLB) – Wert: 3,30 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 14: Los Angeles Dodgers (MLB) – Wert: 3,40 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 3 Prozent) © Getty Images
PLATZ 14: Washington Football Team (NFL) – Wert: 3,40 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 10 Prozent) © Getty Images
PLATZ 13: Chicago Bears (NFL) – Wert: 3,45 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 19 Prozent) © Getty Images
PLATZ 12: San Francisco 49ers (NFL) – Wert: 3,50 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 15 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 11: Los Angeles Rams (NFL) – Wert: 3,80 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 19 Prozent) © Getty Images
PLATZ 10: Manchester United (Premier League) – Wert: 3,81 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
PLATZ 9: New York Giants (NFL) – Wert: 3,90 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 18 Prozent) © Getty Images
PLATZ 8: FC Barcelona (La Liga) – Wert: 4,02 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 7: New England Patriots (NFL) – Wert: 4,10 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 8 Prozent) © Getty Images
PLATZ 6: Real Madrid (La Liga) – Wert: 4,24 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 0 Prozent) © Getty Images
PLATZ 5: Golden State Warriors (NBA) – Wert: 4,30 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 23 Prozent) © Getty Images
PLATZ 4: Los Angeles Lakers (NBA) – Wert: 4,40 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 19 Prozent) © Getty Images
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PLATZ 3: New York Knicks (NBA) – Wert: 4,60 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 15 Prozent) © Getty Images
PLATZ 2: New York Yankees (MLB) – Wert: 5,00 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 9 Prozent) © Getty Images
PLATZ 1: Dallas Cowboys (NFL) – Wert: 5,50 Milliarden US-Dollar (Steigerung um 10 Prozent) © Getty Images

"Ich habe sehr lange darauf gewartet. Viele Leute haben gesagt, ich hätte nicht richtig Basketball gespielt. Die Zeit ist gekommen, das zu widerlegen", freute er sich nach dem Sieg gegen die Nuggets.

Auch auf dem Feld harmonieren die beiden. Beide überlassen gern dem jeweils anderen die Bühne. Booker muss nicht 20 Mal pro Spiel werfen wie andere Stars und Paul dirigiert sowieso am liebsten. Er kann aber auch bei den Würfen übernehmen, wenn die Gegner zum Beispiel Booker doppeln.

Phoenix noch ohne NBA-Titel

Gegen welches Team es im Finale der Western Conference geht, ist aktuell unklar. Zur Auswahl stehen neben den Utah Jazz auch die Los Angeles Clippers – verstecken muss sich Phoenix vor beiden Teams nicht.

Aber wie auch immer der Kampf um den Einzug in die NBA-Finals ausgeht, das Abscheiden ist schon jetzt ein großer Erfolg. Nicht nur, weil es Chris Paul allen Kritikern gezeigt hat, sondern auch, weil die Suns zum ersten Mal seit 2010 wieder in den Playoffs vertreten sind.

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Und wer weiß, womöglich schreiben Paul und Co. sogar noch Franchise-Geschichte - denn den NBA-Titel holten die Suns trotz ihrer 53-jährigen Geschichte noch nie.