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Tour de France 2020, Ergebnis: Lennard Kämna gewinnt 16. Etappe

Kämna triumphiert beim Alpen-Auftakt

Etappen, Teams, Corona: Alle Infos über die Tour de France 2020

Triumph für Lennard Kämna. Der Deutsche gewinnt erstmalig eine Etappe bei der Tour de France. Beim Alpen-Auftakt kann sich der 24-Jährige erfolgreich absetzen.

Lennard Kämna fuhr mit einem Freudenschrei über die Ziellinie, dann feierte er den größten Erfolg seines Sportlerlebens mit wilden Fausthieben in die Luft: Nach einer Bilderbuch-Leistung hat der Radsport-Youngster die 16. Etappe der Tour de France gewonnen und bei der Ouvertüre der Alpen-Trilogie sein Meisterstück abgeliefert.

"Ich fühle mich großartig. Es ist ein wunderbarer Tag für mich, das bedeutet mir so viel", sagte der 24-Jährige nach dem ersten deutschen Etappensieg bei der 107. Frankreich-Rundfahrt, den er mit einem 20 Kilometer langen Alleingang in der Manier eines großen Champions in Villard-de-Lans perfekt machte: "Es war von Beginn ein Kampf, ich musste es solo zu Ende fahren. Am Ende bin ich All-in gegangen." 

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Nur vier Tage nach seinem unglücklichen zweiten Platz am Puy Mary belohnte sich der unermüdliche Kämpfer für seinen Riesen-Aufwand und sorgte in seinem gebeutelten Bora-hansgrohe-Team für ein Freudenfest. "Es ist auch für das Team eine große Erleichterung, es hat so hart gearbeitet", sagte Kämna. (Die Gesamtwertung der Tour de France)

Tour de France: Kämna gewinnt 16. Etappe

Das Ausnahmetalent aus Wedel triumphierte bei der Bergankunft nach 164 km oberhalb der 1968er-Olympiastadt Grenoble mit 1:27 Minuten Vorsprung auf den Ecuadorianer Richard Carapaz und sorgte für 90. deutschen Tageserfolg in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt. Zuletzt hatte John Degenkolb 2018 in Roubaix gewonnen.

Bei der 107. Austragung der legendären Tour de France (ab 29. August täglich im LIVETICKER) stehen für die Fahrer vom Start in Nizza bis zur Ankunft in Paris 21 Etappen auf dem Programm © A.S.O.
1. Etappe - 29. August - 156 km von Nizza Moyen Pays nach Nizza - Flachetappe © A.S.O.
2. Etappe - 30. August - 187 km von Nizza Haut Pays nach Nizza - Gebirgsetappe © A.S.O.
3. Etappe - 31. August - 198 km von Nizza nach Sisteron - Flachetappe © A.S.O.
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4. Etappe - 1. September - 157 km von Sisteron nach Orcières-Merlette - Hügelig © A.S.O.
5. Etappe - 2. September - 183 km von Gap nach Privas - Flachetappe © A.S.O.
6. Etappe - 3. September - 191 km von Le Teil nach Mont Aigoual - Hügelig © A.S.O.
7. Etappe - 4. September - 168 km von Millau nach Lavaur - Flachetappe © A.S.O.
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8. Etappe - 5. September - 140 km von Cazères-sur-Garonne nach Loudenvielle - Gebirgsetappe © A.S.O.
9. Etappe - 6. September - 154 km von Pau nach Laruns - Gebirgsetappe © A.S.O.
10. Etappe - 8. September - 170 km von Île d'Oléron Le Château-d'Oléron nach Île de Ré Saint-Martin-de-Ré - Flachetappe © A.S.O.
11. Etappe - 9. September - 167 km von Châtelaillon-Plage nach Poitiers - Flachetappe © A.S.O.
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12. Etappe - 10. September - 218 km von Chauvigny nach Sarran Corrèze - Hügelig © A.S.O.
13. Etappe - 11. September - 191 km von Châtel-Guyon nach Puy Mary Cantal - Gebirgsetappe © A.S.O.
14. Etappe - 12. September - 197 km von Clermont-Ferrand nach Lyon - Flachetappe © A.S.O.
15. Etappe - 13. September - 175 km von Lyon nach Grand Colombier - Gebirgsetappe © A.S.O.
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16. Etappe - 15. September - 164 km von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans - Gebirgsetappe © A.S.O.
17. Etappe - 16. September - 168 km von Grenoble nach Méribel Col de la Loze - Gebirgsetappe © A.S.O.
18. Etappe - 17. September - 168 km von Méribel nach La Roche-sur-Foron - Gebirgsetappe © A.S.O.
19. Etappe - 18. September - 160 km von Bourg-en-Bresse nach Champagnole - Flachetappe © A.S.O.
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20. Etappe - 19. September - 36 km von Lure nach La Planche des Belles Filles - Einzelzeitfahren © A.S.O.
21. Etappe - 20. September - 122 km von Mantes-la-Jolie nach Paris Champs-Élysées - Flachetappe © A.S.O.

Als Fünfter machte Simon Geschke (Berlin) den deutschen Traumtag perfekt.

Die Favoriten um das slowenische Spitzenduo Primoz Roglic und Tadej Pogacar hielten sich weitgehend zurück und erreichten das Ziel mit rund 17 Minuten Rückstand. Jumbo-Visma-Kapitän Roglic geht in Gelb und mit 40 Sekunden Vorsprung in die hammerharte 17. Etappe am Mittwoch mit dem Kräftemessen am Alpenriesen Col de la Loze.

Showdown zwischen Roglic und Pogacar

"Ich kann versichern, dass es höllisch wird", sagte Tourchef Christian Prudhomme mit Blick auf den mörderischen Schlussanstieg auf den 2304 m hohen Col de la Loze, wo es zum nächsten Showdown zwischen Roglic und Pogacar kommen dürfte.

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Prudhomme durfte am Dienstag nach überstandener Coronainfektion wieder seinen Arbeitsplatz im Führungsfahrzeug einnehmen. Der 59-Jährige war am ersten Ruhetag positiv getestet worden und hatte sich in Quarantäne begeben, ein weiterer Test fiel nun negativ aus - so wie bei allen Fahrern und Teammitgliedern, die am zweiten Ruhetag turnusmäßig gecheckt wurden. (Tour de France: Alle Etappen im SPORT1-LIVETICKER)

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Nachdem in der Vorwoche neben Prudhomme Betreuer aus vier Teams positiv getestet worden waren, rollte das Feld somit ohne weitere Infektions-Ausfälle weiter Richtung Paris, das befürchtete Coronachaos ist trotz hoher Fallzahlen in Frankreich ausgeblieben. Bei zwei Fällen wäre ein Team ausgeschlossen worden - entsprechend groß war die Erleichterung vor allem im Roglic- und Pogacar-Lager.

Kämna entwischt Ausreißergruppe

Früh nach dem Start der ersten und leichtesten der drei Alpen-Etappen in Serie hatte sich eine große Spitzengruppe abgesetzt, darunter der unermüdliche Kämna. Er sei heiß auf das "riesige Pokerspiel" in einer Ausreißergruppe hatte der knapp geschlagene Zweitplatzierte vom Puy Mary gesagt, und Kämna pokerte fleißig mit.

Am Col de Porte und der Cote de Revel (2. Kategorie) blieb die Gruppe, die mittlerweile über elf Minuten Vorsprung auf das Feld hatte, zusammen. An der vorletzten und schwierigsten Steigung des Tages zur Montee de Saint-Nizier-du-Moucherotte (1. Kategorie) setzte sich Kämna mit einer Vierergruppe ab, kurz vor der Passhöhe trat er an. (Die Sprintwerung der Tour 2020)

Wie am Puy Mary vier Tage zuvor fuhr Kämna als Solist in den Schlussanstieg. Anders als bei der knappen Sprintniederlage gegen den Kolumbianer Daniel Martinez reichte der Vorsprung aber diesmal dicke.