Anzeige

DTM: Audi nimmt René Rast nach Schummel-Vorwurf in Schutz - Verhandlung folgt

Audi nimmt Rast in Schutz

Rene Rast soll beim DTM-Rennen in Spa geschummelt haben © Imago

Der Regelverstoß von René Rast bei seinem Sieg am vergangenen Wochenende in Spa schlägt hohe Wellen. Jetzt soll der Fall geklärt werden.

Am Mittwoch noch stand René Rast beim Formel-E-Rennen in Berlin erstmals auf dem Podium, am Freitag ist er schon wieder bei der DTM am Lausitzring – und muss sich dort für den Regelverstoß beim letzten Lauf in Spa rechtfertigen.

Es ist nicht immer einfach, der „Sohn von“ zu sein. Es gibt viele Fälle, da stehen die Söhne ihre ganze Karriere lang im riesigen Schatten des Vaters und schaffen es nicht herauszutreten. Es gibt aber auch Fälle, da hat der Nachwuchs den Papa überholt © Getty Images
Die Schumachers läuten gerade eine neue Ära ein: Mick fährt im zweiten Jahr Formel 2, sein Cousin David will in der Formel 3 durchstarten. SPORT1 blickt auf einige Vater/Sohn-Auftritte in der Formel 1 © SPORT1-Montage: Getty Images
GRAHAM UND DAMON HILL: Fangen wir mit den Champions an. Nach dem Motto: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Denn es gab nur zwei Fälle, bei denen der Titel in der Familie blieb. Graham Hill holte sich die Titel 1962 und 1968. Er setzte aber auch andere Maßstäbe: Als bislang einziger Fahrer gewann er die Triple Crown aus Indy 500, GP von Monaco und den 24 Stunden von Le Mans © Getty Images
Damon feierte seinen Titel wiederum 1996. Wir erinnern uns da aber an einen gewissen Michael Schumacher, mit dem Hill eine bittere Rivalität verband. Für den Briten war mehr drin: 1994 und 1995 wurde er hinter Schumi jeweils Vizeweltmeister. 22 Siege fuhr Damon ein, Papa Graham "nur" 14 © Getty Images
Anzeige
KEKE UND NICO ROSBERG: Keke Rosberg schaffte 1982 Ungewöhnliches: Ein einziger Sieg reichte ihm zum WM-Titel. Und das für den Rennstall, bei dem später auch die Formel-1-Karriere des Sohnes begann: Williams © Getty Images
Der Vater förderte die Karriere des Filius, zumindest anfangs. Später wurde es schwierig zwischen den beiden, Keke war nur noch selten an der Rennstrecke © Getty Images
Mit einer Ausnahme: Beim Abu-Dhabi-Rennen, dem letzten der Saison 2016, feierte Keke mit Nico dessen WM-Titel mit Mercedes. "Ich bewundere ihn für seine mentale Stärke und Hingabe", lobte Keke damals. Nico beendete nach dem größten Erfolg seiner Karriere trotzdem seine Laufbahn © Getty Images
GILLES UND JACQUES VILLENEUVE: Gilles Villeneuve wird in seiner Heimat Kanada und auch in Italien verehrt. Er gilt, auch wegen seiner spektakulären Fahrweise, als einer der berühmtesten Fahrer, die trotz ihrer Klasse nie Weltmeister wurden. Der langjährige Ferrari-Fahrer starb am 8. Mai 1982 nach einem Unfall im Training zum Großen Preis von Belgien © Imago
Anzeige
Sohn Jacques schaffte das, was seinem Vater verwehrt blieb: Er gewann 1997 im Williams den WM-Titel. Villeneuve Junior fiel zwar durch extravagantes Aussehen wie durch diverse Haarfarben und ein loses Mundwerk auf, an den Heldenstatus seines Vaters reicht er aber nicht heran. In 163 Rennen feierte er elf Siege, sein Vater nur deren sechs © Getty Images
HANS UND HANS-JOACHIM STUCK: Hans Stuck ging vor allem als "Bergkönig" in die Motorsportgeschichte ein. In den letzten Zügen seiner Karriere, mit Anfang 50, nahm er in den Anfangsjahren der Formel 1 1952 und 1953 an drei Rennen teil. Platz 14 war dabei das beste Resultat © Imago
Sohn Hans-Joachim brachte es zwischen 1974 und 1979 für March, Brabham, Shadow und ATS auf 74 Rennen in der Königsklasse und zwei Podestränge. Seine größten Erfolge feierte er aber im Tourenwagen als DTM-Champion 1990 oder mit Gesamtsiegen bei den 24-Stunden-Klassikern von Le Mans und am Nürburgring © Getty Images
MANFRED UND MARKUS WINKELHOCK: Der Vater fuhr zwischen 1982 und 1985 insgesamt 47 Rennen in der Formel 1, hatte in einem ATS, Brabham oder RAM sportlich aber wenige Aussichten auf Erfolg. 1982 bescherte ihm ein fünfter Platz beim Rennen in Brasilien seine einzigen beiden WM-Punkte. Er kam 1985 bei einem Sportwagen-Rennen ums Leben, er war mit 230 km/h gegen eine Betonmauer gefahren und erlag seinen schweren Kopfverletzungen © Getty Images
Anzeige
Sein Sohn Markus fuhr nur ein einziges Rennen, 2007 als Ersatz für den bei Spyker entlassenen Christijan Albers. Aber was für eines: Dank eines Reifenpokers übernahm er im Regen kurz nach dem Start die Führung und sammelte ein paar Runden lang Führungskilometer. Später wurde er aber durchgereicht und am Ende schied er mit technischen Problemen aus. Es blieb bei diesem einen Rennen © Getty Images
JACK SOWIE DAVID UND GARY BRABHAM: Der 2014 verstorbene Sir Jack Brabham prägte die Formel 1 immerhin 15 Jahre lang, fuhr von 1955 bis 1970 insgesamt 126 Rennen. Dabei feierte er 14 Siege und mit Cooper 1959 und 1960 zwei Titel sowie 1966 mit seinem eigenen Team und einem selbst konstruierten Boliden einen weiteren. "Black Jack" verstarb 2014 im Alter von 88 Jahren © Getty Images
Er schickte gleich zwei Söhne in die Formel 1, allerdings mit bescheidendem Erfolg. Gary versuchte 1990 zweimal vergeblich, sich für ein Rennen zu qualifizieren. Bruder David war im Sportwagen sehr erfolgreich, gewann 2009 in Le Mans. In der Formel 1 verlief es weniger spektakulär: 1990 und 1994 ging er insgesamt 24 Mal an den Start © Getty Images
MARIO UND MICHAEL ANDRETTI: Papa Mario gewann 1969 das legendäre Indy 500 und 1984 die Indy-Car-Serie. Auch in Europa war er schnell unterwegs: Zwischen 1968 und 1982 fuhr er 128 Rennen in der Formel 1, feierte dabei zwölf Siege und 1978 im Lotus den WM-Titel. © Getty Images
Anzeige
Was auch zu Mario gehört: Der "Andretti-Fluch", denn seit 1969 hat nach Marios Erfolg kein Andretti mehr beim Indy gewonnen, auch wenn es seine beiden Söhne Michael und Jeff, sein Neffe John sowie sein Enkel Marco Andretti oft genug probiert haben © Getty Images
Michael schaffte es nach seinem Vater ebenfalls in die Formel 1, hatte dabei aber kein Glück. Diverse Umstände führten dazu, dass er sein Talent nicht zeigen konnte. 1993 hatte er bei McLaren den großen Ayrton Senna als Teamkollegen und keine Chance: Nach 13 Rennen und mageren sieben Punkten wurde er durch Mika Häkkinen ersetzt © Getty Images
NELSON UND NELSINHO PIQUET: Nelson war nicht der Liebling der Massen, als er zwischen 1978 und 1991 insgesamt 204 Rennen absolvierte. Dreimal wurde er Weltmeister (1981, 1983 und 1987), er war extrovertiert und provozierte gerne. © Getty Images
In Erinnerung bleiben deshalb vor allem die offen ausgetragenen Rivalitäten mit Nigel Mansell und Ayrton Senna sowie seine Abneigung gegen Stadtkurse. Seine Karriere beendete 1991 bei Benetton ein gewisser Michael Schumacher © Getty Images
Anzeige
Nelsinhos Zeit in der Königsklasse war weniger rühmlich. Mit ihm wird man für immer den so genannten Singapur-Skandal in Verbindung bringen. 2008 war das, als der junge Piquet in eine Mauer fuhr, um eine Gelbphase zu provozieren, worauf Renault-Stallgefährte Fernando Alonso gewann. 2015 wurde er immerhin Formel-E-Champion © Getty Images
JOS UND MAX VERSTAPPEN: Hier haben wir ein Beispiel, dass der Sohn erfolgreicher sein kann. Papa Jos fuhr von 1994 bis 2003 in der Formel 1, kam immerhin auf 107 Rennen. Er feierte 1994 als Teamkollege von Michael Schumacher bei Benetton immerhin zwei Podestränge. Mehr war aber nicht drin. Doch vom WM-Titel darf er trotzdem träumen © Getty Images
Denn sein Sohn Max gilt als kommender Weltmeister, war 2015 im Alter von nur 17 Jahren der jüngste Fahrer in der Formel-1-Geschichte und arbeitete sich in Rekordzeit von Toro Rosso zu Red Bull hoch. Mit gerade einmal 22 Jahren hat er 102 und damit nur fünf Rennen weniger als sein Vater absolviert, feierte dafür bereits acht Rennsiege. Der Titel ist bei ihm aber tatsächlich nur eine Frage der Zeit © Getty Images
RALF UND DAVID SCHUMACHER: Als rund fünf Jahre jüngerer Bruder von Michael stand Ralf immer ein bisschen im Schatten des siebenmaligen Weltmeisters. © Getty Images
Anzeige
Was nicht bedeutet, dass Ralf nicht erfolgreich gewesen ist: In 180 Rennen feierte er zwischen 1997 und 2007 sechs Siege und 27 Podestplätze, zwei vierte WM-Plätze waren seine besten Ergebnisse. Auch er hat sein Talent seinem Sohn offenbar in die Wiege gelegt © Getty Images
Denn Sohn David wird 2020 in die Formel 3 aufsteigen. Da die im Rahmenprogramm der Formel 1 fährt, kann der 18-Jährige im Dunstkreis der Königsklasse sein Können zeigen. Netter Nebeneffekt: Dort trifft er auch auf seinen Cousin Mick, der ebenfalls im Rahmenprogramm unterwegs ist. Davids Empfehlungen: 2018 wurde er Rookie-Champion in der Formel 4, 2019 Vierter in der Formula Regional European Championship © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago/iStock
MICHAEL UND MICK SCHUMACHER: Zum Vater muss man gar nicht viel sagen. Legende, Ikone, Vorbild, vor allem für den Sohn: Michael Schumacher ist mit sieben Titeln und 91 Siegen der erfolgreichste Formel-1-Fahrer der Geschichte. Auch wenn Lewis Hamilton ihn bald einholen könnte – für viele Fans bleibt Schumi der Größte. Für Mick sowieso © Getty Images
Für den 20-Jährigen war früh klar, dass er seinem Vater folgen will. Er ist auf dem besten Weg, wurde Formel-3-Champion, geht 2020 mit Prema in sein zweites Formel-2-Jahr und ist Ferrari-Junior. Mick muss nach einem durchwachsenen Debütjahr jetzt den nächsten Schritt machen, auch wenn der Druck und die Erwartungen steigen. Wenn jemand weiß, wie schwer es manchmal ist, der "Sohn von" zu sein, dann Mick. Das große Ziel bleibt trotzdem die Königsklasse © Getty Images
Anzeige

Zur Erinnerung: Sieger Rast drückte kurz vor Schluss da zweimal den Push-to-Pass-Knopf, obwohl er das als Führender nicht darf. Mittlerweile kam raus: An den entsprechenden Stellen gab es Funklöcher. Das Marshalling System funktionierte dort nicht. Deshalb war die Funktion, die kurzfristig 60 Zusatz-PS freigibt, auf Rasts Lenkrad nicht gesperrt.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin. Sonntag ab 21.15 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

Der DMSB teilte nun auf SPORT1-Nachfrage mit: "Das Ergebnis des Sonntagsrennens der DTM im belgischen Spa-Francorchamps ist noch nicht final. Bei der umfangreichen Untersuchung der Fahrzeugdaten durch die Techniker des DMSB hat sich in den Tagen nach dem Rennen ergeben, dass #33 René Rast zweimal das Push-to-Pass-System aktiviert hat, obwohl er als Führender des Rennens das System nicht hätte nutzen dürfen. Die Verhandlung des Falles wird am 14. August um 10 Uhr im Rahmen des nächsten Laufs der DTM auf dem Lausitzring erfolgen."

Audi stellt sich hinter Rast

Audi nimmt René Rast derweil in Schutz. Ein Sprecher sagte zu SPORT1: "Während der DTM-Rennen wird den Fahrern die Verfügbarkeit des Push-to-Pass-Systems über eine grüne Anzeige signalisiert. Am Sonntag in Spa ist es bei René Rast zu einer Fehlmeldung im Marshalling-System gekommen."

In Folge dessen habe ihm das System in Führung liegend fälschlicherweise ein aktives Push-to-Pass-System in Form einer grünen Anzeige signalisiert.

"René hat daraufhin instinktiv den Knopf gedrückt und das System aktiviert. Nach Analyse der Daten durch Audi Sport habe Rast das Überhol-System in Summe für 2,88 Sekunden abgerufen. Der effektive Zeitgewinn habe bei 0,01 Sekunden gelegen."