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Biathlon: Simon Schempp aus Aufgebot gestrichen, Johannes Kühn zurück

Schempp aus Aufgebot gestrichen

Simon Schempp steht nicht mehr im Weltcup-Kader des DSV © Imago

Ex-Weltmeister Simon Schempp ist nach gerade einmal zwei Einsätzen schon wieder raus aus dem Weltcup. Dafür kehrt Johannes Kühn zurück.

Die Tiefschläge treffen Simon Schempp in letzter Zeit knüppelhart!

Da hat sich der viermalige Weltmeister gerade mühsamst und gegen zahlreiche Widerstände in den Weltcup zurückgekämpft, und dann ist schon wieder Schluss. Nur zwei Chancen hat er bekommen - und die nicht genutzt. Wie der Deutsche Skiverband verkündete, muss Schempp beim zweiten Teil des Heimweltcups in Oberhof ab Mittwoch zuschauen. (Biathlon: Der Weltcup von Oberhof im LIVETICKER)

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Der Uhinger und Lokalmatador Lucas Fratzscher müssen im deutschen Team für Johannes Kühn und Roman Rees Platz machen. Es ist der vorläufige Höhepunkt der 2018 beginnenden und sich immer weiter verschärfenden Leidensgeschichte des Simon Schempp. Dabei sollte diesen Winter eigentlich alles wieder besser werden.

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Schempp in Oberhof läuferisch schwach

"Ich habe dieses Gefühl, dass ich noch nicht am Ende bin und dass noch etwas möglich ist. Das hat mir die gewisse Motivation gegeben, einfach nochmal weiterzumachen und weiterzukämpfen", hatte der dreimalige Olympiamedaillengewinner dem SID vor Saisonstart gesagt. Doch nun muss er den nächsten Rückschlag verkraften. Kein große Weltcupbühne am Rennsteig, als Alternative winkt der zweitklassige IBU-Cup am Arber.

Schempp wusste, dass es "nur wenige Chancen" für ihn geben wird, und mit seinen Leistungen in Oberhof betrieb er keine Werbung in eigener Sache.  Platz 58 im Sprint und Rang 45 in der Verfolgung - und das mit jeweils nur einem Schießfehler. "Es war klar, dass über Nacht kein Wunder passiert und ich auf einmal vorne mitlaufen kann", gab sich der Schwabe zwar gelassen. Doch in ihm brodelte es sicher.

Er, der einstige Weltklasseathlet mit 26 Podestplätzen, wurde auf der Strecke von der Konkurrenz regelrecht demontiert. Im Sprint schaffte er nur die 73. Laufzeit, zweieinhalb Minuten fehlten auf Johannes Thingnes Bö. In der Verfolgung waren es sogar nochmal 15 Sekunden mehr - viel zu wenig für die eigenen Ansprüche.

WM fast ausgeschlossen

Doch es sind zugleich auch die knallharten Fakten, warum er die Weltcup-Qualifikation im November trotz überwundener Rückenprobleme zunächst verpasst hatte. Diese Wochen seien "nicht leicht" gewesen, sagte der Schwabe rückblickend, "selbstverständlich war ich enttäuscht". Doch er meldete sich mit starken Testrennen und einer bärenstarken World Team Challenge zurück.

Wie er den nächsten, durchaus überraschenden Tiefschlag verkraftet, bleibt abzuwarten. Nach zusammenaddiert lediglich drei Top-20-Plätzen verpasste Schempp bereits in den vergangenen beiden Wintern die WM-Qualifikation, auch eine Teilnahme in Pokljuka (10. Februar bis 21. Februar) scheint nun nahezu ausgeschlossen. Womöglich ist das selbst für den Kämpfer wie Schempp der eine Rückschlag zu viel.