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Giro d'Italia: Fahrer protestieren - Start der 19. Etappe wird verlegt

Fahrer-Protest: Giro-Boss in Rage

Der Start der 19. Etappe des Giro d'Italia wurde kurzfristig verschoben © Imago

Chaos vor dem Start der 19. Etappe des Giro d'Italia: Nach Protesten einiger Fahrer wird der Start des langen Abschnitts verschoben - die Rennleitung wütet.

Chaos-Tag beim Giro d'Italia: Nach einem Protest der Fahrer ist die 19. Etappe am Freitag stark verkürzt worden.

Angesichts der äußerst widrigen Wetterbedingungen und Sorgen um die Gesundheit in der sich verschärfenden Corona-Lage entschieden die Organisatoren, das ursprünglich 258 km lange Teilstück mit Start in Morbegno auf 124 km zu reduzieren.

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Der Tscheche Josef Cerny (CCC Team) gewann mit 18 Sekunden Vorsprung vor Victor Campenaerts (Belgien/NTT Pro Cycling). Wilco Kelderman (Sunweb) behält auch nach der 19. Etappe das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Den Niederländer trennen zwölf Sekunden von seinem Verfolger und Teamkollegen Jai Hindley (Australien).

Nach längerer Unklarheit hatten die Veranstalter Abbiategrasso als neuen Startort festgelegt, das Rennen war um 14.30 Uhr wieder aufgenommen worden. Die Etappe war nach acht Kilometern zunächst neutralisiert worden. Die Fahrer kehrten in die Teambusse zurück und wurden nach Abbiategrasso gefahren.

Daniel Abt sorgt bei der "Race at Home Challenge" der Formel E für einen handfesten Skandal. Der 27-jährige Deutsche fährt seinen Boliden beim Rennen in Berlin, bei dem er den vermeintlichen dritten Platz belegt, nicht selbst © Imago
Stattdessen steuert der österreichische E-Sport-Profi Lorenz Hörzing das Auto. Die Schummeleien haben weitreichende Folgen: Abt wird von seinem Audi-Team suspendiert. Nicht der Einzige Betrug in der Sportgeschichte. SPORT1 zeigt die größten Schummeleien © Getty Images
Der wohl berühmteste Betrug aller Zeiten: Diego Maradonas "Hand Gottes" im WM-Viertelfinale 1986. In der 51. Minute bringt der argentinische Volksheld seine "Albiceleste" mit 1:0 gegen England in Führung. Allerdings gelingt ihm das nur unter Zuhilfenahme seiner linken Hand. Das Tor zählt trotzdem - und geht in die Geschichtsbücher ein © Getty Images
Verstopfte Toiletten und kalte Duschen in der Gästekabine, "kaputte" Klimaanlagen, schiefer Untergrund am Court: In den 1950er und 1960er Jahren lassen sich die Boston Celtics unter Coach Arnold "Red" Auerbach so einiges einfallen, um sich einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu verschaffen © Picture Alliance
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Marathonläuferin Rosie Ruiz nimmt sowohl beim New York Marathon 1979 als auch beim Boston Marathon 1980 eine Abkürzung. In New York fährt sie wohl mit der U-Bahn bis kurz vor das Ziel. Welche Abkürzung sie in Boston nimmt, ist bis heute nicht geklärt © Getty Images
Betrug gehört von Beginn an zur Tour de France. 1904 nutzen der siegreiche Franzose Maurice Garin und drei Weggefährten Abkürzungen über Waldwege und die Eisenbahn, um schneller ans Etappenziel zu kommen. Monate später fliegt der Betrug auf. Garin und seine Mitreisenden werden gesperrt, die Tour hat ihren ersten großen Skandal © Getty Images
Für den größten aller Skandale bei der Tour sorgt jedoch Lance Armstrong. Sieben Tour-de-France-Siege werden dem ehemaligen US-Radrennfahrer wegen Dopings aberkannt. Zuletzt spricht Armstrong über einen möglichen Zusammenhang zwischen seiner Doping-Vergangenheit und seiner früheren Hodenkrebs-Erkrankung © Getty Images
Neben Armstrong gehört wohl Ben Johnson zu den berühmtesten Dopern der Sportgeschichte. Der 100-Meter-Sieger wurde bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 kurz nach seinem "Jahrhundertlauf" des Dopings überführt. Auch seinen Weltmeistertitel von 1987 verliert er nach einem Geständnis und wird für zwei Jahre gesperrt © Getty Images
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Diese Geschichte kennt fast jeder Fußballfan: 1991 spielt der 1. FC Köln im Pokal-Halbfinale gegen Duisburg. Kölns Frank Ordenewitz kassiert seine zweite Gelbe Karte und wäre für das Finale gesperrt. Daher verkündet er, Da verkündet er, Rot zu provozieren. Die Sperre hätte er nach damaligen Regeln in der Liga absitzen können © Imago
Trainer Erich Rutemöller gibt sein legendäres Rot-Okay: „Mach‘ et, Otze!“. Ordenewitz schlägt also kurz vor dem Ende den Ball weg und kassiert wegen Unsportlichkeit direkt Rot. Doch Rutemöller plaudert den Plan später im "ZDF" aus. Die Folge: Der DFB sperrt Ordenewitz fürs Finale und sein Coach zahlt 5000 Mark Strafe © Imago
Michael Schumacher hat in den 1990er Jahren für so einige Schummeleien gesorgt. In Silverstone 1994 überholt er in der Aufwärmrunde verbotenerweise den Trainingsschnellsten Damon Hill. Die Rennleitung will ihn disqualifizieren, Schumacher ignoriert die "Schwarze Flagge". Sein zweiter Platz wird aberkannt, Schumacher für zwei Rennen gesperrt © Getty Images
Auch wenige Wochen später in Belgien wird er disqualifiziert. Die Bodenplatte an seinem Benetton-Ford war einige Millimeter dünner, als vom Reglement vorgegeben. Beim Großen Preis von Europa 1997 scheidet er wegen einem Rammstoß gegen Jacques Villeneuve aus. Die FIA erkennt ihm später alle WM-Punkte sowie den Vize-Weltmeistertitel ab © Getty Images
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Der Bodyguard und der Ehemann von US-Eiskunstläuferin Tonya Harding (links) lassen ein Attentat auf deren Konkurrentin Nancy Kerrigan (rechts) ausüben, damit diese bei Olympia 1994 in Lillehammer keine Chance auf die Goldmedaille hat. Der Angreifer schlägt mit einer Eisenstange auf Kerrigans Knie ein. Nachdem alles auffliegt, wird Harding lebenslang gesperrt © Picture Alliance
Über diesen Bock lacht ganz Fußball-Deutschland: Im September 1998 gegen Bochum bringt der Coach von Meister Kaiserslautern, Otto Rehhagel, den vierten Nicht-Europäer - damals noch einer zu viel. Nach zwei Minuten fällt die Regelwidrigkeit auf © Getty Images
Der Ägypter Hany Ramzy versucht den Fehler noch zu vertuschen und täuscht eine Verletzung vor. Das Ziel: Harry Koch soll für ihn kommen - also ein Deutscher für einen Ägypter. Doch der Wechselfehler ist bereits aufgefallen und die drei Punkte gehen an Bochum. "Es war ein schwarzer Tag für uns" sagt Rehhagel später © Getty Images
Die chinesischen Kunstturnerinnen müssen ihre Bronzemedaille von Sydney 2000 nachträglich wieder abgeben, weil eine von ihnen zu diesem Zeitpunkt erst 14 Jahre alt und damit zu jung ist © Getty Images
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Ein besonders unfeiner Betrugsfall: Spaniens Basketballteam muss die bei den Paralympics 2000 in Sydney gewonnen Goldmedaillen zurückgeben, weil zehn der zwölf eingesetzten Spieler keinerlei Behinderungen haben © Picture Alliance
Eine Skandalwelle erschüttert 2006 den italienischen Fußball: Unter anderem Juventus Turin muss in die zweite Liga zwangsabsteigen. Es tauchen Protokolle tausender Telefonate des damaligen Juve-Managers Luciano Moggi auf, in denen er Einfluss auf Schiedsrichteransetzungen und -entscheidungen zu nehmen versucht © Getty Images
Zuvor wird auch der deutsche Fußball von einem Skandal erschüttert: Schiedsrichter Robert Hoyzer (rechts) gibt zu, unter anderem das DFB-Pokalspiel am 21. August 2004 zwischen dem HSV und Paderborn verschoben zu haben. 67.000 Euro kassierte er für seine Manipulationen von der "Wettmafia" - und wird zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteil, als alles auffliegt © Getty Images
Khalid Boulahrouz wechselt zu Beginn der Saison 2006/2007 vom Hamburger SV zum FC Chelsea und sorgt damit für negative Schlagzeilen. Der Grund: Er soll beim CL-Qualispiel des HSV gegen Osasuna eine Verletzung vorgetäuscht haben, um seinen Wechsel zu Chelsea zu ermöglichen © Getty Images
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Denn: Nur wenn Boulahrouz keine Europapokal-Spiel für die Hanseaten absolviert hat, ist er somit für den FC Chelsea in diesem Wettbewerb spielberechtigt. Der Verteidiger weist die Anschuldigungen zurück © Getty Images
Im November 2009 zer­stört Frank­reichs Thierry Henry Irlands WM-Träume. Zweimal pritscht er den Ball kurz vor der Tor­auslinie zurück ins Spiel­feld und passt schließlich in die Mitte, wo Wil­liam Gallas zum 1:1 einnetzt © Getty Images
Die irische Nationalelf um Trainer Gio­vanni Tra­pat­toni ist außer sich - aber das Tor zählt. Dieses Handspiel und der Treffer bedeuten das Ende des irischen WM-Traums, die Fehlentscheidung hält den Weltfußball für Jahre in Atem © Getty Images
Auch in der NFL kam es schon zu einigen Schummel-Skandalen und immer wieder waren die New England Patriots involviert. Coach Bill Belichick wurde beim "Spygate" 2007 überführt, während eines Spiels der New York Jets die Signale der Defensivcoaches gefilmt zu haben, wofür er mit einer Geldstrafe von 500.000 Dollar belegt wurde © Getty Images
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2014 sorgte Tom Brady für den sogenannten "Deflategate". Im Halbfinalspiel gegen die Indianapolis Colts verwendete der Quarterback zu schwach aufgeblasene Bälle. Eine Untersuchung der NFL ergibt: 11 der 12 von den Patriots eingesetzten Spielbälle haben weniger als die vorgeschriebene Mindestmenge Luft © Getty Images
Ähnliches ereignet sich 2017 auch in der MLB: Die Boston Red Sox sollen Smartwatches benutzen, um die Handzeichen der Gegner auszulesen und darauf reagieren zu können © Getty Images
Auch die Houston Astros spionieren ihre Gegner aus. Die Franchise muss die Maximalstrafe von fünf Millionen Dollar zahlen und verliert 2020 sowie 2021 beim Draft sein Zugriffsrecht in der ersten und zweiten Runde © Getty Images
Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wird unter anderem das chinesische Badminton-Doppel Yu Yang (links) und Wang Xiaoli disqualifiziert, weil es im letzten Gruppenspiel absichtlich verliert, um in der K.o.-Phase stärkeren Gegnern aus dem Weg zu gehen. Yu Yang, Olympiasiegerin von 2008 in Peking, tritt daraufhin voller Scham zurück © Getty Images

Giro d'Italia: Fahrer-Protest bringt Renndirektor in Rage

Erst am Vortag hatten die Radprofis die extrem fordernde Königsetappe über das verschneite Stilfser Joch bewältigt.

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Renndirektor Mauro Vegni zeigte allerdings wenig Verständnis für die rebellische Haltung - und kündigte sogar juristische Schritte an: "Ich denke, wir werden uns mit den Anwälten unterhalten. Wir glauben, dass es Konsequenzen geben wird."

Vegni warf beim TV-Sender Rai den Fahrern mangelnden Respekt vor dem Rennen und den Zuschauern vor: "Das ist noch nicht vorbei. Lasst uns das Rennen beenden und Mailand erreichen, dann wird jemand dafür bezahlen."

Widersprüchliche Aussagen gibt es über den Zeitpunkt, wann Veranstalter RCS Sport vom Vorhaben der Fahrer in Kenntnis gesetzt wurde. Berichten zufolge hatte sich im Peloton bereits am Donnerstagabend Unmut über die Notwendigkeit einer derart langen Etappe bei schlechtem Wetter in der Schlusswoche breitgemacht.

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Giro d'Italia: Immer wieder Zoff

RCS Sport sei informiert worden. Vegni erklärte, davon keine Kenntnis zu haben. 

Seit dem Giro-Start war es immer wieder zu Verstimmungen gekommen. Auch die teils langen Transfers irritierten.

"1:30 Stunden im Bus am Morgen, 6:30 Stunden im Sattel, gefolgt von weiteren 2:30 Stunden im Bus. Damit ihr eine Vorstellung habt, warum wir nicht von Kilometer Null Vollgas fahren", twitterte etwa der Italiener Jacopo Guarnieri (Groupama-FDJ).

Auch das Anti-Corona-Konzept war im Verlauf des Rennens von Radprofis deutlich kritisiert worden.

Das Team EF Pro Cycling hatte einen Abbruch am zweiten Giro-Ruhetag gefordert, der Belgier Thomas De Gendt (Lotto-Soudal) fühlte sich "nicht sicher".