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Australian Open: Novak Djokovic - Spekulationen um vorgetäuschte Verletzung

Djokovic-Verletzung nur Show?

Nach Fast-Sensation: Diese Beauty tröstet jetzt den Djokovic-Gegner

Vor der abermaligen Krönung von Novak Djokovic bei den Australian Open mehren sich die Vorwürfe, er täusche Verletzungen nur vor. Nun kontert der Tennis-Superstar.

Es war eine ziemliche Machtdemonstration.

Glatt in drei Sätzen (6:3, 6:4, 6:2) machte Novak Djokovic kurzen Prozess mit der russischen Turnier-Überraschung Aslan Karatsev, schaffte damit zum neunten Mal den Sprung ins Finale bei den Australian Open. (SERVICE: Alles zum Tennis)

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Am Sonntag nun will der Tennis-Superstar, der bisher bei jeder Endspielteilnahme auch den Titel gewann, erneut triumphieren - und sich dabei ebenso wenig von Daniil Medvedev (Russland) aufhalten lassen, der im zweiten Halbfinale Stefanos Tsitsipas aus Griechenland ausgeschaltet hatte. (Australian Open: Finale Novak Djokovic - Daniil Medvedev So. ab 9.30 Uhr im LIVETICKER)

Doch schon vorher gibt es Gesprächsbedarf um den Djokovic - und abhängig von dem Ausgang des Endspiels wohl noch mehr hinterher. (Kalender der ATP-Saison 2021)

Vorwurf: Täuscht Djokovic Verletzung nur vor?

Dabei geht es weniger um den möglichen 18 Grand-Slam-Sieg des Djokers, was nur zwei Erfolge weniger wären als die der Führenden Roger Federer und Rafael Nadal. Und auch nicht um die Tatsache, dass der Djoker so oder so in seine 311. Woche als Nummer 1 der Welt geht und damit Federer als bisherigen Rekordhalter ablöst.

Vielmehr geht es um Vorwürfe, Djokovic sei unehrlich, der Serbe würde Verletzungen nur vortäuschen.

Von Simulieren ist da hinter vorgehaltener Hand die Rede, rückblickend auf Gestus und Rhetorik des 33-Jährige in der 3. Runde gegen Taylor Fritz. Zu Erinnerung: Zweimal nahm Djokovic, bei dem es spielerisch alles anderes als rund lief, ein Medical Timeout. Am Ende war er doch erfolgreiche im Fünf-Satz-Krimi.

Trotz Riesenkampf: Zverev fliegt gegen Djokovic raus

Hinterher sagte er die obligatorische Pressekonferenz ab, nachdem er auf dem Court noch erklärt hatte: "Ich weiß nicht, ob ich mich in weniger als zwei Tagen davon erholen werde. Ich weiß nicht, ob ich wieder auf den Platz gehen kann oder nicht." 

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Der Rest ist bekannt: Djokovic behauptete sich danach souverän gegen Milos Raonic, glänzte im Viertelfinale auch gegen Alexander Zverev, ohne dabei allzu sehr an der erwähnten Bauchmuskel-Blessur zu leiden.

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Djokovic wehrt sich mit Dokumentation

Alles also nur Show - oder üble Unterstellung? Tennis-Legende Boris Becker nimmt den Ex-Schützling in Schutz und erklärt bei Eurosport, man müsse "die Kirche im Dorf lassen".

Djokovic selbst wehrt sich nun ebenfalls und geht zum Gegenangriff über - mit einer Dokumentation. Intime Einblicke gewährendes Filmmaterial soll zeigen, wie sehr die Tennis-Ikone in den vergangenen Monaten körperlich und mental auf der letzten Rille lief.

Novak Djokovic (r.) ist der König von Wimbledon! In einem Finale, das in die Geschichte eingehen wird, besiegt der Serbe Rasenkönig Roger Federer im neu eingeführten Tie-Break des fünften Satzes
Novak Djokovic (r.) ist der König von Wimbledon! In einem Finale, das in die Geschichte eingehen wird, besiegt der Serbe Rasenkönig Roger Federer im neu eingeführten Tie-Break des fünften Satzes © Getty Images
Es ist sein fünfter Triumph an der Church Road und zugleich der 16. bei einem Grand-Slam-Turnier. SPORT1 blickt auf seine beeindruckende Karriere zurück © Getty Images
Mit 18 Jahren kennen den jungen Serben die Wenigsten. Er macht sich gerade erst langsam auf den Weg nach oben, in seiner Kindheit erlebte er Bombenangriffe im Balkankrieg hautnah mit © Getty Images
Zu seinen Leidenschaften zählt neben dem Tennis ein weiteres Spiel mit kleinen Kugeln: Billard © Getty Images
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Seinen ersten Auftritt bei einem Grand-Slam-Turnier hat Novak Djokovic im Januar 2005 in Melbourne. In der ersten Runde ist gegen den Russen Marat Safin (l.) allerdings schon Endstation © Getty Images
In Wimbledon übersteht er im selben Jahr zumindest schon einmal die ersten beiden Runden, ehe er am Franzosen Sebastian Grosjean scheitert © Getty Images
Auch bei den US Open in Flushing Meadows zieht der Serbe in die dritte Runde ein. Sein Schläger kann nichts dafür, dass er gegen den Spanier Fernando Verdasco das Achtelfinale verpasst © Getty Images
Im Juli 2006 gewinnt Djokovic das ATP-Turnier in Amersfoort in den Niederlanden, im Oktober folgt der Turniersieg im französischen Metz. Dadurch klettert er auf den 16. Platz der Weltrangliste © Getty Images
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Auch damals ist seine Jugendliebe Jelena Ristic dabei. Seit 2014 sind die beiden verheiratet und haben heute zwei gemeinsame Kinder © Getty Images
Bei den US Open 2007 erreicht Djokovic zum ersten Mal in seiner Karriere und als erster serbischer Spieler überhaupt ein Grand-Slam-Finale, das er trotz mehrerer Satzbälle (5 im ersten, und 2 im zweiten Satz) mit 6:7, 6:7 und 4:6 gegen Roger Federer verliert © Getty Images
Am 27. Januar 2008 gelingt Djokovic mit dem Sieg bei den Australian Open sein erster Grand-Slam-Triumph. Er ist damit der erste Serbe, der einen Herren-Grand-Slam-Titel gewinnt und mit 20 Jahren auch der jüngste Gewinner der Australian Open überhaupt © Getty Images
Bei den US Open 2008 besiegt er den Amerikaner Andy Roddick im Viertelfinale und bringt anschließend die Fans und Roddick selbst gegen sich auf. "Andy hat ja gesagt, ich hätte 16 Verletzungen? Das stimmt offenbar nicht, oder? Ich bin froh, dass ich hier gewonnen habe, in seiner Stadt, mit seinen Fans", motzt er beim Sieger-Interview © Getty Images
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In Rom macht er seinem Namen als Tennis-Clown alle Ehre und erntet Applaus als Nadal-Imitator © Getty Images
2010 gewinnt Djokovic mit seinen serbischen Kollegen den Davis Cup. "Viele können sich gar nicht vorstellen, was dieser Sieg für unser Land bedeutet hat. Wir hatten einen schrecklichen Krieg, wir haben harte Zeiten hinter uns und haben sie noch immer nicht überwunden", sagt Djokovic anschließend © Getty Images
2011 ist das Jahr des Djokers: Beim Hopman Cup in Perth zieht er an der Seite seiner Landsfrau Ana Ivanovic ins Finale ein. Wegen einer Verletzung Ivanovic' können sie dort das Endspiel aber nicht bestreiten © Getty Images
Djokovic ist einfach ein Showman: Bei den Australian Open wagt er mit einer Tänzerin nach dem Training mit nacktem Oberkörper ein Tänzchen auf dem Platz. Die Fotografen haben ihren Spaß © Getty Images
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Nach dem Erfolg bei den Australian Open 2011 und einer bereits zweistelligen Siegesserie gewinnt Djokovic im selben Jahr auch das ATP-Turnier in Dubai © Getty Images
Die Siegesserie Djokovic' reißt im Halbfinale von Roland Garros gegen Roger Federer. Insgesamt dauert diese Serie 42 Spiele lang an. Damit stellt er den Rekord von John McEnroe ein © Getty Images
Diese Freude muss raus: Mit dem Wimbledon-Sieg 2011 gelingt dem Serben der bislang größte Erfolg in seiner Karriere. Noch dazu übernimmt er zum ersten Mal die Nummer eins der Weltrangliste © Getty Images
Es ist die Überraschung in der Tenniswelt - Boris Becker wird Trainer des damals besten Tennisspielers der Welt: Novak Djokovic. Ende 2013 stößt das deutsche Idol zum Team © Getty Images
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Das erste große Turnier für das neue Gespann steigt Anfang 2014. Bei den Australian Open läuft es aber nicht wie geplant: Djokovic scheitert im Viertelfinale bei seinem Lieblingsturnier © Getty Images
Nach mehreren enttäuschenden Ergebnissen fährt Djokovic 2014 den nächsten Wimbledon-Sieg in überragender Dominanz ein. Es soll nicht der Letzte bleiben. Nur ein Jahr später gelingt ihm der große Coup erneut © Getty Images
Nach knapp drei Jahren unter Coach Becker folgt die Trennung. Die Bilanz der Zusammenarbeit: 25 Titel, darunter sechs Grand Slams © Getty Images
Im folgenden Jahr muss der "Djoker" einige herbe Rückschläge verkraften. Die Saison 2017 beendete der Tennis-Profi vorzeitig wegen einer Verletzung. Aufgrund des vorzeitigen Saisonendes wurde er erstmals seit mehr als zehn Jahren nicht mehr in den Top Ten der Weltrangliste geführt © Getty Images
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Nach erneutem Trainerwechsel 2018 findet Djokovic allmählich wieder zu seiner Form zurück. Im Juli 2018 fährt der Serbe seinen vierten Wimbledon-Sieg ein. Nach rund neun Monaten kehrte er wieder in die Top Ten der Weltrangliste zurück © Getty Images
Es folgen der Triumph bei den US Open in New York und die Turniersiege in Cincinnati und Schanghai. Mit seinem Triumph in Ohio im August schafft er einzigartiges und triumphiert als erster Spieler bei allen neun Turnieren der Mastersserie © Getty Images
Nach fast zwei Jahren ist Djokovic wieder an der Spitze der Weltrangliste. Obwohl er im Finale des Paris-Masters scheitert, löst er seinen Dauerrivalen Rafael Nadal ab. Djokovic steht in seiner Karriere bislang insgesamt 260 Wochen auf Platz eins der Rangliste © Getty Images
Mit dem Schwung der jüngsten Erfolge zieht Djokovic 2018 ohne Niederlage in sein siebtes Finale bei den ATP Finals ein. In diesem muss er sich aber Alexander Zverev geschlagen geben © Getty Images
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Das Jahr 2019 beginnt für Djokovic perfekt. Im Finale der Australian Open lässt er Rivale Nadal nur acht Spiele. Es ist zugleich sein erster Sieg im achten Aufeinandertreffen in einem Grand-Slam-Finale gegen den Spanier © Getty Images
Mit seinem siebten Triumph ist der Serbe jetzt alleiniger Rekordhalter in Melbourne © Getty Images
Bei den folgenden Mastersturnieren in Indian Wells, Miami und Monte Carlo kommt er nie über das Achtelfinale hinaus. Mit dem Turniersieg in Madrid spielt er sich aber in den engsten Favoritenkreis für die French Open © Getty Images
In Paris kassiert der Djoker dann eine dramatische Fünf-Satz-Niederlage gegen Sandplatzspezialist Dominic Thiem © Getty Images
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In Wimbledon kehrt Djokovic wieder in die Erfolgsspur zurück. Auf seinem Weg ins Finale gibt er lediglich zwei Sätze ab © Getty Images
In Endspiel liefern sich Djokovic und Federer eine epische Schlacht. Im Stile seines ehemaligen Trainers Boris Becker hechtet er nach den Bällen © Getty Images
Im fünften Satz wehrt Djokovic zwei Matchbälle ab. Es kommt erstmals in der Geschichte Wimbledons zu einer Titel-Entscheidung im Tiebreak: Bei 12:12 im fünften Satz geht es in diesen, Djokovic hat das bessere Ende für sich und gewinnt 7:3 © Getty Images
Mit seinem 16. Grand-Slam-Sieg liegt er in der Liste der Spieler mit den meisten Grand-Slam-Siegen nur noch vier Erfolge hinter Federer. Bei Djokovics Ehrgeiz wird er alles daran setzen, den Abstand weiter zu verkürzen © Getty Images

"Erholung bestimmt in den letzten fünf Tagen meine Tage zu 100 Prozent", sagte er seinem Landmann und Journalisten Saša Ozmo. "Ich mache eine Dokumentation. Wir zeichnen eine Menge Dinge auf, die ich in den vergangenen Monaten erlebt habe."

Die Kritiker sollen eines Besseren belehrt werden, wenn das Werk Ende des Jahres erscheinen soll.

Was die Australian Open und die Gegenwart anbelangt, erklärte der Weltranglisten-Erste schon mal: "Was wir hier sehen, ist nicht normal. Es hat offensichtlich etwas mit den Umständen zu tun, denen wir derzeit ausgesetzt sind."

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Mit Verweis auf die lange Quarantäne in ein Vorbereitungsturnier führte er unterschwellig drohend an: "Hoffen wir, dass es ein temporärer Zustand ist. Aber ich will wissen, wie die Tour nach Australien aussehen wird. Denn ich weiß aus vielen Gesprächen mit anderen: Sollte es so weitergehen, führt die Mehrheit die Saison nicht fort."