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Tour de France, 21. Etappe: Schachmann glücklos, Pogacar holt das Gelbe Trikot

Schachmann glücklos im Tour-Finale

Etappen, Teams, Corona: Alle Infos über die Tour de France 2020

Tadej Pogacar vollendet seinen Erfolg bei der Tour de France in Paris. Sam Bennett holt den Tagessieg. Maximilian Schachmann zeigt sich kämpferisch, bleibt aber glücklos.

Es ist vollbracht!

Tadej Pogacar hat das Gelbe Trikot sicher nach Paris gebracht und sich damit als erster Slowene überhaupt zum Gesamtsieger der Tour de France gekürt. (Die Gesamtwertung der Tour de France)

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Um seinen Triumph perfekt zu machen, holte sich der 21-Jährige auch noch die Bergwertung (Die Bergwertung der Tour de France) sowie das weiße Trikot für den besten Nachwuchsfahrer. (Die Nachwuchswertung der Tour de France)

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Traditionell wird der Gesamtführende auf der letzten Etappe der Tour nach Paris nicht mehr angegriffen, weswegen der 21-Jährige heute seinen Erfolg feiern konnte. Auf Rang zwei kam sein Landsmann Primoz Roglic mit 59 Sekunden Rückstand nach Paris, der den Kampf um Gelb erst in der vorletzten Etappe auf äußerst dramatische Weise verloren hatte. Der Australier Richie Porte komplettiert das Podium als Dritter (+ 3,30 Minuten).

"Das ist wirklich unglaublich, ganz verrückt. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben", konnte es der Tour-Sieger 2020 immer noch nicht wirklich glauben, dass er in Gelb in Paris angekommen ist. Damit hat sich Pogacar selbst sein schönstes Geschenk gemacht. Am 21. September, nur einen Tag nach dem Tour-Ende, feiert der Mann aus Komenda seinen 22. Geburtstag. Jünger als er beim Gesamtsieg war im Jahr 1904 lediglich der damals 19-jährige Henri Cornet aus Frankreich.

Als Tagessieger konnte sich am letzten Tag Sam Bennett in die Annalen der Tour eintragen. Der Gewinner des Grünen Trikots (Die Sprintwertung der Tour de France) unterstrich damit seine Extraklasse als Sprinter und holte sich seinen zweiten Etappensieg vor Weltmeister Mads Pedersen aus Dänemark. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so eine Etappe mal gewinnen könnte. Und das auch noch in Grün, das ist so besonders", rang der Ire direkt nach der Zieleinfahrt bei Eurosport um Worte.

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Peter Sagan, der Sprinter-König der vergangenen Jahre, landete rollte als Dritter ins Ziel, in der Sprinterwertung landete er auf Rang zwei.

Tour de France: Schachmann glücklos als Ausreißer

Maximilian Schachmann, der in der Gesamtwertung auf Rang 55 nach Paris kam, versuchte auf dem Weg nach Paris nochmal alles, um die aus seiner Sicht nicht wirklich glückliche Rundfahrt vielleicht mit einem Tagessieg zu retten. Zusammen mit drei, später nur noch zwei anderen Ausreißern suchte er sein Heil in der Flucht und führte das Feld lange an. Am Ende kassierte das Peloton die Gruppe jedoch rund drei Kilometer vor dem Ziel und läutete den entscheidenden Massensprint ein.

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Lennard Kämna, der auf der 16. Etappe für den einzigen deutschen Tagessieg in diesem Jahr gesorgt hatte, belegte in der Endabrechnung als bester Deutscher den 34. Rang. Bora-Teamkollege Emanuel Buchmann hatte den Kampf um das Gelbe Trikot nach seinem Sturz vor der Tour schnell aufgeben müssen.

Es war ein Paukenschlag. Am Freitag verkündete Sprint-Star Marcel Kittel seinen Rücktritt vom Profi-Radsport und sorgte damit für einen Schock bei den deutschen Radsportfans © Getty Images
"Die große Frage der letzten Monate war für mich: Kann und will ich mich noch so für den Sport aufopfern, wie es für ein Weltklasse-Niveau nötig ist? Und meine Antwort heute ist: Nein, das will ich nicht mehr, weil ich die Einschränkungen als Spitzensportler auch immer mehr als Verlust an Lebensqualität empfand", begründete Kittel seinen überraschenden Rücktritt © Getty Images
Der 31-Jährige feierte in seiner Laufbahn insgesamt 89 Siege auf der Profitour. Besonders bei der Tour de France katapultierte er sich durch seine zahlreichen Erfolge ins öffentliche Rampenlicht. SPORT1 zeigt die deutschen Etappensieger bei der Tour de France © Getty Images
PLATZ 14 - Kurt Stöpel (1932), Otto Weckerling (1937), Heinz Wengler (1937), Willi Oberbeck (1938), Jens Heppner (1998), Marcel Wüst (2000), Matthias Kessler (2006), Linus Gerdemann (2007), Marcus Burghardt (2008), Heinrich Haussler (2009), Simon Geschke (2015), John Degenkolb (2018, im Bild) je 1 Etappensieg © Getty Images
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PLATZ 9 - Erich Bautz (1937), Rolf Wolfshohl (1967/1970), Klaus-Peter Thaler (1977/78), Rolf Gölz (1987/88), Jens Voigt (2001/2006, im Bild) je 2 Etappensiege © Getty Images
PLATZ 8 – OLAF LUDWIG: Der gebürtige Geraer gewann zwischen 1990 und 1993 insgesamt drei Etappensiege bei der Tour de France. 1990 holte er zudem das Grüne Trikot. Zwei Jahre später gewann Ludwig sogar die prestigeträchtige Etappe auf dem Champs-Élysées © Getty Images
PLATZ 7 – TONY MARTIN: Fünf Etappensiege bei der Tour de France konnte der Zeitfahr-Spezialist bisher einfahren, natürlich allesamt im Zeitfahren. In dieser Disziplin gewann er auch vier Mal den Weltmeister-Titel © Getty Images
PLATZ 6 – DIETRICH THURAU: Der inzwischen 64-Jährige feierte gleich bei seiner ersten Tourteilnahme 1977 fünf Siege und trug auch 15 Tage lang das Gelbe Trikot. Am Ende gewann er das Trikot für den besten Jungprofi und belegte Rang fünf. 1979 gelang ihm noch ein weiterer Etappensieg, sodass für ihn sechs Erfolge bei der Tour zu Buche stehen © Getty Images
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PLATZ 5 – JAN ULLRICH: Der Tour-Sieger von 1997 gewann ein Jahr zuvor im Einzelzeitfahren seine erste Etappe bei der Tour de France. Ein Jahr später, bei seinem Gesamtsieg, holte Ullrich zwei Etappensiege. Insgesamt gewann er sieben Etappen bei der Frankreich-Rundfahrt © Getty Images
PLATZ 4 – RUDI ALTIG: Die Rad-Legende holte insgesamt acht Etappensiege und gewann 1962 das Grüne Trikot. Altig war vor allem als Sprinter gefürchtet. 2016 verstarb Altig im Alter von 79 Jahren © Getty Images
PLATZ 3 – ANDRÉ GREIPEL: Der bullige Sprinter mit dem Spitznamen "Gorilla" durfte elf Mal über einen Etappensieg bei der Tour jubeln und gehört zu dem elitären Kreis, der bei Giro, Tour und Vuelta jeweils mindestens einen Etappensieg vorweisen kann (wie auch Degenkolb) © Getty Images
PLATZ 2 – ERIK ZABEL: Sechs Mal holte sich Zabel bei der Tour das Grüne Trikot - diesen Rekord übertraf 2019 Peter Sagan - und durfte insgesamt zwölf Mal auf dem obersten Treppchen stehen © Getty Images
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PLATZ 1 – MARCEL KITTEL: Sagenhafte 14 Etappensiege ersprintete sich Kittel bei der Tour und ist damit der erfolgreichste Deutsche beim größten Radrennen der Welt. 2013 und 2014 gewann er jeweils vier Etappen und trug sogar zwischenzeitlich einmal das Gelbe Trikot © Getty Images

"Allzu viel Positives nehme ich nicht mit", sagte Buchmann, der nach seinem 38. Rang im Gesamtklassement vollmundig ankündigte: "Ich versuche es nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Ich bin davon überzeugt, dass ich deutlich mehr kann, als ich dieses Jahr gezeigt habe. Es werden wieder bessere Zeiten kommen."

Roger Kluge vom Lotto-Soudal-Rennstall blieb auch an diesem Tag ohne Chance und behielt auf der 21. und letzten Etappe die Rote Laterne. Damit ist er der erste Deutsche nach Willy Kutschbach im Jahr 1935, der im Gesamtklassement den letzten Platz belegt. Sein Rückstand auf Pogacar - mehr als sechs Stunden - ist der größte eines Schlusslichts seit 1955.

146 der 176 gestarteten Fahrer erreichten letztlich Paris. Allerdings bot sich dem Feld dort ein ungewohntes Bild. Auf den zu pandemiefreien Zeiten prall gefüllten Champs-Elysees waren in diesem Jahr lediglich 5000 Zuschauer zugelassen.

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