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Formel 1: Günther Steiner wird durch Wutausbruch bei Netflix zum Star

F1-Teamchef wird zum Netflix-Star

Günther Steiner, Teamchef bei Haas F1 Teams seit 2014, ist für seine emotionale Art bekannt © Imago

Günther Steiner ist seit vielen Jahren in verschiedenen Jobs im Motorsport tätig. Seit 2014 ist er Teamchef von Haas F1. Zum Star wurde er aber erst durch Netflix.

Wenn am Sonntagabend Günther Steiner seinen Auftritt im AvD Motorsport Magazin (21.15 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) hat, dürfen sich Motorsportfans auf beste Unterhaltung freuen.

Denn wenn der Südtiroler ans Mikrofon tritt, ist eines gewiss: Langweilige Floskeln wird es vom Teamchef von Haas F1 nicht geben.

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Der 55-Jährige ist bekannt für seine emotionalen Ausbrüche. Zwar sei er selbst nicht immer mit seinem Verhalten vor der Kamera einverstanden, aber "die Emotionen übermannen mich da einfach", versucht er seine Auftritte zu verteidigen.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin mit Günther Steiner am Sonntag ab 21.15 Uhr und wöchentlich im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

Aber genau für diese Emotionalität lieben ihn die Motorsportfans. Legendär ist sein Auftritt in der zweiten Folge von Drive to Survive. In der von Netflix produzierten Formel-1-Doku stellte er einen ungewöhnlichen Rekord auf: gleich neun Mal (!) innerhalb von 30 Sekunden sagte er das Wort "Fuck".

Steiner-Ausraster wegen Fahrer-Crash

Nach dem Silverstone-Rennen 2019, in dem sich die beiden Haas-Fahrer Romain Grosjean und Kevin Magnussen in der ersten Runde gegenseitig abgeschossen hatten, faltete der Teamchef seine Piloten vor laufender Kamera in seinem Büro zusammen. "Ihr habt mich hängen lassen, obwohl ich euch die ganze Zeit in Schutz genommen habe. Ich lasse mich verdammt nochmal nicht auf Diskussionen ein, wer Schuld hat und wer nicht", war noch einer der harmloseren Sätze.

Seine Emotionalität in diesem Moment resultierte aus zwei Faktoren: Zum einen hatte es bereits zuvor in Barcelona zwischen den beiden Haas-Piloten gekracht, zum anderen bestand zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, dass Teambesitzer Gene Haas sein Formel-1-Engagement beenden könne.

"Gene investiert hunderte verdammte Millionen aus seinem eigenen verdammten Geld. Jetzt will er den verdammten Stecker ziehen und alle im Stich lassen, weil ihr zwei verdammte Idioten seid", machte er den beiden Crash-Piloten die Situation klar.

Netflix-Doku noch nie gesehen

Im Podcast F1 Nation hatte Steiner nach der Ausstrahlung der Serie, die ihn zum Star machte, offenbart, dass er die Dokumentation noch nie gesehen habe. "Ich habe es wirklich noch nie geschaut und plane das auch nicht. Selbst meine Frau hat schon gemeint, ich solle mir es doch endlich mal ansehen, aber nein, das will ich vermeiden."

Frust pur bei Sebastian Vettel. Der Heppenheimer und das Ferrari-Team sind in dieser Saison in Sachen WM-Titel nicht konkurrenzfähig. Mit gerade einmal 61 Punkten nach sechs Rennen ist es eine der schwächsten Saisons überhaupt der Italiener. Aber es geht noch viel schlimmer ... © Getty Images
Ausfälle und Überrundungen, von der Konkurrenz gefühlt meilenweit abgehängt, die Fahrer machtlos: SPORT1 zeigt die schlechtesten Formel-1-Autos seit 2000 in chronologischer Reihenfolge © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
PROST - AP03 (2000): Das wohl unzuverlässigste Auto der vergangenen zwei Jahrzehnte war der AP03 des Teams um Ex-Weltmeister Alain Prost © Getty Images
Nur zehn Mal schafften es Jean Alesi und Nick Heidfeld zusammen, ihr Fahrzeug überhaupt ins Ziel zu steuern. 24 Ausfälle mussten die Franzosen verzeichnen. Die Bilanz ist folgerichtig wie bitter: 0 Punkte und der letzte Platz in der Konstrukteurswertung © Getty Images
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TOYOTA - TF102 (2002): Mit großen Hoffnungen startete das Motorsport-Team des Auto-Riesen in die Königsklasse. Bis zum Ausstieg 2009 stattete der Konzern das Team stets mit einem der größten Budgets aus – ohne nennenswerten Erfolg © Getty Images
Besonders enttäuschend war die Einstiegssaison 2002. Ambitioniert ging der neue Rennstall an den Start. Doch beim ersten Saisonrennen landete man sogar hinter dem Dauer-Schlusslicht Minardi © Getty Images
ARROWS - A23 (2002): Der Minardi-Vorgänger bewegte sich ähnlich schlecht durch das Fahrerfeld wie sein Nachfolger. Das Auto wurde erst spät fertig und verlor insofern auch wichtige Test-Zeit © Getty Images
Zudem drückten Arrows bereits während der Saison finanzielle Probleme. Den großen Preis von Frankreich setzten die Fahrer freiwillig aus – um Teile zu sparen. Technische Probleme waren beim A23 an der Tagesordnung © Getty Images
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MINARDI - PS04B (2004): Von 2002 bis 2005 fuhr Minardi stehts Formel-1-Feld mit allerhand Rückstand hinterher. Das Auto ging aus dem Arrow 2002 hervor. Immerhin: 2006 entwickelte sich daraus der Rennstall Torro Rosso, der deutlich erfolgreicher in der Königsklasse unterwegs war © Getty Images
2004 holt Minardi dank Zsolt Baumgartner sogar einen Punkt. Beim Grand Prix in Indianapolis wurde der Ungar Achter – weil sonst alle anderen Fahrer nicht ins Ziel kamen, bedeutete das jedoch trotzdem den letzten Platz. Unverhofft kommt eben oft... © Getty Images
MIDLAND - MF16 (2006): Als Nachfolger des einstigen Formel-1-Teams Jordan orientierte sich der MF16 stark an dessen Vorgängermodell. Am Ende des Feldes lieferte sich das russische Team ein Schneckenrennen mit Super Aguri, das Midland immerhin deutlich für sich entscheiden konnte © Imago
Hinter den Kulissen gab es immer wieder Streitereien. Medial erhielt der Rennstall sowieso keinen guten Ruf. Nach 18 Rennen war es mit der Königsklasse auch schon wieder vorbei. In der Saison darauf trat das Team mit neuem Besitzer unter dem Namen Spyker an © Imago
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SUPER AGURI - SA05 (2006): Der dritte Arrows-Nachfolger – und wieder nix! Das Super-Aguri-Team musste den Honda aus dem Vorjahr ersetzen. Stattdessen trat der Rennstall mit höchst veraltetem Getriebe an © Getty Images
Das Japan-Duo Takuma Sato und Yuji Ide blieb mit dem veralteten Bolliden ohne jede Chance. Immerhin: Im Grand Prix von Deutschland schickten die Japaner endlich ein erneuertes Modell ins Rennen. In die Punkte schafften sie es dennoch die komplette Saison lang nicht © Getty Images
SPYKER - F8-VII (2007): Der niederländische Fahrzeug-Hersteller Spyker-Cars kaufte Midland auf. Erfolgreicher wurde das Team dadurch aber nicht. Immer noch hingen die Fahrer am Ende des Feldes, dem Toyota-Motor fehlte schlichtweg Kraft © Getty Images
Im letzten Saisondrittel wollte der Rennstall verbesserte Autos einsetzen, mit denen schnellere Zeiten möglich gewesen wären. Aber die Fahrzeuge überstanden den Crashtest nicht - und wurden am Ende nicht zugelassen. Dumm gelaufen © Getty Images
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FORCE INDIA - VJM01 (2008): Der Wagen entspricht technisch fast eins zu eins dem Spyker aus dem Vorjahr, aus dem der indische Rennstall hervorging. Dementsprechend erfolglos kurvte auch dieses Auto über den Asphalt. Punkte gab es in der Saison 2008 keine für das Rennteam mit den neuen Farben © Getty Images
Im Gegenteil: Die Leistungen aus dem Vorjahr wurden sogar noch unterboten. 2009 stellte das Renn-Team auf Mercedes-Motoren um - was den lang ersehnten Erfolg brachte. Giancarlo Fisichella holte sogar den ersten Podestplatz für den Rennstall © Getty Images
VIRGIN - VR01 (2010): "Ich bin froh, dass ich heil rausgekommen bin", sagte Timo Glock später einmal über das vollständig am Computer entwickelte Auto. In der Tat stellte das Fahrzeug für die Sportler fast schon eine Gefahr dar. Unter anderem versagte die Servolenkung. Auch brachen die Frontflügel © Imago
Besonders peinlich: Im ersten Saisonrennen blieben die Fahrer aufgrund eines zu kleinen Tanks stehen. Der Virgin-Racer war der erste von weiteren vergeblichen Versuchen des britischen Rennstalls Manor-Racing, in der Formel 1 Fuß zu fassen © Imago
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HRT - F112 (2012): Drei Jahre versuchte sich der spanische Rennstall in der Königsklasse zu etablieren. Im letzten Jahr kamen zum Misserfolg auch einige Sicherheitsmängel an den Fahrzeugen hinzu © Getty Images
Gleich mehrfach mussten Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan aus Sicherheitsgründen freiwillig aufgeben. Besonders gefährlich: Die Bremsen funktionierten oftmals nicht adäquat © Getty Images
SAUBER - C32 (2013): Der Schweizer Rennstall erlebte 2013 ein wahres Debakel. Zum ersten Mal schaffte es das eigentlich durchschnittliche Team nicht, sich auch nur einen Punkt zu sichern © Getty Images
Besonder bitter dabei: Der Deutsche Adrian Sutil folgte auf Nico Hülkenberg im Sauber-Cockpit. Der ehemalige Force-India-Pilot blieb indes ohne Chance und fand anschließend kein Rennteam mehr in der Formel 1 © Getty Images
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MARUSSIA - MR03B (2015): Manor-Racing schickte 2015 den nächsten Schnecken-Boliden an den Start. Das Team konnte die Insolvenz immerhin abwenden. Doch es fehlte das Geld und die Zeit, ein neues Auto im Vergleich zum Vorjahr zu konstruieren © Getty Images
Neue Vorgaben mussten am alten Modell erfüllt werden, um die Fahrerlaubnis zu bekommen. Getestet wurden die Fahrzeuge vor der Saison gar nicht erst. Die Fahrer: unerfahren. Für Roberto Merhi und Will Stevens blieb es ein kurzes Gastspiel in der Königsklasse © Getty Images
WILLIAMS - FW42 (2019): Williams war eigentlich ein etablierter Rennstall. 2019 enttäuschte der FW42 jedoch komplett. Das Auto wurde nicht rechtzeitig zu Beginn der Testfahrten fertig – wie sich herausstellen sollte, hatte dieser Rückstand Folgen ©
George Russell und Robert Kubica konnten nicht annähernd die Pace fahren, um in die Nähe der Punkte zu kommen. Besonders der ehemalige Grand-Prix-Sieger Kubica zeigte sich über sein Fahrzeug frustriert und beendete sein Formel-1-Comeback nach nur einer Saison wieder ©
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WILLIAMS - FW43 (2020): Auch ein Jahr später gibt es wenig Positives vom englischen Traditionsteam zu berichten. Als einziges Team hat Williams in den ersten fünf Rennen der von Corona geprägten Saison noch keinen Zähler eingefahren © Getty Images
Einzige Hoffnung für Williams ist George Russell, der bislang im Qualifying schon aufhorchen ließ, aber im Rennnen noch keine Zähler einheimsen konnte © Getty Images
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Ausschlaggebend für seine Weigerung ist, dass er sich selbst nicht ins Rampenlicht stellen möchte. "Ich halte nicht viel davon, mich selbst anzuschauen, wie ich Interviews gebe oder dergleichen. Das kümmert mich nicht wirklich, und ich meine das nicht negativ. Es liegt einfach nicht in meinem Interesse."

Trotzdem hat er bemerkt, dass er mit seiner Art bei den Fans ankommt. "Ich glaube, sie mögen es, eben weil es authentisch und kein Schauspiel ist", versuchte er seine Popularität nach Ausstrahlung der Serie zu erklären, machte aber auch klar: "Für mich ist es ganz einfach: Ich will ich selbst sein. Wenn die Leute das mögen, ist das toll, wenn nicht, ist es aber auch okay."

Die Fans dürfen also gespannt sein, wie er im AvD Motorsport Magazin auftritt. Denn von dem Vorsatz, sich selbst treu zu bleiben, will er nicht abrücken - und das verspricht hohen Unterhaltungswert.