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Novak Djokovic: Eklat wie bei US-Open-Disqualifikation nicht auszuschließen

Djokovic schließt Eklat nicht aus

Djokovic verteidigt Linienrichterin

Novak Djokovic will nicht garantieren, eine Entgleisung wie bei den US Open verhindern zu können, als er eine Linienrichterin abschoss und disqualifiziert wurde.

Das klingt zwar geläutert, macht für die Zukunft aber nur bedingt Mut: Nach dem neuerlichen Eklat um Novak Djokovic, der bei den US Open disqualifiziert worden war, weil er einen Ball wegdrosch und dabei eine Linienrichterin traf, hat der Tennis-Superstar dazu erstmals öffentlich Stellung bezogen.

"Es hätte vielleicht schon ein paar Mal zuvor in meiner Karriere passieren können. Ich werde definitiv mein Bestes versuchen, dass so etwas nie wieder passiert", sagte Djokovic im Vorfeld des ATP-Masters-1000-Turniers in Rom.

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Der 17-malige Grand-Slam-Sieger gestand aber auch, nicht ausschließen zu können, dass sich ein derartiger Vorfall wiederholt: "Ich kann nicht versprechen oder garantieren, dass mir etwas Ähnliches nicht wieder passieren wird. Ich habe manchmal Aussetzer - so war ich als Persönlichkeit und Spieler schon immer."

Novak Djokovic sorgte bei den US Open für einen der größten Eklats der Tennis-Geschichte. © Imago
Im Achtelfinale gegen Pablo Carreno Busta schlug der Serbe beim Stand von 5:6 im ersten Satz entnervt einen Ball nach hinten und erwischte dabei eine Linienrichterin am Kehlkopf. Diese ging sofort zu Boden und rang anschließend nach Luft © Getty Images
Den dramatischen Szenen folgten minutenlange Diskussionen. Letztlich blieb den Offiziellen jedoch keine andere Wahl, als das Aushängeschild des Grand-Slam-Turniers zu disqualifizieren © Imago
Dies war aber beileibe nicht der erste Fehltritt eines Profis oder Tennis-Trainers. SPORT1 zeigt die größten Eklats der Tennis-Geschichte © SPORT1-Grafik: Zimmermann/Tirl/Getty Images/Imago/iStock
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Im Oktober 2019 sorgte ein Sexismus-Eklat beim WTA-Turnier in Luxemburg in der Tennis-Szene für Aufsehen. Im Match von Julia Görges gegen Misaki Doi nutzte die Japanerin im ersten Satz beim Stand von 4:5 aus ihrer Sicht ein On-Court-Coaching © Getty Images
Dabei vergriff sich Dois Coach Christian Zahalka jedoch gewaltig im Ton: "Ich weiß, es ist so, als würde man gegen Karlovic (Aufschlagkönig der ATP-Tour, Anm. d. Red.) mit großen Brüsten spielen, aber sie wird nicht die ganze Zeit so aufschlagen" © SPORT1-Montage
Görges bekam davon nichts mit, verlor aber dennoch die drei Folgespiele und den Satz. Danach drehte Görges jedoch auf und gewann das Match nach drei Sätzen. Am Ende standen 21 Asse auf ihrem Konto © SPORT1
Laura Siegemund schrie 2017 beim Turnier in Charleston ein Ballmädchen unflätig an, um ihr Handtuch zu bekommen ("Give me the f…ing towel") und nahm eine medizinische Auszeit beim Aufschlag der Gegnerin © Getty Images
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Das wohl größte Enfant terrible der Tennis-Geschichte, John McEnroe, erfand einst das Wort "shruck", damit er auf dem Court unbehelligt fluchen konnte. Doch selbst diese Wortneuschöpfung half dem Amerikaner 1990 bei den Australian Open nicht © Getty Images
Gleich drei Mal verstieß er gegen den Verhaltenskodex: Erst versuchte er eine Linienrichterin einzuschüchtern und kassierte eine Verwarnung, dann zerschmetterte er seinen Schläger, wofür er eine Punktstrafe bekam - und schlussendlich fluchte er über Schiedsrichter und Turnierdirektor, wofür er disqualifiziert wurde © Getty Images
Die Töne erklangen, Julia Görges schossen die Tränen in die Augen. Vor dem Fed-Cup-Spiel der deutschen Nationalmannschaft auf Hawaii sollten wie immer die Nationalhymnen ertönen. Görges Tränen waren aber keineswegs von Stolz oder Patriotismus gefärbt © Getty Images
Es waren Tränen der Wut. Denn der Solist sang die Worte "Deutschland, Deutschland über alles", die erste Strophe des Deutschlandliedes, die von den Nationalsozialisten missbraucht wurde. Nach dem "Hymnen-Gate" ließ Andrea Petkovic (l.) enthemmt ihre Wut heraus © Getty Images
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"Das war der Inbegriff der Ignoranz. Wir sind in 2017, wir sind im 21. Jahrhundert. Und dann kann und darf so etwas nicht mehr passieren", sagte Petkovic, "Ich habe mich noch nie in meinem Leben so respektlos behandelt gefühlt. Wenn wir irgendwo in Timbuktu spielen oder weiß der Geier wo, okay, aber in Amerika?" © Getty Images
Wie ein Boxer, der gerade verprügelt wurde, saß Schiedsrichter Arnaud Gabas auf seinem Stuhl und drückte sich eine dicke Eistüte unters Auge. Für die Verletzung war keine Faust verantwortlich, sondern ein Tennisball, den der Kanadier Denis Shapovalov aus Frust weggeschlagen hatte © Getty Images
Absichtlich geschah der Tennis-Knock-Out aber nicht. "Ich muss mich beim Schiedsrichter und allen Offiziellen entschuldigen. Mein Verhalten war nicht akzeptabel. Ich schäme mich", entschuldigt sich Shapovalov © Getty Images
Filigran und elegant - so wurde Tennis meistens wahrgenommen. Doch es geht auch brutal und rabiat zu: Das zeigte Michail Juschni 2008 bei seinem Auftritt gegen den Spanier Nicolas Almagro in Miami. Nach einem Fehlschlag im entscheidenden dritten Satz hämmerte sich der Russe seinen Schläger mehrmals mit voller Wucht an den Kopf © Getty Images
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Die Selbstgeißelung hatte Folgen, Blut strömte über die Stirn. Ein Handtuch half bei der ersten Blutung, dann kam der Arzt und versorgte den Hitzkopf fachmännisch. Das Spiel gewann Juschni dann noch mit 7:6, 3:6 und 7:6. "Da bin ich wohl ein bisschen durchgedreht. Aber es hat geholfen. Ich hätte das vielleicht eher machen sollen", war sein Kommentar © Getty Images
Fünf Opfer hinterlässt Ryan Harrison beim Turnier in Indian Wells 2017. Der Amerikaner zerstörte innerhalb von wenigen Sekunden sein komplettes Schläger-Set. Folgen hatte der Ausraster aber nicht für den 24-Jährigen, das Match gegen Damir Dzumhur war zu diesem Zeitpunkt verloren © Getty Images
Auch Marcos Baghdatis gilt seit seinem Ausraster bei den Australian Open 2012 als Schläger-Killer. Der Zyprer schlug seine Arbeitsgeräte im Spiel gegen Stan Wawrinka kaputt, ohne Schläger drei und vier überhaupt aus der Verpackung zu nehmen © Getty Images
Den Leitspruch "In guten wie in schlechten Zeiten" nahm die Frau von Jeff Tarango bei Wimbledon 1995 zu wichtig, als sie Schiedsrichter Bruno Rebeuh ohrfeigte. Ihr Mann hatte sich lauthals über eine Entscheidung des Franzosen im Spiel gegen den Deutschen Alexander Mronz beschwert © Getty Images
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Das Publikum buhte den US-Amerikaner aus. "Haltet die Klappe!", war Tarangos Antwort. Rebeuh verpasste ihm für das ungebührliche Verhalten einen Punktabzug. Tarango gab auf und stürmte vom Platz. Seine Frau rächte sich mit zwei Ohrfeigen. Ihr Gatte wurde danach für zwei Grand-Slam-Turniere gesperrt © Getty Images
Selbst die Weltbesten sind vor blinder Wut nicht gefeit. So auch Serena Williams bei den US Open 2009 im Halbfinale gegen Kim Clijsters. Beim zweiten Aufschlag von Williams zeigte die Linienrichterin an, dass sie die Linie übertreten hatte. Der Punkt ging an Clijsters, die dadurch zwei Matchbälle bekam © Getty Images
Williams schrie die Linienrichterin daraufhin wutentbrannt an, diese eilte sofort zur Hauptschiedsrichterin. Das Problem für Williams: Sie hatte bereits eine Verwarnung, bei einer zweiten sind Strafpunkte fällig, Clijsters würde das Spiel gewinnen © Getty Images
"Hast du Angst, weil ich gesagt habe, ich würde dich schlagen?", fragte Williams die Linienrichterin und ergänzte: "Es tut mir leid, aber es gibt viele Leute, die Schlimmeres gesagt haben." Für Turnier-Schiedsrichter Brian Earley (r.) war es schlimm genug. Williams flog raus – ihren Titel konnte sie nicht verteidigen © Getty Images
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Nick Kyrgios wäre mit seinen Ausrastern locker eine eigene Top Ten wert. Doch ein Eklat des Australiers blieb besonders im Gedächtnis. In seinem Zweitrunden-Match in Montreal 2015 gegen Stan Wawrinka tätigte Kyrgios eine Aussage, die seine ordinärsten Schimpfwörter übertrifft © Getty Images
"Kokkinakis (Thansi Kokkinakis, Anm. d. Red.) hat deine Freundin geknallt. Entschuldige, dass ich dir das sage, Kumpel", tönte Kyrgios laut genug, dass ein Feld-Mikrofon alles aufnehmen konnte. Kyrgios gewann das Duell, weil Wawrinka verletzungsbedingt aufgab, bekam aber später eine Geldstrafe © Getty Images
Mit nur 18 Jahren stand Martina Hingis im Finale der French Open 1999. Die Gegnerin? Keine geringere als Altmeisterin Steffi Graf. Der Druck war der jungen Schweizerin offenbar zu groß... © Getty Images
...als der Schiedsrichter einen Ball im Aus sah, brach Hingis mit der Etikette, ging auf Grafs Seite und begutachtete den Abdruck im Sand selbst. Das Publikum bedachte sie mit wilden Pfiffen. Hingis verlor ihre Linie und das Match - am Ende blieben nur Tränen © Getty Images
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Ein Tritt mit blutigen Folgen: David Nalbandian machte seinem Ärger Luft und drosch mit dem Fuß mit voller Wucht gegen eine kleine Werbebande. Dabei erwischte der Argentinier einen Linienrichter, dessen Schienbein zu bluten begann. Der Ausraster beim Match im Londoner Queen's Club gegen Marin Cilic hatte die Disqualifikation Nalbandians zu Folge © Getty Images
Einen der legendärsten Ausraster leistete sich Jimmy Connors. Bei den US Open 1991 beschimpfte er den Schiedsrichter nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung mehrmals und wollte ihn rauswerfen. "Ich bin 39 Jahre alt und reiße mir hier den Hintern auf und du machst so etwas. Verschwinde aus dem Stuhl!", schrie der Amerikaner. Die Worte Arsch, Hurensohn und Missgeburt folgten © Getty Images
Fabio Fognini sorgte mit einer verbalen Entgleisung bei seinem Drittrunden-Match in Wimbledon für einen weiteren Tennis-Eklat im letzten Jahr. Der Italiener muss sich Tennys Sandgren in drei Sätzen geschlagen geben. Doch nicht das Aus, sondern die Verlegung seines Matches auf Court 14 brachten ihn zur Weißglut © Getty Images
"Verdammte Engländer, verdammt. Wirklich, verdammt", rief Fognini in seiner Muttersprache, wie TV-Aufnahmen zeigen. Der Italiener weiter: "Ich wünschte, in diesem Klub würde eine Bombe explodieren" © Getty Images
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Fognini bekam dafür eine geradezu lächerliche Strafe: 2.700 Euro musste er für seine Schimpftirade zahlen ©
Beim ATP-Masters-1000-Turniers in Shanghai steht Fognini erneut im Mittelpunkt. Der Italiener nervt Andy Murray mit seinen Mätzchen, als er dann auch noch während eines Ballwechsels laut reinrief, platzte Murray der Kragen. Erst liest er ihm die Leviten und als dieser Widerworte geben will, herrscht Murray ihn an: "Shut up" © Getty Images

Djokovic: "Werde hoffentlich klüger"

Er versuche aber, das Beste aus dem Vorfall zu machen: "Natürlich war es ein Schock, die US Open so zu beenden. Ich werde hoffentlich klüger und mit mehr Erfahrung da heraus kommen."

Via Social Media hatte sich der 33-Jährige bereits kurz nach dem Eklat entschuldigt. Djokovic erklärte auch, dass ihn die Angelegenheit noch länger begleiten werde: "Ich werde das nie vergessen, weil es eine dieser Erinnerungen ist, die du für den Rest deines Lebens behalten wirst."

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Das Strafmaß in Form der Disqualifikation in New York hat der Djoker voll und ganz akzeptiert: "Wenn man den Ball so schlägt, wie ich ihn geschlagen habe, besteht die Möglichkeit, eine Person auf dem Platz zu treffen. Dann sind die Regeln völlig klar."

Nicht der erste Aussetzer beim Djoker

Djokovic war bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Aussetzern auffällig geworden: Im French-Open-Viertelfinale 2016 gegen Tomas Berdych hatte der Serbe mit seinem geworfenen Schläger einen Linienrichter nur hauchdünn verfehlt.

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Bei den ATP Finals 2016 im Duell mit Dominic Thiem wiederum hatte Djokovic mit einem aus Frust geschlagenen Ball fast seine Box erwischt.