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Formel 1, Silverstone: Albon schwächelt - übernimmt Vettel bei Red Bull?

Albon wegen Vettel unter Druck

Sebastian Vettel vor 3000. Karriere-Punkt

Alexander Albon zeigt im Red Bull schwache Leistungen. Noch schützt ihn seine Herkunft, doch eine Cockpit-Übernahme durch Sebastian Vettel wird wahrscheinlicher.

"Enttäuschend." Red Bull-Teamchef Christian Horner braucht nur ein Wort für die Bewertung von Startplatz 12 für Red Bulls Nummer zwei Alex Albon (25). Dabei sollte in Silverstone alles besser werden (Formel 1, Großer Preis von Großbritannien, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER). Ein neuer Renningenieur sollte dem Thailänder Flügel verleihen: Simon Rennie, der Ex-Einflüsterer von Daniel Ricciardo und Mark Webber.

Er galt als letzte Chance für Albon bei Red Bull. "Wenn ich meinem Fahrer einen neuen Renningenieur gegeben habe, wollte ich ihm helfen", sagt Ex-Teamchef Eddie Jordan gegenüber SPORT1. "Ich wollte ihm aber auch ganz klar zu verstehen geben: Jetzt musst du liefern!"

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Albon lieferte nicht. Bisher jedenfalls. Am Freitag stimmte das Tempo, dann wurde er wieder ein Opfer des unberechenbaren Red Bulls und crashte brutal. Am Samstag schien das kurz aufflackernde Selbstbewusstsein wieder am Boden. Mit dem Ergebnis: Er schied schon im zweiten Qualifying-Abschnitt aus, während "Über-Teamkollege" Max Verstappen einmal mehr einziger Mercedes-Jäger war und Dritter wurde.

Es ist das sensationelle Comeback des  zweimaligen Formel-1-Weltmeisters:  Fernando Alonso ist zurück in der Königsklasse des Motorsports. Der Spanier fährt wieder für seinen früheren Rennstall Renault © Getty Images
Der inzwischen 38-Jährige soll ab 2021 der französischen Traditionsmarke zu altem Glanz und früheren Erfolgen verhelfen. Er erhält dem Vernehmen nach einen Kontrakt über zwei Jahre plus Option auf eine weitere Saison © Getty Images
Zur Erinnerung: Sein letztes Formel-1-Rennen hatte Alonso Ende November 2018 in Abu Dhabi bestritten. Der Routinier, der Anfang des Jahres sein Debüt bei der Rallye Dakar gegeben hatte, ist jedoch keineswegs der erste namhafte Pilot, … © Imago
… den es nach einer schöpferischen Pause, einem Abstecher auf anderes Terrain oder nach längerer Verletzungszeit ins Formel-1-Cockpit zurückkehrt. SPORT1 zeigt die bekanntesten Rückkehrer © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
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NIKI LAUDA: 1976 entgeht er nach einem schrecklichen Feuerunfall auf dem Nürburgring dem Tod nur knapp. Der Österreicher erleidet schwere Verbrennungen und bekommt von einem Pfarrer bereits die letzte Ölung. Unglaublich: Nur 42 Tage später landet Lauda beim Italien-GP mit Ferrari auf Rang vier © Imago
Nach zwei WM-Titeln (1975 und 1977) beendet Lauda seine Karriere dann 1979, schlägt den Weg als Unternehmer ein und gründet unter anderem eine Fluglinie. Doch nur zweieinhalb Jahre später kehrt er zurück - und triumphiert 1984 zum dritten Mal als Weltmeister © Getty Images
ALAIN PROST: Nach internem Zoff gehen der Franzose und Ferrari 1991 getrennte Wege. Ein Grund: Prost vermisst bei der Scuderia ein Auto mit Siegqualitäten. 1993 kehrt der damals 38-Jährige allerdings zurück in den Renn-Circuit © Getty Images
Und Prost glänzt noch einmal. Mit dem überlegenen Williams gewinnt er auf Anhieb abermals die WM. Sein vierter Titel ist vielleicht der süßeste - und obendrein eine gewaltige Ohrfeige für Ferrari © Imago
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NIGEL MANSELL: Nach seinem WM-Triumph 1992 zieht es den Engländer in die nordamerikanische ChampCar-Serie, in der er sogleich den Titel einfährt. Für den tödlich verunglückten Ayrton Senna kehrt er 1994 zu Williams zurück. Mansell gewinnt sogar das Saisonfinale in Australien © Imago
Doch der Engländer leistet sich auch eine höchst peinliche Comeback-Episode, als er 1995 mit inzwischen 41 Jahren bei McLaren anheuert. Nach nur zwei Grand-Prix-Einsätzen dankt er wieder ab - unter anderem deshalb, weil er für das recht enge Cockpit schlichtweg zu füllig geworden ist © Imago
MICHAEL SCHUMACHER: Am 22. Oktober 2006 nach seinem 250. Grand Prix legt der damalige Ferrari-Pilot nach dem Grand Prix von Brasilien das Lenkrad zunächst aus der Hand. Danach verneint der Rekord-Champion stets alle Gedankenspiele um ein Comeback – um 2010 dann doch zurückzukehren © Getty Images
Mit Mercedes gelingt aber nur einmal der Sprung aufs Podium. Nach drei Jahren macht der Kerpener dann für Lewis Hamilton Platz. Das lohnt sich: Seit 2014 sind die Silberpfeile das Maß aller Dinge. Schumacher lebt seit seinem schweren Ski-Unfall im Dezember 2013 abgeschirmt von der Öffentlichkeit © Getty Images
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KIMI RÄIKKÖNEN: Obwohl sein Vertrag noch ein Jahr läuft wäre, trennt sich der Finne 2009 von der Scuderia. Da Ferraris letzter Weltmeister bis heute danach kein neues Team findet, startet er 2010 und 2011 in der Rallye-Weltmeisterschaft und gründet sogar sein eigenes Team ICE 1 Racing. Mit mäßigem Erfolg. © Getty Images
2012 kehrt Räikkönen in die F1 zurück. Mit Lotus gewinnt er zwei Rennen, wirft wegen ausstehender Gehaltszahlungen aber wieder hin, um sich abermals Ferrari anzuschließen. Ein Sieg in seiner zweiten Ära in Rot glückt dem Iceman auch noch - beim Großen Preis der USA und mehr als 15 Jahre nach seinem ersten Triumph © Getty Images
ROBERT KUBICA: Experten handeln den Polen sogar schon als möglichen Weltmeister der Zukunft, da schlägt das Schicksal zu. Bei einem Start als Rallye-Fahrer in Italien am 6. Februar 2011 verunglückt Kubica schwer, droht bei Notoperationen sogar seinen rechten Arm zu verlieren © Imago
Als Stammfahrer im chancenlosen Williams gibt Kubica 2019 noch einmal ein einjähriges Gastspiel in der Formel 1. Inzwischen hat der 35-Jährige in die DTM umgesattelt, fährt für BMW und verdingt sich nebenbei als F1-Testfahrer bei Alfa Romeo © Getty Images
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JAN LAMMERS: Bis heute hält der Niederländer (l.) einen bemerkenswerten Rekord. 164 Rennen - oder mehr als zehn Jahre - musste Lammers nach seinem Ausstieg im britischen Team Shadow auf sein Formel-1-Comeback warten © Imago
Beim Grand Prix von Japan 1992 ist es dann so weit. Der simple Grund für die lange Zwangspause: Für den Sieger der 24 Stunden von Le Mans und den 24 Stunden von Daytona war einfach kein Cockpit in der Formel 1 frei © Imago

Albon versucht sich Mut zuzusprechen

Albon wirkte niederschlagen, wollte sich selbst aber (noch) Mut machen. "Ich würde nicht sagen, dass das Wochenende furchtbar war", sagte er mit leiser Stimme, "nur heute war es nicht sehr gut. Wir haben durch den Defekt in Q3 Zeit auf der Strecke verloren, und der Wind dreht hier die ganze Zeit, und auch die Balance verändert sich damit."

Allein: Noch springt Teamchef Horner seinem Nummer-Zwei-Piloten zur Seite. Der Batterietausch am Vormittag habe eine gute Vorbereitung verhindert, sammelt der Brite fast schon krankhaft weiter Argumente für einen weiteren Verbleib von Albon im Top-Team. Was Horner bewusst nicht erwähnte: Erst Albons Unfall hatte den Tausch der Batterie notwendig gemacht. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Alexander Albon verursachte einen Unfall

Der Thailänder, so sieht es im Moment aus, bewegt sich in einem Teufelskreis, aus dem er nur noch sehr schwer herauskommt.

Diese Abwärtspirale erinnert an den steilen Abstieg, den im Vorjahr auch Pierre Gasly an der Seite von Max Verstappen erlebte. Es gab Crashs, schlechte Rundenzeiten, immer mehr Druck und weniger Selbstvertrauen - mit dem Ergebnis, dass der Franzose ins Schwesterteam von Alpha Tauri degradiert wurde und Albon dessen Platz bekam. Den Aufstieg, den die Red-Bull-Macher vor gut einem Jahr Albon zugetraut hatten, erweist sich jetzt wohl doch als zu steil.

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Sebastian Vettel erlebt beim ersten Saisonrennen in Spielberg eine große Enttäuschung. Auf der ersten Station seiner Ferrari-Abschiedstour fährt er von Startplatz elf ins vordere Mittelfeld nach vorne... © Getty Images
... nach einem Dreher fällt Vettel dann zwischenzeitlich ans Ende des Feldes zurück, konnte das Rennen aber zumindest auf Platz zehn und damit in den Punkterängen beenden. © Imago
Nicht nur wegen der schwachen sportlichen Leistung bestimmt der vierfache Weltmeister das Wochenende in Österreich. Vor dem Rennwochenende erklärt Vettel, dass er von Ferrari kein Angebot zur Vertragsverlängerung vorliegen hatte. Sein Arbeitgeber hatte die Situation anders dargestellt © Getty Images
Nach dem desolaten Rennen übt er Kritik an seinem Auto: "Es war ganz schwierig, das Auto zu fahren. Ich habe es nicht wieder erkannt." Für diese Aussage kassiert er prompt einen Rüffel von Ralf Schumacher. ©
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Nach dem erneuten Tiefpunkt in Monza stellt sich die Frage: Kommt Vettel bei Ferrari noch einmal aus der Krise? SPORT1 blickt zurück auf die Karriere und den schleichenden Niedergang von Sebastian Vettel © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/iStock
Als Vettel am 17. Juni 2007 sein erstes Formel-1-Rennen in Indianapolis bestreitet, hält er seine Eindrücke mit einem Foto-Apparat fest. Zu seinem ersten Auftritt als Formel-1-Pilot kommt es, weil sich BMW- Sauber-Stammfahrer Robert Kubica beim Rennen zuvor in Montreal bei einem Unfall schwer verletzt © Getty Images
Da sich Kubica schnell erholt und ins Cockpit zurückkehrt, ist der US-Grand-Prix Vettels erster und einziger Einsatz für BMW. Nach drei Rennen Pause wird er vor dem Ungarn-GP von Toro Rosso verpflichtet - dem kleinen Schwester-Team von Red Bull. Vom österreichischen Rennstall wird Vettel schon seit 2004 unterstützt © Getty Images
In Monza 2008 erreicht er den ersten Meilenstein seiner Karriere. Nach der ersten Pole Position, die er mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz feiert,... © Getty Images
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..folgt im italienischen Motorsport-Mekka gleich der erste Sieg. Er ist zum damaligen Zeitpunkt der jüngste Grand-Prix-Sieger aller Zeiten © Getty Images
2009 folgt der Schritt von Toro Rosso zu Red Bull - und in Schanghai der erste Triumph für die "Bullen" © Getty Images
Mit seinem Teamkollegen Mark Webber kommt es schon früh zum Zoff. Beim Türkei-Grand-Prix 2010 will Vettel den in Führung liegenden Australier überholen - und rauscht in dessen Auto hinein © Imago
Nach einer unglaublichen Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte und dem Sieg im letzten Rennen in Abu Dhabi wird Vettel zum ersten Mal Weltmeister - mit 23 Jahren und 134 Tagen ist er der jüngste Champion der Geschichte © Getty Images
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Auch sein großes Vorbild Michael Schumacher gratuliert zum Titel © Getty Images
Seine Heimatstadt Heppenheim bereitet dem neuen Weltmeister einen grandiosen Empfang. Knapp 100.000 Leute kommen, um ihn zu feiern © Getty Images
Auch im Jahr 2011 darf sich der Deutsche als Champions feiern lassen. Er steht 17 Mal auf dem Podium und gewinnt dabei elf Rennen. Der dominierende Pilot des Jahres kann sich am Ende vollkommen verdient Weltmeister nennen © Getty Images
Auch 2012 krönt sich Vettel zum besten Fahrer der Formel 1. An Dramatik ist die Saison dabei kaum zu überbieten. Erst im letzten Rennen in Brasilien sichert sich der Red-Bull-Pilot nach einem Dreher zu Rennbeginn und einer Aufholjagd die nötigen sechs Punkte für seinen dritten Titel in Folge © Getty Images
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2013 geht die Erfolgsserie weiter - und das mit Rekordzahlen. 13 Saisonsiege bedeuten die Einstellung eines Rekordes von Michael Schumacher. Zudem sind seine insgesamt 397 Zähler ein neuer Punkterekord – damit hätte Vettel auch die Konstrukteurs-WM allein gewonnen © Getty Images
Nach seinen zuvor vier WM-Titeln läuft es 2014 nicht mehr rund. Mit Daniel Ricciardo als neuem Teamkollegen und seinem lahmenden Boliden kommt Vettel nicht zurecht und wird nur Fünfter in der WM-Wertung. ©
Ricciardo stiehlt dem viermaligen Weltmeister komplett die Show, gewinnt drei Rennen (der Deutsche keines) und wird WM-Dritter. Vettels beste Platzierung bleibt ein 2. Rang in Singapur, nur eines von drei Malen, dass er vor seinem Teamkolegen liegt. Nach einem enttäuschenden letzten Jahr verlässt Vettel Red Bull © Getty Images
Wenig später bestätigt Vettel, was schon länger die Runde macht: seinen Wechsel zu Ferrari. Mit seinem Kumpel Kimi Räikkönen (l.) bildet er das neue Gespann bei den Roten und soll sie zurück zu alten Erfolgen führen © Getty Images
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Und der Beginn ist vielversprechend. Gleich beim ersten Rennen im Ferrari fährt Vettel 2015 in Melbourne auf das Podest. Und es geht gut weiter. Beim zweiten Grand Prix in Malaysia setzt der Deutsche auf eine andere Strategie als die Silberpfeile und rast als Erster über die Ziellinie © Getty Images
Doch den starken Beginn kann Vettel nicht fortsetzen. Er gewinnt zwar noch zwei weitere Rennen, an den Speed der Mercedes kommt der Ferrari-Bolide allerdings nicht heran. Am Ende landet Vettel auf Rang drei der Fahrerwertung, sendet aber eine Kampfansage für das nächste Jahr © Getty Images
Halten kann er diese jedoch nicht. Gleich in den ersten beiden Rennen spielt ihm die Technik seines Ferraris einen Streich, auch Strategiefehler seines Kommandostands machen dem Deutschen das Leben schwer © Getty Images
In Malaysia schießt Vettel Mercedes-Pilot Nico Rosberg beim Überholversuch ab, für den Deutschen ist das Rennen wieder einmal nach nur wenigen Sekunden beendet. Die Entschuldigung folgt später per Telefon © Getty Images
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Auf dem Hockenheimring wähnt Vettel das Rennen bereits eine Runde zu früh als beendet, geht vom Gas und lässt austrudeln. Als zwei überrundete Autos im Renntempo vorbeigehen, merkt Vettel, dass der Lauf noch nicht zu Ende ist und beschleunigt - ein Fehler ohne Folgen. Mehr als Rang vier springt in der WM-Wertung jedoch nicht heraus © Getty Images
2017 ist die Scuderia dann endlich konkurrenzfähig. In der ersten Saisonhälfte führt Vettel die WM-Wertung durchgängig an. Fünf Siege reichen am Ende jedoch nicht zum Titel, auch weil ihn die Technik mehrfach im Stich lässt. Erneut steht Mercedes ganz oben. Doch auch Vettel bleibt nicht fehlerfrei © Getty Images
Der absolute Tiefpunkt der Saison ereignet sich in Baku. Während einer Safety-Car-Phase fährt der in Führung liegende Hamilton aufreizend langsam. Damit rechnet Vettel nicht, beschleunigt und kracht dem Mercedes-Fahrer ins Heck © twitter.com/F1
Danach setzt er sich an Hamiltons Seite und fährt ihm absichtlich in die linke Flanke. Hamiltons Auto nimmt Schaden, ein Boxenstopp für die Reparatur wirft ihn zurück. Vettel kassiert eine Zehn-Sekunden-Strafe. Am Ende wird es Rang vier knapp vor seinem Rivalen © Getty Images
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2018 geht es für Vettel in sein viertes Ferrari-Jahr. Endlich soll der heiß ersehnte Titel nach Maranello geholt werden. Mit zwei Siegen beginnt die Saison dabei auch mehr als nur vielversprechend, doch ausgerechnet beim Heim-GP in Hockenheim patzt Vettel folgenschwer © Getty Images
Bei einsetzendem Regen rutscht der Heppenheimer in Führung liegend wenige Runden vor Schluss ins Kiesbett, muss aussteigen und wirft die 25 Punkte für den Sieg weg. Ab diesem Moment geht es immer mehr bergab © Getty Images
Beim Ferrari-Heimspiel in Monza crasht Vettel in der zweiten Schikane in das Auto von Hamilton, der sogar noch den Führenden Räikkönen überholen kann. Vettel wird am Ende Vierter statt Erster, Hamilton holt sieben Zähler mehr als erwartet © Getty Images
In Singapur kommt es direkt nach dem Start zu einem Crash, in den Vettel, Verstappen und Räikkönen verwickelt sind. Für das Trio ist das Rennen beendet, Hamilton lacht sich als Sieger ins Fäustchen. Der Hauptschuldige ist Vettel, der seine Führungsposition zu vehement verteidigt. Ein Sieg war eigentlich eingeplant... © Getty Images
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Beim Rennen in Austin crasht Vettel in Ricciardo und fällt an das Ende des Feldes zurück. Er wird zwar noch Vierter, hätte mit seinem schnellen Auto aber durchaus gewinnen können. Insgesamt verschenken Vettel und Ferrari 2018 ganze 96 Punkte. Statt Vettel wird Hamilton Weltmeister © Getty Images
Zu Beginn der Saison 2019 bekommt der Deutsche mit Charles Leclerc einen neuen Teamkollegen. Die Rangordnung scheint klar. Vierfach-Weltmeister Vettel ist die Nummer eins, der Monegasse muss sich dahinter einreihen. Doch das ändert sich © Getty Images
Nach nur wenigen Rennen ist Ferrari bereits unter Zugzwang. Während die Scuderia die Testfahrten vor der Saison dominiert, zeigt sich Mercedes in den Rennen deutlich stärker. Wieder patzt man am Kommandostand der Roten mehrfach, doch auch Vettel macht sich das Leben schwer © Getty Images
Im zweiten Rennen verliert er die Kontrolle über sein Fahrzeug und verliert seinen Frontflügel, in Barcelona verbremst sich der Deutsche und handelt sich einen Bremsplatten ein. Auch die Boxenstopps dauern viel zu lange. Nach nur fünf Rennen ist Lewis Hamilton im Mercedes schon 48 Punkte voraus © Getty Images
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Beim Großen Preis von Kanada dann der nächste Aufreger. Eingangs einer Kurve verliert Vettel das Heck und schießt nach einem Fahrfehler geradewegs in die Wiese und verliert dort jeden Grip © Getty Images
Als er auf die Strecke zurückkommt, muss der direkt hinter ihm fahrende Hamilton blitzschnell reagieren, um eine Kollision zu verhindern. Die Stewards nehmen das Manöver unter die Lupe und belegen Vettel mit einer Fünf-Sekunden-Strafe © Sky
Der Deutsche kommt zwar als Erster im Ziel an, muss den Sieg nach Anwendung der Strafe aber Hamilton überlassen. Demonstrativ stellt der wütende Vettel die Platzierungsschilder um. Für Ex-Teamkollege Ricciardo ein Schlüsselerlebnis in der aktuelln Krise © Getty Images
"Ich will nicht für Sebastian reden, aber ich kann mir vorstellen, dass ihm der entgangene Sieg von Kanada schon zugesetzt hat", meint Ricciardo: "Ohne die Kontroverse von Montreal hätte er dort gewonnen, und alles sähe heute anders aus. Gewiss, wir werden es nie erfahren, aber ich könnte mir vorstellen, dass alles ein wenig anders gelaufen wäre, hätte Sebastian den Montreal-Sieg behalten können" © Getty Images
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Die ultimative Demütigung erlebt Vettel in Monza. Fünf Jahre lang versucht der Deutsche vergeblich, das italienische Heimspiel zu gewinnen, Teamkollege Leclerc schafft es gleich im ersten Jahr, gewinnt nach Spa bereits sein zweites Rennen in Folge und löst kollektive Jubelstürme bei den Tifosi aus © Getty Images
Vettel begeht gleich zu Beginn des Rennens einen großen Fehler. Er verliert das Heck seines Wagens, dreht sich von der Strecke und übersieht beim Zurückfahren den heranrauschenden Lance Stroll, der sich nach einer Kollision ebenfalls dreht © Getty Images
Vettel fällt auf den letzten Platz zurück, wird bestraft und von Leclerc überrundet. Die internationale Presse ist sich sicher: Das war die Wachablösung bei Ferrari. Nicht mehr Vettel ist die Nummer eins, sondern Leclerc. Seit mehr als einem Jahr wartet der Deutsche auf einen Sieg, in der WM-Wertung steht er nur noch auf Rang fünf und hat 115 Punkte Rückstand auf Hamilton © Getty Images
Beim folgenden Rennen in Singapur betreibt Vettel mit seinem 53. Grand-Prix-Sieg Wiedergutmachung. Nach zwei zweiten Plätzen in Japan und Mexiko beendet er die Saison auf Gesamtplatz fünf - zu wenig, um die vielen Kritiker verstummen zu lassen © Imago
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2020 steht Vettel von Beginn an im Fokus. In seinem letzten Vertragsjahr bei der "Scuderia" muss er Werbung in puncto Vertragsverlängerung Werbung in eigener Sache betreiben © Getty Images
Die Testfahrten in Barcelona lassen jedoch wenig Positives erwarten. Die Leistung der Scuderia sorgt für reichlich Irritationen. Lange Zeit hinken die Italiener weit hinter Mercedes hinterher © Getty Images
Wegen der weltweiten Corona-Pandemie muss der für den 15. März geplante Start in Melbourne auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Mitten in der Phase der Ungewissheit verkündet Vettel dann im Mai seinen Abschied von Ferrari nach der Saison 2020. © Getty Images
Wo und ob überhaupt er in den kommenden Jahren in der in der Formel 1 fahren wird, steht noch nicht fest. Der mittlerweile 33 Jahre alte Vettel muss sich trotz aller Widrigkeiten bei Ferrari mit guten Leistungen für ein lukratives Cockpit empfehlen © Getty Images
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Zumindest privat darf der Eintracht-Frankfurt-Fan positiv in die Zukunft schauen. Mit seiner Ehefrau Hanna hat er drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn © Picture Alliance

Vettel zu Red Bull noch nicht vom Tisch

Fest steht: Einer wird sich die weitere Entwicklung bei Red Bull ganz genau anschauen: Sebastian Vettel (33). Der Noch-Ferrari-Star hat die Möglichkeit zu Aston Martin zu wechseln. Sein Wunschteam aber ist Red Bull. Das Einzige, was Albon dort noch vor der Degradierung schützt, ist sein thailändischer Pass. Der Halb-Brite genießt den Segen von ganz oben. 51 Prozent von Red Bull gehören einer thailändischen Familie. Die will Albon immer noch im Haupt-Auto sehen. 

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Aber: Wenn Albon langfristig nicht performt, wird ihn auch seine Herkunft nicht mehr schützen. Alpha Tauri-Teamchef Franz Tost gibt einen ersten Hinweis, dass die Personalie Vettel intern noch immer nicht abgehakt ist. Der Österreicher, ein bekennender Fan des Deutschen, sagt: "Fahrerentscheidungen treffen bei Red Bull andere. Meistens im September oder Oktober. Warten wir mal ab." (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Auch sein Team könnte im Fahrer-Wechsel-Dich-Spiel eine entscheidende Rolle spielen. Wird der Racing Point, die rosa Mercedes-Kopie, trotz Renault-Protest für legal erklärt, will Red Bull nur noch ein Chassis bauen – für Red Bull und Alpha Tauri. Dann ist es fast schon egal, wo Vettel fährt und wo Albon. Beide hätten dieselben Voraussetzungen innerhalb der Red Bull-Familie.

Viele Defekte bei Vettel

Dass Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko immer noch ein besonderes Auge für Sebastian Vettel hat, zeigt auch die folgende Beobachtung. Zu SPORT1 sagt der Österreicher: "Es ist uns ein Rätsel, wo Leclerc (Platz vier) die Geschwindigkeit hergeholt hat. Er war schneller auf den Geraden als wir. Allerdings scheint das nur bei ihm der Fall gewesen zu sein, nicht bei Vettel."  

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Der Heppenheimer war auf Platz zehn fast eine Sekunde langsamer als Teamkollege Leclerc. Entscheidender aber ist: Obwohl in Vettels Ferrari seit Freitag der Defektteufel steckte und er gar keine Chance hatte, auf dem gleichen Niveau wie Teamkollege Leclerc zu fahren, hat er immer noch die Ruhe weg.

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Auch wegen seiner starken Nerven schaffte er es mit dem waidwunden Ferrari in den letzten Qualifyingabschnitt. Und starke Nerven sind genau das, was Red Bull am Ende des Tages sehen will.