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Colin Kaepernick und Eric Reid wütend auf NFL wegen Video und Verhalten

Kaepernick und Reid greifen NFL an

Colin Kaepernick und Eric Reid spielten gemeinsam bei den San Francisco 49ers © Imago

Die NFL sorgt mit einem Anti-Rassismus-Video für Aufsehen. Der immer noch arbeitslose Colin Kaepernick wird darin benutzt, ein ehemaliger Teamkollege tobt.

Seit Jahren schon gibt es zwischen der NFL und den früheren Profis Colin Kaepernick und Eric Reid Unstimmigkeiten. Nun sorgt ein Video erneut für große Aufregung. 

Zum Start der neuen NFL-Saison hatte die Liga am Donnerstag beim Eröffnungsspiel zwischen den Kansas City Chiefs und den Houston Texans ein Video veröffentlicht, um die Bemühungen im Kampf gegen Rassismus zu verdeutlichen.

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Zu sehen ist darin Sängerin Alicia Keys, die den als "schwarze Nationalhymne" bekannten Song "Lift Every Voice and Sing" performt. Untermalt wird der Gesang dabei mit Bildern von NFL-Profis, die im Sommer für die "Black Lives Matter"-Bewegung protestierten und entsprechende Kleidung trugen. 

Sie sind wieder da! Die San Francisco 49ers stehen zum ersten Mal seit 2013 wieder im Super Bowl. Kann die Franchise wieder an die goldenen 1980er- und 90 Jahre anknüpfen, als man sich fünfmal zum Meister krönte? SPORT1 präsentiert die einzigartige Geschichte der San Francisco 49ers © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images
1946 als erstes Westküsten-Profiteam innerhalb der vier großen Sportligen (MLB, NBA, NHL und NFL) gegründet, starten die 49ers in der All-America Football Conference und wechseln 1950 in die NFL © Getty Images
Nach schwierigem Start sorgten vor allem die folgenden vier Herren (spätere Hall of Famer) für Besserung: Fullback Joe Perry (Bild) gelang es als erstem Footballspieler in der NFL, 1.000 Yards in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zu laufen (1953/54) © Getty Images
Y. A. Tittle, Quarterback der 49ers von 1951-1960, erzielte mit 17 Touchdowns im Jahr 1955 eine Ligabestleistung und wurde darüber hinaus zwei Jahre später zum NFL Most Valuable Player gewählt. Sein Trade zu den New York Giants erwies sich später als Fehleinschätzung des Managements © Getty Images
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Das Quartett mit der Bezeichnung "Million Dollar Backfield" wird durch Fullback John Henry Johnson (Bild) und Halfback Hugh McElhenny komplettiert © Getty Images
Trotz des "Million Dollar Backfield" gewannen die 49ers in den 50er-Jahren keinen Titel - und das sollte auch in den 60ern so bleiben. Das Spiel wurde trotzdem ansehnlicher, weil Trainer Howard Hickey die "Shotgun Offense" einführte. Linebacker Dave Wilcox (seit 2000 Hall of Famer) stach in der Zeit heraus. © Getty Images
Die ersten sportlichen Erfolge stellten sich Anfang der 70er ein - Trainer Dick Noland gewann mit dem Team dreimal in Folge den Division-Titel. Im Jahr 1977 kaufte Edward DeBartolo Sr. die 49ers und übergab die Verantwortung an seinen Sohn Edward DeBartolo Jr. (Bild) © Getty Images
Die ersten sportlichen und strategischen Entscheidungen schlugen fehl. Drei Trainer in einem Jahr wurden verschlissen. Dann aber die Wende: Mit dem Ex-Assistenzcoach der Cincinnati Bengals, Bill Walsh, begannen die erfolgreichsten Jahre der Franchise-Geschichte © Getty Images
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Einer der besten Spieler der 49ers in den 1970er-Jahren war Gene Washington. Der Wide Receiver, der 1969 gedraftet wurde, stand vier Mal in Folge (1969-1972) im Pro Bowl. Darüber hinaus war er 1970 "Receiving Yards Leader" und 1972 "Receiving Touchdowns Leader" der NFL © Getty Images
Der erste Super-Bowl-Sieg der 49ers 1981/82 war erst der Anfang einer Ära, die ein ganzes Jahrzehnt überdauerte. Gegen die Cincinnati Bengals sicherte sich das Team von Walsh den ersten der fünf Super-Bowl-Erfolge. Einige Spieler entwickelten sich zeitgleich zu tragenden Säulen des Klubs. © Getty Images
Wenn man über die erfolgreichen Jahre der 49ers spricht, dann fällt zwangsläufig der Name Joe Monatana. Der Ausnahme-Quarterback war Teil der glorreichen 1980er-Jahre und feierte mit den 49ers in dieser Zeit vier Super-Bowl-Siege. Gleich drei Mal wurde Montana zum Super Bowl MVP gewählt © Getty Images
Wo Montana aufs Feld lief, war Roger Craig meist nicht weit entfernt. Der Runningback gewann zusammen mit Montana dreimal den Super Bowl. Sieben Jahre lang spielte er für die 49ers - erlief als erster NFL-Spieler über 1000 Yards in einer Saison und erreichte die 1000er-Marke an Receiving Yards. 1991 verließ er die 49ers Richtung Las Vegas © Getty Images
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Die 49ers waren nicht umsonst die Mannschaft der 80er-Jahre. Nachdem das Team von Trainer Bill Walshs 1984/85 eine herausragende Saison spielte und am Ende mit einer 15:1 Bilanz in den Super Bowl einzog, setzten sich die 49ers auch dort ohne große Probleme gegen die Miami Dolphins durch und sicherten sich so den zweiten Super-Bowl-Sieg © Getty Images
Die 49ers setzen auch in den folgenden Jahren ihren Höhenflug weiter fort. Nicht zuletzt wegen Rekord-Mann Jerry Rice. Der Wide Receiver hält 36 Rekorde, gewann mit den 49ers drei Super Bowls und ist seit 2010 Teil der Pro Football Hall of Fame. Vor allem aufgrund seiner zahlreichen Rekorde ist er einer der besten Wide Receiver in der NFL-Geschichte - wenn nicht sogar DER Beste © Getty Images
Vor allem auf der Position des Quarterbacks haben die 49ers immer ein feines Näschchen bewiesen. So auch 1987, als sie Steve Young als Back-up für Montana holten. Ein besonderes Highlight seiner Karriere war der Super-Bowl 1994. Mit seinen sechs Touchdownpässen führte er die 49ers nicht nur zum Sieg, sondern stellte damit auch einen Super-Bowl-Rekord auf © Getty Images
Montana, Rice und Co. durften sich am 22. Januar 1989 zurecht freuen. Mit dem Sieg gegen die Cincinnati Bengals feierten die 49ers zum dritten Mal den Super-Bowl. Mit diesem Sieg endete auch die erfolgreiche Ära von Bill Walsh. Der Erfolgstrainer trat zurück und bestimmte seinen Nachfolger - George Seifert © Getty Images
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Seifert, der schon seit 1980 als Assistenztrainer neben Walsh die Höhen und Tiefen der 49ers miterlebte, konnte die Siegesserie des Klubs aufrecht erhalten. Walsh und Seifert kannten sich schon aus College-Trainerzeiten an der Stanford University © Getty Images
Der Candlestick Park - die Heimstätte der 49ers - war seit Mitte der 1990er-Jahre ein großes Diskussionsthema in San Francisco. Viele verlangten eine Modernisierung des eigentlichen Baseballstadions, das erst später zum Football-Stadion umgewandelt wurde. Auch der Wunsch nach einem neuen Stadion war Programm © Getty Images
Unter dem neuen Trainer konnten die 49ers in der Saison 1989/90 den Titel verteidigen und sicherten sich mit ihrem 55:10-Sieg gegen die Denver Broncos den vierten Super-Bowl-Sieg. Mit der Vince Lombardi Trophy in der Hand rundeten die 49ers IHR Jahrzehnt ab © Getty Images
1990 mussten die 49ers gleich zwei Dämpfer einstecken. Im Spiel gegen die New York Giants verpassten sie den Einzug in den Super Bowl und Starquarterback Montana verletzte sich so schwer, dass er für zwei Jahre pausieren musste. Das hatte zur Folge, dass ihn Ersatzmann Steve Young verdrängte und er auf eigenen Wunsch zu den Kansas City Chiefs getradet wurde © Getty Images
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Die 90er Jahre der 49ers waren unter anderem von der Rivalität mit den Dallas Cowboys geprägt. Begonnen hatte alles schon in den 70er Jahren. Neuen Schwung bekam die Rivalität zwischen 1992 und 1994, denn die beiden Teams standen sich gleich drei Mal im NFC Championship Game gegenüber. Zwei Mal gingen die Cowboys als Sieger vom Feld - einmal die 49ers © Getty Images
Mit dem Sieg beim 29. Super Bowl 1994/1995 fanden die 49ers nicht nur kurzzeitig in die Erfolgsspur zurück, sondern hielten auch den damaligen Rekord für die meisten Super-Bowl-Siege. Die Kalifornier besiegten die San Diego Chargers mit 49:26. Vor allem der neue Quarterback Steve Young hatte Grund zur Freude. Er wurde zum Super Bowl MVP gewählt © Getty Images
Nach dem fünften Sieg schien bei den 49ers alles den Bach runter zu gehen. Da halfen nur noch personelle Veränderungen. 1997 wurde Steve Mariucci neuer Chefcoach und löste damit Seifert ab. Aufgrund von Problemen mit der Salary Cap verloren die 49ers wichtige Spieler und Mariucci musste die Kehrtwende seines Klubs mit jüngeren Spielern bestreiten © Getty Images
Ein herber Rückschlag auf dem Weg zu alter Größe war der Ausfall von Quarterback Young. Nachdem er sich erneut eine Gehirnerschütterung zuzog, musste er seine Karriere beenden und die 49ers verloren 1999 einen weiteren wichtigen Spieler © Getty Images
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So war eine weitere Veränderung notwendig, und die 49ers holten den Ex-Coach Bill Walsh als neuen Manager zurück nach San Francisco © Getty Images
Ende der 90er bekamen die 49ers auch neue Besitzer. Denise DeBartolo und ihr Mann John York beerbten DeBartolos Bruder Edward. Die Weichen für eine neue Ära waren gelegt © Getty Images
Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Was folgte, war ein hoher Trainer-Verschleiß. John York entließ Steve Mariucci - Dennis Erickson rückte als Trainer nach. Überzeugen konnte er nicht und so musste auch er das Feld räumen. Mike Nolan übernahm die Mannschaft, erreichte aber ebenfalls nicht die erwünschte Kehrtwende und wurde 2008 von Mike Singletary abgelöst. © Getty Images
Es dauerte fast neun Jahre, bis sich 2011 mit Singletary-Nachfolger Jim Harbaugh die 49ers wieder zu einer Spitzenmannschaft entwickelten. Ihm gelang, was sich die Verantwortlichen von ihrem Trainer wünschten: Die 49ers kehrten zurück in die Playoffs © Getty Images
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Die Teilnahme am Super Bowl der Saison 2012/2013 war der nächste Befreiungsschlag für die 49ers, auch wenn es am Ende gegen die Baltimore Ravens nicht zu Sieg reichte. Das Besondere an diesem Super Bowl: Die Trainer der beiden Finalmannschaften sind Brüder. Jim Harbaugh auf Seite der 49ers - John Harbaugh bei den Baltimore Ravens © Getty Images
Quarterback im Super Bowl war Colin Kaepernick, der den Quarterback-Rekord für erlaufene Yards in einem Playoff-Spiel aufstellte. 2016 sorgte er weit über den Sport hinaus für Aufsehen, als er sich aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt bei der Nationalhymne auf die Knie fallen ließ. Im März 2017 trennten sich die Wege aus sportlichen Gründen © Getty Images
2014 hat das lange Warten auf ein neues Stadion ein Ende. 2012 hatte der Bau des Levi's Stadiums angefangen. Zwei Jahre später öffnete das neue Stadion in Santa Clara © Getty Images
Immerhin gut vier Jahre hat sich Jim Harbaugh bei den 49ers gehalten, doch auch er konnte trotz zahlreicher Siege und einer Super-Bowl-Teilnahme keine ganze Ära überdaueren und so musste auch Harbaugh 2015 das Feld räumen. Es hieß, dass auch Unstimmigkeiten zwischen ihm und der Führung zur Trennung geführt haben. Jim Tomsula wurde neuer Headcoach © Getty Images
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Auf das vermeintliche Hoch der 49ers folgte wieder einmal ein gnadenloses Tief. Nachdem unter anderem der Pro-Bowler Patrick Willis 2015 sein Karriereende verkündete, konnten die 49ers nur fünf Mal in der Saison gewinnen. Das bedeutete das Aus für Coach Tomsula - und das nach nur einer Spielzeit © Getty Images
Im Januar 2016 übernahm Chip Kelly das Team als neuer Chefcoach, konnte sich aber, genau wie sein Vorgänger, nur eine Spielzeit halten. Sportlich gelang weiterhin kein Durchbruch © Getty Images
Kyle Shanahan kam im Januar 2017 als neuer Chefcoach zusammen mit dem neuen General Manager John Lynch. Auch sie konnten die 49ers nicht sofort auf Erfolgskurs bringen, doch das sollte sich bald schon ändern... © Getty Images
Ein Spieler, der die 49ers wieder zu sportlichen Erfolgen führen sollte, war der Quarterback Jimmy Garoppolo. Die 49ers holten den Ex-Patriots-Spieler im NFL Draft 2018. Nachdem er sich die Position des Starting Quarterbacks ergattert hatte, lief es auch für die 49ers besser. Belohnt wurde er mit einem Mega-Vertrag © Getty Images
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2019 sicherten sich die 49ers ihren nächsten Joker-Spieler: Defensive End Nick Bosa. Auch dank seiner überragenden Leistungen gelang den 49ers endlich wieder der Coup... © Getty Images
...der Einzug in den Super Bowl 2019/2020. Am 2. Februar heißt es dann auf nach Miami, gegen die Kansas City Chiefs bestehen und endlich wieder die begehrte Trophäe in den Händen halten. 2013 schafften es die 49ers zum letzten Mal in den Super Bowl. Beginnt jetzt ein neues goldenes Zeitalter für die 49ers? © Getty Images

Reid kritisiert Commissioner Goodell

Darin ist auch der frühere Quarterback Colin Kaepernick zu sehen, wie dieser - damals noch als Teil der San Francisco 49ers - während der Nationalhymne kniete. Für Eric Reid, der mit Kaep privat befreundet ist, ein absolutes Unding.

"Was die NFL tut, ist bestenfalls halbherzig", twitterte er in Bezug auf das Video und fügte an, dass es sich NFL-Commissioner Roger Goodell bequem dabei gemacht habe, zu sagen, dass er "falsch lag". Das bloße Eingeständnis ließe sich dabei nicht mit seinem Fehlverhalten in Einklang bringen.

Demnach nutze Goodell Kaepernick im Video dazu, um "die unaufrichtige PR der NFL zu legitimieren und gleichzeitig die systematische Unterdrückung aufrechtzuerhalten, gegen die das Video, das er benutzt, kämpft, indem er Colin weiterhin seiner Karriere beraubt", so der frühere 49ers-Profi weiter. "Das ist teuflisch."

Propaganda der NFL?

Auch Kaepernick selbst äußerte sich und sprach seinem Ex-Teamkollegen seine Unterstützung aus. "Während die NFL Propaganda darüber betreibt, wie sie sich um das Leben von Schwarzen kümmert, schließt sie immer noch aktiv Eric Reid aus, weil er sich für die Community der Schwarzen einsetzt", twitterte der ehemalige Sportler. 

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"Eric hat im vergangenen Jahr zwei Franchise-Rekorde aufgestellt und ist einer der besten Defensivspieler", so Kaepernick weiter.

2016 hatte der heute 32-Jährige aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten begonnen, bei der Nationalhymne zu knien. Er wurde daraufhin von den San Francisco 49ers entlassen. 2017 warf Kaep den Eigentümern der einzelnen NFL-Teams vor, Absprachen getroffen zu haben, um ihn von einer Vertragsunterzeichnung abzuhalten.

Kaepernick und Reid ohne Job

Seitdem hat Kaepernick, der zu den besten Spielmachern der Liga zählte, keinen Job mehr als Quarterback bekommen. Eric Reid, der ebenfalls bei den 49ers protestiert hatte, wurde trotz des Zusammenhalts mit Kaepernick 2018 von den Carolina Panthers verpflichtet, jedoch im März diesen Jahres entlassen. Seitdem ist er ebenfalls ohne Job. 

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Die NFL engagiert sich aktuell für die Initiative "Black Lives Matter". Im Juni hatte Commissioner Goodell sogar erklärt, dass er Teams unterstützen und ermutigen würde, Kaepernick zu verpflichten. 

Am vergangenen Wochenende protestierten diverse Teams während der Hymne. So blieben viele währenddessen in der Kabine oder stellten sich Arm in Arm mit dem gegnerischen Team auf.