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Formel 1: Bottas und Russell crashen - Mercedes-Pilot zeigt Stinkefinger

Stinkefinger-Zoff: Das steckt dahinter

Formel-1-Zoff eskaliert: „Willst du uns umbringen?“

In Imola kommt es zur heftigen Kollision zwischen Russell und Bottas. Der Williams-Pilot geht auf Bottas los, der zeigt den Stinkefinger. Auch später wüten beide.

Steckte doch mehr hinter diesem Unfall beim Großen Preis der Emilia Romagna?

George Russell war unmittelbar nach dem Mega-Crash in Imola mit Valtteri Bottas jedenfalls überhaupt nicht gut auf den Mercedes-Piloten zu sprechen - und deutete später sogar an, dass Bottas gegen ihn extra so hart fährt.

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Doch zunächst rief der Williams-Fahrer unmittelbar nach dem Crash nur wütend in den Boxenfunk: "What the fuck was he doing? Seriously?" (SERVICE: Fahrerwertung)

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Dann stapfte der Brite zum Wagen des Finnen und redete wütend auf ihn ein. Dieser zeigte ihm daraufhin den Stinkefinger.

Russell kracht in Bottas

Was war passiert? Als Russell mit deutlichem Überschuss vor der Tamburello-Schikane Bottas zu überholen versuchte, kollidierten beide Fahrer und flogen anschließend mit hoher Geschwindigkeit in die Mauer. 

TV-Bilder zeigen, dass sich der Finne leicht in Richtung des herannahenden Russell bewegt hatte. Dieser zuckte daraufhin rüber und geriet auf die Wiese, woraufhin er die Kontrolle über seinen Wagen verlor und in den Mercedes rauschte.

"Valtteri hat nicht damit gerechnet und ist ein bisschen rüber. Dann merkte er, es geht nicht und zog wieder zurück. Aber George hatte bis dahin schon reagiert und kam auf die Wiese. Absicht war es keine. Valtteri muss da aber schon ein wenig vorsichtiger sein bei dem Speed", analysierte Ralf Schumacher bei Sky den Unfall.

Auch die Rennleitung sah keinen klaren Schuldigen und stufte den Vorfall als normalen Rennunfall ein.

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So erklären die Fahrer den Unfall

Nach der schweren Kollision war das Rennen in der 34. Runde für etwa eine halbe Stunde gestoppt worden. Und obwohl bis zu den Interviews nach den Rennen viel Zeit verging, hatten sich beide Streithähne bis dahin noch nicht beruhigt.

"Als ich überholen wollte, zog er leicht rüber. Dadurch kam ich etwas weit raus, wo es nass war und rauschte in ihn rein. Unter uns Fahrern haben wir das Gentlemen's Agreement, dass man nicht mit dem Lenkrad im letzten Moment rüber zuckt, wenn ein Fahrer sehr schnell hinter einem ankommt. Das kann nur einen Crash geben", schimpfte Russell.

Bottas sah das anders. "George hat es von außen versucht. Ich habe versucht, mich zu verteidigen. Ich habe ihm Platz gelassen, es war Platz für zwei Autos. Er hat aber dann sein Auto verloren und haute uns raus", erklärte der Finne: "Ich bewege mich nicht weg von jemandem, der überholen will. Ich verteidige meine Position."

Lewis Hamilton überquert beim Großen Preis der Türkei auf Rang eins die Ziellinie und krönt sich somit vorzeitig zum Weltmeister. Selbst im Wetterchaos von Istanbul behält der Mercedes-Pilot den Durchblick
Lewis Hamilton überquert beim Großen Preis der Türkei auf Rang eins die Ziellinie und krönt sich somit vorzeitig zum Weltmeister. Selbst im Wetterchaos von Istanbul behält der Mercedes-Pilot den Durchblick © Getty Images
Mit seinem insgesamt siebten WM-Titel zieht er mit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher gleich. SPORT1 zeigt die Laufbahn des neuen alten Weltmeisters in Bildern © Getty Images
1993: Früh übt sich - Hamilton beginnt im Alter von acht Jahren mit dem Kartsport und deutet sein Talent mit zahlreichen Siegen an. Als er zwei Jahre später McLaren-Boss Ron Dennis trifft, sagt er ihm, dass er später gerne für dessen Team fahren wolle © imago
2000: In der Kartserie Formula 1 fahren Hamilton und Nico Rosberg erfolgreich für das Team MBM.com © twitter
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2001: Während dieser Zeit entsteht eine lang anhaltende Freundschaft, die sich später in der Formel 1 zu einer großen Rivalität entwickelt © twitter
2003: Hamiltons Karriere im Formelsport ist in vollem Gange. Nach einem zweiten Platz 2002 holt er ein Jahr später die Meisterschaft für Manor Motorsport in der britischen Formel Renault © imago
2004: Die Wege von Rosberg und Hamilton kreuzen sich erneut, als der Brite in die Formel-3-Euroserie wechselt. Wie Rosberg schafft auch der Brite gleich im ersten Jahr einen Rennsieg. Er landet in der Gesamtwertung als Fünfter schließlich hinter dem Deutschen © imago
2005: Ein Jahr später fährt Hamilton mit Adrian Sutil, zu dem er lange eine Freundschaft pflegt, bei ASM Formule 3. Das ändert sich, als Hamilton vor Gericht gegen Sutil nicht als Zeuge erscheint und dieser ihn daraufhin als "Feigling" beschimpft. Hamilton gewinnt im gleichen Jahr den Titel vor Sutil © imago
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2006: Hamilton steigt ein Jahr nach Rosberg in die GP2-Serie ein und übernimmt dabei das Cockpit des Deutschen, der 2006 in die Formel 1 wechselt. Hamilton stellt seine Klasse unter Beweis und holt auf Anhieb den WM-Titel in der Nachwuchsserie der Formel 1 © Getty Images
2006: Heute ist Hamilton Mr. Cool in der Boxengasse. Damals kommt er als Fahrer des Teams ART Grand Prix in der GP2 Serie noch ganz schüchtern und mit Löckchen daher © Imago
2007: Hamilton hat mehr Glück als Rosberg und wird direkt vom Spitzenteam McLaren verpflichtet. In seinem ersten F1-Rennen rast er sensationell auf das Podest. Danach liefert sich der Brite mit Teamkollege Fernando Alonso im weiteren Saisonverlauf einen harten Zweikampf © Getty Images
2007: Beim GP von Kanada fährt Hamilton im ersten Jahr prompt zum ersten F1-Sieg. In den beiden letzten Rennen verspielt er aufgrund von Fahrfehlern aber den Titel und wird Vizeweltmeister hinter Ferrari-Pilot Räikkönen. Dennoch ist es eine großartige Leistung für einen Rookie, da er auch vor seinem Teamkollegen Alonso rangiert © Getty Images
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2007: Mit ein Grund für Hamiltons Aufschwung: Nicole Scherzinger. Der damals 25-Jährige und die sieben Jahre ältere Sängerin der Pussycat Dolls gehen eine feste Bindung ein © Getty Images
2008: Für den Briten läuft es ein Jahr später noch besser. In einem der spannendsten Saisonfinals aller Zeiten überholt Hamilton Toyota-Pilot Timo Glock zwei Kurven vor dem Ende und wird dadurch noch Weltmeister vor dem Ferrari-Piloten Felipe Massa © Getty Images
2008: Als er erstmals Weltmeister wird, ist Hamilton noch immer gänzlich ohne Tattoos unterwegs. Die Haare dagegen sind schon um einiges kürzer geworden © dpa
2009: Im nächsten Jahr läuft es weniger rund. Hamilton wird nur WM-Fünfter, während sich Jenson Button den Titel schnappt. Der Brite wird ein Jahr später neuer Teamkollege von Hamilton © Getty Images
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2010: Nach acht Podestplätzen hat Hamilton beim Saisonfinale noch eine theoretische Chance auf den Titel, doch am Ende triumphiert zum ersten Mal Sebastian Vettel im Red Bull © Getty Images
2011 belegt Hamilton den fünften Platz in der Weltmeisterschaft. Mit 227 zu 270 Punkten unterliegt er Button, der Vizeweltmeister wird, im teaminternen Duell. Damit ist er erstmals in seiner Formel-1-Karriere einem Teamkollegen in der Gesamtwertung unterlegen © Getty Images
2012: Für Hamilton endet ein Jahr später mit Platz vier in der Gesamtwertung seine sechsjährige Beziehung mit McLaren. Beim vorletzten Saisonrennen in Austin schenkt er seinen Mechanikern und Bossen zum Abschied noch einmal einen Sieg © Getty Images
2012: Zu diesem Zeitpunkt sind bei Hamilton - hier im Gespräch mit McLaren-Teamkollege Jenson Button - bereits die ersten Tattoos auf seinem Unterarm zu sehen © Getty Images
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2013: Nach 13 Jahren sind Hamilton und Rosberg wieder vereint. Mercedes gelingt direkt ein deutlicher Sprung nach vorne, wenngleich Red Bull noch weit voraus ist. In Siegen hat Rosberg mit 2:1 die Nase vorn, in der Gesamtwertung liegt aber Hamilton knapp vor seinem deutschen Kumpel aus Jugendtagen © Getty Images
2013: Seine Liebe für Tattoos lässt ihn nicht los. Immer mehr finden den Weg auf seinen Körper © instagram.com/LewisHamilton
2014: Mit überlegenen Autos kämpfen Hamilton und Rosberg in fast jedem Rennen um den Sieg. Dieser Erfolg hat auch seine Schattenseite - ihre Freundschaft leidet darunter. Nach dem Qualifying von Monaco, bei dem ein vermeintlicher Fahrfehler Rosbergs dem Briten die mögliche Pole kostet, kippt die Stimmung in offene Ablehnung © Getty Images
2014: Höhepunkt des Duells ist der Unfall in Spa. Dort schlitzt Rosberg mit dem Frontflügel Hamiltons Hinterreifen auf. Das Mercedes-Team macht Rosberg für die Kollision verantwortlich. Es ist der Beginn verbaler Scharmützel. So stellt Hamilton in Frage, ob Rosberg, der in Monaco lebt, ein wahrer Deutscher sei - am Ende gewinnt der Brite seinen zweiten WM-Titel vor Rosberg © Getty Images
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Eine der ersten Gratulantinnen ist Freundin Nicole Scherzinger. Sieben Jahre hat die Beziehung gehalten, doch noch 2014 ist nach mehreren Trennungen und Wiedervereinigungen endgültig Schluss © Getty Images
2014: Hamilton spielt immer wieder mit seinem Gangster-Image. Auch eine dicke Goldkette, die er vor jedem Rennen durch die Boxengasse trägt, gehört mittlerweile zum Markenzeichen des Briten © Getty Images
2015: Auch in dieser Saison gibt es Zwistigkeiten zwischen den beiden, wenngleich sie zumindest einen Crash auf der Strecke vermeiden. In Austin pfeffert Rosberg nach dem Rennen wütend eine Mütze in Richtung Hamilton, da er sauer über dessen hartes Manöver am Start war. Hamilton lässt sich nicht beeindrucken und gewinnt zum zweiten Mal in Folge die WM © Imago
2015: Für die Rennen vielleicht nicht optimal, aber in den Rennpausen und den trainingsfreien Tagen mag es Hamilton dann auch auf dem Kopf kreativ © https://instagram.com/p/7GGqZoL015/?taken-by=lewishamilton
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2015: Etwas tiefer treibt seit kurzem ein Adler sein Unwesen. "Der geborene Anführer", wie Hamilton schreibt, ziert die rechte Seite seines Halses © https://instagram.com/p/7GGqZoL015/?taken-by=lewishamilton
2016: In diesem Jahr wendet sich das Blatt. Rosberg gewinnt die ersten vier Rennen, während Hamilton oft mit technischen Problemen zu kämpfen hat. Umso ehrgeiziger reist Hamilton nach Barcelona an und versucht mit einem harten Manöver nach dem Start Rosberg zu überholen. Der Deutsche zieht diesmal jedoch nicht zurück und so fliegen beide ab © Imago
2016: Mercedes lässt die beiden dennoch weiter voll gegeneinander fahren, was sich in Spielberg rächt. Dort kollidieren Hamilton und Rosberg nach einem Überholversuch des Briten in der letzten Runde. Während Hamilton danach locker zum Sieg fährt, rettet Rosberg sich mit einem sichtlich beschädigten Auto noch auf Rang vier ins Ziel © twitter.com/f1
2016: Rosberg sieht die Schuld am Crash bei Hamilton, da dieser in ihn hineingelenkt hätte. Es ist das nächste Kapitel in der Geschichte "Wie aus Freunden erbitterte Rivalen wurden" - am Saisonende gewinnt aber der Deutsche seinen ersten WM-Titel mit fünf Punkten Vorsprung auf Hamilton © Getty Images
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2017: Hamilton hat es geschafft: In Mexiko krönt sich der Mercedes-Pilot zum vierten Mal zum Formel-1-Champion. Dabei sieht es über lange Zeit nicht gut aus, denn Vettel macht dem Briten das Leben sehr schwer. Rosberg hat zu diesem Zeitpunkt seine Karriere bereits beendet © Getty Images
2017: Ausgerechnet beim Auswärtsspiel in Italien fährt Mercedes einen hochüberlegenen Doppelsieg ein. Mit über einer halben Minute Rückstand auf Sieger Hamilton muss sich Vettel mit Rang drei begnügen. Danach ist der Brite erstmals alleiniger WM-Spitzenreiter © Getty Images
2017: Das Rennen in Singapur bringt die Vorentscheidung im Titelkampf. Ausgerechnet auf der Ferrari-Strecke feiert Hamilton einen unverhofften Sieg, während Vettel leer ausgeht. Von der Pole startend verursacht Vettel einen Crash mit Räikkönen und Verstappen. Nutznießer ist Hamilton © Getty Images
2017: In Japan verteidigt Hamilton sich verbissen gegen die Angriffe von Verstappen und schnappt sich den Sieg. Da Vettel wegen einer Zündkerze ausscheidet, ist die endgültige Vorentscheidung im Titelkampf gefallen © Getty Images
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2017: In Austin gewinnt Hamilton knapp vor Vettel und muss so in Mexiko nur noch Fünfter werden, um seinen vierten WM-Titel zu gewinnen. Da der Heppenheimer aber weder siegt noch Zweiter wird, um die Vorentscheidung zu vertagen, reicht dem Briten ein neunter Platz: Hamilton ist zum vierten Mal Formel-1-Champion © Getty Images
2018: Die Saison beginnt alles andere als nach Wunsch für Hamilton. In den ersten drei Rennen fährt der Brite hinterher, während Vettel gleich zweimal triumphiert. Hamilton meldet sich mit zwei Siegen zurück, doch als die Formel 1 auf die Sommerpause zusteuert, wird klar, dass Ferrari das schnellere Auto hat © Getty Images
2018: In Baku zeigte sich der für seinen extravaganten Style bekannte Engländer im Fahrerlager mit fein geflochtenen Zöpfchen © dpa picture alliance
2018: Am Tag nach seinem ersten Saisonsieg öffnete Hamilton die Zöpfchen wieder. Mit dem Ergebnis, dass seine Haare in alle Himmelsrichtungen abstehen © Instagram/lewishamilton
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2018: Es folgt der Wendepunkt der Saison in Hockenheim: Während Vettel in Führung liegend sein Auto wegwirft, staubt Hamilton nach einer großartigen Leistung den Sieg ab und zieht nach der Sommerpause - auch aufgrund weiterer Patzer von Ferrari und Vettel - uneinholbar davon © Getty Images
2018: Im drittletzten Saisonrennen in Mexiko ist es schließlich so weit. Ein vierter Platz reicht Hamilton, um seinen fünften WM-Titel perfekt zu machen. Der Mercedes-Pilot zieht so mit der Legende Juan Manuel Fangio gleich. Nur Michael Schumacher (sieben Titel) liegt noch vor ihm © Getty Images
2018: Ob Hamilton Schumachers Rekord knacken wird? Hamilton: "Ob ich die Chance habe, mehr zu gewinnen oder nicht, wer weiß? Ich werde alles dafür geben, aber ich denke nur Schritt für Schritt. Es ist noch ein weiter Weg, aber ich bin noch ein paar Jahre hier." © Getty Images
2019: Die Saison beginnt deutlich besser als 2018. Hamilton zeigt von Beginn an, dass der Titel nur über ihn führt. Ferrari kommt viel zu spät in Fahrt, weshalb sein einziger Konkurrent um den Titel Valtteri Bottas ist, dessen Rückstand nach starkem Beginn aber schnell anwächst © Getty Images
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2019: Während Hamilton seinen Vorsprung in der WM ausbaut, sorgt sein Boss Toto Wolff für Aufsehen, als er über die Möglichkeit eines Fahrer-Tausches zwischen dem Briten und Vettel spricht. Monate später stellt Hamilton aber klar, dass er bis zum Karriereende bei Mercedes bleiben will © Getty Images
2019: Im Mai erhält Hamilton die traurige Nachricht, dass F1-Ikone Niki Lauda verstorben ist. Dem Österreicher hat Hamilton laut eigener Aussage den Großteil seiner Titel zu verdanken. Lauda hätte dafür gesorgt, dass Hamilton sich den Silberpfeilen angeschlossen hat © Getty Images
2019: Hamilton ist fortan noch fokussierter und widmet seine Siege immer wieder Lauda. Sein Vorsprung in der WM wird größer und größer. Titel Nummer 6 scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, auch wenn Ferrari sich nach der Sommerpause deutlich verbessert zeigt © Getty Images
2019: Im Oktober schockte Hamilton seine Fans mit einem düsteren Instagram-Post: "Ehrlich gesagt, fühle ich mich gerade danach, alles hinzuwerfen. Komplett runterzufahren. Die Welt ist ein kaputter Ort." Beendet er etwa seine Karriere? Nein. Hamilton, der sich seit 2017 vegan ernäht, wollte offenbar nur wachrütteln © Getty Images
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2019: Beim Großen Preis der USA im texanischen Austin schlägt dann für Hamilton die große Stunde. Ein zweiter Platz hinter Teamkollege Valtteri Bottas reicht dem Briten, um sich zum neuen alten Weltmeister zu krönen © Getty Images
2019: Zu diesem Zeitpunkt fehlt dem Silberpfeil-Pilot nur noch ein Triumph, um mit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher gleich zu ziehen. Seinen sechsten Erfolg feiert der Brite ausgelassen © Getty Images
Die Saison 2020 beginnt für Hamilton und die gesamte Formel 1 mit einem großen Rückschlag. Aufgrund der rapiden Verbreitung des Coronavirus' wird das erste Rennen in Australien kurzfristig abgesagt. Vier Monate ohne Racing sollten folgen, bevor am 5. Juli in Österreich die Saison eröffnet wurde. © Imago
Als einziger dunkelhäutiger Fahrer im Feld führt Hamilton die "Black-Lives-Matter"-Bewegung an. Per Kniefall und erhobener Faust setzt er ein Zeichen gegen Polizeigewalt und die systematische Diskriminierung von Schwarzen in den USA. Die Saison dominiert er derweil nach Belieben © Getty Images
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Am 15. November ist es soweit. Beim Türkei-GP feiert Hamilton drei Rennen vor Saisonende seinen siebten WM-Titel und zieht mit F1-Ikone Schumacher gleich. Unter schwierigen Bedingungen behält der 35-Jährige die Nerven und siegt trotz Startplatz 6. Es ist sein zehnter Saisonsieg im 14. Rennen © Getty Images

Russell: "Willst du uns umbringen?"

Russell verriet auch, was er Bottas unmittelbar nach dem Unfall im Auto an den Kopf geworfen hatte: "Ich habe gefragt: 'Willst du uns umbringen?' Das ist eine gefährliche Strecke und ich kam mit 340 km/h an. Es ist noch feucht und wir sind auf Slicks unterwegs. 'Warum kämpfst du so hart an dieser Stelle um Platz neun?'"

Bottas zeigte auch für diese Vorwürfe wenig Verständnis. "Das sollte er sich selbst fragen. Er war doch derjenige, der uns beide umzubringen versuchte", entgegnete der 31-Jährige.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sah im ORF beide Piloten für den Unfall verantwortlich: "Der Crash war leider unnötig. Erstens hätte Valtteri da nicht durch die Gegend fahren sollen und zweitens der George nicht dieses Risiko gehen müssen. Bei einer auftrocknenden Strecke brauchen wir uns nichts zu beweisen."

Besonders pikant wird der Unfall dadurch, da Russell schon seit einiger Zeit als Kandidat für das Bottas-Cockpit gilt. Zusätzliche Brisanz erhielt das Duell dadurch, dass der 23-Jährige in der vergangenen Saison für den an Corona erkrankten Lewis Hamilton beim Sakhir-GP eingesprungen war und Bottas teilweise entzaubert hatte.

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Ayrton Senna und Alain Prost, Michael Schumacher und Eddie Irvine, Nico Rosberg und Lewis Hamilton: Nicht immer waren Teamkollegen in der Formel 1 auch gute Partner. SPORT1 blickt zurück auf legendäre Rivalitäten und Feindschaften unter Stallgefährten - aus aktuellem Anlass ... © Getty Images
SEBASTIAN VETTEL UND CHARLES LECLERC (FERRARI): Beim Großen Preis von Brasilien kollidieren Sebastian Vettel und Charles Leclerc kurz vor Rennende, als der Deutsche den Monegassen überholen will. Für beide ist das Rennen beendet © twitter.com/F1
Einige Wochen zuvor hat Ferrari allen Grund zum Jubeln: Es ist der erste Doppelsieg der Scuderia seit mehr als zwei Jahren, der der Scuderia in Singapur gelingt. Sebastian Vettel steht nach der Taktikschlacht ganz oben auf dem Podium, neben ihm Kollege Charles Leclerc - sichtlich angefressen © Getty Images
Der Grund: Der Monegasse fühlt sich um den Sieg betrogen, nachdem Vettel eine Runde vor ihm zum Reifenwechsel an die Box geholt wird, was sicherlich mitentscheidend für den Sieg ist. Leclerc schmollt also - aber damit nicht genug... © Getty Images
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Noch während des Rennens beschwert sich der 21-Jährige lautstark über Funk. Vor dem Großen Preis von Russland kriecht Leclerc allerdings zu Kreuze. "Es gab zu keinem Zeitpunkt Probleme mit Sebastian" lautet die Botschaft. Seine Reaktion sei "überzogen" gewesen, gibt er zu und nennt den hohen Adrenalinspiegel als Grund für seinen Ausraster © Getty Images
Und auch Vettel zeigt Verständnis für seinen jungen Kollegen: "Ich kann seinen Unmut nachvollziehen. Und man sollte Dinge, die am Funk gesagt werden, nicht überbewerten" © Getty Images
Doch zwischen den beiden Ferrari-Piloten kommt es immer wieder zu Reibereien. Bereits beim bizarren Windschatten-Qualifying in Monza fliegen die Fetzen © Getty Images
Vettel spendet Leclerc in Q3 im ersten Run gemäß der Absprache Windschatten, im zweiten Run soll Vettel profitieren. Dazu kommt es aber nicht und Vettel wird zum großen Verlierer. Zwar hat sich Vettel nachher bei den Interviews noch im Griff, abseits der Kameras soll es aber ganz anders aussehen © Getty Images
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Selbst die Konkurrenz sieht Eskalationsgefahr bei Ferrrari. "Wenn zwei Alphatiere um eine Position kämpfen, gibt es dieses Potenzial einer Eskalation", meint Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Renn-Wochenende in Singapur © Getty Images
DANIEL RICCIARDO UND MAX VERSTAPPEN (RED BULL): Ricciardo und Verstappen kommen sich in der Saison 2018 öfter nahe, doch lange geht es gut. Im April 2018 in Baku treiben es die Red-Bull-Teamkollegen jedoch auf die Spitze © imago
Mehr als einmal kommt es zu einer Berührung, ehe es schließlich zum folgenschweren Crash kommt. Bei Tempo 300 kracht Ricciardo dem Niederländer im Kampf um Platz vier ins Heck. Für das Team bedeutet dies viele verschenkte WM-Punkte und zwei zerstörte Boliden. © imago
"Was heute passiert ist, ist inakzeptabel. Formel 1 ist ein Teamsport, die Fahrer sind auch nur Mitglieder dieser Mannschaft. Beide werden sich beim ganzen Team entschuldigen", schimpft Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach dem Rennen und Motorsportkonsulent Dr. Helmut Marko kündigt sogar Konsequenzen an © imago
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JAMES HUNT UND JOCHEN MASS (MCLAREN): In Kanada 1977 will Hunt den deutschen Fahrer Mass (r.) überrunden, doch der schießt seinen Teamkollegen ab. Der Brite will sich Mass zur Brust nehmen, ein Streckenposten stoppt ihn. Daraufhin schlägt Hunt diesen zu Boden © imago
GILLES VILLENEUVE UND DIDIER PIRONI (FERRARI): Sie liefern sich 1982 in Imola ein legendäres Rennen mit zahlreichen Überholmanövern, die die Teamleitung ins Schwitzen bringen und dazu veranlassen, ein Schild mit der Aufschrift "SLOW" an die Boxenmauer zu hängen © Getty Images
Pironi (r.) ist es egal, er bricht den "Nichtangriffspakt" und zieht kurz vor Schluss an dem Kanadier vorbei. Zwei Wochen später rast Villeneue im Abschlusstraining von Zolder in den Tod © imago
NIGEL MANSELL UND NELSON PIQUET (WILLIAMS): Auf der Strecke gehen sich der Brasilianer und der Brite während ihrer Zeit als Teamkollegen von 1986-1987 meistens aus dem Weg, aber in der Öffentlichkeit versuchen sie gar nicht erst, ihre private Fehde zu verheimlichen © imago
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Besonders Schlitzohr Piquet geht in die Vollen und sagt über Mansells Frau: "Wenn ich so eine hässliche Frau hätte, dann würde ich jeden Tag einen Grand Prix fahren, um nur nicht zu Hause zu sein" © imago
Außerdem klaut Piquet einmal sämtliches Klopapier aus der Teamtoilette, als Mansell Durchfall hat. Heute reden die beiden einstigen Streithähne aber wieder miteinander © Getty Images
ALAIN PROST UND AYRTON SENNA (MCLAREN): Die Mutter aller Teamduelle: Auf der einen Seite der berechnende Prost, auf der anderen der impulsive Senna. In der Saison 1988 gewinnen sie 15 von 16 Rennen, am Ende entscheidet Senna das Duell dank der Streichresultate knapp für sich © Getty Images
Beide reden schon lange kein Wort mehr miteinander, als ihr Streit 1989 beim Großen Preis von Suzuka eskaliert. Senna kann mit zwei Siegen in den letzten beiden Rennen noch Weltmeister werden und attackiert in Suzuka den in Führung liegenden Prost © Getty Images
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Der Franzose blockt, es kommt zum Crash. Prost steigt aus, Senna kann dank tatkräftiger Hilfe der Streckenposten das Rennen fortsetzen und gewinnt tatsächlich. Prost war aber längst zu FIA-Boss Jean-Marie Balestre gestiefelt, um sich bei seinem Landsmann zu beschweren. Senna wird disqualifiziert und Prost holt seinen dritten WM-Titel, bevor er zu Ferrari flüchtet © Getty Images
NIGEL MANSELL UND ALAIN PROST (FERRARI): Prost sucht auch bei Ferrari seine Vorteile. Konkurrent Mansell hat ihn 1990 in Portugal fast in die Boxenmauer gerammt, danach betreibt der Franzose geschickt Politik gegen den Briten. Mansell behauptet, Prost hätte das Team gegen ihn aufgebracht. Resultat: Absolute Funkstille zwischen den Rivalen © Getty Images
MICHAEL SCHUMACHER UND EDDIE IRVINE (FERRARI): Zwischen 1996 und 1999 sind Schumacher und Irvine "Kollegen" und sticheln bei jeder Gelegenheit gegeneinander. Irvine macht dabei die schlechtere Figur, weil Schumacher ihn in Grund und Boden fährt © Getty Images
Die Rolle als Wasserträger schmeckt dem Iren überhaupt nicht. Nach Schumachers Comeback 2010 stichelt Irvine: "Michael ist wie eine Cola ohne Kohlensäure" © Getty Images
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MICHAEL SCHUMACHER UND RUBENS BARRICHELLO (FERRARI): Die "Zeltweg-Affäre" 2002 ist der negative Höhepunkt ihrer schwierigen Beziehung. Barrichello muss Schumacher kurz vor der Zieldurchfahrt in Österreich den Sieg schenken. Jean Todts Befehl via Boxenfunk geht in die Annalen ein: "Let Michael pass for the championship!" © Getty Images
Fast 16 Jahre später spricht Barrichello über seine Gefühlswelt in diesen Momenten: "An jenem Tag bin ich nach der Siegerehrung nicht zur Pressekonferenz gegangen, denn mir war schlecht. Ich habe an diesem Tag viel gekotzt - vor Wut" © Getty Images
JUAN PABLO MONTOYA UND KIMI RÄIKKÖNEN (MCLAREN): 2006 in Indianapolis löst Montoya einen Unfall mit Räikkönen aus, es kommt anschließend zum Massencrash. Vier Tage später erhält der Kolumbianer die Kündigung © imago
FERNANDO ALONSO UND LEWIS HAMILTON (MCLAREN): 2007 kommt Alonso als amtierender Weltmeister zu den Engländern im Glauben, die Nummer eins zu sein. Doch Neuling Hamilton steckt zur Überraschung nicht zurück und treibt den Spanier zur Weißglut © Getty Images
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Ihre Fehde eskaliert während des Qualifyings in Ungarn, als Alonso Hamilton böse blockiert, obwohl er längt hätte weiterfahren können. Die "spanische Blockade" bringt das Fass zum Überlaufen, Alonso geht zurück zu Renault © Getty Images
SEBASTIAN VETTEL UND MARK WEBBER (RED BULL): Fünf Jahre fahren der Deutsche und der Australier in einem Team. Gute Kollegen werden sie in dieser Zeit zwischen 2009 und 2013 aber nie. Vettel boykottiert sogar die Abschiedsparty seines Stallgefährten © imago
Negativer Höhepunkt der Dauerfehde zwischen den Red-Bull-Piloten ist der Große Preis von Malaysia. Vettel ignoriert das Überholverbot seiner Vorgesetzten, überholt den in Führung liegenden Webber und gewinnt. Der Australier zeigt ihm noch auf der Strecke den Stinkefinger © imago
LEWIS HAMILTON und NICO ROSBERG (MERCEDES): Aus den ehemals guten Freunden werden ab 2013 erbitterte Rivalen, die sich oft härter bekämpfen als die Fahrer anderer Teams. "Mit der Intensität, die unser Zweikampf hat, kann man nicht befreundet sein. Wir haben uns in verschiedene Richtungen entwickelt", sagte Hamilton einmal © Getty Images
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Der Anfang vom endgültigen Ende ihrer Freundschaft findet 2014 im belgischen Spa statt. Rosberg setzt damals zum Überholmanöver gegen Hamilton an. Der Brite setzt sich aber zur Wehr, worauf Rosberg seinem Teamkollegen den linken Hinterreifen aufschlitzt © Getty Images
In Barcelona kommt es 2016 erneut zur Kollision zwischen den beiden Mercedes-Piloten und die alte Rivalität bricht auf. Beiden Piloten wird danach sogar der Rausschmiss angedroht. Nur vier Rennen später kommt es in Österreich erneut zu einer Berührung, die aber glimpflicher ausgeht. Rosberg holt den Titel und beendet umgehend seine Karriere © imago

Bottas sieht Schuld eindeutig bei Russell

Für Russell ist es daher nicht undenkbar, dass Bottas extra so hart gegen ihn kämpfte: "Ein neunter Platz ist für ihn absolut nichts. Fast bedeutungslos. Und er reitet da ein Manöver, das man im Kampf um den Sieg in der letzten Runde macht. Das wirft für mich die Frage auf, warum er das für Platz neun macht. Vielleicht hätte er es nicht gemacht, wenn ich ein anderer Fahrer gewesen wäre."

Auf diesen Satz des Briten angesprochen sagte Bottas: "Entschuldigung, ich habe wohl meinen Aluhut irgendwo verloren. Was für eine Theorie", wiegelte der Finne ab und ergänzte: "Ich werde mich egal gegen welchen Fahrer immer verteidigen. Ich bin nicht gerade scharf darauf, Positionen zu verlieren. Das war normales Verteidigen. Es hätte auch noch deutlich aggressiver sein können, wenn unbedingt notwendig."

Während Bottas die eindeutige Schuld aufseiten von Russell sah, zeigte sich der jüngere Pilot einige Zeit später versöhnlich: "Er trägt nicht die volle Schuld, aber ich auch nicht. Es hätte einfach vermieden werden können. Ich bin aber sicher, dass er denkt, dass ich die Schuld habe - kein Zweifel."

Der ehemalige F1-Teamchef Colin Kolles (u.a. Force India) stellte im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1 seine eigene Einschätzung des Vorfalls dar. "Man muss die Hintergründe erläutern. Russell ist der coming Star. Er ist ein starker Fahrer, er ist Mercedes-Fahrer und will auch Mercedes-Fahrer sein. Bottas bringt keine Leistung momentan und ist auf dem absteigenden Ast", so der Rumäne.

Kolles: Bottas wollte zeigen, "wer Platzhirsch ist"

Bottas habe ganz genau gewusst, dass Russell kommt, ist sich Kolles sicher. "Wenn er da durchgekommen wäre, wäre Russell der Held. Er wollte ihm da zeigen, wer der Platzhirsch ist. Der wusste ganz genau, was da passiert, wenn Russell versucht, ihn zu überholen. Er wusste, dass er dort abfliegt. Die Fahrer sind da sehr egoistisch."

Und weiter: "Russell will im Mercedes sitzen und zeigen: Ich bin der bessere Mann für diesen Sitz. Dass er mit einem Williams einen Mercedes überholen kann, ist eine riesen Sache. Aber er hätte sich in dieser Situation einordnen müssen, dann wäre nichts passiert. Es ging in dieser Situation nur darum, zu zeigen, wer hier vorne ist."

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Zumindest sind beide Fahrer wohlauf nach dem Crash. Beide Piloten wurden einige Zeit nach dem Rennen auch im Austausch gesehen. Womöglich beruhigt sich der Wirbel bis zum nächsten Rennen etwas, aber das Duell zwischen Bottas und Russell wird wohl weitergehen - zumal ein Mercedes-Cockpit für 2022 auf dem Spiel steht.

Das Aus von Bottas war in Imola jedenfalls der Tiefpunkt einer enttäuschenden Vorstellung, nachdem er sich kurz zuvor sogar überrunden hatte lassen. Mercedes will Bottas jetzt aufbauen, denn für Wolff steht fest: "Wir brauchen ihn, wir brauchen ihn im Fight um die Konstrukteursmeisterschaft."