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Bundesliga: Schalke 04 - VfL Wolfsburg 0:2 - 24. Bundesliga-Spiel ohne Sieg

Emotionale Schalker Brandrede

Baum stocksauer: "Nichts auf die Platte gebracht"

Schalke 04 kann einfach nicht mehr gewinnen. Gegen einen starken VfL Wolfsburg kassiert das Team von Manuel Baum die nächste Niederlage und bleibt Vorletzter.

Mark Uth war außer sich.

"Ich finde es unfassbar. Ich weiß nicht mehr, was ich dazu sagen soll", wetterte der Angreifer von Schalke 04 nach der 0:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am Sky-Mikrofon. Zuvor waren die Schalker den Wölfen den großen Teil des Spiels nur hinterhergelaufen.  "Ich bin so bedient. Es ist so traurig, jedes Mal machtlos zu sein", gab Uth Einblicke in seine Gefühlswelt. Wie sehr der erneute Rückschlag am königsblauen Angreifer nagt, verdeutlichten folgende Worte: "Ich könnte einfach nur weinen." (LIVETICKER zum Nachlesen)

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Der CHECK24 Doppelpass mit Jürgen Kohler, Marcel Reif und Mario Basler am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Zum Weinen war Schalkes Leistung vor allem im ersten Durchgang. Gegen starke Wölfe sahen die Königsblauen in der ersten Hälfte überhaupt kein Land. Wout Weghorst brachte die Wölfe bereits in der 4. Minute in Führung, Xaver Schlager erhöhte in der 24. Minute auf 2:0 aus Wölfe-Sicht. Für Schalke war das Spiel gegen Wolfsburg saisonübergreifend bereits das 24. Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg, zuletzt erreichten die Königsblauen immerhin zwei Remis in Serie. Der letzte Bundesliga-Sieg datiert vom 17. Januar. (Service: SPIELPLAN der Bundesliga)

"Wir kommen jedes Mal einen Schritt zu spät. Wir kommen nicht einmal in die Zweikämpfe haben keine Gelbe Karte bekommen. Ich weiß nicht, wie wir so ein Spiel gewinnen wollen", sprach Uth Klartext und kritisierte damit auch seine Teamkollegen. "Wir sind eine Mannschaft und spielen alle sehr schlechten Fußball. Wir verteidigen alle zusammen schlecht."

Schalke nähert sich Tasmania-Negativrekord

Schalke nähert sich immer mehr dem Negativrekord von Tasmania Berlin. Machen die Gelsenkirchener so sieglos weiter, stellen sie am 9. Januar die Marke von 31 erfolglosen Partien des schlechtesten Bundesligaklubs der Geschichte aus der Saison 1965/66 ein.

Die Knappen bleiben mit drei Punkten aus acht Spielen weiter 17., Wolfsburg springt mit seinem dritten Saisonsieg und dem ersten auf fremden Platz vorübergehend auf Rang fünf. Sollte der FSV Mainz 05 am Sonntag beim SC Freiburg siegen, würde Schalke sogar auf den letzten Platz abrutschen. (Service: TABELLE der Bundesliga)

Den Trainer nahm Uth ausdrücklich von der Kritik aus. "Der Trainer ist die ärmste Sau bei uns", erklärte er. Baum selbst gab zu Protokoll: "Wir haben die Räume nicht zubekommen und sind nur hinterhergerannt." Nach der Umstellung sei es etwas besser geworden, erklärte Baum, konstatierte jedoch: "Das war vor allem am Anfang deutlich zu wenig."

Auch das Comeback des Nationalspielers Suat Serdar machte Schalke nicht entscheidend besser. Der Ex-Mainzer hatte wegen einer langwierigen Oberschenkelverletzung zuvor in dieser Saison lediglich 52 Minuten lang auf dem Platz gestanden. Trainer Manuel Baum musste auch seine Abwehr umstellen: Defensivchef Salif Sane war mit einer Knieverletzung von Senegals Länderspielreise zurückgekehrt, er wird in der nächsten Woche eingehend untersucht.

Weghorst trifft nach Eckball

Zudem verzichtete Baum auf den türkischen Nationalspieler Ozan Kabak, der erst am Donnerstag wieder in Gelsenkirchen eingetroffen war.

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Die Wölfe starteten mit viel Offensivpower, mit der Schalke große Probleme hatte. Einen Schuss von Schlager konnte Matjia Nastasic nach drei Minuten in höchster Not noch zur Ecke blocken, doch aus dieser resultierte dann die Wölfe-Führung. Maximilian Arnold brachte den Eckball direkt auf den Kopf von Weghorst, der den Ball - weitgehend unbedrängt von seinem Gegenspieler Malick Thiaw - in der langen Ecke platzierte.

Robert Lewandowski wurde in der vergangenen Spielzeit zum fünften Mal Torschützenkönig der Bundesliga. Der Stürmer des FC Bayern ist daher auch in dieser Saison wieder Topfavorit auf den Titel. Kann ihm in der Spielzeit 2020/21 jemand das Wasser reichen? © Imago
Jäger Nummer eins ist und bleibt Erling Haaland von Borussia Dortmund. Doch an diesem Wochenende blieb der Norweger ohne Treffer, während Lewandowski erfolgreich war und damit seine Führung ausbauen konnte © Imago
PLATZ 10: Angelino (RB Leipzig) - 4 Tore © Imago
PLATZ 10: Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach) - 4 Tore © Getty Images
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PLATZ 10: Nils Petersen (SC Freiburg) - 4 Tore © Imago
PLATZ 10: Serge Gnabry (FC Bayern München) - 4 Tore © Getty Images
PLATZ 10: Thomas Müller (FC Bayern) - 4 Tore © Imago
PLATZ 10: Niclas Füllkrug (Werder Bremen) - 4 Tore © Imago
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PLATZ 7: Matheus Cunha (Hertha BSC) - 6 Tore © Imago
PLATZ 7: Max Kruse (Union Berlin) - 4 Tore © Imago
PLATZ 7: Wout Weghorst (VfL Wolfsburg) - 6 Tore © Imago
PLATZ 3: André Silva (Eintracht Frankfurt) - 7 Tore © Imago
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PLATZ 3: Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim) - 7 Tore © Imago
PLATZ 3: Lucas Alario (Bayer Leverkusen) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 3: Jean-Philippe Mateta (1. FSV Mainz 05) - 7 Tore © Imago
PLATZ 2: Erling Haaland (Borussia Dortmund) - 10 Tore © Getty Images
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PLATZ 1: Robert Lewandowski (FC Bayern München) - 12 Tore © Getty Images

Starker Rönnow hält Schalke im Spiel

Schalkes umgestellte Abwehr wackelte bedenklich: Ridle Baku bei einem Konter und Arnold mit einer direkten Ecke scheiterten innerhalb weniger Sekunden an Torhüter Frederik Rönnow (14.), den Baum vor dem Spiel zur Nummer eins gemacht hatte.

In der ersten halben Stunde spielte quasi nur die Wölfe, die dann durch Schlager erhöhten. Nach einem Querpass von Renato Steffen, legte Weghorst den Ball aus kurzer Distanz zu Schlager, der einschob. Die Schalker Defensive schaute nur zu. Schon zuvor hätte Renato Steffen per Kopf erhöhen können, scheiterte jedoch am starken Schalker Schlussmann.

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Erst danach wurde Schalke mutiger. Für den schwachen Amine Harit war das Spiel bereits fünf Minuten vor dem Pausenpfiff beendet, für ihn kam Benito Raman, der kurz vor der Halbzeit die bis dato beste Schalker Aktion hatte. Wolfsburg-Torwart Koen Casteels wehrte seinen Schuss über die Latte.

In der zweiten Hälfte traute sich Schalke mehr zu und hatte durchaus einige gute Gelegenheiten. Die beste vergab Goncalo Paciencia in der 67., der aus kurzer Distanz an Casteels scheiterte. Doch auch die Wölfe hatten Chancen, die Partie noch einseitiger zu gestalten. Wenige Minuten vor der Paciencia-Chance vergab Weghorst eine Riesenchance, als Rönnow die Vorentscheidung verhinderte. Kurz vor Schluss traft Raman nach einem schönen Schuss noch die Querlatte.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)