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Boxen: Joshua - Pulev fix, Herausforderer sorgt für Eklat

Joshua-Fight fix, PK-Eklat um Gegner

Anthony Joshua (l.) wollte eigentlich im Tottenham-Stadion gegen Kubrat Pulev ran © Imago

Anthony Joshua trifft am 12. Dezember auf den früheren Klitschko-Gegner Kubrat Pulev. Der bittet um Entschuldigung für einen Witz über Joshuas Hautfarbe.

Der erste Kampf von Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie steht.

Joshua und sein Promoter Eddie Hearn haben endgültig bestätigt, dass die Pflichtverteidigung gegen den Bulgaren Kubrat Pulev am 12. Dezember in der Londoner O2 Arena über die Bühne geht. Ob Zuschauer vor Ort sein können, ist wegen des Infektionsgeschehens in England noch unklar.

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Anthony Joshua - Kubrat Pulev: Neuer Termin fix

Eigentlich war der Fight für Juni geplant, die Coronakrise verhinderte jedoch die Kampfnacht im Fußballstadion der Tottenham Hotspur. Mit der Fixierung des Ersatztermins steht auch fest, dass eine Titelvereinigung des Champions der Verbände WBA, WBC, IBF und IBO gegen Landsmann Tyson Fury (WBO) für dieses Jahr vom Tisch ist. Fury hatte zuletzt einem dritten Fight gegen den von ihm entthronten Deontay Wilder eine Absage erteilt.

Joshua, der 2017 Wladimir Klitschko in dessen letztem Fight bezwungen hatte, hatte sich im Dezember vergangenen Jahres seine Titelgürtel nach der sensationellen Niederlage gegen Andy Ruiz zurückgeholt.

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Sein nächster Gegner ist nun wieder ein Underdog, der allerdings kein Unbekannter in der Szene ist: Der 39 Jahre alte Routinier war 2014 in Hamburg gegen Wladimir Klitschko angetreten und verlor durch K.o. in der fünften Runde. Es war seine einzige Niederlage in 29 Profikämpfen (14 K.o.-Siege), allerdings auch seine einzige WM-Chance.

Wladimir Klitschko erlebte im Boxring große Siege und bittere Niederlagen - aus denen er immer wieder gestärkt zurückkam. SPORT1 blickt zurück auf die große Karriere von Dr. Steelhammer © SPORT1-Grafik: Davina Knigge/ Getty Images/ picture alliance
Nach seinem Olympiasieg bei den Amateuren in Atlanta 1996 steigen die großen Kämpfe des Ukrainers gegen die Profis © Imago
In den nächsten vier Jahren bezwingt Klitschko fast alle Gegner - unter anderem diesen © Getty Images
Der Deutsche Axel Schulz (l.) - noch zehrend von seinem überraschend starken Auftritt gegen George Foreman fünf Jahre zuvor - hat am 25. September 1999 keine Chance gegen den Riesen © Getty Images
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Am 14. Oktober 2000 gibt es die vorläufige Krönung: Klitschko bezwingt den US-Amerikaner Chris Byrd ungefährdet nach Punkten und gewinnt den Weltmeistertitel der WBO. Zuvor hatte Byrd Wladimirs Bruder Vitali den Titel abgenommen © Getty Images
Klitschko verliert den Titel nach drei Jahren Regentschaft am 8. März 2003 völlig überraschend gegen Corrie Sanders. Der Südafrikaner wird aufgrund seines Alters von bereits 37 Jahren und einer Niederlage gegen Hasim Rahman im Jahre 2000 als eigentlich zweitklassiger Gegner angesehen © Getty Images
Klitschko wird bereits in der ersten Runde von einem Konter des schlagstarken Rechtsauslegers am Kinn getroffen und geht anschließend vier Mal zu Boden © Getty Images
Schwer gezeichnet von den harten Treffern des Gegners wird der Kampf in der zweiten Runde zu Gunsten des 2012 bei einem Überfall zu Tode gekommenen Sanders abgebrochen © Getty Images
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Am 10. April 2004 will Klitschko den Titel zurück - gegen den US-Amerikaner Lamon Brewster gibt es aber die nächste böse Überraschung. Nach starkem Start und einem Niederschlag in der vierten Runde setzen bei Klitschko abrupte Konditionsprobleme ein und der Ukrainer kassiert selbst heftige Treffer © Getty Images
Ringrichter Robert Byrd bricht den Kampf in der fünften Runde ab. Klitschko spricht später von Sabotage, mutmaßt, dass seine Getränkeflasche manipuliert worden sei. Obwohl die Vorwürfe sogar das FBI dazu bringen zu ermitteln, werden sie nicht bekräftigt © Getty Images
Nach den Pleiten sehen viele Klitschko am Ende, aber er kämpft sich zurück: Den bis dahin ungeschlagenen Kubaner Eliseo Castillo, immerhin Bezwinger des Ex-Weltmeisters Michael Moorer, bezwingt der Ukrainer durch technischen K.o. in der vierten Runde © Getty Images
Am 22. April 2006 kämpft Klitschko in Mannheim gegen Chris Byrd um den WM-Gürtel. Als der Ringrichter Wayne Kelly die stark blutende Platzwunde an Byrds linkem Auge sieht, bricht er den Kampf sofort ab. Klitschko wird zum Sieger durch technischen K.o. in der siebten Runde und zum Weltmeister der Verbände IBF und IBO ernannt © Getty Images
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Am 7. Juli 2007 kehrt Lamon Brewster - der Bezwinger von 2004 - nach 15-monatiger Abstinenz in den Ring zurück - und dann gleich zur Revanche gegen Wladimir Klitschko © Getty Images
Vor knapp 20.000 Zuschauern in der Kölner Arena dominiert Klitschko von Beginn an. Auch ein Haarriss in der linken Führhand kann den Ukrainer nicht aufhalten. Nach sechs Runden gibt Brewster auf Anraten seines Trainers auf © Getty Images
Am 23. Februar 2008 wagt Klitschko im berühmten Madison Square Garden einen Vereinigungskampf gegen den WBO-Champion Sultan Ibragimov. Nach zwölf Runden geht der Fight klar nach Punkten an Klitschko - und damit ein weiterer WM-Gürtel © Getty Images
Vor der denkwürdigen Kulisse von 61.000 Zuschauern in der Fußball-Arena auf Schalke tritt Wladimir Klitschko am 20. Juni 2009 gegen Ruslan Chagaev an © Getty Images
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Der "weiße Tyson" geht schon in der zweiten Runde zu Boden und bleibt auch den Rest des Fights über in der Defensive © Getty Images
Nach zehn Runden muss Chagaev aufgeben - Klitschko behält seine IBF- und WBO-Titel © Getty Images
Am 20. März 2010 verteidigt Klitschko in Düsseldorf seinen Titel gegen "Fast Eddie" Chambers, der auf dem Weg zum Titelkampf immerhin Alexander Dimitrenko ausknockt. Doch egal was er auch versucht, um Dr. Steelhammer aus dem Gleichgewicht zu bringen... © Getty Images
...Chambers ist dem 1,98 Meter großen Champion hoffnungslos unterlegen. Sekunden vor dem Ende der 12. Runde schlägt Klitschko den Herausforderer mit einem linken Haken K.o. © Getty Images
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Zusammen mit Bruder Vitali (l.) feiert Wladimir den Erfolg über den US-Amerikaner © Getty Images
Am 11. September 2010 kommt es in der Frankfurter Commerzbank-Arena zu einem Aufeinandertreffen mit Samuel Peter, der Klitschko 2005 einen Kampf über 12 Runden liefert. Der Ukrainer gewinnt souverän mit technischem K.o. in der 10. Runde © Getty Images
Da freut sich natürlich auch Klitschkos Freundin und Edelfan, die US-Schauspielerin Hayden Panettiere © Getty Images
Dem Kampf gegen David Haye geht eine monatelange Serie von Provokationen des Briten in Richtung der Klitschko-Brüder voran. Getoppt wird die Serie von Beleidigungen durch ein geschmackloses T-Shirt des "Haymakers", der sich mit den abgetrennten Köpfen der Ukrainer feiern lässt © Getty Images
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Auch eine Spiel bringt Haye auf den Weg, in dem der Kopf seines Widersachers eine zentrale Rolle spielt © Getty Images
Als es dann am 2. Juli 2011 endlich so weit ist, heizt Haye die Stimmung zusätzlich an und kommt erst mit deutlicher Verspätung in den Ring. Dort hat der Provokateur wenig zu Lachen. Klitschko dominiert und schickt Haye in der 11. Runde sogar auf die Bretter © Getty Images
Der "Hayemaker" wird vom Ringrichter angezählt, hält aber doch die volle Distanz durch. Mehr ist nicht drin: Zu wenig kann der agile Ex-Cruisergewichtler den Routinier aus der Ruhe bringen. Klitschko siegt klar nach Punkten und knöpft seinem Gegner auch den WBA-Titel ab. Haye gibt an, er sei am rechten Fuß und an der Hand verletzt gewesen © Getty Images
Mit Mariusz Wach trifft Klitschko am 10. November 2012 erstmals in seiner Karriere auf einen Gegner, zu dem selbst der Vierfach-Champion aufschauen muss. Der polnische Wikinger ist nochmal zwei Zentimeter größer als Klitschko - im Ring hilft ihm das aber nur bedingt © Getty Images
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Wach liefert Klitschko unter den Augen von "Rocky"-Schauspieler Sylvester Stallone zwar einen zähen Kampf über zwölf Runden, steckt im Verlauf des Fights aber einige schwere Treffer ein. Dr. Steelhammer siegt am Ende einstimmig nach Punkten © Imago
Den sechzigsten Sieg seiner Profikarriere feiert Klitschko gegen Francesco Pianeta in Mannheim. Nach Niederschlägen in der vierten, fünften und sechsten Runde muss sich der Italiener durch technischen K.o. geschlagen geben © Getty Images
Der "Showdown des Jahres" 2013 findet am 5. Oktober in Moskau statt. In der Olimpijski-Halle bezwingt Klitschko in einem mit Spannung erwarteten Kampf Pflichtherausforderer Alexander Powetkin nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten © Getty Images
Die Versteigerung der Austragungsrechte des Kampfes, bei der auch Stabhochsprung-Superstar Jelena Issinbajewa unter den Zuschauern ist, findet nach zwei gescheiterten Versuchen (2008 und 2010) im Mai 2013 statt. Powetkin-Manager Wladimir Chrjunow erhält mit einem Gebot in Höhe von 23,3 Millionen US-Dollar den Zuschlag © Getty Images
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Auf einen Gegner, der ihn richtig fordert, warten Klitschko und seine Fans jahrelang vergeblich. Dem US-Amerikaner Bryant Jennings gelingt es immerhin, zwölf Runden durchzustehen. Den 64. Sieg im 67. Profikampf Klitschkos (54 durch K.o.) verhindert Jennings trotzdem nicht © Getty Images
Nicht nur im Ring gewann Klitschko viele Sympathien, sondern auch mit seinen Auftritten im Showgeschäft. Bei "Wetten dass" war er Stammgast, scheute sich weder davor, mit Pömpeln beworfen zu werden... © Imago
... noch vor Michael "Bully" Herbig © Getty Images
Legendär auch Klitschkos Begegnungen mit Entertainment-Legende Stefan Raab, der für die Klitschkos einst sang: "Vitali und Wladimir, ich wär gern so stark wie ihr - mit Händen so groß wie Paddel und einem Brustumfang wie Naddel..." © Imago
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Klitschko war auch als Werbefigur und mit Film-Cameos präsent - unter anderem in "Ocean's Eleven" und in Til Schweigers "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken". Darauf ein Fläschchen © Getty Images
Ätsch! Tyson Fury (r.) scheint sich schon vor dem Kampf am 28. November 2015 sehr sicher zu sein, dass er als neuer Schwergewichts-Weltmeister im Kampf gegen Klitschko den Ring verlässt © Getty Images
Und so kommt es auch. Der Abend wird zu einem der bittersten Momente des erfolgsverwöhnten Weltmeisters. Einstimmig verliert Klitschko den Kampf gegen Fury nach Punkten und damit alle seine Weltmeister-Titel © Getty Images
Aber bereits am Abend der Niederlage wird über einen möglichen Rückkampf zwischen Klitschko und Fury spekuliert. Über elf Jahre ohne Niederlage gehen auch an einem Klitschko nicht spurlos vorbei. Laut eigener Aussage braucht er drei Tage, um die Niederlage zu verarbeiten © Getty Images
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Doch zu einem Rückkampf kommt es nicht. Fury verliert nach Doping-Missbrauch und Depressionen seine Box-Lizenz und verkündete inzwischen zum wiederholten Male seinen Rücktritt © Getty Images
Stattdessen gibt es am 29. April 2017 ein Duell mit dem Briten Anthony Joshua vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion. Der Kampf soll bis zu 50 Millionen Euro erlöst haben, die Boxer bekamen angeblich eine Börse von 15 bis 20 Millionen Euro © Getty Images
Unter den Zuschauern ist auch Hollywood-Star und Ex-Politiker Arnold Schwarzenegger, der einen mitreißenden Kampf sieht. Experten sprechen danach sogar von einem Klassiker und stufen das Duell unter die besten zehn Schwergewichtskämpfe der Geschichte ein © Getty Images
Klitschko verliert in der elften Runde durch Technischen K.o. - der Ringrichter bricht den Kampf ab, nachdem Klitschko an den Seilen in einen Schlaghagel des Briten geraten war. Zuvor geht Klitschko dreimal, Joshua einmal zu Boden © Getty Images
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Für Klitschko ist es die zweite Niederlage in Folge, weshalb ihm viele Experten trotz der Verlockung auf einen millionenschweren Rückkampf zum Aufhören raten. Nach reiflicher Überlegung entscheidet sich Klitschko am 3. August 2017 seine Karriere zu beenden © Getty Images
In seinem Statement zum Rücktritt bringt es Wladimir Klitschko auf den Punkt: "Ich habe als Amateur und Profi alles erreicht und kann jetzt gesund und zufrieden die spannende Karriere nach der Karriere angehen" © Getty Images

Witz über Joshuas Hautfarbe: Pulev bittet um Entschuldigung

Schon vor der offiziellen Neuansetzung gab es einen Aufreger um den Kampf: Bei einer Pressekonferenz in seiner Heimat hatte Pulev einen unangebrachten Witz auf Joshuas Kosten gemacht, für den er mittlerweile um Entschuldigung gebeten hat.

"Er hat einen sehr harten Punch - und er ist besser gebräunt", sagte Pulev auf eine Frage nach Joshuas Stärken und mühte sich im Nachhinein, die Irritation um die Anspielung auf Joshuas Hautfarbe wieder auszuräumen.

"Ich würde mir niemals erlauben, einen anderen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Ethnie oder Religion zu beleidigen", erklärte er in einem Statement, seine Worte seien "aus dem Kontext gerissen" worden: "Falls sich jemand angegriffen gefühlt hat durch meine Worte hoffe ich, dass er versteht, was ich damit gemeint habe. Wer es nicht versteht, akzeptiere bitte meine aufrichtige Entschuldigung."

Joshua äußerte sich nicht direkt zu dem Thema, sagte in Richtung Pulev nur: "Ich respektiere jeden Gegner und ich respektiere Pulev. Ich wünsche ihm alles Gute für seine Kampfvorbereitung."