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Raymond van Barneveld gibt Darts-Comeback: Das sind die Ziele von Barney

Wie Barney sein Comeback plant

Ziel WM 2022: So plant van Barneveld das Mega-Comeback

Die Darts-WM 2021 ist vorbei. Im neuen Jahr greift ein alter Bekannter wieder an. Raymond van Barneveld möchte die Darts-Welt einmal mehr aufmischen.

"Ich werde mich für den Rest meines Lebens daran erinnern. Ich kann mir das nie verzeihen."

Diese drastischen Worte wählte Raymond van Barneveld nach seinem unerwarteten Erstrunden-Aus bei der Darts-WM 2020. Viel lieber hätte Barney seine Karriere ähnlich wie sein einstiger Dauerkonkurrent Phil Taylor als absoluter Top-Spieler beendet.

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Doch der Niederländer konnte in seinen letzten Karrierejahren nicht mehr an die Leistungen vergangener Tage anknüpfen und verließ nach der enttäuschenden Niederlage mit gesenktem Haupt die große Dartsbühne.

Ein Jahr später sieht die Welt ganz anders aus. Gerwyn Price ist Weltmeister und das erste Mal seit 2014 steht nicht mehr Michael van Gerwen an der Spitze der Weltrangliste. Price ist sogar erst der vierte Weltranglistenerste seit dem Jahr 2007. Vor MvG stand die Darts-Legende Phil Taylor lange Jahre ganz oben. Und neben den beiden Dominatoren grüßte im Jahr 2008 ein gewisser van Barneveld kurzzeitig von der Spitze. (Ergebnisse der Darts-WM 2021)

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Raymond van Barneveld kehrt zurück

Im neuen Jahr hat dieser erneut große Pläne. Er hat die Enttäuschung des traurigen Abschieds in Motivation umgemünzt und möchte 2021 wieder angreifen. "Mein Körper fing wieder an zu brennen. Ich habe mich gut und positiv gefühlt", sagte Barney im Interview mit SPORT1. Seit September steht fest, dass der fünfmalige Weltmeister (1 x PDC, 4 x BDO) von seinem Rücktritt zurücktritt.

"Wir machen es wieder! Ich vermisse es enorm und werde mein Bestes geben, um meine Tour-Karte so schnell wie möglich zu bekommen, damit ich in Zukunft wieder auf den großen Bühnen auftreten kann", schrieb van Barneveld damals bei Twitter.

Michael van Gerwen kritisiert Barney

Jetzt rückt sein Comeback immer näher - aber nicht alle finden nur Gutes an der Entscheidung des 53-Jährigen. "Raymond hat sein Abschiedsspiel gegeben, alle haben Tickets gekauft - und sechs Monate später ist er wieder da. Das ist ein wenig ungünstig. Aber das habe ich ihm auch schon persönlich gesagt", kritisierte sein Landsmann und Freund Michael van Gerwen die Art und Weise des Comebacks bei SPORT1.

Barney kann diese Kritik sogar nachvollziehen: "Vielleicht wäre es besser gewesen, zu sagen, ich nehme ein Sabbat-Jahr. Jetzt hatte ich zehn, elf Monate Zeit darüber nachzudenken. Ich habe viele Videos geschaut, in denen ich viele Spiele, viele Trophäen gewonnen habe."

Am Donnerstag feiert eine der größten Sport-Legenden Geburtstag. Darts-Superstar Phil "The Power" Taylor wird 60 Jahre alt. In seiner Karriere gelingen dem Briten unglaubliche Erfolge © Getty Images
Insgesamt 185 Titel kann Taylor PDC-Angaben zufolge gewinnen, darunter 16 WM-Siege. Ist "The Power" damit auch der größte Spieler aller Zeiten? SPORT1 zeigt die Rangliste der Pfeile-Legenden © SPORT1-Grafik/Imago
PLATZ 10 – TRINA GULLIVER: Die heute 50-Jährige ist die beste Spielerin aller Zeiten. Sage und schreibe zehn Mal durfte sich die Britin bereits über den Weltmeister-Titel freuen. Zwischen 2001 und 2011 stand sie ununterbrochen jedes Jahr im Finale © Getty Images
Das "Golden Girl" – so lautet ihr Spitzname – hat sich als Einlaufmusik einen ganz besonderen Song ausgesucht. Die BDO-Spielerin betritt die Darts-Bühnen stets unter den Klängen von "You Sexy Thing" von Hot Chocolate © Getty Images
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PLATZ 9 – DENNIS PRIESTLEY: Zweimal krönte sich der Brite im Laufe seiner Karriere zum Weltmeister. Er war der erste große Rivale von Legende Phil Taylor und schlug ihn bei der ersten PDC-WM 1994. In den folgenden sechs Jahren stand er noch vier Mal im Finale, verlor jedoch stets gegen den großen Meister © Getty Images
Seinen Spitznamen "The Menace - die Nervensäge" - hat er von der bekannten englischen Cartoonfigur Dennis the Menace. Vor seinen Würfen konzentrierte sich Priestley auffallend lange auf sich selbst. 2014 hat er seine PDC-Laufbahn beendet © Getty Images
PLATZ 8 - GARY ANDERSON: Trotz seiner bitteren Halbfinal-Niederlage gegen MvG bei der Darts-WM 2019 ist der Schotte bereits jetzt eine Legende. 2015 und 2016 setzte er sich die WM-Krone auf. Zudem gewann er das World Matchplay, die Premier League und die UK Open © Getty Images
Der "Flying Scotsman", so heißt - in Anlehnung an den "Fliegenden Holländer" - die schnellste Zugverbindung zwischen London und Edinburgh, hat seit langem mit starken Rückenproblemen zu kämpfen. Bis zu seinem Wechsel von der BDO zur PDC kam der begnadete Dartsspieler nach eigenen Angaben fast ohne Training aus © Getty Images
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PLATZ 7 – MARTIN ADAMS: Wenn einer ein Thema durchzieht, dann Martin Adams. Der Brite hat nicht nur den Spitznamen "Wolfie", er läuft auch mit dem Song "Hungry Like the Wolf" von Duran Duran ein. Im April 2016 erkrankte er an Prostatakrebs und musste bis November pausieren. In den Jahren zuvor mauserte er sich zur BDO-Legende © Getty Images
2007, 2010 und 2011 schnappte er sich den WM-Titel seines Verbandes. Seinen ersten Triumph musste er sich besonders hart erarbeiten. Nach 6:0-Vorsprung glich Joe Mixon zum 6:6 aus, ehe Adams zu seiner Form zurückfand und schließlich gewann © Getty Images
PLATZ 6 – JOHN LOWE: In den 70er und 80er Jahren zählte der Brite zu den bekanntesten Spielern seines Landes. Dennoch gelang es ihm nie, an seinem größten Rivalen Eric Bristow vorbeizuziehen. Legendär wurde Lowe am 13. Oktober 1984: Damals gelang ihm als erstem Spieler vor laufenden Kameras ein Neun-Darter © Getty Images
1979, 1987 und 1993 holte er den WM-Titel. Neben Phil Taylor ist Lowe der einzige Spieler, der es geschafft hat, in drei unterschiedlichen Jahrzehnten Weltmeister zu werden. 1993 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der PDC © Getty Images
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PLATZ 5 – JOHN PART: Unter dem Spitznamen "Darth Maple" sorgte der im kanadischen Toronto geborene Part (l.) in der Darts-Welt für Aufsehen. Als erster und bis heute einziger Nichteuropäer gelang es ihm 2003 (gegen Phil Taylor) und 2008, die PDC-Weltmeisterschaft für sich zu entscheiden. Für die vergangenen vier WMs konnte sich Part aber nicht qualifizieren © Getty Images
Bereits 1994 sicherte er sich seinen ersten WM-Titel, damals noch in Diensten der BDO. Besonders beeindruckend war für viele der Walk-on des Kanadiers. Zum musikalischen Thema von Darth Vader aus dem Star-Wars-Film "Das Imperium schlägt zurück" lief Part mit lebensgroßen Figuren des Films ein © Getty Images
PLATZ 4 – RAYMOND VAN BARNEVELD: Auch wenn die letzten zwei Weltmeisterschaften mit bitteren Enttäuschungen endeten (Aus in Runde 2 und Aus in Runde 1), blickt "Barney" auf eine glorreiche Laufbahn zurück. Viermal gewann der Niederländer die BDO-WM, 2007 krönte er sich zum Champion der PDC © Getty Images
Siege beim Grand Slam of Darts, den UK Open, beim World Cup of Darts und der Premier League runden seine Titelsammlung ab. Die Duelle mit Landsmann Michael van Gerwen und Phil Taylor sind legendär. Seine Erstrundenpleite bei der WM 2020 war sein letztes Spiel. Der Angriff aufs Darts-Podium bleibt damit aus © Getty Images
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PLATZ 3 – ERIC BRISTOW: Er galt als der erste Superstar im Dartssport. Bristow entdeckte und förderte Phil Taylor. Zwischen 1980 und 1986 gewann er fünf WM-Titel und wurde 2005 in die PDC Hall of Fame aufgenommen. Auch er zählt zu den Gründungsmitgliedern der PDC © Getty Images
Anfang April 2018 brach der Brite nach einem Premier-League-Abend in Liverpool auf dem Weg zu seinem Auto zusammen und starb kurze Zeit später. Seine Erfolge beim World Matchplay, dem World Masters und den World Championships sind unvergessen © Getty Images
PLATZ 2 – MICHAEL VAN GERWEN: Vier Premier-League-Triumphe in Serie (Taylors Rekord eingestellt), Erfolge bei allen Major-Events, drei WM-Triumphe und Rekorde am Fließband - "The Green Machine" legt eine Karriere sondergleichen hin © PDC Darts
In der 2. Runde der Players Championship Finals gegen Adrian Lewis hatte der Weltranglistenerste zuletzt den 22. Neun-Darter in seiner PDC-Karriere geworfen. Damit zog er mit Phil Taylor gleich. Erst im Oktober hatte er seinen letzten Makel getilgt und nach dem Triumph in der Champions League of Darts jeden großen PDC-Titel mindestens ein Mal gewonnen © Getty Images
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MvG hat mit nur 30 Jahren schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt (38 Major-Titel). Seine Dominanz beeindruckt. Das WM-Finale 2017 gegen Gary Anderson ging in die Geschichte ein. Gemeinsam schraubten beiden zusammen in gerade einmal zehn Sätzen 42 180er ins Board - Weltrekord. Nun winkt ihm WM-Titel Nummer vier, womit er sich von den dreimaligen Siegern John Lowe, John Part, Martin Adams und Glen Durrant absetzen könnte © Getty Images
PLATZ 1 – PHIL TAYLOR: In der Geschichte des Darts gibt es keinen größeren Spieler als Phil "The Power" Taylor. Insgesamt 16 Mal wurde der Engländer Weltmeister - zweimal bei der BDO und 14 Mal bei der PDC. Dazu kommen 16 Siege beim World Matchplay, elf Erfolge beim World Grand Prix und sechs Premier-League-Siege © Getty Images
Laut PDC-Angaben hat Taylor insgesamt 185 Titel gewonnen. Im Mai 2010 schrieb er Geschichte, als er im Duell mit James Wade als erster Spieler der Geschichte zwei 9-Darter in einem Spiel warf. Sein letztes Spiel, das WM-Finale 2018, verlor er gegen Rob Cross © Getty Images
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Die Vorbereitungen für ein erfolgreiches Jahr 2021 laufen seit Monaten auf Hochtouren. Im Februar möchte van Barneveld nämlich an der Qualifying School teilnehmen, um sich die Tour-Card zurückzuerobern. "Ich fühle mich sehr gut. Ich habe jeden Tag seit dem 1. Oktober für drei bis fünf Stunden trainiert." Sein Fokus liege auf der WM 2022.

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Van Barneveld hat genug von "Netflix und Disney Channel"

Schaut man auf seine Leistungen bei diesem größten aller Turniere zurück, wirken Barneys Ambitionen sehr optimistisch. 2020 das Aus in Runde eins, im Jahr davor war Schluss in Runde zwei. Doch er sieht sich selbst als konkurrenzfähig: "Wenn ich die Spieler bei der WM sehe, glaube ich, dass ich in den nächsten zwei, drei Jahren eine gute Rolle spielen kann."

Wie realistisch die Einschätzung seiner eigenen Stärke ist, wird sich im Februar zeigen. Die Qualität der Konkurrenz nimmt jedenfalls von Jahr zu Jahr zu. Schon die Q-School dürfte kein Selbstläufer für den fünfmaligen Weltmeister werden.

Jetzt auch Wade! Alle 9-Darter der WM-Geschichte

Van Barneveld hat aber genug von "Netflix und Disney Channel": "Ich vermisse das Spiel, die Fans, die Aufregung. Hoffentlich habe ich noch zwei, drei Jahre in mir."

Durch seine Rückkehr möchte er die Enttäuschung der WM 2020 vergessen machen. Doch das wird kein einfaches Unterfangen, denn der Druck, der auf ihm lastet, ist hoch. Sein einstiges Karriereende war "nicht der Weg, um tschüss zu sagen. Das war schrecklich. Hoffentlich bekomme ich eine weitere Chance. Dafür arbeite ich hart."

Bleibt zu hoffen, dass sich die harte Arbeit auszahlt.