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Beachvolleyball: Nach Walkenhorst & Penis-Eklat - Paul Becker schlägt Alarm

Beachvolleyball vor Zerreißprobe?

Eklat im Beachvolleyball! Diese Aktion wird zum Mega-Aufreger

Offenbar ist der neuerliche Eklat um Alexander Walkenhorst nur ein Teil eines Strukturproblems im deutschen Beachvolleyball. Ein Spieler schlägt nun Alarm.

Spieler gegen Verband - mancher sprach schon martialisch von einem Kleinkrieg auf Sand, wenn es in der jüngeren Vergangenheit um den immer höhere Wellen schlagenden Konflikt zwischen den Verantwortlichen des deutschen Beachvolleyballs und Alexander Walkenhorst ging.

Es ist erst wenige Wochen her, da hatte der Bruder von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst als Kommentator eines Frauenspiels beim Turnier der German Beach Trophy in Düsseldorf für einen folgenschweren Eklat gesorgt.

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Während der Übertragung auf dem Streaming-Portal Twitch hatte der 32-Jährige etwas auf den Bildschirm gekritzelt, das sich als Penis-Bild deuten ließ - und zwar ausgerechnet in dem Moment, als die beiden Topspielerinnen Victoria Bieneck und Isabel Schneider gezeigt wurden, die das Turnier hinterher vorzeitig abbrachen. (Alles Wichtige zum Beachvolleyball)

Aufschrei und Irritationen waren groß, auch dem Deutschen Volleyball-Verband stieß Walkenhorsts Fettnapf mächtig auf, der DVV sprach bei SPORT1 von einem Verhalten, das nicht den Werten der Sportart entspreche.

Walkenhorst-Eklat nur ein Teil eines Gesamtproblems

Nachdem sich Walkenhorst, ohnehin als streitbare Figur bekannt, sich mehr oder weniger reumütig entschuldigte, wirkte der Fall damit zumindest öffentlich erledigt. Doch offenbar steckt der deutsche Beachvolleyball grundsätzlich in einer strukturellen Krise, deren Potenzial sich zu einer Zerreißprobe auszuwachsen vermag.

Das zumindest hat nun Paul Becker in einem ausführlichen Statement auf beach-volleyball.de warnend beschrieben. Der Beachvolleyballer, seit diesem Jahr mit Armin Dollinger aktiv, äußerte dabei seine "Angst vor einer dauerhaften Spaltung der Beach-Volleyballszene in Deutschland."

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Becker, für den sich "die Sportart in der Zwietracht zwischen dem Verband und (...) Walkenhorst in der Öffentlichkeit schlecht präsentiert" und der den Umgang miteinander "peinlich" nennt, während Verband und aktive Spieler "ganzheitlich schweigen" will nun zu einer offenen Diskussion anregen und schlägt Alarm.

Zumal der 31-Jährige in der gegenwärtigen Situation gleich mehrere Problemfelder ausgemacht hat, die ihn erschüttern.

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Beachvolleyballer Paul Becker, der mit Armin Dollinger ein Team bildet, sorgt sich um die Zukunft seines Sports

Beachvolleyballer Paul Becker, der mit Armin Dollinger ein Team bildet, sorgt sich um die Zukunft seines Sports

Paul Becker sieht Werteverfall im Beachvolleyball

Allem voran appelliert er an die Athleten und "alle Beteiligten, sich in dieser Debatte zu äußern und für die eigenen Werte einzustehen" - und das "unter Beachtung elementarer Umgangsformen".

Becker erwartet sowohl vom DVV, Walkenhorst als auch von der Öffentlichkeit "einen offenen, konstruktiven und wertschätzenden Umgang mit aufkommender Kritik."

Genau daran hatte es zuletzt immer wieder gemangelt. Insbesondere bei Walkenhorst, wie Becker unter dem Punkt "Vorbildfunktion Fehlanzeige - der Sprachgebrauch geht unter die Gürtellinie!" aufschlüsselt: "Die Art und Weise, mit der sich Alex in der Vergangenheit zu verschiedenen Themen geäußert hat, ist für mich in einigen Fällen untragbar und hochgradig diskriminierend."

So hatte Walkenhorst David Klemperer, Ex-Spieler und heute Geschäftsführer der Deutschen Volleyball Sport GmbH, im vergangenen August öffentlich u.a. als "verfickten Profilneurotiker" und "dummes erbärmliches Schwein" bezeichnet.

"Ich glaube, jeder weiß, dass es sich bei diesem verbalen Ausbruch und der anschließenden Entschuldigung nicht um einen Einzelfall handelt", so Becker.

Alexander Walkenhorst hat in der Beachvolleyball-Szene Fans und Gegner

Walkenhorst: Neue Formate als Bereicherung

Gleichwohl betrachtet er das Enfant terrible der Szene als Vertreter neuer Formate namens Ohne Netz und Sandigen Boden und New Beach Order durchaus auch als bereicherndes Element für seinen Sport. 

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Zur Erinnerung: Walkenhorst hatte durch sein Engagement für die Fortsetzung des Spielbetriebs während der Coronakrise dank eines eigens kreierten Beach-Contents über mehrere Wochen mit Turnieren in Düsseldorf neue Maßstäbe gesetzt - auch digital.

"Die Jungs haben Beach-Volleyball während der Pandemie zurück auf die Bildfläche gebracht", für Becker "schnell, innovativ, modern und mutig – Adjektive, die mir in Bezug auf den Verband wohl eher nicht eingefallen wären."

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In diesem Zusammenhang müsse "sich der Verband ehrlich fragen, ob er aus eigener Kraft überhaupt imstande ist, Beach-Volleyball hausintern populärer zu machen und zu einer Ganzjahressportart weiterzuentwickeln. Ist dies nicht der Fall, sollten der jungen Initiative keine Steine in den Weg gelegt werden."

Durch seine Art habe Walkenhorst daher in der Vergangenheit auch "auf viele Unzulänglichkeiten in unserer Sportart hingewiesen - das ist nichts Verwerfliches, im Gegenteil!"

Kira Walkenhorst (links) und Laura Ludwig (rechts) bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Wien für die erste WM-Goldmedaille eines deutschen Duos sorgen © Getty Images
Zuvor war dies lediglich Julius Brink und Jonas Reckermann 2009 gelungen. Drei Jahre später werden beide als erste Europäer auch noch Olympiasieger und sorgen dafür, dass Beachvolleyball auch in der breiten Masse der Gesellschaft immer beliebter wird © Getty Images
Während Walkenhorst, Brink und Reckermann ihre Karrieren inzwischen beendet haben, versucht Ludwig ihren Titel bei der Heim-WM in Hamburg (28. Juni bis 7. Juli LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) an der Seite ihrer neuen Partnerin Margarete Kozuch erfolgreich zu verteidigen. © Getty Images
Anlässlich dessen zeigt SPORT1 die schönsten und spektakulärsten Bilder der faszinierenden Sportart Beachvolleyball © Getty Images
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Die wichtigste Turnierserie im Kalender der Beachvolleyballer ist die FIVB World Tour, bei der von Anfang Januar bis Mitte November Turniere auf der ganzen Welt stattfinden. So stehen unter anderem gleich zwei Turniere in Brasilien (Bild) auf dem Programm © Getty Images
Traumhafte Kulissen gehören zum Alltag der besten Spieler der Welt. Erst im vergangenen Jahr steigen direkt am Strand von Coolangatta in Australien die Commonwealth Games statt © Getty Images
Abkühlung nach einem heißen Spiel gibt es für die Akteure inklusive. Nur wenige Meter hinter dem Feld befindet sich der Pazifik © Getty Images
Beachen mit Blick auf die Skyline von San Franciso? Auch das gehört zum Leben eines Beachvolleyball-Profis © Getty Images
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Selbst in Afrika, Mexiko, Kambodscha, Katar oder dem Oman finden in diesem Jahr Turniere statt. Die Spieler sind förmlich überall auf der Welt zu Hause © Getty Images
Bei ihrem Sieg in Mexiko 2015 werden Ludwig (l.) und Walkenhorst mit den landestypischen Hüten ausgestattet © Getty Images
Und ganz ehrlich: Wer schlägt unter diesen Palmen in Mexiko nicht gerne auf? © Getty Images
Ein ganz besonderes Ambiente hat auch Den Haag zu bieten. Dort legte die Tour im Januar los © Getty Images
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Ende Juli geht es für die Männer und Frauen wieder nach Japan, genauer nach Tokio. Hoffentlich vergessen die Akteure beim Blick in den Sonnenuntergang nicht das Wesentliche © Getty Images
In Russland ist man auf jedes Wetter vorbereitet. Das Beachstadion in Sotschi verfügt sogar über Dächer für die Zuschauertribünen © Getty Images
Auch das Rahmenprogramm hat einiges zu bieten. Bei vielen Turnieren treten Tänzerinnen zwischen den Spielen auf © dpa Picture Alliance
Genug von den Rahmenbedingungen: Die Sportart selbst hat schon spektakuläre und ästhetische Aspekte zu bieten. Zwar wurde die einst bestehende Bikini-Pflicht abgeschafft, dennoch tragen die meisten Damen weiterhin nur spärliche Kleidung - vor allem aus praktischen Gründen © Getty Images
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Bei entsprechenden Witterungsbedingungen ist die kurze Kleidung selbstverständlich nicht verpflichtend. Um sich vor Nässe oder Kälte zu schützen, dürfen die Sportler auch lange Oberteile und Hosen tragen © Getty Images
Gekämpft wird um jeden Ball - koste es, was es wolle © Getty Images
Auch mit lackierten Fingernägeln werfen sich die Frauen in den Sand © Getty Images
Nicht nur die Klamotten sind übrigens Einschränkungen unterworfen. Auch die Techniken sind im Vergleich zum Hallenvolleyball strenger reguliert. Der Ball darf beispielsweise nicht über das Netz gepritscht werden © Getty Images
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Auch der aus der Halle bekannte Lob mit den Fingerspitzen ist nicht erlaubt. Stattdessen greifen die Athleten zum sogenannten Poke Shot, also dem Spielen des Balls mit den Fingerknöcheln © Getty Images
Zum Beachvolleyball gehören aufgrund des weichen Bodens spektakuläre Rettungs- und Abwehraktionen © Getty Images
Dass man mal ein bisschen Sand schluckt, gehört dazu © Getty Images
Insbesondere die Reaktionsfähigkeit der Spielerinnen und Spieler ist stark gefordert © Getty Images
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Dabei sollte man sich gut absprechen, sonst kommt man sich in die Quere © Getty Images
Beim Aufschlag ist dagegen alles klar. Nach jedem Wechsel des Service-Rechts kommen die beiden Akteure eines Teams abwechselnd an die Grundlinie © Getty Images
Und was bedeuten eigentlich diese Zeichen? Mit verschiedenen Fingerpositionen, die je nach Duo variieren, zeigen sich die Sportler gegenseitig an, wie der Block gestellt wird beziehungsweise wohin der Aufschlag erfolgen soll © Getty Images
Hier sieht es so aus, als würde Clemens Doppler versuchen, den Ball zu beschwören. Doch der Österreicher kommuniziert mündlich mit seinem Partner, um über die Taktik zu beraten © Getty Images
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Dass Beachvolleyballer auch ordentlich feiern können, beweisen die US-Amerikanerinnen April Ross und Alexandra Klineman nach ihrem Triumph beim Turnier in Itapema © Getty Images
Überhaupt konnten in Brasilien im Mai offensichtlich alle auf dem Podium platzierten Teams mit ihrem Ergebnis leben © Getty Images
Für das richtige Rahmenprogramm ist beim Beachvolleyball natürlich auch stets gesorgt. Die WM kann kommen! © Getty Images

Junge Athleten schweigen - offenbar aus Angst

Allein - und das ist Becker wichtig: "Es geht an dieser Stelle nicht darum, dass man seine Meinung vertritt, sondern wie!"

Und dass manche sie nun überhaupt äußern. So berichtet Becker davon, dass gerade junge Athleten "Angst hätten, die Walkenhorst-Bewegung öffentlich zu kritisieren", dazu Konsequenzen befürchten. Diejenigen, "die den Mut haben, sich zu äußern, sollten dafür nicht bestraft werden", forderte Becker nun.

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Um eine dauerhafte Spaltung der Beach-Volleyballszene zu vermeiden, müssten sich "die Parteien auf ein Ziel verständigen: Den Beach-Volleyballsport in Deutschland unter Beachtung elementarer Umgangsformen und den Werten unseres Sports zu fördern - wahrscheinlich unter dem Dach des DVV."

Grundlegend dafür ist laut Becker, "sich in jeglicher Form von Diskriminierung zu distanzieren, sich dementsprechend auszudrücken und zu verhalten."

Gelänge dies nicht, "wäre es ein Armutszeugnis für unsere Sportart."