Anzeige

Formel 1: McLaren-Pilot Lando Norris spricht über Angstzustände in der F1

F1-Star spricht über Angstzustände

Lando Norris fährt seit 2019 für McLaren-Mercedes in der Formel 1

Lando Norris fährt seit 2019 für McLaren-Mercedes in der Formel 1 © Imago

In der Formel 1 gehört Druck dazu. Aber keiner spricht so offen wie Lando Norris über Angstzustände und schlaflose Nächte. Auch die sozialen Medien haben ihren Anteil.

Kein Platz für Schwächen!

Wenn es nach Max Verstappen geht, sind Ängste und Schwächen keine Themen, die ein Formel-1-Pilot öffentlich thematisieren sollte. "Warum solltest du deine Schwächen verraten? Selbst wenn du eine hast?", machte er im vergangenen Jahr seinen Standpunkt klar und legte nach: "Ich würde solche Sachen nie sagen!"

Anzeige

Mit dieser Sichtweise dürfte der Niederländer der Mehrheit der Rennfahrer aus der Seele sprechen. Noch immer überwiegt das Bild der harten Kerle, die in ihren Boliden um jede Hundertstel kämpfen. Für Ängste sind da kein Platz. (Fahrerwertung der Formel 1)

Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet ein junger Fahrer zeigt, dass es auch anders geht. Lando Norris, gerade einmal 21 Jahre alt, geht mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit mit den Themen Angst und Druck um.

"Im Jahr 2019 (in seiner ersten Formel-1-Saison, Anm. d. Red.) hieß es nur 'Ich muss hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier besser werden", verriet der McLaren-Pilot im Gespräch mit ESPN für die Mental Health Awareness Week. In dieser Situation würden die Dinge so kompliziert, dass "man nicht weiß, worauf man sich konzentrieren soll."

Lando Norris über Einfluss und Selbstmord

Gerade während der Corona-Pandemie hatte der Brite beim Blick auf seinen Instagram-Account gemerkt, dass viele Menschen mit diesen Problemen zu kämpfen haben.

"Ab und zu scrolle ich durch die Nachrichten, die ich auf Instagram bekomme. Von verschiedenen Leuten auf der ganzen Welt, die mir eine Nachricht geschickt haben. Viele handeln davon, dass sie mit ihrer psychischen Gesundheit zu kämpfen haben - speziell jetzt während Corona."

Dabei habe er tief bewegende Nachrichten von Leuten bekommen, "die mir sagten, wie ich sie beeinflusst habe, wie ich ihr Leben verändert habe. So tiefgreifend, dass sie über Selbstmord nachdachten und ich einen Einfluss darauf hatte, das zu ändern." (Rennkalender der Formel 1 2021)

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motor & Sport Magazin – Sonntag ab 21.45 Uhr LIVE im TV und STREAM auf SPORT1 

Eine Verantwortung, die Norris bereitwillig annahm. Die Anzahl der Nachrichten machte ihm klar, dass er seine Plattform nutzen könne, um darauf aufmerksam zu machen. "Denn das sind Dinge, mit denen ich in der Vergangenheit zu kämpfen hatte."

Medien können Abwärtsspirale beschleunigen

Daher hatte er sich entschlossen, verstärkt über seine Situation in der Formel 1 zu sprechen.

"Du machst einen oder zwei Fehler und du kannst in der Presse oder in den sozialen Medien geschlachtet werden", gab er zu bedenken. "Das hat sich in den letzten Jahren bei verschiedenen Fahrern gezeigt", spielte er auf die Situation von Alexander Albon an.

Anzeige

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Zwar nannte er nicht direkt seinen Namen, aber Albon - einer seiner ältesten Freunde - musste sein Red-Bull-Cockpit nach durchwachsenen Leistungen in der vergangenen Saison an Sergio Pérez abgeben. Vor allem der Druck in den Medien sei in dieser Situation hart und könne zu noch mehr Fehlern führen.

Wenn man als Fahrer in so eine Abwärtsspirale rutscht, steige auch die Angst, dass der Formel-1-Traum, für den man so lange gekämpft hatte, zerfalle. Daher habe er für sich Mechanismen entwickelt, um diese Gedanken zu verdrängen. "Ich schaue mir an, was ich falsch gemacht habe und mache weiter. Ich fühle mich so besser, als wenn ich das ganze Wochenende darüber nachgrübeln würde, was ich vermasselt habe."

Mit Meditation und Golf zum Erfolg

Der 21-Jährige ist eben nicht nur der lustige Sunnyboy, der seine Konkurrenten während der Pressekonferenz zum Lachen bringt. Norris kann auch ruhig. Vor allem Meditation hat ihm geholfen: "Der Meditationsteil ist die größte Sache, um sich vom Rennsport zu lösen."

Ferrari - SF21 © Ferrari
Ferrari - SF21 © Ferrari
Aston Martin - AMR21 © Aston Martin
Aston Martin - AMR21 © Aston Martin
Anzeige
Alpine - A521 © Alpine
Alpine - A521 © Alpine
Alpine - A521 © Alpine
Mercedes - W12 © Mercedes
Anzeige
Mercedes - W12 © Mercedes
Mercedes - W12 © Mercedes
RedBull - RB16B © RedBull
RedBull - RB16B © RedBull
Anzeige
Alfa Romeo C41 © Alfa Romeo
Alfa Romeo C41 © Alfa Romeo
Alfa Romeo C41 © Alfa Romeo
AlphaTauri AT02 © AlphaTauri
Anzeige
AlphaTauri AT02 © AlphaTauri
AlphaTauri AT02 © AlphaTauri
McLaren MCL35M © McLaren
McLaren MCL35M © McLaren
Anzeige
McLaren MCL35M © McLaren

Neben einer Meditations-App hilft ihm dabei vor allem Golf. Sein neues Hobby bietet ihm den perfekten Ausgleich zur stressigen Formel 1. "Es ist sehr friedlich, viel ruhiger als der Rennsport", beschrieb er den Reiz des Sports, betonte aber auch: "Gleichzeitig gibt es mir immer noch diese Wettbewerbsmentalität, die ich liebe."

Dass die Mischung aus Humor, Golf und Auseinandersetzung mit seinen Ängsten Erfolg haben kann, zeigt der Youngster einmal mehr in der aktuellen Saison. Nach vier Rennen liegt er auf Rang vier in der Fahrerwertung und beim Großen Preis der Emilia-Romagna erreichte er mit Rang drei sogar schon das Podest.

Beim nächsten Rennen in Monaco will er das am liebsten wiederholen.