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FC Bayern, Streit zwischen Flick und Salihamidzic - wirft der Trainer am Saisonende hin?

Wirft Flick am Saisonende hin?

Flick gegen Brazzo: "Es geht um Egos!"

Die Nebenkriegsschauplätze beim FC Bayern verschwinden nicht. Der Umgang mit Jérôme Boateng stört Hansi Flick gewaltig. Ist der Burgfrieden mit Hasan Salihamidzic vorbei?

"Jeder weiß, dass Hansi Flick und ich sehr gut zusammenarbeiten", sagte Hasan Salihamidzic am Mittwochabend.

Stimmt das wirklich? Wohl kaum!

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Wenn dem so wäre, warum muss Hansi Flick Tage zuvor öffentlich mit seinem Vorgesetzten Salihamidzic Burgfrieden schließen? Warum müssen Bayern-Bosse hinter verschlossenen Türen zwischen den beiden Alphatieren moderieren? Warum muss Flick "schauspielern", wie er selbst auf SPORT1-Nachfrage zugab, weil ihm der Ärger über die Kommunikation mit der Nicht-Vertragsverlängerung von Jérôme Boateng sauer aufstößt?

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Vom Bayern-Plan, dass Boateng gehen muss, erfuhr Flick vor Monaten aus den Medien. In den vergangenen Tagen soll er über die endgültige Entscheidung jedoch in Kenntnis gesetzt worden sein. Flick hätte Boateng gerne behalten, akzeptiert aber die Entscheidung seines Sportvorstands. Dass dieses Thema öffentlich ausgetragen wird, stört ihn jedoch gewaltig. Es ist unnötige Ablenkung in der wichtigsten Phase der Saison und Boateng ist ein Leistungsträger, auf den es in den kommenden Monaten noch ankommen wird. (SPORT1-Kommentar: Blanker Hohn für Boateng)

Salihamidzic und Flick, es ist eine Zweckgemeinschaft zum Wohle des Erfolgs, die mit dem Bekanntwerden von Boatengs Abgang, unnötigerweise rund um das so wichtige Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain (2:3), ein neues Negativ-Kapitel hinzugewonnen hat – und dazu führen kann, dass Flick den Worst Case einleitet und seinen Vertrag bis 2023 (ohne Ausstiegsklausel) am Saisonende auflöst. 

Neuer Ärger der Alphatiere: Wirft Flick am Saisonende hin? 

Freiwillig und vorzeitig gehen, um Bundestrainer zu werden, hat Flick nach SPORT1-Informationen eigentlich nicht vor. Es sei denn, die Beziehung zwischen ihm und Salihamidzic bessert sich nicht, die Führungsetage lässt Rückhalt für den Sextuple-Trainer vermissen und gewährt ihm nicht mehr Einfluss in Personalentscheidungen. 

Allein Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge tut öffentlich alles, um Flick das Vertrauen auszusprechen, indem er fast täglich dessen Wechselverbot erneuert. Sportvorstand Hasan Salihamidzic bringt solche Äußerungen nicht zustande und verweist lediglich auf Flicks Vertrag. Vorstandsmitglied Oliver Kahn hält sich zurück.

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Flick indes verzichtet weiterhin auf ein klares Bekenntnis pro Bayern, was in der Chefetage der Bayern nach SPORT1-Informationen kritisch gesehen wird. Den Bossen fällt es derzeit schwer, einzuschätzen, was Flick will: Bleiben oder gehen? Bislang steht nur fest, dass er sich nach Saisonende in den Urlaub verabschieden will. Das mögliche letzte Saisonspiel wäre das Champions-League-Finale in Istanbul am 29. Mai. Die Bundesliga endet eine Woche zuvor. 

Wird Bierhoff zum lachenden Dritten?

Dass Flick vor Kurzem in den Infight mit Ehrenpräsident Uli Hoeneß gegangen ist, als er Boateng bei RTL mit dessen EM-Verzichts-Aussage demontiert hat, gefällt vereinsintern auch nicht jedermann. Innerhalb des Mannschaftskreises hat es ihn aber einmal mehr gestärkt, weil er sich vor einen seiner Spieler gestellt hat. 

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Flick ist dieser Tage deutlich anzumerken, dass ihn die Nebenkriegsschauplätze belasten. Dabei bräuchte er alle Kraft, um sich auf das Sportliche zu konzentrieren (neunte Meisterschaft in Folge, Einzug ins Halbfinale der Champions League). Bei Nachfragen zu seiner Zukunft blockt er ab, auf kritische Personalfragen geht er verständlicherweise kaum noch ein, verweist stattdessen auf Salihamidzic, der sich kaum zu Wort meldet. 

Lachender Dritte könnte am Ende Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff, der aus der Ferne genau beobachtet, wie sich das Verhältnis zwischen seinem Wunsch-Bundestrainer Flick und Salihamidzic in München entwickelt. Derzeit jedenfalls nicht zum Besten. Flicks vorzeitiger Abgang wäre, Stand jetzt, keine Überraschung mehr.